Hunde und Menschen – eine Liebe mit Hindernissen – Teil 5

Teil 5 von 6 – danke für’s Durchhalten!

Das Thema heute lautet: Futter – Trocken, nass oder halbfeucht? Soll ich meinen Hund vegan ernähren? Was ist BARF?
Vor noch gar nicht allzu langer Zeit stellte sich diese Frage kaum. Man hatte maximal die Wahl zwischen Trocken- und Nassfutter. Dann kam irgendwann BARF dazu und der neueste Trend ist die vegane Ernährung von Hunden. Aber was tut dem vierbeinigen Familienmitglied denn wirklich gut?
Trockenfutter, Nassfutter oder halbfeuchtes Futter?
Alle drei Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.
Trockenfutter ist meist billiger, lässt sich gut lagern und auch mal zwischendurch als Leckerli verwenden. Hier muss man allerdings darauf achten, dass der Hund genug trinkt, da der Wassergehalt logischerweise recht gering ist. Zudem ist die Energiedichte recht hoch. Achtet bitte darauf, euren Hund nicht fett zu füttern und beachtet die Dosieranweisung (gilt aber auch für andere Futterarten).
Nassfutter wird von vielen Hunden bevorzugt, einfach weil es stärker riecht und die Konsistenz angenehmer ist als bei Trockenfutter. Dafür hat man Dosenmüll und zahlt teils deutlich mehr pro Ration.
Halbfeuchtes Futter soll eine Art Kompromiss darstellen. Es ähnelt dem Trockenfutter, hat jedoch einen höheren Feuchtegehalt und ist somit weicher. Dafür gibt es weniger Auswahl und der Preis liegt nochmal höher als bei Nassfutter.
Alle drei Futterarten sind für euren Hund geeignet!
Achtet darauf, welches er gerne frisst, ob er genug trinkt und erst dann, wie ihr damit zurechtkommt. Wichtigstes Kriterium sollte sein, dass hochwertige Inhaltsstoffe und wenig Füllmaterial enthalten ist. Auf der Zutatenliste seht ihrm wie viel von welcher Zutat in welcher Menge enthalten ist. Wenn ganz vorne „Getreide“ steht, lasst die Finger davon. Das ist nichts anderes als billiges Futter, das der Hund zwar frisst, aber meist nur, wenn er keine Wahl hat und welches nicht artgerecht ist! Hauptzutat sollte immer und mit Abstand Fleisch sein. Vitaminzusätze oder irgendwelche exotischen Superfoodpflanzen sind reine Werbemaschen, die eher für das Wohlbefinden des Halters sorgen sollen, als für die gesunde Ernährung des Vierbeiners.
Der Preis ist fast nebensächlich. Es gibt auch teures Billigfutter.
Vegane Ernährung beim Hund
Veganismus liegt im Trend. Nicht nur Menschen ernähren sich komplett frei von tierischen Produkten jeglicher Art, auch Hunde (und teils auch Katzen) werden auf diese Art und Weise gefüttert.
Wenn ich sowas sehe, wird mir ganz anders, besonders bei den Argumenten, die immer gerne vorgebracht werden.
Der Mensch kann sich – entsprechende Sorgfalt vorausgesetzt – durchaus vegan ernähren und damit leben. Gesünder oder nicht ist eine andere Frage, hier fehlen entsprechende objektive Langzeitstudien. Das soll auch jeder machen wie er will.
Tiere aber können es sich nicht aussuchen, wie sie sich ernähren wollen. Mehr noch: sie sind abhängig von uns Haltern, damit sie nicht verhungern. Sie werden also alles fressen, was wir ihnen vorsetzen, wenn sie nur hungrig genug sind oder sie keine Alternativen angeboten bekommen.
Biologisch ist der Mensch in der Lage, sich rein pflanzlich zu ernähren, auch wenn wir die erste Generation in der Menschheitsgeschichte sind, die dies auch im größeren Stil macht.
Beim Hund sieht das anders aus. Ein Hund ist ein Carni-Omnivora, also ein Allesfresser, der sich aber überwiegend von Fleisch ernährt, aber auch pflanzliches Futter verwerten kann.
Man beachte bitte das „kann“!
Er ist darauf ausgelegt, dass seine Hauptenergiequelle tierischen Ursprungs ist, um sich voll entwickeln und gesund bleiben zu können. Das mag manchen Leuten nicht gefallen, die ihre Lebensweise selbst anderen Lebensformen aufzwingen wollen, die sich nicht wehren können, aber es ist nunmal biologischer Fakt.
Hunde fressen draußen auch mal Gras. Dies dient der Verdauung und sie tun es nicht um satt zu werden.
Hunde fressen auch Getreide in Trocken- und Nassfutter. Dieses ist allerdings vorverarbeitet und dient als „Beilage“ und nicht als Hauptnahrungsquelle. Das sieht man gut bei Wölfen, die durchaus auch pflanzliche Nahrung zu sich nehmen und zwar die, die vorverdaut in den Mägen ihrer Beutetiere zu finden ist!
Es ist durchaus möglich, einen Hund vegan zu ernähren und ihn auch recht alt werden zu lassen. Das kann man auch mit Menschen machen, die man ans Bett kettet und nur mittels Nährlösung ernährt. Aber ist das artgerecht oder erstrebenswert?
Bei veganer oder vegetarischer Ernährung eines Hundes oder einer Katze ist es allerdings noch wichtiger, auf die Nährstoffe zu achten. Meist geht es dann nicht ohne entsprechende Ergänzungsmittel. Und das alles nur, weil man selbst für sich eine Entscheidung getroffen hat und einem nicht passt, dass die Natur ein Wesen hervorgebracht hat, dass sich hauptsächlich von tierischen Erzeugnissen bzw. Fleisch ernährt?
Wenn Halter ihre Hunde so umerziehen wollen, sollten sie sich besser nochmal Gedanken darum machen, ob sie reif genug sind, die Verantwortung für ein anderes Lebewesen zu übernehmen. Als Halter hat man die Verantwortung für das Wohlergehen seiner Fellnase – physisch und psychisch. Hunde sind auf uns angewiesen und wollen artgerecht behandelt werden.
Akzeptiert doch eure Vierbeiner so wie sie sind und versucht nicht, eure Wertvorstellungen auf sie zu projizieren. Gilt übrigens auch für die Ernährung von Kleinkindern oder Katzen.
Ja, es ist möglich. Aber nicht alles was möglich ist, ist auch gut!
BARF
BARF steht im Deutschen (mittlerweile!) für „biologisch artgerechte Rohfütterung“. Ursprünglich war die Bedeutung „Born-Again Raw Feeders“.
Der ursprüngliche Begriff zeigt den Gedanken, der hinter dieser Futter- oder eher Fütterungsart steht. Im Grunde ähnlich der Mentalität von Veganern, war und ist diese Methode eine Einstellungssache, die ebenfalls funktionieren kann.
Auch hier sollte man das „kann“ beachten!
Vorteil dieser Fütterungsart ist, dass es die wohl artgerechteste Form für den Hund ist. Aber genau wie bei der veganen Ernährung ist es sehr wichtig, darauf zu achten, dass es zu keiner Mangelernährung kommt.
Es gibt etliche Foren, Gruppen und Vereine, in denen sich BARFer austauschen und beraten und ich kann nur jedem raten, sich zunächst eingehend zu informieren, bevor darauf umgestellt wird. Am besten sprecht ihr euch mit eurem Tierarzt ab, um Probleme gar nicht erst aufkommen zu lassen.
Die Kosten beim BARFen sind recht hoch und auch hier wird viel mit Marketing gearbeitet.
Zum Schluss
Meine Hunde habe ich bisher stets mit Nassfutter gefüttert, Trockenfutter gibt’s zwischendurch oder als Mischung mit Nassfutter. Das ist dem Umstand geschuldet, dass Trockenfutter nicht so gut akzeptiert wurde – egal ob vom Aldi oder vom Fachgeschäft.
Auf Getreidezusätze verzichten wir mittlerweile wo es möglich ist, da unser Schika darauf sehr deutlich und reproduzierbar mit Blähungen und Durchfall reagiert. Veganes Futter werde ich nie einem Hund zumuten und BARF ist uns einfach nicht komfortabel genug, auch wegen der Risiken, wenn man etwas falsch macht.
Achtet bitte darauf, die Ernährung nicht abrupt zu ändern. Ein Wechsel von Trocken- auf Nassfutter von einem Tag auf den anderen wird euer Hund mit Verdauungsproblemen quittieren. Lasst euch einige Tage Zeit, wenn ihr umstellen wollt und erhöht nach und nach den Anteil an neuem Futter im Napf.
Dass kein rohes Schweiniefleisch verfüttert werden soll, Hunde durch zuviel Schokolade sterben können, Käse zu Blähungen führt und Leckerlis aus der Tagesfutterration rausgerechnet werden sollten, muss ich glaube ich nicht näher ausführen 😉
Nächste Woche folgt der letzte Teil „Urlaub mit Hund“.

Kranke Welt – Kindesmissbrauch – Teil 1

Missbrauch ist ein Thema, das wir gerne verdrängen. Zu schmerzlich und zu unwirklich erscheint das, was wir da in den Medien zu sehen bekommen.

Egal ob Lügde oder Bergisch Gladbach als aktuelle und große Fälle, die Aufmerksamkeit erregen oder kleinere Fälle, die nach zwei Tagen wieder aus den Schlagzeilen verschwinden, weil man sie nicht so gut ausschlachten kann – es ist jedesmal widerlich und unverständlich, wie Menschen so etwas Kindern antun können.

Ich habe bereits dargelegt, dass rein rechnerisch und unter Einbeziehung der Dunkelziffer in jeder Schulklasse mindestens 1 Kind sitzt, das sexuell missbraucht wird oder wurde. Diese Zahlen sind seit langem bekannt, aber dennoch gibt es keinen Aufstand, keinen Aufschrei, keine Aktivisten, die dafür auf die Straße gehen.

Scheinbar sind andere Dinge wichtiger, als Kinder vor sexuellen Übergriffen von Frauen und Männern zu schützen…

Doch stellt sich mir die Frage, wie wurde in der Vergangenheit mit dem Thema umgegangen? Gerade Bündnis 90/Die Grünen haben sich oftmals mit ihren Forderungen hervorgetan, jegliche (!) sexuelle Handlung straffrei zu stellen und entsprechende Paragraphen aus dem StGB zu streichen, sofern keine Gewalt angewendet wird:

Zitat: „Einvernehmliche Sexualität ist eine Form der Kommunikation zwischen Menschen jeglichen Alters, Geschlechts, Religion oder Rasse und vor jeder Einschränkung zu schützen […] Gewaltfreie Sexualität muß frei sein für jeden Menschen.“ Nur dort, wo „Gewalt und Abhängigkeit“ im Spiel seien, sei die Ausübung von Sexualität nicht akzeptabel. „Gewaltfreie Sexualität“ dürfe „niemals Gegenstand strafrechtlicher Verfolgung sein“. Daher seien „alle Straftatbestände zu streichen, die gewaltfreie Sexualität mit Strafe bedrohen“. Es müsse „das gesamte Sexualstrafrecht gestrichen“ und „unter dem Aspekt von Gewaltanwendung zu einem neuen Paragraphen zusammengefaßt“ werden.“ Link: https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13513384.html

Zitat: „Einvernehmliche sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern müssen straffrei sein“. Und weiter: „Da Kinder Menschen sind, hat niemand das Recht, sich unter welchem Vorwand auch immer über ihre Rechte auf Selbstbestimmung und persönliches Glück hinwegzusetzen.“ Link: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/debatte-um-katholischen-missbrauch-die-gruenen-der-sex-und-die-kinder-a-678961.html

Auch andere Parteien und Organisationen aus dem linken Spektrum schlugen in die gleiche Kerbe, was bei jedem gesunden Menschen nur Abscheu und Ekel hervorrufen kann.

Zitat: „Es ist unmenschlich, Sexualität nur einer bestimmten Altersstufe und unter bestimmten Bedingungen zuzubilligen. Wenn Jugendliche den Wunsch haben, mit Gleichaltrigen oder Älteren außerhalb der Familie zusammenzuleben, sei es, weil ihre Homosexualität von ihren Eltern nicht akzeptiert wird, sei es, weil sie pädosexuelle Neigungen haben, sei es aus anderen Gründen, muss ihnen die Möglichkeit dazu eingeräumt werden.“ Link (wie oben): https://www.spiegel.de/politik/deutschland/debatte-um-katholischen-missbrauch-die-gruenen-der-sex-und-die-kinder-a-678961.html

Die Liste ist lang, die Wellen schlugen in den 80ern, 90ern und bis in die 2010er hoch – aber die Menschen vergessen schnell. Man hat sich (nach vielen Jahren) „deutlich distanziert“ und damit ist die Sache wohl gegessen. Gut zu wissen. Dann können das andere Parteien ja auch so machen…

Für mich – auch und gerade als Missbrauchsopfer – sind die Grünen und sämtliche Sympathisanten allerdings nicht mehr wählbar. Gerade beim Thema Missbrauch darf es keinerlei Toleranz und kein Vergessen geben!

Das gilt übrigens auch für die CDU/CSU, die bis in die 80er noch kein Problem damit hatten, Vergewaltigung in der Ehe straffrei zu lassen (https://de.wikipedia.org/wiki/Vergewaltigung#Entwicklungsgeschichte). Was sind das nur für Menschen?

Interessant hierbei ist, dass die Grünen Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe stellen wollten, aber gleichzeitig dafür waren, Sex mit Kindern zu legalisieren. Haben sich da welche das Bewusstsein zu sehr erweitert? Ich kann’s mir nicht anders erklären.

Zusammenfassend kann man sagen: jede Partei hat Dreck am Stecken und tut sich schwer damit, die Bürger effektiv zu schützen. Es dauert, bis sich entsprechende Gesetze ändern – wenn überhaupt – und dann sind es meist nur winzige Schritte, die in der Praxis niemandem helfen.

Was bringt es, wenn Kinder vergewaltigt werden, die Täter vor Gericht kommen und nach nicht einmal 4 Jahren wieder frei sind (https://www.swp.de/blaulicht/ulm-neu-ulm/vergewaltigung-laupheim-urteil-das-ist-die-strafe-fuer-die-angeklagten-der-gruppenvergewaltigung-im-laupheimer-solarpark-46562676.html)?

In Lügde wurde zumindest der Strafrahmen ausgeschöpft (https://www.tagesschau.de/inland/urteil-luegde-101.html), dafür wird das klare Versagen der Behörden keinerlei Konsequenzen haben (https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/luegde-staatsanwaltschaft-behoerdenmitarbeiter-verfahrenseinstellung-100.html)

Mal sehen, wie es in Bergisch Gladbach weitergeht. Oder in den zig anderen Fällen von vergewaltigten, geschlagenen, missbrauchten Kindern, die entweder als Randnotiz enden oder gar nicht erst entdeckt werden, weil neben den aktiven Täterinnen und Tätern noch genug Leute sind, die diese decken. Schweigen ist auch Täterschaft!

Aber das alles sind Themen für weitere Teile.

Minecraft Dungeons (Xbox One X)

Ich mag Minecraft.

Also, eigentlich mag ich Minecraft nicht. Ich hab’s mal ein bisschen gespielt und auch mal Häuser und Wohnungen (nach-) gebaut, gegraben und gecraftet, aber so richtig wurde ich nie warm mit dem Spiel. Die Freiheiten, die man dort hat, sind quasi unbegrenzt, aber vielleicht war das auch ein Grund dafür, dass ich wenig Lust hatte, das Spiel zu spielen. Es gab kein wirkliches Ziel.

Minecraft Story Mode dagegen fand ich klasse. Ein super Telltale-Spiel mit interessanter Story im Minecraft-Universum. Ich habe beide Seasons am Stück durchgespielt und letztens erst wieder die entsprechende Serie auf Netflix geschaut. Die Serie ist quasi das Spiel, nur mit weniger Steuerung durch den Zuschauer.

Der arme Reuben 😦

Nun gibt es seit gestern Minecraft Dungeons. Da das Spiel – wie alle 1st-Party-Spiele der Microsoft Game Studios – ab Launch im Game Pass enthalten ist, habe ich es mal ausprobiert und muss sagen: es gefällt mir.

Im Grunde ist es ein Diablo-Klon, nur etwas zugänglicher, nicht so düster, weniger komplex und eben angesiedelt in der Welt von Minecraft.

Es gibt keine Klassen, wenige Waffen und „Skills“, so dass Loot und das Farmen von Bossen eher eine kleine Rolle spielen. Wer also einen Paladin spielen möchte, um damit nach immer besseren Waffen zu jagen, wird hier keinen Spaß haben.

Dafür kann man on- und offline mit Freunden spielen und die Welt erkunden. Die Story ist nicht sonderlich kompliziert, aber das ist sie in anderen Hack’n’Slay-Spielen auch nicht immer. Dafür gefällt mir der Grafikstil, der maßgeblich die Atmosphäre beeinflusst. Auch wenn es mal dunkler zugeht – Minecraft Dungeons ist nie „düster“ oder beklemmend. Es gibt wenige Frustmomente (zumindest auf dem am Anfang einzig verfügbaren Schwierigkeitsgrad), das Spiel läuft ohne Probleme und sehr flüssig und die Steuerung ist simpel und leicht erlernt – auch wenn hier wieder irgendwer auf die grandiose Idee kam, den Angriff auf „A“ zu legen. Diese Unsitte hat mich schon bei Kingdom Hearts genervt. Aber gut… dafür gibt’s ja das Remapping des Elite Controllers.

Die Kamera ist feststehend, wobei das durch das Leveldesign nicht so sehr stört, wie man annehmen könnte.

Mir macht Minecraft Dungeons Spaß. Ein kurzweiliger Zeitvertreib ohne den Zwang, immer neues Loot zu farmen. Wer mag, kann sich zusammen auf den Weg machen zur Kugel (!) der Dominanz oder sich auch gegenseitig auf den Quadratschädel kloppen.

Leider lässt sich die Welt nicht verändern. Das „Minecraft“ im Titel bezieht sich ausschließlich auf die Welt und die Darstellung.

Wer bisher nichts mit Minecraft anfangen konnte, kann sich ja mal bei Minecraft Dungeons umsehen. Und Adventurefreunde sollten zudem Minecraft Story Mode auf ihre ToDo-Liste packen 🙂

Missbrauch

Missbrauch.
Ein Begriff, der abschreckt, Bilder in uns weckt, Wut und Trauer hervorruft.
Und das zu Recht.
Um aufzuzeigen, was sich hinter diesem Begriff verbirgt, welche Schicksale und Mechanismen sich dort befinden und wie wir alle dazu beitragen können, dass unsere Kinder sicher und behütet aufwachsen, schreibe ich diesen Beitrag.
Ich selbst bin Betroffener und verarbeite das Erlebte, indem ich darüber schreibe. Doch hier möchte ich zunächst einmal Fakten vermitteln und eine Grundlage schaffen, um Gewalt und Missbrauch von Kindern in unserer Gesellschaft besser verstehen, erkennen und somit schlussendlich verhindern zu können.
Vielen dürfte der Fall „Lügde“ noch in Erinnerung sein. Der Fall, der 2018 und 2019 die Medien beherrschte und zu einem Aufschrei in der Bevölkerung führte. Dieser ist zwar mittlerweile verhallt, doch die Taten wirken nach – besonders für die Opfer.
In Lügde wurden mindestens 40 Kinder Opfer von sexuellem Missbrauch. Was einem an diesem Fall besonders sauer aufstößt, ist das Versagen sämtlicher beteiligter Behörden und Anlaufstellen und auch einiger Eltern, was dazu geführt hat, dass Beweismittel nicht oder zu spät gefunden, Kinder nicht aus diesem Umfeld geholt und Täter gewarnt wurden. Dies alles war möglich, weil sich niemand zuständig gefühlt hatte, eine Mutter aus Angst erst Monate später zur Polizei ging, keine Ermittlungen eingeleitet wurden (die ersten Meldungen erreichten die Polizei bereits 2016!) und so weiter. Das behördliche Versagen schlug am Ende größere Wellen als die Missbrauchsfälle.
Die beiden Haupttäter wurden letztes Jahr zu 12 und 13 Jahren Gefängnis mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Das ist begrüßenswert, auch wenn es das lebenslange Leiden der Opfer nicht verhindert. Was sauer aufstößt ist, dass die Ermittlungen gegen die verantwortlichen Behörden bzw. deren Mitarbeiter im März 2020 eingestellt wurde.
Der aktuelle Fall, der die Medien beschäftigt, ist der groß angelegte Missbrauch rund um Bergisch Gladbach, betreut von der EG „Berg“. Hier gibt es derzeit 27 Beschuldigte, 9 sitzen in Untersuchungshaft. Ermittlungshinweise wurden in insgesamt 15 Länder weitergegeben. Ein Wahnsinn, der aufzeigt, wie weit verzweigt die Netzwerke dieser Personen reichen.
In diesem Fall ist nun Anklage gegen einen Täter erhoben worden. Am 12. Mai soll die Verhandlung stattfinden – so Corona es zulässt. Dieser Täter soll seine eigene Tochter, seinen Stiefsohn und eine Nichte sexuell missbraucht haben. Wir berichten selbstverständlich über die weitere Entwicklung.
Was zeigen uns diese Fälle nun?
Ganz einfach: Missbrauch geschieht in den meisten Fällen im familiären Umfeld oder wird durch dieses ermöglicht. Es sind nicht vorrangig die Sportvereine oder Kirchen, in denen Kinder gefährdet sind, sondern das eigene Zuhause und die Täter*innen sind die Menschen, die eigentlich für Schutz und Sicherheit sorgen sollen.
Genau das macht das Erkennen dieser Verbrechen und Verbrecher so schwierig. Es bleibt meist hinter verschlossenen Türen, in der Familie, wo sich Kinder sicher fühlen sollten, aber diese Sicherheit eben auch dafür sorgt, dass Täter*innen kaum Angst vor Strafverfolgung haben müsse, denn. Sie dürfen nur nicht leichtsinnig sein und können ansonsten unbehelligt machen was sie wollen.
2018 gab es laut BKA in Deutschland 14.606 erfasste Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern bis 14 Jahren. Die angenommene Dunkelziffer hat lt. Schätzungen unter anderem des BKA einen Faktor von 15-20, was in etwa 250.000 Fälle von sexuellem Missbrauch ergibt.
Pro Jahr!
Die meisten betroffenen Kinder sind zwischen 6 und 14 Jahre alt und um diese Zahlen etwas anschaulicher zu machen: entsprechend heruntergerechnet sitzt in jeder Schulklasse mindestens 1 Kind, das sexuell missbraucht wurde oder wird.
Das ist erschreckend!
Wo bleibt hier der Aufschrei? Wo bleiben die Informationskampagnen? Wo bleiben die Demonstrationen?
Sicher, bei „größeren“ Fällen sind alle dabei. Es wird gepostet und verurteilt und nach härteren Strafen geschrien, doch was passiert letztendlich? Wer hilft den Opfern? Warum werden Täter*innen immer noch therapiert und teils als „geheilt“ entlassen, während traumatisierte Kinder auf private Opferfonds angewiesen sind und lebenslange therapeutische Hilfe brauchen?
Lasst mich auch noch eines klarstellen: Die katholische Kirche, die in den letzten Jahren unter den ans Licht gekommenen Missbrauchsfällen regelrecht vorgeführt und an den Pranger gestellt wurde, ist eben nicht der größte und gefährlichste Verein, wenn es um sexuellen Missbrauch geht. Eigentlich machen die Fälle nur einen kleinen Teil des Ganzen aus.
Laut der MHG-Studie, die Daten und Akten seit Januar 1946 (!) ausgewertet hat, gab es in Deutschland 3.677 Opfer über diesen Zeitraum hinweg. Mit dem entsprechenden Dunkelzifferfaktor wären es ca. 60.000 Opfer – allerdings über ca. 70 Jahre, was selbst im schlimmsten Fall ca. 800 Fälle pro Jahr ergeben würde – im Verhältnis zu den oben genannten 250.000 anderen Dunkelzifferfällen.
Jeder Fall ist einer zu viel, doch was die Sache so schlimm macht, ist, dass die Kirche der Ort war oder ist, von dem man es am wenigsten erwartet hätte, nämlich eine Institution, eine Anlaufstelle für die Schwachen und Schutzsuchenden. Hier muss man differenzieren und darf nicht aus den Augen verlieren, dass es eine weitaus größere Gefahr für das Wohl unserer Kinder gibt.
Eine Institution, die Kindern Schutz und Liebe geben soll: Die Familie!
Hier muss angesetzt werden und da ist jeder gefordert, seine Augen offen zu halten. Mein Appell richtet sich besonders an die Menschen, die diese Taten mitbekommen, aber sie hinnehmen, kleinreden, verteidigen. Mein Appell richtet sich an die, die durch ihr Schweigen oder die Verharmlosung der Taten, die sie mitbekommen, genauso schuldig sind wie die Person, die sich an den Kindern vergeht.
Es gibt keine Entschuldigung für Missbrauch! Kinder haben keine Vergleichsmöglichkeit dafür, was normal ist und was nicht. Sie sind darauf angewiesen, dass ihre Eltern ihnen das beibringen und nicht ihr Vertrauen für die eigene Triebbefriedigung ausnutzen, sie manipulieren und einschüchtern.
Ich hoffe, dass das Thema nicht nur bei medienwirksamen Fällen im Bewusstsein der Öffentlichkeit ankommt. Täter*innen dürfen sich zu keinem Zeitpunkt sicher fühlen!
Haltet die Augen und Ohren offen – gerade in der aktuellen Zeit des „erzwungenen Zuhausebleibens“ haben es betroffene Kinder besonders schwer, denn sie sind mit ihren Peinigern eingesperrt. Über Wochen…
#FCKMissbrauch

Saints Row: The Third – Remastered (Xbox One X)

Ich mag Saints Row. Ich habe alle Teile durchgespielt und liebe einfach das abgedrehte Action-Setting.

Was wie ein Widerspruch scheint wird klarer, wenn man sich das Spiel oder die Reihe mal genauer anschaut. Ich habe einen – wie mir immer wieder bescheinigt wird – seltsamen Sinn für Humor. Ich bin der Ansicht, dass man über alles (!) Witze machen darf. Das sehen manche Leute, gerade in der heutigen Shitstorm-Gesellschaft, wo jeder wegen jedem Bisschen einen riesigen Aufstand macht, anders, aber das ist nicht mein Problem.

Saints Row ist voll von politisch nicht korrektem Verhalten. Die Spiele leben davon, dass sie eben nicht auf alles und jeden Rücksicht nehmen und stets aufpassen, dass sich keine noch so kleine Minderheit benachteiligt fühlt. Ehrlich gesagt ist das sehr erfrischend heutzutage.

Dazu gibt es keine wirklichen Frustpassagen und man hat alle Freiheiten, die man so braucht. Mit dem Panzer nervige Biker vom Gefährt rammen? Kein Problem. Mit dem Man-A-Pult Passanten durch die Gegend werfen? Check! Den Gegner mit gedankenmanipulierenden Oktopoden beschießen und zusehen, wie dieser seine ehemaligen Freunde umnatzt? Aber immer!

Oder man fährt einfach mit einem der unzähligen Fahrzeuge und mit angeschaltetem Radio durch Steelport und erledigt knapp 50 Kampagnen-Missionen, viele Aktivitäten und erledigt nebenbei noch Sammelaufgaben, während man Immobilien kauft und so mit der Zeit immer mehr Respekt und Geld verdient, um seiner Gang wieder zu altem Ruhm zu verhelfen.

Blöder Belgier!

Die aktuelle Remastered-Version beinhaltet neben grafischen Aufwertungen samt HDR alle DLCs für das Hauptspiel und sieht wirklich gut aus. Wer aber auf die HDR-Spielereien verzichten kann und kein Interesse an den (wirklich lustigen!) Waffen und Zusatzmissionen hat, kann auch beim Original bleiben. So groß ist der Unterschied in Bezug auf die Grafik nämlich auch wieder nicht.

Wer Saints Row noch nicht kennt oder einfach ein Fan ist, so wie ich, der macht aber auch nichts falsch, wenn er sich das Spiel kauft. Auch wenn meiner Ansicht nach Teil 2 die bessere Story hatte und Teil 4 wesentlich abgedrehter war, bietet Saints Row: The Third jede Menge Spaß im Stil von GTA, jedoch mit abgedrehtem Humor – und es nimmt sich bei weitem nicht so ernst.

Ein fünfter Teil wäre nett („Gat out of Hell“ zähle ich nicht als vollwertigen Teil der Reihe). Vielleicht wirds ja was mit der neuen Konsolengeneration 🙂

Der Sommer kommt – es nervt

Ja, jedes Jahr dasselbe. Jedes Jahr kommt diese Zeit, die mich so unglaublich nervt und stresst.

Ich mag die Sonne, dass es lange hell ist und es wenig(er) regnet. Allerdings geht das einher mit … Hitze – und die vertrage ich nicht. Habe ich noch nie. Vielleicht ist das eine genetische Sache oder liegt eventuell daran, dass ich die ersten 15 Jahre meines Lebens quasi nur im Haus verbracht habe, dank Allergien auf so ziemlich alle Pollen, die es gibt. Blöd, wenn man auf dem Land groß wird…

Hitze ist etwas, was ich gerne aus meinem Leben streichen würde. Leider – und das war schon lange vor Gretas (ich mag den Hype um diese Person nicht) Geburt bekannt, weil die „Alten“ eben nicht immer „stur“ und „dumm“ waren – verschieben sich die Klimazonen. Das tun sie seit Ewigkeiten. Logisch, immerhin verändert sich unser Planet mit jedem Augenblick und damit natürlich auch das Klima, das so fein abgestimmt ist, dass kleinste Veränderungen große Auswirkungen haben können. Das kann kein (!) Mensch genau berechnen und vorhersagen, lediglich ein langfristiger Trend ist erkennbar.

Aber genug abgeschweift. Es wird wärmer, aktuell liegen wir wieder bei knapp 30 Grad im Schatten. Und das nervt gewaltig. In der Wohnung wirds nicht mehr kühl, weil es nachts auch nicht abkühlt, die Konsole (Xbox One X) hört man – noch nicht auf dem Föhn-Level der PS4, aber immerhin – deutlich, der Hund liegt nur noch rum und hechelt sich durch den Tag in der Hoffnung auf Abkühlung, mein Laptop warnt mich vor „hoher Temperatur“ und die Meerschweinchen baden lieger im Wassernapf, als draus zu trinken.

Es. Nervt.

Aber man kann nichts dagegen machen. Das ist der Frustpunkt. Denn Hitze ist ja nicht nur nervig, sondern man ist auch machtlos dagegen. Gegen Kälte hat man Möglichkeiten. Man dreht die Heizung auf, macht Feuer, zieht sich warm an usw.

Aber gegen Hitze…? Was macht man da? Ventilatoren sorgen für Luftumwälzung und höchstens für einen kleinen Kühleffekt durch Schweißverdunstung. Das wars.

Klar, Klimaanlagen gibts und ich würde mir auch niemals mehr ein Auto ohne Klimaanlage kaufen (gibt’s sowas überhaupt noch?). Doch in der Wohnung ist das auch nicht immer vernünftig oder effektiv möglich. Gegen Hitze kann man sich nur mit viel Aufwand wehren, ansonsten bleibt nur: weglaufen.

In den Keller ziehen, sich hinter dicken Wänden verstecken, sowas eben. Logisch, denn jede Aktion setzt letztenendes Wärme frei, somit kann man gegen Wäre nichts „machen“. Man kann sie „wegpusten“ durch besagte Klimaanlagen oder sie abschirmen. Ende.

So beginnen nun also für mich die 4 dunklen Monate des Jahres. Tagsüber sind die Verdunklungsvorhänge und Markisen dafür da, zumindest die Strahlungsenergie etwas abzuhalten, aber da wir nicht im Erdgeschoss leben, zögert das alles nur ein wenig hinaus. Später schalte ich dann mein mobiles Klimagerät an, dessen Abluftschlauch bis September aus dem Fenster hängen wird, während ich nachts zwischen Bett und Couch hin und her wechsle, weil ich nicht einschlafen kann.

Unser Schika quält sich beim Gassigehen und die Meerschweinchen versuchen durch langes Schlafen den Tag zu überstehen, bis es doch mal kühler wird.

Es hilft alles nichts: Ich muss im Lotto gewinnen und in die Niederlande ans Meer, nach Schweden, Norwegen oder Island auswandern. Gerade die nordischen Länder sind zwar im Moment noch recht unwirtlich im Winter, werden aber – und hier schließt sich der Kreis – in Zukunft milder werden, während wir Mitteleuropäer uns auf nordafrikanische Verhältnisse einstellen dürfen. Darauf kann ich gerne verzichten.

Ein Grundstück in Grönland wäre auch nett 🙂

Hunde und Menschen – eine Liebe mit Hindernissen – Teil 4

Der vierte Teil – toll dass du bis hierhin durchgehalten hast!

Diesmal geht es um kleine Hunde und die Besonderheiten bei deren Haltung.

(Auf dem Bild sieht man übrigens nicht unseren aktuellen „Schika“, sondern „Muffin“. Ein Chinese Crested Powder Puff, mit dem ich davor durchs Leben gegangen bin.)

Im Grunde gilt für kleine Hunde genau dasselbe wie für große Fellnasen.

Leider machen Menschen bei ihnen oft den Fehler, sie anders zu behandeln. Ich hatte schon viele verschiedene Rassen, vom Labrador bis zum Chinese Crested Powder Puff. Aktuell haben meine Frau und ich einen Pudelmix als Familienmitglied bei uns leben. Hier in NRW mussten wir dafür sogar einen Sachkundenachweis vorlegen, weil die 40/20-Regelung greift (Größe/Gewicht), aber das nur am Rande.

Was mir relativ oft auffällt: Kleine Hunde scheinen besonders aggressiv zu sein. Einige Studien kommen auch zu dem Ergebnis, dass es wahrscheinlicher ist, von einem kleinen Hund gebissen zu werden, als von einem großen.

Aber woran liegt das?

Sicherlich einerseits ganz einfach an den Nachteilen, die die geringe Größe mit sich bringt in einer Welt, wo fast alles andere größer ist. Der Hund fühlt sich einfach relativ oft bedroht – Stichwort „Überbeugen“.

Aber das alleine ist keine Erklärung.

Schaut man sich an, wie die Frauchen und Herrchen dieser kleinen Wuffels mit ihren Tieren umgehen, erkennt man recht schnell das eigentliche Problem: Die Halter und ihr Verhalten und die falsche Erziehung.

Auffällig ist, dass die kleineren Rassen sehr oft getragen werden. Bei vielen Gelegenheiten nehmen Frauchen oder Herrchen ihre vermeintlich hilflosen Vierbeiner hoch um sie zu schützen. Allerdings erreichen sie damit – außer akutem Schutz – vor allem eins: der Hund wird aggressiv.

Warum ist das so?
Hunde sind territoriale Tiere. Begegnen sich zwei oder mehrere fremde Hunde, müssen sie sich erst kennenlernen bzw. beschnuppern im wahrsten Sinne des Wortes. Da die Kommunikation zwischen Hunden nicht nur auf Bellen oder Knurren beschränkt ist, sondern den ganzen Körper bis in feine Nuancen hinein einbezieht, ist jegliche Bewegungseinschränkung kontraproduktiv.

Hunde, die sich zum ersten Mal begegnen, sollte man nicht an der Leine halten, sondern ableinen und sich kennenlernen lassen. Bitte nicht auf den jeweils anderen Hund schicken oder sonstwie ermutigen. Lasst sie das unter sich ausmachen.

Aber Achtung: achtet darauf, dass aus dem Kennenlernen kein Kampf wird. Man erkennt recht schnell, wer der dominante Hund in einer Begegnung ist. Der Besitzer dieses Hundes muss den Hund abrufen, wenn die Situation kritisch werden sollte, um eben diese zu entschärfen.

Ist man sich unsicher, geht man am besten zügig und ohne Interaktion am anderen Hund vorbei.

Was man keinesfalls tun sollte: Hunde an der Leine lassen oder eben: hochheben.

Man beschneidet den Hund dadurch in seiner Bewegungsfreiheit, schränkt seine Kommunikation ein und fördert bzw. verursacht so einen Konflikt, den es anders so nicht gegeben hätte.

Der hochgehobene Hund lernt: Ich bin stark, mir kann nichts passieren, ich bin der Chef. Er kann es aber nicht ausdrücken, außer durch Bellen oder Knurren und der andere Hund kann sich nicht unterwerfen (wenn er es denn vorhatte) oder sich sonstwie differenziert mitteilen.

Dieser gut gemeinte Schutzimpuls sorgt also dafür, dass der kleine Hund mit der Zeit große Defizite im Sozialverhalten entwickelt. Das wiederum bedeutet, dass er mittelfristig nicht mehr ohne Weiteres ohne Leine laufen kann, ohne sich oder andere zu belästigen oder zu gefährden. Und das heißt, dass er noch öfter getragen wird.

Das ist kein schönes Hundeleben, oder? Permanenter Stress durch Fehlverhalten von Frauchen und Herrchen für den Wuffel. Ein entspanntes Spazierengehen oder Zusammenleben sieht anders aus.

Hand aufs Herz: Wie viele Hunde kennt ihr, die bei jedem Bisschen kläffen, bellen, ausrasten, knurren? Und wie viele davon sind Yorkies, Westies, Jack Russels, Chihuahuas?

Achtet mal darauf, wie deren Besitzer mit ihnen umgehen und ihr werden sehr schnell erkennen, warum die Hunde sich so verhalten.

Der nächste Grund ist, dass kleine Hunde schlicht verhätschelt werden. Aus falsch verstandener Tierliebe nimmt man dem Hund die Möglichkeit, sich auszutoben, zu schnüffeln, zu erkunden und zu lernen. Ich sehe es sehr oft, wie klein(er)e Hunde Treppen hochgetragen werden oder nur kurze Spaziergänge unternommen werden, weil die Beinchen ja so kurz sind und das ja so anstrengend ist, so viel oder so lange zu laufen.

Die nicht verbrauchte Energie staut sich auf und entlädt sich dann bei jeder Gelegenheit. Der Hund steht permanent unter Strom und kann sich nicht artgerecht austoben. Hat er dann die Möglichkeit, rennt er weg, bellt, springt und macht alles, außer auf Frauchen oder Herrchen zu hören.

Und ein letzter wichtiger Grund, warum kleine Hunde meist (!) die Rüpel sind: Sie werden nicht für voll genommen. 

Kleine Hunde sind süß. Sie erinnern an Welpen und allein durch ihr Kleinsein wecken sie in uns den Eindruck, dass sie eher schutzbedürftig und niedlich sind. Wenn ein Yorkie mal beißt, hört man die Besitzer oft sagen: „Ach, der zwickt doch nur.“ und „Das tut nicht weh, keine Sorge.“

Bei solchen Aussagen muss ich mich schon sehr beherrschen und stelle meist die Frage: „Wenn das kein Yorkie, sondern ein Schäferhund wäre, würdest du das auch sagen?“

Als Antwort kommt meist ein entrüstetes „Natürlich nicht! Ist ja auch was komplett anderes!“.

NEIN ist es NICHT!

Hunden ist die Körpergröße im Großen und Ganzen vollkommen egal. Ein Rhodesian Ridgeback kann sich zum Beispiel ohne Probleme einem dominanten Zwergpudel unterwerfen. Das hat nichts mit Größe, Kraft oder Gewalt zu tun.

Kleine Hunde verhalten sich aus denselben Gründen so wie sie es tun, wie große Hunde. Sie reagieren auf falsche Erziehung, Bedrohung, Strafen und Belohnungen gleich. Aber das Fehlverhalten wird durch die falsche und nicht tiergerechte Behandlung durch die Halter gefördert statt unterbunden.

Wenn ein kleiner Hund mal beißt ist das ja nicht so schlimm wie wenn ein Großer es macht.

Ihr erkennt den Denkfehler?

Ich wünsche mir, dass die Halter mehr auf ihre Hunde achten und auf deren Bedürfnisse eingehen. Hunde sind kein Spielzeug, auch nicht wenn sie klein und süß sind. Hunde sind Hunde und wollen – müssen – so behandelt werden.

Sprecht die Halter auf ihr Fehlverhalten an, wenn ihr sowas beobachtet. Mit etwas Glück kommt Frauchen oder Herrchen zur Einsicht und ihr helft so, dass der Hund entspannter leben kann, nicht permanent gestresst ist und unter Strom steht.

Nächste Woche geht’s um Futter – Trocken, nass oder halbfeucht? Soll ich meinen Hund vegan ernähren? Was ist BARF?