Hunde und Menschen – eine Liebe mit Hindernissen – Teil 3



Hallo und schön, dass du auch diesen Teil meiner kleinen Serie mitliest!


Heute geht es um das Lernen an sich. Welche Methoden sind die besten? Was sollte man vermeiden und was ist überhaupt sinnvoll?

Beim Thema „Lernen“ scheiden sich die Geister. Ähnlich wie bei der Kindererziehung oder verschiedenen Schulkonzepten setzen einige auf Strenge und Strafen, andere auf freie Persönlichkeitsentfaltung und wieder andere auf Belohnung und Lob als Motivation. 

Alle Methoden haben Vor- und Nachteile und funktionieren auf ihre Art. Man kommt mit jedem Lernstil irgendwann und irgendwie ans Ziel. 

Allerdings gibt es gewaltige Unterschiede, wenn man unter die Oberfläche blickt und sich bewusst macht, was beim Lernen mit dem geliebten Vierbeiner passiert. 

Strafe und Strenge
Prinzipiell ist gegen Strenge nichts einzuwenden, wenn man sie als Konsequenz versteht und nicht mit Gewalt in irgendeiner Form in Verbindung steht. 

Strafen sind ein Lernmittel, das unglaublich effektiv sein kann, aber nur in extremen Situationen verwendet werden darf. Dabei ist das Timing sehr wichtig und es darf keine Gewalt angewendet werden! Wenn es soweit kommt, ist meist schon vieles vorher falsch gemacht worden. 

Bestrafungen wie Ignorieren, Schlagen, Treten, Würgen, Nahrungsentzug, Weg- oder Einsperren, Alleinlassen oder Anschreien wirken sehr stark, aber sie zerstören sehr schnell das Vertrauen des Hundes zum Besitzer. Er wird hören, aber nur aus Angst. Wer so erzieht, sollte meiner Meinung nach keinen Hund halten dürfen!

Beispiel: Das Kommando „Hier“

Es gibt Menschen und leider sogar auch Hundeschulen, die dieses Kommando mit Würgehalsbändern trainieren. Das Kommando wird gegeben, der Hund rührt sich nicht oder reagiert nicht wie gewünscht, also wird an der Leine gezogen. Die Schlinge um den Hals des Hundes zieht sich zu – er wird gewürgt – und dieser hat keine andere Wahl, als dem Druck nachzugeben und zum Halter zu kommen. Er hört also. 

Aber er hört nicht, weil er will oder gerne zu Frauchen und Herrchen kommt, sondern weil er Angst vor den Schmerzen hat. Ich denke es leuchtet ein, dass sowas kein Vertrauen schafft. Gleiches gilt für die abartige Praktik, einen Hund stubenrein zu bekommen, indem man ihn in sein in der Wohnung verrichtetes Geschäft drückt. Krank. 

Man sieht auch immer wieder Leute, die ihre Hunde anbrüllen oder mit der Leine schlagen, wenn sie nicht hören. Dass das genau das Gegenteil bewirkt, scheint ihnen nicht klar zu sein. Mit tun alle Hunde leid, die so leben müssen. 

Also: Vermeidet Gewalt oder Strafen wo immer das möglich ist. Es bringt auf Dauer nichts und ihr erhaltet einen Hund, der sehr wahrscheinlich aggressiv und ängstlich wird und dann vermutlich irgendwann im Tierheim landet, weil er nicht gesellschaftsfähig ist. Und daran seid IHR Schuld. 

Freie Persönlichkeitsentfaltung 
Der Hund soll Hund sein dürfen. Regeln sind von Menschen gemacht und stören den Hund in seinem Wesen. Sowas hört man meist von Katzenbesitzern, die der Meinung sind, man könne oder solle seine Samtpfote nicht erziehen und immer propagieren, dass Katzen eben Charakter haben und „das eben so ist“. 

Schlimm genug, wenn Katzen so behandelt werden, aber bei Hunden bedeutet das eine permanente Bestrafung. Hunde haben eine eigene Persönlichkeit, eigene Bedürfnisse, Stärken und Schwächen. Und sie sind sehr soziale Wesen, die Sicherheit brauchen. 

Diese Sicherheit gibt man ihnen, indem man Regeln aufstellt und konsequent einhält. Nur so kann sich ein Hund entspannen und seine Persönlichkeit frei entfalten – und auch verlässlich lernen. 

Wenn man ihn „machen lässt“, lädt man ihm eine große Verantwortung auf. Er muss für sich sorgen und auf die Familie aufpassen, ohne zu wissen, wann er damit fertig ist. Er wird hören, aber nicht zuverlässig. Er wird die Wohnung als sein Eigentum ansehen und behandeln, denn er muss ja die Führung übernehmen, da Frauchen oder Herrchen dies nicht tun. 

Dann setzt schnell der Frust bei den Haltern ein, weil der Hund macht was er will und kaum hört. Beim Gassigehen zieht er an der Leine, beim Freilauf schert er sich nicht um seine Besitzer und anderen Hunden oder Fremden gegenüber ist er misstrauisch, ängstlich oder aggressiv. Es ist ja niemand da, der ihm eine Richtung vorgibt. 

Auch diese Tiere landen recht schnell in Tierheimen oder sind Dauergast in Hundeschulen. 

„Der ist eben so“ … ein Satz, der die ganze Unfähigkeit der Halter offenbart, genau wie „Der macht nix“, was meist von „Das hat der noch nie gemacht“ gefolgt wird. 

Menschen, die Hunde wie Katzen „ver“ziehen, haben weder eine Bindung zu ihrer Fellnase, noch deren Vertrauen oder auch nur Ahnung davon, was und wie ihr Hund eigentlich ist. 

Belohnung und Lob
Positive Verstärkung ist nachweislich die effektivste Methode, nachhaltig zu lernen und zu erziehen. Es braucht Geduld und vor allem Konsequenz, sorgt aber dafür, dass euer Hund euch vertraut, gerne bei euch ist und zu euch kommt und ein entspanntes Leben mit euch führen kann. 

Diese Methode hat sich mittlerweile fast überall durchgesetzt – zum Glück. Sie ist aber auch die Methode, die den Haltern am Meisten abverlangt. 

Es genügt nicht, den Vierbeiner zu bestrafen, wenn er was falsch macht oder ihn einfach sich selbst zu überlassen. Man muss aktiv mit ihm arbeiten. 

Macht er etwas richtig, wird er belohnt. Immer. Macht er etwas falsch, wird er nicht belohnt. Nie.

Abweichungen davon sorgen für Verwirrung und können auf Dauer dazu führen, dass euer Hund nicht mehr verlässlich auf euch hört. 

Das zeigt ganz deutlich, dass Hunde Arbeit bedeuten. In jeder Situation müsst ihr darauf achten, was euer Hund macht und warum er es tut. Belohnt ihn, wenn er etwas richtig macht, zeigt ihm Grenzen auf, wenn nicht (NIEMALS schlagen, würgen, an der Leine rucken, anschreien!) und lernt, eure Fellnase zu verstehen. 

Was muss ein Hund können?
Es genügen 2 Kommandos, die euer Hund verlässlich beherrschen muss:
„Hier“ und „Bleib“.

Mehr muss er nicht lernen, aber genau diese beiden verlangen nach Konsequenz beim Lernen. 

Mit „Hier“ ruft ihr euren vierbeinigen Begleiter verlässlich zu euch. So entschärft ihr bestimmte Situationen, behaltet ihn im Auge, könnt ihn beschützen oder führen und habt die Sicherheit, dass er nicht wegläuft und „sein Ding“ macht – und der Hund hat die Sicherheit, dass ihr für ihn da seid.

Mit „Bleib“ (man kann es auch in ein anderes Kommando integrieren, z.B. „Sitz“ oder „Platz“) sagt ihr dem Hund, dass er ruhig an Ort und Stelle warten soll, bis ihr das Signal gebt, dass er dort weggehen kann. So könnt ihr mit ihm auch in der Bahn fahren oder in ein Restaurant gehen, ohne dass es zu peinlichen oder gefährlichen Zwischenfällen kommt.

Alle anderen Kommandos sind optional. Pfötchen geben, im Kreis drehen, Totstellen etc. bieten Abwechslung für Hund und Halter, sind aber nicht so wichtig wie die beiden genannten. 

Hunde lernen gerne, egal welcher Rasse sie angehören. Achtet nur darauf, es nicht zu übertreiben. 10-15 Minuten pro Lerneinheit sind schon recht sportlich und durchaus anstrengend für die Fellnase. Mehr braucht es aber auch nicht, wenn ihr diese Lerneinheiten regelmäßig wiederholt und die Kommandos in euren Alltag mit Hund einbaut.


Zum Schluss:
Fragt euch, auf welche Art Chef oder Mutter/Vater ihr eher hören würdet oder gehört habt. Wem habt ihr warum mehr vertraut und bei wem habt ihr euch sicherer und verstanden gefühlt?

Es ist das gleiche Prinzip. 

Habt ihr durch positive Verstärkung nach einigen Wochen oder Monaten eine solide Vertrauensbasis geschaffen, habt ihr einen Hund, der euch respektiert, der gerne hört und bei euch ist – ein Leben lang. Es erfordert viel Arbeit, aber Hunde sind eben kein Spielzeug oder ein Mittel gegen Langeweile, das man bei Bedarf auspackt. Hunde sind eine Verpflichtung für ihr ganzes Leben, aber sie bereichern euer eigenes Leben ungemein. 

Im nächsten Teil schreibe ich über die Besonderheiten von kleinen Hunden. 

Hunde und Menschen – eine Liebe mit Hindernissen – Teil 2



Schön, dass du (wieder) mitliest!

Im heutigen Artikel geht es darum, was Konsequenz bei der Hundeerziehung bedeutet.

Viele Menschen setzen Erziehung mit Strenge oder gar Gewalt gleich. Das macht mich immer traurig, denn Konsequenz bedeutet im Grunde das Gegenteil. Eine konsequente Erziehung gibt dem Hund und dem Herrchen und Frauchen Sicherheit und schlussendlich jede Menge Freiheit und Freude! Sie braucht keine Gewalt um sich durchzusetzen oder Erfolge zu erzielen.

Aber was genau bedeutet es eigentlich, wenn man konsequent erziehen soll?

Nun, im Grunde gilt dasselbe wie bei der Kindererziehung.

Ein Hund braucht – wie ein Kind – Regeln, an dem er sich orientieren kann. Diese Regeln sollen eindeutig und unmissverständlich sein, damit der Hund weiß, wann man was von ihm möchte. Dadurch gibt man ihm Sicherheit, mindert Stress und schafft Vertrauen.

Wenn man „mal“ etwas erlaubt oder verbietet, verlangt oder durchgehen lässt, etwas so oder so meint, weiß der Hund irgendwann nicht mehr, was man denn eigentlich von ihm will und macht „sein Ding“. Er wird gestresst, weil er die Verantwortung übernehmen muss, da seine Frauchen und Herrchen es offensichtlich nicht schaffen und schlussendlich verliert er das Vertrauen in seine Halter, da sie ihn weder verstehen, noch ordentlich behandeln.

Kurz vor oder an diesem Punkt befindet man sich in einer Frustspirale, weil der Hund nicht hört. Man wird laut oder grob, fängt an zu bestrafen oder ihn zu ignorieren und wenn man dann völlig verzweifelt ist, da der Hund nun völlig aus der Bahn geworfen wurde, geht man in irgendeine Hundeschule, die das alles wieder gerade biegen soll.

Das alles kostet unnötig Zeit, Energie und auch Geld. Wenn man dann das Gelernte aus der Hundeschule zuhause wieder nicht konsequent fortführt, kommt man da nicht raus – und der Hund landet ausgesetzt auf der Straße oder im Tierheim, weil „der ja nicht hört“ oder „so schwierig ist“.

Die Ähnlichkeit zur Kindererziehung ist wirklich frappierend, oder? Gut, Kinder steckt man nicht so schnell ins Heim und ausgesetzt werden auch die Allerwenigsten, doch die anderen Punkte sind zwischen Mensch und Tier austauschbar.

Anmerkung:Hunde soll man nicht vermenschlichen und das ist auch richtig so. Ich verwende diesen Vergleich, damit es deutlicher wird, was ich meine. Natürlich ist ein Hund kein menschliches Kleinkind und umgekehrt. Jedoch sind die Prämissen bei der Erziehung ähnlich und oft sogar gleich.

Es gibt wunderbare Bücher zum Thema Erziehung bei Hunden. Auch auf YouTube findet man sehr gute Videos mit Beispielen und Lösungsvorschlägen für Probleme. Eine Hundeschule ersetzen beide Medien jedoch nicht!

Geht in eine Welpengruppe, wenn ihr einen Hund vom Züchter habt und der Kleine etwas Vertrauen zu euch aufgebaut hat. Es gibt sehr viele Hundeschulen, aber achtet auf den jeweiligen Ruf. Hört euch im Bekanntenkreis um, fragt auf Facebook Leute in der Region nach Erfahrungen und scheut euch nicht, bei einem schlechten Bauchgefühl nach der ersten Stunde die Hundeschule zu wechseln!

Ein absolutes Tabu sollte Gewalt in jeglicher Form sein. Sicher lernen Hunde auch durch Schläge und Tritte zu gehorchen, aber sie tun es dann aus Angst. Solche Hunde haben keine Vertrauensbindung zu ihren Haltern und laufen Gefahr, aggressiv zu werden oder andere Verhaltensstörungen zu entwickeln. Wer sich nur so zu helfen weiß, schafft sich besser keinen Hund an – und auch bitte keine Kinder!

Habt auch keine Angst davor, Leute – gerade in der Hundeschule – anzusprechen, die ihren Hund so behandeln. Manchen ist es vielleicht nicht bewusst und gerade in der Hundeschule kann der Trainer mit eingreifen, korrigieren und so die Mensch-Hund-Beziehung vielleicht noch auf einen guten Weg bringen. Außerdem: Wegschauen bringt niemandem etwas. Es bestärkt die Leute nur in ihrem Fehlverhalten. Als soziale Wesen haben auch wir Menschen eine Verpflichtung, andere auf offensichtliches Fehlverhalten hinzuweisen.

Bei einem Tierheimhund ist die erste Anlaufstelle das Tierheim. Hier kann man euch Adressen von Hundeschulen geben, die z.B. mit dem Heim zusammenarbeiten. Ansonsten gilt auch hier: Holt euch Erfahrungsberichte und hört auf euer Bauchgefühl. Anders als bei der Menschenschule gebt ihr euren Hund nicht dort ab, sondern nehmt mit am Unterricht teil. Daher muss die Schule sowohl dem Hund als auch euch als Haltern zusagen.

Nicht vergessen:
Ihr legt die Regeln fest und seid dafür verantwortlich, dass sie eingehalten werden. Dafür gibt es jede Menge Tipps und Techniken, jedoch achtet darauf, auf Gewalt oder Strafen zu verzichten. Euer Hund versteht das sowieso nicht.

Ignoriert ihr ihn, schlagt ihn oder sperrt ihn weg, zerstört ihr nur das Vertrauen in euch und andere Menschen. Dass er irgendetwas falsch gemacht hat, kann er nicht begreifen. DIe Verknüpfung mit einem Ereignis, das länger als 1-2 Sekunden (!) her ist, findet nicht statt.

Somit ist eine Bestrafung nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch sinnlos. Also lasst es bitte!

Wenn euer Hund nicht auf’s Bett oder Sofa soll, dann lasst ihn da auch nicht rauf – auch nicht „nur abends“ oder „am Wochenende“. Das verwirrt ihn nur. Das gilt für alle Regeln und ist ein gutes Beispiel für „Konsequenz“: Regeln aufstellen und dran halten – Hund UND Mensch.

Ein Kind versteht irgendwann, dass es „ausnahmsweise“ mal etwas darf oder nicht darf, ein Hund wird diesen Unterschied nie begreifen. 

Wenn ihr diese einfachen Dinge beherzigt und euren Vierbeiner nicht nur als Zeitvertreib wenn ihr Langeweile habt seht, werdet ihr mit einer wunderbaren Beziehung belohnt, die auf Sicherheit, Vertrauen und Respekt beruht und euch viele schöne Jahre bescheren wird.

Im nächsten Teil befasse ich mich mit dem Thema Lernen.



Hunde und Menschen – eine Liebe mit Hindernissen – Teil 1



Nach einigen Jahren Pause hat mir eine Lebensartumstellung ermöglicht, wieder einen Hund zu halten.

Eigentlich war es die Idee meiner Frau und zunächst wollten wir uns und den Hunden im Tierheim um die Ecke „nur“ etwas Gutes tun und regelmäßig mit ihnen Gassigehen.

Aber wir haben uns beide schon beim ersten Besuch von jetzt auf gleich in unseren Schika verliebt. Ich möchte in dieser Serie darüber berichten, wie sich das Leben mit Hund gestaltet, warum es für jeden und gleichzeitig eben nicht für jeden eine positive Veränderung und Bereicherung darstellt und worauf man meiner Meinung nach achten sollte und welche Fehler wir tagtäglich beobachten – und teils auch selbst machen.

Heute geht es um die Frage: Tierheim oder Züchter – woher kommt das neue Familienmitgliled?

Beide Quellen haben ihre Vor- und Nachteile. Es kommt auch stark darauf an, welche Erfahrung die zukünftigen Herrchen und Frauchen mit Hunden haben und wie die Vorstellungen zum zukünftigen Vierbeiner aussehen.

Hat man konkrete Vorstellungen davon, welche Rasse man haben möchte, welches Temperament einem zusagt und findet einen entsprechenden seriösen (!) Züchter, ist dieser eine durchaus gute Wahl.

Hier kann man sich gut ein Bild davon machen, wie der Hund agiert und reagiert, wie er sich Fremden gegenüber verhält (und natürlich auch seinen Geschwistern und Eltern). Jeder Hund ist anders und einzigartig. Sicher gibt die jeweilige Rasse einige Charakteristiken vor, aber die Bandbreite ist teilweise riesig.

Man sollte sich Zeit nehmen und nach Möglichkeit den kompletten Wurf mehrmals besuchen und begutachten. Wenn man eher gemütlich Spazieren gehen möchte, tut man einem Hund mit starkem Bewegungsdrang keinen Gefallen – und sich selbst auch nicht.

Traut man sich die Einschätzung nicht zu, bietet es sich an, Freunde oder Verwandte mitzunehmen, die schon etwas mehr Erfahrung haben. Ein guter Züchter hilft natürlich auch weiter und berät entsprechend objektiv. 

Auch hat man hier die Möglichkeit, die ganze Familie mit einzubeziehen, sollte sich aber nicht nur von Emotionen leiten lassen.

Hunde vom seriösen Züchter sind wie ein unbeschriebenes Blatt, das man selbst mit Inhalt füllt. Es nimmt einem niemand ab und man muss von Anfang an konsequent erziehen, wenn man einen fröhlichen und entspannten Hund in der Familie haben möchte.

Die Kosten richten sich hier klassisch nach Angebot und Nachfrage, aber einige hundert Euro sollte man einplanen. Mein erster Hund vom Züchter hat z.B. 500€ gekostet. Dazu kam dann noch die Erstausstattung für ca. 300€.

Züchter eignen sich also für Leute, die spezielle Vorstellungen von ihrem Wunschhund haben. Erfahrung sollte vorhanden sein, diese kann man sich aber auch mit der Zeit aneignen – Hundeschule (Welpenkurs) ist Pflicht!

Hier könnt ihr nach seriösen Züchtern suchen.

Ein Hund aus dem Tierheim oder vom Tierschutz ist eine andere Herausforderung.

In aller Regel kennt man die genaue Vorgeschichte des Hundes nicht. Man weiß nicht ímmer, ob er misshandelt wurde, wie die Erziehung gelaufen ist – falls überhaupt – und wie sein Sozialverhalten ist.

Das Tierheimpersonal ist stets bemüht, sich ein Bild von den Hunden zu machen, die zu ihnen gebracht oder aufgefunden werden, aber auch sie können nicht immer wissen, was da für ein Vierbeiner vor einem steht.

Dazu kommen oft noch bestimmte Vorgaben, die man erfüllen muss, wenn man einen Hund aus dem Tierheim mit nach Hause nehmen möchte. Dies erscheint zunächst recht umständlich, bei näherer Betrachtung ist das aber durchaus sinnvoll. Schließlich soll ein Hund dauerhaft vermittelt werden und nicht nach ein paar Wochen wieder im Heim landen.

In aller Regel geht man mit dem ausgesuchten Hund einige Male spazieren und wenn die Harmonie gegeben ist, kann man den Hund auch mal mit nach Hause nehmen. Wenn auch das klappt und man ihn oder sie immer noch haben möchte, bekommt man Besuch von einem Tierschutzmitglied, das sich die Wohnverhältnisse anschaut und beurteilt, wie der Hund sich zuhause verhält, leben wird und wie man mit ihm umgeht.

Wenn dieser „Prüfer“ dann sein OK gibt, hat man es geschafft: man darf den Hund behalten, nachdem man ihn beim Tierheim ausgelöst hat. Diese Schutzgebühr erheben fast alle Tierheime, die Höhe schwankt allerdings recht stark. Unser Schika hat 200€ „gekostet“, worin allerdings auch die nächste Impfung mit enthalten war.

Die Kosten sind also üblicherweise geringer als beim Züchter, die Erstausstattung ist jedoch auch hier noch mit zu berücksichtigen.

Hunde vom Tierheim empfehle ich jedem, der wirklich etwas Gutes tun möchte und zudem Erfahrung mit Hunden hat. Da man die Vorgeschichte des Vierbeiners nicht kennt, ist es noch wichtiger, auf die Fellnase einzugehen und zu erkennen, warum er wie worauf reagiert, was er braucht, wovor er Angst hat oder wo sein Potenzial liegt. Verständnis ist sehr wichtig und ebenso Konsequenz bei der Erziehung. Ein Hund – gerade einer aus dem Tierschutz – braucht Sicherheit. Und die müsst ihr ihm geben!

Hier findet ihr einige Tipps für den Einzug eines Tierheimhundes.

Für beide Varianten gilt: 
Ein Hund ist kein Spielzeug! Hunde sollten als Familienmitglieder gesehen werden, die genausoviel Aufmerksamkeit und „Aufwand“ bedeuten, wie ein anderer Mensch auch.

Ein Hund bedeutet Arbeit. Viel Arbeit. Und das über Jahre, jeden Tag.

Ich vergleiche einen Hund gerne mit einem Kleinkind von ca. 2 Jahren, was die Verantwortung und das Verhalten angeht. Man ist eingeschränkt im Alltag und im Urlaub, muss sich um die Fellnase kümmern, den Hund beschäftigen, füttern, frisieren, erziehen.

Im Gegensatz zum Kleinkind, bleibt ein Hund aber auf diesem Level. Ein Kind wird irgendwann größer, älter, eigenständiger.

Diese Unterschiede und Gemeinsamkeiten müssen einem bewusst sein, bevor man sich einen Hund anschafft.

Nicht jedes Hotel heißt Hunde willkommen. Flugreisen sollte man vermeiden, wenn man seinen vierbeinigen Freund nicht mit in die Kabine nehmen kann. Inselziele haben nochmal strengere Vorschriften und auch im Zug oder auf dem Schiff muss man sich entsprechend informieren und sicherstellen, dass der Hund auch mit dieser Umgebung klarkommt.

Hierzu schreibe ich noch ausführlicher im letzten Teil.

Unseren Schika haben wir aus dem Tierheim in Troisdorf. Allein an seinem Namen kann man einiges über die Vorgeschichte erahnen, denn er ist ein „Er“, obwohl der Tierarzt der Vorbesitzer „weiblich“ eingetragen hatte. Wir haben uns dazu entschlossen, den Namen so zu lassen. Er war knapp über 1 Jahr alt, als wir ihn adoptiert hatten und ihn nochmal umgewöhnen, nur weil uns der Name nicht so zusagt, empfanden wir als nicht richtig. Was genau sonst mit ihm geschehen ist oder warum genau er im Tierheim gelandet ist, ließ sich nicht in Erfahrung bringen, aber nach mittlerweile knapp 6 Monaten ist uns das auch egal. Die anfänglichen Schwierigkeiten haben wir ganz gut gemeistert, er hat seine Ängstlichkeit überwunden und sein freundliches Wesen steckt uns immer wieder auf’s Neue an.

Eins noch zum Schluss:
Finger weg von ebay Kleinanzeigen oder sonstigen Portalen und Plattformen, die Welpen verkaufen wollen! Ich kann es nicht oft genug sagen: Das sind Verkäufer, denen in den seltensten Fällen das Wohl der Tiere am Herzen liegt! Hunde sollten nie als Geschenk oder auf Drängen von Partner oder Kindern gekauft werden. Ideal ist es, wenn sich mindestens ein Familienmitglied permanent um den Hund kümmern kann und er nicht stundenlang alleine zuhause versauern muss oder gar im Zwinger gehalten wird. 

Sich einen Hund zu halten, nur damit man einen hat, ist definitiv die falsche Motivation! Wenn ihr keine oder zuwenig Zeit oder zuwenig Platz für einen eigenen Hund habt, wendet euch an ein Tierheim in eurer Nähe und geht mit den Heimhunden Gassi. Das hilft ihnen und euch mehr.