Hunde und Menschen – eine Liebe mit Hindernissen – Teil 2



Schön, dass du (wieder) mitliest!

Im heutigen Artikel geht es darum, was Konsequenz bei der Hundeerziehung bedeutet.

Viele Menschen setzen Erziehung mit Strenge oder gar Gewalt gleich. Das macht mich immer traurig, denn Konsequenz bedeutet im Grunde das Gegenteil. Eine konsequente Erziehung gibt dem Hund und dem Herrchen und Frauchen Sicherheit und schlussendlich jede Menge Freiheit und Freude! Sie braucht keine Gewalt um sich durchzusetzen oder Erfolge zu erzielen.

Aber was genau bedeutet es eigentlich, wenn man konsequent erziehen soll?

Nun, im Grunde gilt dasselbe wie bei der Kindererziehung.

Ein Hund braucht – wie ein Kind – Regeln, an dem er sich orientieren kann. Diese Regeln sollen eindeutig und unmissverständlich sein, damit der Hund weiß, wann man was von ihm möchte. Dadurch gibt man ihm Sicherheit, mindert Stress und schafft Vertrauen.

Wenn man „mal“ etwas erlaubt oder verbietet, verlangt oder durchgehen lässt, etwas so oder so meint, weiß der Hund irgendwann nicht mehr, was man denn eigentlich von ihm will und macht „sein Ding“. Er wird gestresst, weil er die Verantwortung übernehmen muss, da seine Frauchen und Herrchen es offensichtlich nicht schaffen und schlussendlich verliert er das Vertrauen in seine Halter, da sie ihn weder verstehen, noch ordentlich behandeln.

Kurz vor oder an diesem Punkt befindet man sich in einer Frustspirale, weil der Hund nicht hört. Man wird laut oder grob, fängt an zu bestrafen oder ihn zu ignorieren und wenn man dann völlig verzweifelt ist, da der Hund nun völlig aus der Bahn geworfen wurde, geht man in irgendeine Hundeschule, die das alles wieder gerade biegen soll.

Das alles kostet unnötig Zeit, Energie und auch Geld. Wenn man dann das Gelernte aus der Hundeschule zuhause wieder nicht konsequent fortführt, kommt man da nicht raus – und der Hund landet ausgesetzt auf der Straße oder im Tierheim, weil „der ja nicht hört“ oder „so schwierig ist“.

Die Ähnlichkeit zur Kindererziehung ist wirklich frappierend, oder? Gut, Kinder steckt man nicht so schnell ins Heim und ausgesetzt werden auch die Allerwenigsten, doch die anderen Punkte sind zwischen Mensch und Tier austauschbar.

Anmerkung:Hunde soll man nicht vermenschlichen und das ist auch richtig so. Ich verwende diesen Vergleich, damit es deutlicher wird, was ich meine. Natürlich ist ein Hund kein menschliches Kleinkind und umgekehrt. Jedoch sind die Prämissen bei der Erziehung ähnlich und oft sogar gleich.

Es gibt wunderbare Bücher zum Thema Erziehung bei Hunden. Auch auf YouTube findet man sehr gute Videos mit Beispielen und Lösungsvorschlägen für Probleme. Eine Hundeschule ersetzen beide Medien jedoch nicht!

Geht in eine Welpengruppe, wenn ihr einen Hund vom Züchter habt und der Kleine etwas Vertrauen zu euch aufgebaut hat. Es gibt sehr viele Hundeschulen, aber achtet auf den jeweiligen Ruf. Hört euch im Bekanntenkreis um, fragt auf Facebook Leute in der Region nach Erfahrungen und scheut euch nicht, bei einem schlechten Bauchgefühl nach der ersten Stunde die Hundeschule zu wechseln!

Ein absolutes Tabu sollte Gewalt in jeglicher Form sein. Sicher lernen Hunde auch durch Schläge und Tritte zu gehorchen, aber sie tun es dann aus Angst. Solche Hunde haben keine Vertrauensbindung zu ihren Haltern und laufen Gefahr, aggressiv zu werden oder andere Verhaltensstörungen zu entwickeln. Wer sich nur so zu helfen weiß, schafft sich besser keinen Hund an – und auch bitte keine Kinder!

Habt auch keine Angst davor, Leute – gerade in der Hundeschule – anzusprechen, die ihren Hund so behandeln. Manchen ist es vielleicht nicht bewusst und gerade in der Hundeschule kann der Trainer mit eingreifen, korrigieren und so die Mensch-Hund-Beziehung vielleicht noch auf einen guten Weg bringen. Außerdem: Wegschauen bringt niemandem etwas. Es bestärkt die Leute nur in ihrem Fehlverhalten. Als soziale Wesen haben auch wir Menschen eine Verpflichtung, andere auf offensichtliches Fehlverhalten hinzuweisen.

Bei einem Tierheimhund ist die erste Anlaufstelle das Tierheim. Hier kann man euch Adressen von Hundeschulen geben, die z.B. mit dem Heim zusammenarbeiten. Ansonsten gilt auch hier: Holt euch Erfahrungsberichte und hört auf euer Bauchgefühl. Anders als bei der Menschenschule gebt ihr euren Hund nicht dort ab, sondern nehmt mit am Unterricht teil. Daher muss die Schule sowohl dem Hund als auch euch als Haltern zusagen.

Nicht vergessen:
Ihr legt die Regeln fest und seid dafür verantwortlich, dass sie eingehalten werden. Dafür gibt es jede Menge Tipps und Techniken, jedoch achtet darauf, auf Gewalt oder Strafen zu verzichten. Euer Hund versteht das sowieso nicht.

Ignoriert ihr ihn, schlagt ihn oder sperrt ihn weg, zerstört ihr nur das Vertrauen in euch und andere Menschen. Dass er irgendetwas falsch gemacht hat, kann er nicht begreifen. DIe Verknüpfung mit einem Ereignis, das länger als 1-2 Sekunden (!) her ist, findet nicht statt.

Somit ist eine Bestrafung nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch sinnlos. Also lasst es bitte!

Wenn euer Hund nicht auf’s Bett oder Sofa soll, dann lasst ihn da auch nicht rauf – auch nicht „nur abends“ oder „am Wochenende“. Das verwirrt ihn nur. Das gilt für alle Regeln und ist ein gutes Beispiel für „Konsequenz“: Regeln aufstellen und dran halten – Hund UND Mensch.

Ein Kind versteht irgendwann, dass es „ausnahmsweise“ mal etwas darf oder nicht darf, ein Hund wird diesen Unterschied nie begreifen. 

Wenn ihr diese einfachen Dinge beherzigt und euren Vierbeiner nicht nur als Zeitvertreib wenn ihr Langeweile habt seht, werdet ihr mit einer wunderbaren Beziehung belohnt, die auf Sicherheit, Vertrauen und Respekt beruht und euch viele schöne Jahre bescheren wird.

Im nächsten Teil befasse ich mich mit dem Thema Lernen.



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