Hunde und Menschen – eine Liebe mit Hindernissen – Teil 5

Teil 5 von 6 – danke für’s Durchhalten!

Das Thema heute lautet: Futter – Trocken, nass oder halbfeucht? Soll ich meinen Hund vegan ernähren? Was ist BARF?
Vor noch gar nicht allzu langer Zeit stellte sich diese Frage kaum. Man hatte maximal die Wahl zwischen Trocken- und Nassfutter. Dann kam irgendwann BARF dazu und der neueste Trend ist die vegane Ernährung von Hunden. Aber was tut dem vierbeinigen Familienmitglied denn wirklich gut?
Trockenfutter, Nassfutter oder halbfeuchtes Futter?
Alle drei Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.
Trockenfutter ist meist billiger, lässt sich gut lagern und auch mal zwischendurch als Leckerli verwenden. Hier muss man allerdings darauf achten, dass der Hund genug trinkt, da der Wassergehalt logischerweise recht gering ist. Zudem ist die Energiedichte recht hoch. Achtet bitte darauf, euren Hund nicht fett zu füttern und beachtet die Dosieranweisung (gilt aber auch für andere Futterarten).
Nassfutter wird von vielen Hunden bevorzugt, einfach weil es stärker riecht und die Konsistenz angenehmer ist als bei Trockenfutter. Dafür hat man Dosenmüll und zahlt teils deutlich mehr pro Ration.
Halbfeuchtes Futter soll eine Art Kompromiss darstellen. Es ähnelt dem Trockenfutter, hat jedoch einen höheren Feuchtegehalt und ist somit weicher. Dafür gibt es weniger Auswahl und der Preis liegt nochmal höher als bei Nassfutter.
Alle drei Futterarten sind für euren Hund geeignet!
Achtet darauf, welches er gerne frisst, ob er genug trinkt und erst dann, wie ihr damit zurechtkommt. Wichtigstes Kriterium sollte sein, dass hochwertige Inhaltsstoffe und wenig Füllmaterial enthalten ist. Auf der Zutatenliste seht ihrm wie viel von welcher Zutat in welcher Menge enthalten ist. Wenn ganz vorne „Getreide“ steht, lasst die Finger davon. Das ist nichts anderes als billiges Futter, das der Hund zwar frisst, aber meist nur, wenn er keine Wahl hat und welches nicht artgerecht ist! Hauptzutat sollte immer und mit Abstand Fleisch sein. Vitaminzusätze oder irgendwelche exotischen Superfoodpflanzen sind reine Werbemaschen, die eher für das Wohlbefinden des Halters sorgen sollen, als für die gesunde Ernährung des Vierbeiners.
Der Preis ist fast nebensächlich. Es gibt auch teures Billigfutter.
Vegane Ernährung beim Hund
Veganismus liegt im Trend. Nicht nur Menschen ernähren sich komplett frei von tierischen Produkten jeglicher Art, auch Hunde (und teils auch Katzen) werden auf diese Art und Weise gefüttert.
Wenn ich sowas sehe, wird mir ganz anders, besonders bei den Argumenten, die immer gerne vorgebracht werden.
Der Mensch kann sich – entsprechende Sorgfalt vorausgesetzt – durchaus vegan ernähren und damit leben. Gesünder oder nicht ist eine andere Frage, hier fehlen entsprechende objektive Langzeitstudien. Das soll auch jeder machen wie er will.
Tiere aber können es sich nicht aussuchen, wie sie sich ernähren wollen. Mehr noch: sie sind abhängig von uns Haltern, damit sie nicht verhungern. Sie werden also alles fressen, was wir ihnen vorsetzen, wenn sie nur hungrig genug sind oder sie keine Alternativen angeboten bekommen.
Biologisch ist der Mensch in der Lage, sich rein pflanzlich zu ernähren, auch wenn wir die erste Generation in der Menschheitsgeschichte sind, die dies auch im größeren Stil macht.
Beim Hund sieht das anders aus. Ein Hund ist ein Carni-Omnivora, also ein Allesfresser, der sich aber überwiegend von Fleisch ernährt, aber auch pflanzliches Futter verwerten kann.
Man beachte bitte das „kann“!
Er ist darauf ausgelegt, dass seine Hauptenergiequelle tierischen Ursprungs ist, um sich voll entwickeln und gesund bleiben zu können. Das mag manchen Leuten nicht gefallen, die ihre Lebensweise selbst anderen Lebensformen aufzwingen wollen, die sich nicht wehren können, aber es ist nunmal biologischer Fakt.
Hunde fressen draußen auch mal Gras. Dies dient der Verdauung und sie tun es nicht um satt zu werden.
Hunde fressen auch Getreide in Trocken- und Nassfutter. Dieses ist allerdings vorverarbeitet und dient als „Beilage“ und nicht als Hauptnahrungsquelle. Das sieht man gut bei Wölfen, die durchaus auch pflanzliche Nahrung zu sich nehmen und zwar die, die vorverdaut in den Mägen ihrer Beutetiere zu finden ist!
Es ist durchaus möglich, einen Hund vegan zu ernähren und ihn auch recht alt werden zu lassen. Das kann man auch mit Menschen machen, die man ans Bett kettet und nur mittels Nährlösung ernährt. Aber ist das artgerecht oder erstrebenswert?
Bei veganer oder vegetarischer Ernährung eines Hundes oder einer Katze ist es allerdings noch wichtiger, auf die Nährstoffe zu achten. Meist geht es dann nicht ohne entsprechende Ergänzungsmittel. Und das alles nur, weil man selbst für sich eine Entscheidung getroffen hat und einem nicht passt, dass die Natur ein Wesen hervorgebracht hat, dass sich hauptsächlich von tierischen Erzeugnissen bzw. Fleisch ernährt?
Wenn Halter ihre Hunde so umerziehen wollen, sollten sie sich besser nochmal Gedanken darum machen, ob sie reif genug sind, die Verantwortung für ein anderes Lebewesen zu übernehmen. Als Halter hat man die Verantwortung für das Wohlergehen seiner Fellnase – physisch und psychisch. Hunde sind auf uns angewiesen und wollen artgerecht behandelt werden.
Akzeptiert doch eure Vierbeiner so wie sie sind und versucht nicht, eure Wertvorstellungen auf sie zu projizieren. Gilt übrigens auch für die Ernährung von Kleinkindern oder Katzen.
Ja, es ist möglich. Aber nicht alles was möglich ist, ist auch gut!
BARF
BARF steht im Deutschen (mittlerweile!) für „biologisch artgerechte Rohfütterung“. Ursprünglich war die Bedeutung „Born-Again Raw Feeders“.
Der ursprüngliche Begriff zeigt den Gedanken, der hinter dieser Futter- oder eher Fütterungsart steht. Im Grunde ähnlich der Mentalität von Veganern, war und ist diese Methode eine Einstellungssache, die ebenfalls funktionieren kann.
Auch hier sollte man das „kann“ beachten!
Vorteil dieser Fütterungsart ist, dass es die wohl artgerechteste Form für den Hund ist. Aber genau wie bei der veganen Ernährung ist es sehr wichtig, darauf zu achten, dass es zu keiner Mangelernährung kommt.
Es gibt etliche Foren, Gruppen und Vereine, in denen sich BARFer austauschen und beraten und ich kann nur jedem raten, sich zunächst eingehend zu informieren, bevor darauf umgestellt wird. Am besten sprecht ihr euch mit eurem Tierarzt ab, um Probleme gar nicht erst aufkommen zu lassen.
Die Kosten beim BARFen sind recht hoch und auch hier wird viel mit Marketing gearbeitet.
Zum Schluss
Meine Hunde habe ich bisher stets mit Nassfutter gefüttert, Trockenfutter gibt’s zwischendurch oder als Mischung mit Nassfutter. Das ist dem Umstand geschuldet, dass Trockenfutter nicht so gut akzeptiert wurde – egal ob vom Aldi oder vom Fachgeschäft.
Auf Getreidezusätze verzichten wir mittlerweile wo es möglich ist, da unser Schika darauf sehr deutlich und reproduzierbar mit Blähungen und Durchfall reagiert. Veganes Futter werde ich nie einem Hund zumuten und BARF ist uns einfach nicht komfortabel genug, auch wegen der Risiken, wenn man etwas falsch macht.
Achtet bitte darauf, die Ernährung nicht abrupt zu ändern. Ein Wechsel von Trocken- auf Nassfutter von einem Tag auf den anderen wird euer Hund mit Verdauungsproblemen quittieren. Lasst euch einige Tage Zeit, wenn ihr umstellen wollt und erhöht nach und nach den Anteil an neuem Futter im Napf.
Dass kein rohes Schweiniefleisch verfüttert werden soll, Hunde durch zuviel Schokolade sterben können, Käse zu Blähungen führt und Leckerlis aus der Tagesfutterration rausgerechnet werden sollten, muss ich glaube ich nicht näher ausführen 😉
Nächste Woche folgt der letzte Teil „Urlaub mit Hund“.