Konsolenkrieg – Xbox Series X vs. Playstation 5 – Teil 1

Alle paar Jahre dasselbe: der „Konsolenkrieg“ zieht durch die Zockerwelt.

So richtig in Gang kam das alles 2013, als die derzeit aktuelle Konsolengeneration (Xbox One / Playstation 4) erschienen ist bzw. schon zu deren Ankündigung. Gegen das, was da los war, waren die Fan-Zwistigkeiten der Playstation 3 und Xbox 360 lächerlich.

Und jetzt geht das alles wieder los…

Ich habe immer am Rechner gezockt. Zuerst Pong am Atari, dann mit 6 Jahren am C64. Es folgte der C128, Amiga 500 und schließlich mein erster PC: ein 486 DX2-66, 8 MB RAM, 1 MB Tseng ET4000-W32i VLB Grafikkarte, Soundblaster Soundkarte und einer geradezu abartig großen 200 MB Festplatte. Alles gesteuert von MS-DOS 5.0 und Windows 3.1. Der Spaß hat damals – mit 15″ VGA-Monitor, Tastatur und Maus knapp über 4000 DM gekostet, allerdings war das Anfang der 1990er. Inflationsbereinigt umgerechnet wären das heute in etwa 3500 €. Die Konfirmation hat sich gelohnt 🙂

Spiele haben damals ca. 100 DM (ca. 70 €) gekostet, Konsolenspiele lagen mit um die 140 DM (ca. 100 €) deutlich drüber. Die Kopierer- und Crackerszene für Computerspiele hatte ihre Blütezeit, Konsolen waren einfach zu teuer und man musste die Spiele kaufen, was sich kaum ein Schüler leisten konnte. Jedenfalls nicht in der Zahl, die man sich immer wünschte.

Meine erste Konsole habe ich mir Ende der 1990er gekauft, als unsere lokale Videothek Final Fantasy VII in den Verleih nahm und das zusammen mit der Playstation 1. Ich war damals Auszubildender und habe mir von meinem Gehalt die Konsole samt Spiel gekauft, nachdem ich von diesem Teil der Spielereihe nicht mehr los kam.

Mein Hauptspielzeug blieb allerdings der PC, der stetig weiter aufgerüstet wurde. Die Playstation sorgte für Mehrspielerspaß vorm TV und natürlich dafür, dass ich Final Fantasy spielen konnte. Mir persönlich hat Final Fantasy VIII übrigens am besten gefallen bisher, auch wenn die meisten Spieler Final Fantasy VII als Lieblingsteil angeben. Hach, Rinoa …. 🙂

Es folgte irgendwann die Playstation 2, als die späteren Fortsetzungen für eben diese Konsole erschienen. Außerdem hatte man mit der PS2 gleich einen DVD-Player im Haus, die damals auch relativ teuer waren. Praktisch!

Ich wurde älter, die Prioritäten verschoben sich etwas und die Playstation (1 und 2) verstaubte immer mehr im Regal, während ich mich in die Weiten des Online-Gamings wagte. Asheron’s Call 2, EverQuest 2, World of Warcraft, Vanguard, Lord of the Rings Online… Zeitfresser ohne Ende, aber es hat Spaß gemacht. Nur blieb eben keine Zeit mehr für PC und Konsole. Das änderte sich erst einige Jahre später, als ich mir die Xbox 360 zulegte. Mir sagten die damaligen Exklusivtitel etwas mehr zu und auch die Einbindung ist das Microsoft-Ökosystem war ein Grund, warum ich mich für die Xbox entschieden habe.

Nach ein paar Monaten wuchs in mir der Drang, mir auch mal die Playstation 3 anzuschaffen. Immerhin gab es dort auch Exklusivspiele und im Gegensatz zur Xbox 360 auch Quiz- und Partyspiele. Also wurde die Playstation 3 gekauft. Final Fantasy war übrigens kein Grund, da die aktuellen Teile alle auch auf der Microsoft-Konsole erschienen und erscheinen.

Obwohl ich mit der Playstation quasi „aufgewachsen“ war, wurde ich allerdings nicht so richtig warm mit der PS3. Man konnte ohne Mehrkosten online spielen, aber das PSN war – wohl auch aus eben diesem Grund – überrannt von Leuten namens „Darklord667“ oder „AkillURmadda“, was es mir nicht gerade leicht machte, mich wohlzufühlen. Ich habe viel online gespielt, aber sowas hatte ich noch nicht erlebt. Egal, dafür hatte ich ja noch den PC. Doch nachdem die Exklusivspiele durchgezockt waren wurde mir klar, dass die Playstation 3 und ich keine Freunde werden würden. Das Trophäen-System war mir zu abstrakt im Vergleich zum Gamerscore-System der Xbox, der Controller war mir zu klein und unhandlich und es gab keinen Grund mehr, eine zweite Konsole im Haus zu haben, wenn man die Exklusivtitel, die einen interessiert haben durchgespielt hat.

Somit habe ich die Playstation 3 nach ein paar Monaten an einen Arbeitskollegen verkauft und die Xbox 360 behalten. Die Fan-Lager waren damals noch fast ausgeglichen und der Ton zwischen den „Fraktionen“ zwar angespannt, aber nicht feindselig. Mir war das auch egal – ich hatte Spaß und darum geht es ja auch im Grunde, oder?

Das änderte sich, als die Playstation 4 und die Xbox One angekündigt wurde. Das Debakel, das sich Microsoft bei den Ankündigungen, davor und auch danach geleistet hat, lastet bis heute auf dem Markennamen. Onlinezwang, kein Weiterverkauf gebrauchter Spiele, permanente Überwachung durch die Kinect-Kamera – es war nicht schön anzusehen, wie sich Zocker, Gamer, Spieler gegenseitig angegriffen, ja teilweise gehasst haben.

Wie wir in „Die Welle“ gelernt haben, ist Gruppenbildung und das Aufbauen eines Feindbildes recht einfach. Man muss nichtmal was tun. „Die anderen“ sind eben anders, deswegen sind sie böse oder zumindest nicht so gut wie man selbst. Egal ob Frankfurt/Offenbach, Wiesbaden/Mainz, Köln/Düsseldorf, BVB/Bayern München, Veganer/Normalesser – sie alle bilden Lager, Fraktionen, Gruppen. Und sie alle sind „besser“ als die jeweilige Konkurrenz. Da zählen auch keine Fakten mehr.

Das wird man nicht ändern können, denn es ist menschlich. Nur nimmt es eben manchmal Auswüchse an, die nicht mehr schön sind. Gerade in der heutigen Shitstorm-Gesellschaft kann man sehr gut beobachten, wie extrem und geradezu pervertiert das Gruppendenken gelebt wird. Im Grunde ist es schon Chauvinismus (-> der Glaube an die Überlegenheit der eigenen Gruppe) und es zählen nur die eigenen Argumente, auch wenn die Gegenseite (die Bösen) genau dieselben anführt.

Tunnelblick, Scheuklappen, Filterblase und Egozentrik in Verbindung mit geringer Erfahrung kann man seht gut bei allen Gruppenzwistigkeiten beobachten. Ein außerirdischer Forscher hätte seine wahre Freude bei der Beobachtung der Twitter- und Facebookschlachten, die „Fans“ und „Aktivisten“ untereinander austragen.

Ich habe mir 2013 übrigens zum Release die Xbox One geholt und später noch die Playstation 4 (Pro) – wieder wegen der Exklusivspiele, die mir aber wenig zugesagt haben. Uncharted fand ich super, Horizon Zero Dawn war auch sehr interessant, artete aber gegen Ende in einen Grind aus. God of War hat mich nicht gepackt und naja … das war’s dann auch. Zudem störte mich die hinterfotzige (ja, das habe ich wirklich geschrieben und meine es auch so) Art von Sony immer mehr.

Sony – und deren Fans – haben zu Recht auf Microsoft herumgehackt, als dieses unsägliche Vorstellungsevent lief. Es wurde so ziemlich alles an der Xbox One kritisiert und ins Lächerliche gezogen. Man konnte die interne Platte nicht ohne Weiteres tauschen? Lächerlich! Bewegungssteuerung? Lächerlich! Digitaler Vertrieb von Spielen, die man dann natürlich nicht weitergeben kann? Lächerlich!

Kann man verstehen. Allerdings hat Sony im Laufe der letzten Jahre all diese Funktionen, die zu Anfang „böse“ waren, selbst implementiert – und wurde dafür von den Fans gefeiert!

Es war ungerecht. Es war unfair. Es war hinterfotzig. Und die Masse begreift das nicht einmal. Der Slogan „This is for the players!“ hat da einiges geholfen und die Marketingabteilung von Sony hat von Anfang an Großartiges geleistet. Nur mag ich es eben nicht, wenn man sich auf Kosten anderer profiliert, nur um dann nach und nach genau dasselbe zu machen und sich als Wohltäter und „Spielerfreund“ darzustellen.

Sorry, so nicht. Die Playstation 4 Pro wurde eingetauscht – Game Stop sei Danke – gegen eine Nintendo Switch und es wird für mich keine Sony-Konsole (oder Handy, TV, Sonstiges) mehr geben. Ich vergesse Ungerechtigkeiten nicht, was mich sehr nachtragend macht. Aber es wird ja auch niemand zu irgendwas gezwungen 🙂

Nun schreiben wir das Jahr 2020, die nächste Konsolengeneration steht in den Startlöchern und ebenso wieder der „Krieg der Konsolen“.

Über das Microsoft-Event wurde hergezogen, das Sony-Event – das übrigens weniger Infos zur Konsole oder den Games lieferte als das Pendant von Microsoft einen Monat vorher – war dagegen „gut“. Wieder redet man Schwächen klein und stellt sie teils sogar als Stärken dar. Wieder vergleicht man Äpfel mit Birnen (Microsofts Vorstellung war eine Übersicht von 3rd-Party-Titeln und auch so angekündigt. Die Vorstellung der 1st-Party-Spiele kommt erst im Juli) und natürlich ist der neue Controller so innovativ wie nichts anderes. Teile anderer Controller kopieren kann auch innovativ sein. Irgendwie. Man muss es nur richtig verkaufen.

Doch Sony muss gar nichts mehr verkaufen. Sie haben mittlerweile – durch Microsofts eigenes Versagen, durch das Liefern von mehreren Steilvorlagen) – eine so große Verbreitung erreicht, dass sie sich diesmal zurückhalten können. Die Fans machen das schon ganz alleine diesmal – aktiv und umgehend nach der Veröffentlichung egal welcher News. Praktisch, so eine willige Riege von Fans. Kostenlose (An)Werbung und Publicity sowie garantierte Verkäufe. Ganz ernsthaft: Respekt! Davon träumt jedes Unternehmen.

Nur hat das nichts mehr mit Gaming zu tun, genauso wie Hooligans nichts mit Fußball zu tun haben und jegliche „-isten“ nichts mit der eigentlichen (meist sogar guten) Sache. Mich stoßen solche Menschen ab. Ich will mich nicht „bekehren“ lassen – weder zu irgendeiner Religion, noch zu einem bestimmten Essverhalten, politischem Denken oder eben zur „richtigen“ oder „falschen“ Konsole. Als Aspi bin ich da auch radikal und mache einen definitiven Schnitt. Einmal weg, immer weg.

Ich werde im nächsten Teil die Fakten gegenüberstellen. Meine Entscheidung steht schon seit Langem fest, aber ich finde es schade, wenn falsche Infos rumposaunt werden, nur damit man „seine“ Marke zum „Sieg“ führt. Das kann allerdings frühestens nach dem Äquivalenzevent zu Sonys 1st-Party-Pitch seitens Microsoft erfolgen – also im Juli.

Wir sind doch alle Zocker, Gamer, Spieler – warum muss man sich so angehen und sogar hassen? Warum will man freiwillig den „Krieg“ von Konzernen führen? Was hat man davon?

Wie gesagt: es ist menschlich, aber es ist nichts Gutes…

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