Hunde und Menschen – eine Liebe mit Hindernissen – Teil 7

Eigentlich sollte es nur 6 Teile geben, aber das Thema ist einfach viel zu komplex. Somit hier nun Teil 7, in dem es einleitend um Qual- bzw. Defektzuchten gehen soll.

Mich persönlich hat es schon immer gestört, wenn man sich Tiere – besonders Hunde – aus Mode- oder sonstigen egoistischen Gründen zulegt.

Auch in der Coronazeit gab es massig neue Hundehalter, weil die Menschen Langeweile hatten, sei es durch Kurzarbeit oder Home Office. Mit der Lockerung der Beschränkungen fiel diesen „Menschen“ dann auf, dass Hunde Arbeit bedeuten und die Tierheime konnten und können sich kaum retten vor wenige Wochen oder Monate alten Hundewelpen. Manche Tierheime haben deswegen sogar Welpenklappen eingeführt -> https://www.br.de/nachrichten/bayern/auf-den-hund-gekommen-welpenklappe-in-corona-zeiten,RzRB1v5

Das sind für mich keine verantwortungsvollen Menschen und ich frage mich, ob die mit ihren Kindern auch so umgehen. Wahrscheinlich, wenn man sich die Beschwerden mancher Eltern so anschaut, wenn sie auf ihre Kinder aufpassen sollen. Widerlich und traurig zugleich 😦

In die gleiche Schublade gehören für mich Leute, die sich bewusst und gezielt Hunde zulegen, die im Grunde nur Dekozwecken dienen und gar nicht mehr Hund sein können. Kurze Schnauzen und riesige Augen, am besten noch klein und pummelig – je mehr desto besser. Mops, Chihuahua, französische Bulldoggen sind hier wohl die bekanntesten Vertreter dieser Art.

Die Tiere leiden und da Hunde sehr lange brauchen, bis sie sich deutlich bemerkbar machen und dazu noch die Besitzer das verzweifelte Hecheln, die tränenden Augen und den unsicheren Gang eher niedlich finden statt es als Hilfeschrei zu erkennen, wird nichts dagegen getan.

Das ist krank und da kann man auch nicht diskutieren, wenn man Tiere mag. Oft kommen Ausreden wie „aber ich sorge doch für meinen Hund“ oder besser noch „dem gehts doch super, guck mal wie süß der schnarcht“.

Vermenschlichung at its worst.

Diese Leute sind keine Hundehalter, sie sind Tierquäler!

Wer einmal gesehen hat, wie die Tiere wirklich leiden und woran sie letztendlich gestorben sind, kann diese Menschen nicht mehr tolerieren.

Ich finde es schlimm und unverantwortlich, dass gerade in Zeiten von Instagram & Co. diese „niedlichen“ Qual- bzw. Defektzuchten so stark beworben werden. Leute holen sich kranke und leidende Tiere ins Haus, weil SuperMelli828 auch so einen hat und man ihm so lustige Sachen anziehen kann. Außerdem passt der in die vegane Handtasche und FoodWarrior666 hat gesagt, dass man ihn ruhig vegan ernähren kann!

Widerlich.

Also liebe Leser: klärt auf und sprecht mit den Leuten, die mit dem Gedanken spielen, sich einen solchen Hund zuzulegen. Macht ihnen klar, dass ein Hund Zeit braucht – viel Zeit! – und dass er kein Babyersatz oder Modeaccessoire ist und auch kein Wesen, dem man die eigene Ernährungsphilosophie aufzwingen kann und darf.

Hundehalter haben eine Verantwortung für ihren Vierbeiner, die viele Jahre andauert und auch mal etliche hundert oder tausend Euro kosten kann. Darüber muss (!) man sich vor (!) der Anschaffung im Klaren sein, sonst landen immer wieder Hunde in Tierheimen oder auf Rastplätzen – oder leiden still und „niedlich“ bis zu ihrem qualvollen Tod und der Erlösung aus einem schrecklichen Dasein als Spielzeug.

Herr Prof. Dr. Achim Gruber hat sehr schön ausgeführt und dargelegt, wie manche Menschen ihre Tiere zu Tode „lieben“, weil sie es entweder nicht besser wissen (wollen) oder es ihnen sogar gefällt, sich um zum Leiden gezüchtete Tiere zu kümmern -> https://magazin-forum.de/de/node/14132

Sein Buch „Das Kuscheltierdrama“ liest sich wunderbar. Aber Vorsicht: Tierfreunde macht es traurig und wütend…

I