Monat 3 n.C. (nach Corona) – Strand, wir kommen!

Endlich!

Die Reisewarnungen für die Niederlande sind aufgehoben, die Sommerferien noch nicht da und es ist Samstag – perfekte Voraussetzungen, um einen Tag am Strand, am Meer, auf unserer Bank zu verbringen ❤️

Wir sind um 6 Uhr aufgestanden, haben Schika, den Autorenhund und die drei Meerschweinchen (Doktor, Amy und Rose) versorgt. Dann Morgenroutine, eine Gassirunde mit dem Wuffel und um halb 8 ging’s los Richtung Nordsee!

Ganz ehrlich: es wurde wirklich Zeit. Ich persönlich komme recht gut damit klar, nur zuhause zu sein. Aber wenn man sonst jeden Monat ans Meer fährt, fehlt einem einfach was.

Die Fahrt war wie immer, sogar noch etwas entspannter, da die Autobahnen relativ leer waren.

Wir mussten natürlich wieder durch Belgien… das einzig Negative an der 3,5-Stunden-Fahrt. Belgien ist kacke. Ich fahre da seit vielen Jahren durch (weil ich muss) und es ist immer dasselbe: irre Raser und Drängler, miese und kaputte Autobahnen – Hauptsache sie sind beleuchtet 🤦🏼‍♂️ – und alle 3 Kilometer zerfetzte LKW-Reifen auf dem Seitenstreifen.

Dazu kommt noch, dass das Wetter in Belgien immer (!) mies ist und schlagartig besser wird, wenn man die Grenze zu den Niederlanden überquert… Scheinbar mag selbst das schöne Wetter Belgien nicht 🤷🏼‍♂️

Egal. Auch diese Kilometer gehen vorüber und es gibt ja Hörbücher, mit denen man sich ablenken kann. Dank Handy gibts auch kein CD-Springen mehr – ein Segen bei den miesen Autobahnen in Belgien.

Kurz hinter Antwerpen fährt man wieder in zivilisierten Gefilden und erreicht etwas später die Zeelandbrücke und schließlich Renesse.

Renesse kennt man wohl eher als Proll-Camper-Partyziel, doch wenn man sich mal etwas genauer umsieht, findet man etliche ruhige Plätze, an denen man in Ruhe lesen, schreiben und entspannen kann.

Natürlich mussten wir als erstes unsere Bank besuchen, die schon viel zu lange ohne unsere Hintern darben musste.

In Renesse gabs dann für den Hundepapa ein leckeres Pulled Pork Broodje (4€ vom örtlichen Metzger und ohne Gemüse 👍🏻)

Der Ort selbst war allerdings genauso bevölkert wie vor Corona. In den NL gibt es auch in den Geschäften keine generelle Mundschutzpflicht, aber auf Abstand wird geachtet. Zumindest von den Einheimischen.

Man erkennt sehr schnell und deutlich, wer als Tourist hier ist. Speziell Deutsche stechen da leider oft negativ hervor.

Regeln werden ignoriert, egal ob Parken, Abstand, Leinenpflicht. Selten hört man auch nur den Versuch, sich zumindest in Landessprache zu bedanken oder „Tschüss“ zu sagen. Und natürlich benutzen nur Touristen, Tour-de-France-60+Trainees und Kinder Fahrradhelme in den Niederlanden.

Für uns ist das jedesmal Grund zum Fremdschämen. Ich erachte es als selbstverständlich, dass ich meinem Gegenüber in seiner Sprache zumindest die einfachsten Höflichkeiten entgegen bringen kann. Immerhin bin ich Gast in seinem Land und habe mich anzupassen – nicht umgekehrt. Auch wenn die Niederländer sehr freundlich und zuvorkommend sind, kann man etwas Respekt zurückgeben, oder? Hallo, Danke, Bitte, Tschüss – das reicht schon, um nicht als totaler Touri angesehen zu werden, der erwartet, dass sich alles um ihn dreht. Manche vergessen das wohl im Urlaub 😔

Dann ging’s aber wirklich zum Strand, den Hund ins Meer lassen – ist ja immerhin ein Wasserhund – und naja… die Frau liest, der Hund buddelt und spielt an der 15-Meter-Leine und ich habe begonnen, diesen Artikel zu schreiben.

Nach knapp einer Stunde fuhren wir zum Supermarkt im benachbarten Burgh – mit Einlasswarteschlange – und danach noch in den Wanderpark.

Hier gibts auch Freilaufzonen für Hunde. Am Strand musste Schika ja angeleint bleiben, denn in der Hauptsaison dürfen Hunde nur vor 10 und nach 19 Uhr unangeleint am Strand laufen.

Im Wanderpark konnte der kleine Wuschel dann endlich laufen und toben. Das dortige Freilaufgebiet ist großzügig bemessen und es macht einfach Spaß, seine Fellnase so frei zu sehen. Allerdings gibt es weit und breit keine Mülleimer – lediglich am Ein- bzw. Ausgang auf dem Parkplatz wird man seinen Abfall los.

Wenn ihr euch vom Navi leiten lasst: Fahrt die Straße „Bosweg“ rein. Da kommt ihr direkt zum Parkplatz.

Achja: auf den Wegweisern wird euch nicht nur die jeweilige Wanderoute gezeigt, sondern auch, wann ihr euren Hund wieder anleinen müsst. Achtet da bitte drauf, denn in diesem Naturpark gibt es etliche freilaufende Wildtiere 😉

Alles in allem war es ein schöner Tag in einer wunderschönen Provinz (Zeeland) in einem offenen und freundlichen Land. Bis auf ein paar wenige Verhaltensregeln erinnerte uns nichts an Corona & Co. – es fühlte sich endlich wieder normal an und wir konnten zu dritt toll entspannen.

Jetzt gehts zum Abschluss nochmal zum Strand und ans Meer. Wer Meerweh hat, muss sich ordentlich verabschieden 🙂

Tot ziens!