Hunde und Menschen – eine Liebe mit Hindernissen – Teil 9

Im Sommer ist’s warm. Klar, sonst wäre es ja kein Sommer.

Entgegen aller Panikberichte ist das jedes Jahr so. Einzig der Zeitpunkt der Hitzewelle(n) variiert. Unseren Hunden sind die Details vollkommen egal – ihnen wird schneller (zu) warm als uns Menschen, nur können sie sich nicht äußern.

Hier sind wir gefragt, die Zeichen, die unsere Fellnase uns gibt, richtig zu deuten.

Schika hat besonders unter der „Saharahitze“ gelitten. Der arme Kerl bestand ja nur aus Locken und da Hunde nicht schwitzen können, war das doppelt schlimm für ihn. Meine Wenigkeit kann ebenso nicht mit Hitze umgehen. Ab 25°C wird’s bei mir kritisch, ich bin schnell gestresst und werde unleidlich.

Dass wir unterm Dach wohnen – auch wenn das Haus relativ neu und recht gut gedämmt ist – macht die Sache nicht besser. Hier in der Gegend weht zudem sehr selten ein frischer Wind. Da bin ich andere Gegebenheiten gewöhnt.

Ok, dafür habe ich kein Problem mit Temperaturen bis ca. -10°C. Dann wird’s doch etwas frisch und ich ziehe mir eine Jacke an.

Schika ist da ähnlich. Im Winter tobt er ausgiebig im Schnee und hat keine Ausfallerscheinungen wegen Kälte. Nur Sommer… das mag er nicht.

Ein Hund wie sein Herrchen 🙂

Unsere Spaziergänge haben wir auf die frühen Morgen- und die frischeren Abendstunden verlegt, damit sich der Kleine beim Toben nicht überanstrengt. Hunde folgen auch bei Hitze oft ihrem Instinkt und unser kleiner hyperaktiver Puschel rennt und hüpft selbst bei 35°C als gäb’s kein Morgen, was ihm natürlich nicht gut tut. Hier sind Herrchen und Frauchen gefordert, auf die Fellnase aufzupassen.

Hier müssen wir also aufpassen, dass er sich nicht überschätzt. Die Zeit draußen am Nachmittag, wenn die größte Hitze herrscht, haben wir entsprechend reduziert und die Wasserflasche ist ein unverzichtbarer Begleiter bei allen Gassirunden. Im Stadtgebiet bzw. allgemein beim Laufen auf Asphalt gilt natürlich der 7-Sekunden-Test: Handrücken 7 Sekunden auf den Untergrund legen. Wirds uns Menschen zu heiß, gilt das auch für die Hundepfoten und man sollte seinen Hund nicht über diese Wege führen.

Hunde schwitzen nicht und regulieren ihre Körpertemperatur durch Hecheln und über die Pfoten. Achtet also auf die Signale eures Hundes – auch wenn er sie (vermeintlich) ignoriert. Wenn er stark hechelt, ist ihm in aller Regel zu warm. Brecht den Spaziergang dann besser ab, gebt ihm Wasser und sorgt für eine kühle Umgebung. Ich weiß, dass das „normal“ ist, doch gibt es immer auch einige Leute, die meinen, dass ein Hund sich schon irgendwie meldet, wenn es kritisch wird. Leider stimmt das nicht. Wenn er anfangen sollte zu winseln, ist es meist schon zu spät bzw. kritisch. Ansonsten leiden Hunde (nicht nur) bei Hitze still.

Ganz schlimm finde ich es, wenn Leute bei dieser Hitze ihren Hund ans Fahrrad binden und so für Auslauf sorgen wollen. Spricht man sie darauf an, wird einem meistens entgegnet, dass der Hund doch mitläuft und es ihm Spaß macht. Dann schaut man sich die Fellnase an, die um ihr Leben hechelnd neben dem Bike sitzt oder liegt und fragt sich: was stimmt nicht mit diesem Herrschen bzw. Frauchen?!

Verwerflich, asozial, grausam, krank nenne ich alle „Menschen“, die ihren Hund bei Sonnenschein und Temperaturen weit jenseits der 20 Grad im Auto lassen. Bei direkter Sonneneinstrahlung wird es selbst bei 15-20 Grad Außentemperatur schnell unerträglich heiß im Fahrzeug. Meist ist das das Todesurteil für die Fellnase und oft zeigen die Halter kein Verständnis dafür, wenn Menschen den Hund befreien und/oder die Polizei rufen. Ich kann nur sagen: Wenn ich im Sommer einen eingesperrten Hund im Wagen sehe, zahle ich eine eventuelle (!) Strafe liebend gerne und ich werde alles tun, dass der Hund in liebevolle Hände kommt, weg von diesen Monstern, denen ihr Vierbeiner offensichtlich nichts wert ist!

Hecheln ist kein Zeichen für Spaß – der Hund will atmen und ebenfalls nicht überhitzen. Da Hunde nicht schwitzen können, hecheln sie. Und da Hunde ihrem Herrchen oder Frauchen gerne folgen und noch dazu ans Rad gebunden sind, laufen sie mit – bis zur Erschöpfung. Der Hund kann gar nicht anders! Diese Qual nennen manche Leute dann „Spaß“…

Wir haben unserem Schika letztens eine Gel-Kühlmatte aus der Zoohandlung gekauft, die ein wenig Abhilfe schafft. Bei Temperaturen über 30°C in der Wohnung bringt das jedoch auf Dauer nichts, auch wenn der Kühleffekt (für kurze Zeit) wirklich vorhanden ist.

Auch wenn es nur einige Tage bis maximal Wochen pro Jahr sind, in denen das Thermometer so hoch klettert, war es nun Zeit für eine Klimaanlage. Ein Split-Gerät wäre super gewesen, doch in einer Mietwohnung ist das in aller Regel nicht möglich. Also musste eine mobile Klimaanlage her, die natürlich fast alle ausverkauft waren.

Bei einem Händler wurden wir dann doch fündig und haben knapp 300€ für das Gerät und eine Fensterabdichtung (die warme Luft muss ja auch raus) ausgegeben. So konnten und können wir die Temperaturen in der Wohnung auch an so heißen Tagen unter 25°C halten, was es für Schika, Frauchen und mich erträglich macht.

Gelmatte, Kurzhaarfrisur und Klimaanlage sowie Spaziergänge vor (bzw. kurz nach) Sonnenauf- und nach Sonnenuntergang helfen uns allen dreien über die heiße Jahreszeit. Wenn es die Verpflichtungen zulassen, fahren wir auch gerne an die Nordsee, wo es allgemein etwas kühler und somit erträglicher ist.

Warten wir mal ab, wie sich der weitere Sommer entwickelt. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich bin für eine Temperaturhöchstgrenze von 25°C im Schatten und einer Abkühlung von 10°C in der Nacht, damit man durchlüften kann.

Sommerliche Grüße – genießt das schöne Wetter und passt gut auf euch und eure Fellnase auf!

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