Nierensteine sind toll – Teil 4

„Ja, alles gut. Die Schmerzen sind so gut wie weg. Ich bleibe heute Nacht hier und am Morgen schauen die nach, ob sich was getan hat. Nicht dass es doch noch der Blinddarm ist oder Komplikationen auftreten.“

Wir gehen nach draußen. Es ist kalt, immerhin haben wir Herbst, aber ich merke das nicht wirklich. Meine Frau plant die nächsten Stunden. Sie fühlt sich zu müde um mit dem Auto zurück zu fahren und will sich ein Taxi rufen.

„Sagst du bitte zwischen 7 und halb 8 meinem Chef Bescheid, dass ich im Krankenhaus bin und heute nicht kommen kann?“ bitte ich sie noch, während ich mir eine Zigarette anstecke und schlurfend den Weg zur Straße runter gehe. Ich vergesse, den Beutel hoch zu halten und der Infusionsschlauch färbt sich langsam rot. Das Rädchen zum Abklemmen der Zufuhr überfordert mich gerade intellektuell, wohl auch weil es nirgendwo einrastet. Ich beschließe, es so zu lassen. In ein paar Minuten bin ich sowieso wieder bei den Profis.

„Klar, mache ich. Ich fahre gleich mit dem Taxi heim, lege mich hin und stell mir den Wecker. Außerdem muss ich sowieso bei mir auf der Arbeit Bescheid geben, dass ich heute nicht komme. Ich habe da keinen Kopf für, wenn du hier liegst und ich nicht weiß, was los ist. Und dein Handy ist ja auch zuhause.“ sagt sie mir, während sie meinen Arm festhält.

Es tut gut zu wissen, dass jemand da ist, der sich sorgt, sich kümmert. Jemand, der es wirklich macht statt nur darüber zu reden. Ich vertraue ihr. Ohne sie wäre ich wahrscheinlich nicht mal hier.

Wir gehen wieder zurück, auch damit sie selbst mit der Ärztin sprechen kann, falls ich etwas vergessen oder verdreht habe. Immerhin bin ich durch die Schmerzmittel im flauschigen Land der Glückseligkeit – oder zumindest auf dem Weg dorthin.

„Danke. Ich bin so froh, dass ich dich habe, mein Herz.“ sage ich und küsse sie sanft.

Hoffe ich.

Wieder im Untersuchungszimmer mit der Liege klärt meine Frau die Details mit der Ärztin und ich frage nach einem Schluck Wasser, weil ich mittlerweile das Gefühl habe auszutrocknen.

Die Schwester richtet den Zugang gerade, dreht das Zufuhrrädchen am Infusionsschlauch wieder korrekt auf, hängt den Beutel am Gestell ein und verschwindet für einige Augenblicke, um mir kurz darauf drei Flaschen stilles Wasser aus dem Automaten zu bringen.

Eine Flasche muss sofort dran glauben, die zweite leere ich halb.

„Danke, das war nötig.“ sage ich zu ihr.

Sichtlich besser gelaunt (Novalgin gefällt mir immer besser) frage ich nach einer Zusammenfassung, was in den nächsten Stunden geplant ist.

„Wir haben ein Bett für Sie auf Station 6. Vorher trinken Sie bitte noch das Wasser. Wir nehmen Ihnen die Infusion ab, die Stationsschwester bringt Sie aufs Zimmer und wenn Sie aufwachen und auf Toilette müssen, benutzen Sie bitte dieses Sieb und füllen außerdem eine Probe in diesen Becher.“ erklärt mir die farbige Ärztin und drückt mir ein Pappsieb mit aufgedruckter Anleitung sowie einen Urinprobenbecher in die Hand.

Man lernt nie aus.

„Ok, das kriege ich hin.“

„Ich fahre dann gleich mit dem Taxi heim und komme wieder, sobald ich kann.“ sagt meine Frau, sichtlich müde und erschöpft, während sie mich stützt.

Sie nimmt die beiden Wasserflaschen und geht nach einer kurzen Verabschiedung vom netten Notfallpersonal mit mir zum Aufzug, der uns zu Station 6 bringen wird.

Auf der Station angekommen melden wir uns bei der Stationsschwester, die schon entsprechende Informationen erhalten hat. Sie bringt uns zum Zimmer, wo ich die restliche Nacht verbringen werde.

„Ich komme so schnell wie ich kann wieder zu dir, Schatz.“ sagt meine Frau liebevoll zu mir. Wir küssen uns zum Abschied und ich begebe mich in die Obhut der netten Schwester aus Osteuropa.

*Klick*

Es ist 4 Uhr morgens, aber in dem Dreibettzimmer ist es gerade Mittag geworden. Zwei nette ältere Herren liegen etwas verschlafen in den beiden äußeren Betten. Ich bekomme ansonsten nicht viel mit, lege mich einfach auf das mittlere Bett und drehe mich auf die Seite. Dass der Zugang noch in meiner Armbeuge liegt, ist mir zwar bewusst, aber in diesem Moment egal. Ich bin mit einem Mal unglaublich müde und das einfache Krankenhausbett erscheint mir unglaublich bequem. Die Schwester erklärt mir noch kurz, wie ich das Bett in alle möglichen Richtungen verstellen kann und verlässt dann das Zimmer. Mein linker Nachbar wundert sich: „Hat die jetzt das Licht in der Toilette angelassen?“

Ich fühle mich verantwortlich, schließlich bin ich der Grund, warum die beiden durch die subtile Vollflutlichtaktion der Schwester geweckt wurden, und stehe auf, um das Licht auszuschalten. Drei Schalter, drei Versuche. Nachdem ich eine etwas klägliche Diskolicht-Vorstellung gegeben habe schaffe ich es, alle Lichter auszuschalten. Im Dunkeln taste ich mich zu meinem Nachtlager zurück, lege mich wieder hin und schlafe innerhalb weniger Augenblicke ein. Endlich.

An eventuelle Träume kann ich mich nicht erinnern, als die Stationsschwester erneut die Tür mit einem netten „Guten Morgen!“, gefolgt von erneuter Lichttherapie für das Zimmer öffnet.

Das Aufwachen geht relativ langsam, denn wie mir ein Blick auf die Uhr zeigt, habe ich gerade erst zweieinhalb Stunden geschlafen. Mir fällt allerdings auf, dass ich keinerlei Schmerzen habe. Im Moment möchte ich allerdings nur noch etwas länger schlafen und halte die Augen geschlossen.

„Oh, der schläft ja noch. Naja, dann später.“ höre ich die Schwester noch sagen. Sie meint wohl mich, denn anschließend kümmert sie sich um meine beiden Zimmergenossen. Ich höre gar nicht mehr richtig hin und ver suche, wieder einzuschlafen. Starker Harndrang macht das allerdings etwas schwierig. Ich beschließe darauf zu warten, dass die Schwester wieder verschwindet und gehe anschließend zur Toilette. Ich weiß ja jetzt, welcher Schalter die passenden Lampen einschaltet, nehme mein Sieb und meinen Becher mit und schließe die Tür. Etwas wacklig auf den Beinen halte ich mit einer Hand den aufgeschraubten Becher und ziele mit der anderen Hand. Ich erinnere mich kurz an meine Musterung bei der Bundeswehr und die Worte der Ärztin dort: „Nicht ganz vollmachen!“

Damals habe ich das ignoriert, weil es auch nicht anders ging, aber heute halte ich mich an die Vorgabe aus der Vergangenheit. Halbvoll verschließe ich den Becher wieder und nehme das Pappsieb zur Hand. Ich habe ein paar Bedenken, ob das Ding dem Druck standhalten wird. Immerhin wollen gefühlte 78 Liter Flüssigkeit aus mir raus. Es schäumt recht stark, aber ich treffe. Jahrzehntelanges Zocken macht sich endlich bezahlt durch eine exzellente Hand-Auge-Koordination. Immer noch mehr schlafend als wach bin ich froh, nur eine Jogginghose und mein T-Shirt zu tragen. Ich gehe zum Waschbecken, da ich im Sieb selbst nichts sehe durch besagten Schaum. Ich komme auf die glorreiche Idee, das Sieb auszuspülen. Schaum löst man durch Wasser auf.

Stimmt auch, allerdings habe ich den Druck aus dem Wasserhahn etwas unterschätzt. Der Schaum ist weg, der Inhalt aber auch. Im Sieb ist nichts zu sehen, aber im Waschbecken sehe ich gelbe und bernsteinfarbene Steinchen, insgesamt 5 Stück. Drei recht klein, wie Sandkörner, zwei etwas größer, ich schätze so 2 Millimeter. Ich spüle sie weg, denn aufheben oder wieder ins Sieb packen – das schaffe ich in meinem Zustand nicht. Außerdem wurde mir nicht gesagt, dass ich die aufheben soll. Das Sieb wird im Mülleimer entsorgt und ich verlasse Toilette und Zimmer, um die Urinprobe an der Schwesternstation abzugeben.

Draußen fängt mich die Stationsschwester mit den Worten „Wo wollen Sie denn hin?“ ab. Ich zeige ihr den halbvollen Becher und erkläre, dass ich diesen abgeben möchte. Sie nimmt ihn entgegen und ich kann wieder ins Zimmer. Ins Bett. Endlich weiterschlafen.

Tell Me Why (Xbox One X)

Nach Life is Strange 2 ist nun das neue Adventure von DONTNOD erschienen und ich muss sagen: Es ist klasse!

Ich mag storybasierte Spiele und DONTNOD liefern wirklich gutes Spielematerial ab. Man muss sich auch in Tell Me Why am Anfang etwas einfinden, wird aber dann genauso in den Bann der Geschichte gezogen, wie bei den bisherigen Adventures.

Wurde in Life is Strange und dessen Nachfolger Before the Storm noch relativ behutsam kontroverse oder (leider immer noch) tabuisierte Themen angesprochen, wurde DONTNOD mit Life is Strange mutiger, indem sie ganz direkt die Auswirkungen von Rassismus in den USA behandelten – ohne Holzhammer und Schuldkeule, ohne Hass und Hetze. Daran sollten sich Viele ein Beispiel nehmen. Zumal der Release lange vor #BLM und dergleichen erfolgte.

Tell Me Why behandelt das Thema „Sexuelle Identität“ (mit allen Höhen und Tiefen) am Beispiel des Transgender „Tyler“. Es ist somit das erste Blockbuster-Spiel, das einen Trans-Charakter als Hauptfigur aufruft – und wieder schafft DONTNOD den Spagat zwischen Kontroverse und Mainstream.

Tyler und das Thema „Transgender“ werden wunderbar in das Spiel integriert. Es gibt erneut keine Moralkeule und Tell Me Why will einem nichts aufzwingen. Das Spiel nimmt einen behutsam an die Hand und stellt die Figuren und ihre Probleme, ihre Vergangenheit und ihre Erfahrungen in den Vordergrund, statt auf Besonderheiten herumzureiten, die eigentlich keine sein sollten. So geht Gleichbehandlung! Statt immer und immer wieder auf etwas hinzuweisen, wird hier eine Geschichte erzählt, die das Anderssein als normal darstellt. Ein dickes Lob von mir dazu!

Natürlich fehlt auch der übernatürliche Mystery-Teil nicht und Spieler der Life is Strange-Reihe finden sich sofort zurecht, egal ob es um Steuerung, Entscheidungen oder Sammelobjekte geht.

Die Beziehung der Hauptcharaktere – immerhin sind es Zwillinge – bildet die Basis für eine berührende Story, die zum Nachdenken anregt. Tell Me Why kann mit drei Kapiteln – und damit etwas weniger als die LiS-Spiele – aufwarten, erzählt jedoch in dieser vermeintlich kurzen Zeit sehr intensiv und schafft es, seine Botschaft zu transportieren, ohne das Spiel künstlich in die Länge zu ziehen. Und erst der Soundtrack … Ohrwurm-Garantie 😀

Kapitel 1 ist ab sofort erhältlich, Kapitel 2 und 3 erscheinen im Abstand von einer Woche, mit Teil 3 ist dann am 10.09.2020 das Spiel komplett. Man muss also nicht mehr Wochen oder Monate auf das nächste Kapitel warten. Hier hält DONTNOD Wort, denn sie wollten sich ja von der Stückelung abwenden und in Zukunft „komplette“ Spiele veröffentlichen.

Da DONTNOD sich mittlerweile als „Microsoft Game Studio“ bezeichnen kann, ist Tell Me Why für Xbox Game Pass-Inhaber ohne weitere Kosten spielbar – auf PC und Xbox. Dazu gibt es noch eine Steam-Version.

Schaut also mal rein, wenn ihr Life is Strange mochtet oder euch die Thematik zusagt. Ich jedenfalls kann es kaum erwarten, bis die anderen beiden Kapitel erscheinen – und dann bitte noch mehr solcher Spiele, DONTNOD! 😉

Nierensteine sind toll – Teil 3

Ok, so ist es also, wenn die Medikamente dorthin gelangen, wo sie hin sollen. Ich fühle mich wie in Watte gepackt, aber die Schmerzen werden erträglich. Ich stehe und halte mich an den Sauerstoffflaschen fest, immer drauf gefasst, dass ich gleich wieder erbrechen muss. Dies bleibt allerdings aus.

Ich schaue mir den Inhalt des Beutels etwas genauer an. Rosa-orange, warm, keine Bröckchen (und auch keine Möhrchen, obwohl sinst immer Möhrchen drin sind, egal ob man welche gegessen hat oder nicht). Meine Frau findet das eklig, aber ich finde es interessant. Die Schwester kommt wieder zu mir und weist mich an, mich hinzulegen. Ich teile ihr mit, dass stehen für mich wesentlich angenehmer ist. Schmerzen und so. Sie bleibt hart: „Legen oder setzen Sie sich jetzt bitte hin, sonst kann ich nicht weg. Sie schwanken ja. Es gibt hier noch andere Patienten!“

Im Geiste erwidere ich: „Dann verzieh dich, Spritzen-Else. Hättest du mir die Schmerzmittel vor 20 Minuten in die Blutbahn gepumpt und nicht in meinen ohnehin schon sehr mächtigen und imposanten Unterarmmuskel, müsste ich weder schwankend hier stehen, noch meinen Flüssigauswurf in einer Plastiktüte vor mir festhalten.“, sage aber: „Ok, ich setze mich. Die Schmerzmittel scheinen ja jetzt zu wirken.“

Sie nimmt mir meinen Plastikbeutel ab: „Ich gebe Ihnen mal einen neuen.“

„Aber der ist doch noch gar nicht voll!“ sage ich, während ich etwas wehmütig ob der Verschwendung zusehe, wie sie den Beutel zuknotet und in den Mülleimer neben dem Sitzplatz meiner Frau wirft. Ok, dann halt nochmal von vorne.

Aber die Übelkeit ist weg und die Schmerzen erträglich.

Die Ärztin kommt wieder um die Ecke, fragt mich wie es mir geht. Da sie wirklich nett ist, erwidere ich nichts Sarkastisches, sondern antworte ernsthaft: „Och, geht schon.“

Sie schaut mich etwas befremdet an, was ich nicht ganz einordnen kann, und sagt: „Dann legen Sie sich bitte hin, ich hole die Chirurgin noch dazu, wir machen dann eine Ultraschalluntersuchung,“

Ich lege mich hin und schon werden die Schmerzen wieder stärker. Dennoch bleibe ich liegen, es muss ja mal weitergehen. Meine Frau ist unglaublich besorgt und ich fühle mich unwohl bei dem Gedanken, dass Sie mich so sehen muss. Es ist toll, dass sie hier ist, aber so direkt macht es sowohl sie als auch mich fertig.

„Schatz, wartest du bitte vorne? Dann kann ich mich hier auf mich konzentrieren und muss nicht noch daran denken, wie es dir geht, wenn du das alles sehen musst. Ich liebe dich.“

Sie versteht es – tolle Frau! – und sagt kurz der Schwester Bescheid, bevor sie sich draußen in den Wartebereich setzt.

Ich liege mit geschlossenen Augen auf der Liege, froh darüber, dass die Infusion funktioniert und jetzt endlich jemand untersuchen kann, was denn hier eigentlich los ist.

Ein Wagen mit Monitor und vielen Kabeln wird hereingefahren und die blonde Ärztin von der Rezeption kommt mit der farbigen Kollegin zu mir. Sie reden kurz über den bisherigen Hergang und ohne weitere Umschweife beginnt die Ultraschalluntersuchung.

Ich machs kurz: Es ist ein Mädchen!

Nein, Quatsch, Aber es fühlte sich so an wie man denkt, dass sich eine Ultraschalluntersuchung anfühlt. Tonnenweise Kontaktgel verteilt auf meinem mächtigen Leib, ein kaltes Schallkopfding wird über die schmerzenden Bereiche geführt, wobei „geführt“ zaghaft umschrieben ist. Sie hat gedrückt, als wäre ich eine Zahnpastatube, aus der der letzte Rest unbedingt noch rausgeholt werden muss – das wars.

Als sie an der rechten Seite, direkt unterhalb der Rippen auch so fest aufdrückt, merke ich, dass die Schmerzmittel zwar schon wirken, aber noch nicht so umfassend, wie ich mir gewünscht hätte. Durch den Druck wird der Schmerz wieder sehr (!) präsent und ich bin dankbar, dass ich einen neuen Plastikringübergebungsbeutel bekommen habe.

„Ich würde mich jetzt wirklich gerne mal aufsetzen bitte.“ ächze ich.

„Ja, dann setzen Sie sich kurz auf.“ sagt die Blondine wie beiläufig. Dankbar setze ich mich und stehe dann sogar auf, da Sitzen nicht viel Linderung bringt.

Ich höre wie durch einen Dämpfer wie sich die beiden Ärztinnen unterhalten. Scheinbar sind es schonmal keine Gallensteine und der Blinddarm ist es höchstwahrscheinlich auch nicht. Da meine Plauze trotz Abnahme immer noch recht prominent ist und mich und meine Innereien sehr gut schützt und abschirmt, scheint Ultraschall nicht so gut durchzukommen. Dies ist wohl auch der Grund, warum die nette Dame doch recht stark auf mir rumdrücken musste. Ich bin niemandem böse, ich bin bereit, alles zu tun was notwendig ist, damit das hier endlich aufhört.

Die beiden wägen ab, ob ein CT nicht sinnvoller wäre, um eindeutig zu klären, was genau mit bzw. in mir nicht stimmt. Allerdings hat das Krankenhaus kein CT und auch keine Urologie, was nicht hilfreich ist, wenn es darum geht, das Thema „schnell“ zu erledigen.

„CT muss nicht sein, können wir nicht erst etwas Einfaches abklären?“ frage ich.

Die Schmerzen werden weniger und im gleichen Maße ich mutiger.

„Wir können Sie auf Station legen und am Morgen schauen, wie die Lage ist. Vielleicht sind es Nierensteine, die dann abgehen. Wenn nicht, überweisen wir Sie an die Urologie.“ schlägt die farbige Ärztin vor.

Ich frage, ob man mir eventuell eine Dosis Propofol in den Infusionsbeutel geben könnte. Ich mag das Zeug seit meiner Darmspiegelung. Dann dürfen die Leute auch gerne alles mit mir anstellen was sie wollen. Leider wird meine Bitte nicht ernst genommen.

„Darf ich kurz raus zu meiner Frau und ihr Bescheid sagen, dass ich hier bleibe?“ frage ich, was mir gerne gestattet wird. Ich nehme den Medikamentenbeutel vom Haken, halte ihn hoch und gehe etwas wacklig in den Wartebereich zu meiner Frau.

„Schatz! Alles gut?“ fragt sie besorgt.

The Station (Xbox One X)

Ja, ich mag solche Spiele wirklich.

The Station ist ein Adventure, gespielt in der Ego-Perspektive und angesiedelt auf einer verlassenen Raumstation. Ähnlich wie bei Tacoma soll man herausfinden, was an Bord der Station passiert ist, wo die Crew abgeblieben ist und was es mit den neu entdeckten Aliens auf sich hat.

Tacoma hat meiner Meinung nach ein besseres Ergebnis abgeliefert. The Station wirkt etwas steriler, die Crewmitglieder wollen nicht so richtig „an mich“, bleiben mir etwas zu blass. Dafür gibt es einige nette Gruselelemente, die Stimmung ist beklemmender.

Daran hab ich wieder mal gemerkt, dass ich alt werde ;)Während ich noch vor 5 oder 10 Jahren Filme wie Insidious (den ersten Teil kann ich nur empfehlen) oder auch Wrong Turn, The Cabin in the Woods, Grotesque und Martyrs richtig genossen habe, merke ich doch, wie diese Art Film mir nicht mehr zusagt und ich mich unwohl fühle. Gleiches gilt für Spiele, die mit Schreckmomenten arbeiten – auch wenn es nur wenige sind und keine Gefahr für die Spielfigur droht. Naja. Alles hat eben sein Ablaufdatum…

Ich weiß noch, wie ich den spielbaren Teaser zu dem nie erschienenen Spiel „Silent Hills“ (damals noch auf der PS4) heruntergeladen, gestartet und schnellstens wieder ausgeschaltet hatte. Ich konnte das nur zusammen mit einem Freund spielen, die Atmosphäre war einfach zu gelungen. Wer mag, hier ein Video: https://www.youtube.com/watch?v=fSp0EjvcmyI

So wie den Mädels in dem Video ging es mir damals auch – und heute ist’s noch schlimmer bei mir 😀

Das aber nur am Rande.

Grafisch ist The Station ganz in Ordnung, die Steuerung ist allerdings etwas schwammig und wirkt indirekt. Da es kein Actionspiel ist und die (einfachen) Rätsel dadurch nicht behindert oder erschwert werden, lasse ich das durchgehen. Die grausige und fast schon dilettantische Übersetzung der deutschen Texte (wer verbricht sowas eigentlich? Schulabbrecher?) sollte man aber weglassen und das Spiel auf Englisch spielen, wenn man kann. Das hätte selbst Google Translate besser geschafft, doch da ist The Station leider kein Einzelfall. Vielleicht sind das die Auswirkungen von „Schreiben nach Gehör“…? 😉

The Station ist dennoch ein interessantes Spiel mit einem netten Ende. Es ist allerdings auch sehr kurz, wartet also besser drauf, bis das Spiel (nochmal) im Angebot ist oder vielleicht in den Microsoft Game Pass kommt. Ich habe hierfür im Summer Sale keine 5€ gezahlt, aber viel mehr würde ich auch nicht dafür ausgeben wollen, es ist einfach zu schnell durchgespielt.

In Zeiten von tonnenweise Battle Royale, dem 5823. FIFA und einer Schwemme von irgendwelchen Pixel-Indie-Roguelikes nimmt man aber jedes Spiel, was zumindest etwas Story verspricht. Ich frag mich, wann oder ob sich daran nochmal was ändert.

Kranke Welt – Kindesmissbrauch – Teil 3

Die Debatten reißen nicht ab, aber der große Aufmerksamkeitsschub in den Medien ist vorbei. Dabei darf dieses Thema nicht wieder in der Versenkung verschwinden, wo es die letzten Jahre und Jahrzehnte bereits war! Deswegen werde ich weiter darüber schreiben und nicht wie viele Politikerinnen und Parteien nur darüber reden, wenn man gezwungen wird – sei es durch spektakuläre Fälle, Shitstorms, weil man gegen Strafverschärfungen ist (und lieber alles wegdiskutieren will…) oder Petitionen, die man dennoch ignoriert so lange man kann!

In diesem Artikel möchte ich zeigen, was Pädophilie eigentlich ist und wo meiner Meinung nach der Denkfehler bei vielen Therapieansätzen liegt.

Was ist eigentlich Pädophilie?

Pädophilie ist eine sexuelle Präferenz und bezeichnet das primäre sexuelle Interesse an vorpubertären Kindern. Diese Vorliebe kann ein Pädophiler oder eine Pädophile genauso schwer ablegen oder „wegtherapieren“, wie eine Person, die eine Vorliebe für bestimmte Haarfarben oder Körpermerkmale hat.

Pädophilie ist heutzutage in so ziemlich allen Ländern der Welt verboten und geächtet, auch wenn sich viele Länder damit recht lange Zeit gelassen haben. In Deutschland flammt immer mal wieder der Versuch auf, Pädophilie zu legalisieren oder zu entkriminalisieren. Meist erfolgt dies geschickt und mainipulativ „durch die Hintertür“, so dass die Befürworter/innen stets einen Fluchtweg in Reichweite haben, sollte ihnen jemand auf die Schliche kommen. Ein interessanter Artikel, der einiges davon zusammenfasst, findet ihr hier: https://www.dijg.de/paedophilie-kindesmissbrauch/normalisierung-allianzen-lobby/

Therapie – bringt das was?

Man muss also im Hinterkopf behalten, dass Pädophilie (ich verwende diesen Begriff weiter, weil er sich in der Gesellschaft eingeprägt hat) eine Störung ist, so wie es viele Störungen gibt. Es gibt auch Menschen, die drauf stehen, wenn ein Mensch stirbt oder vergewaltigt wird. Das alles sind Vorlieben, die tief in einer Person verankert sind und die niemals verschwinden werden.

Die entsprechenden Menschen leben mit dieser Vorliebe Jahre und Jahrzehnte und Therapien müssten mindestens so lange durchgeführt werden, die Routinen über diesen Zeitraum aufgebrochen werden, damit sie nachhaltig wirken. Das ist nicht praktikabel.

Somit werden bei Täterinnen und Tätern weiterhin Therapien verordnet, die über Wochen oder Monate laufen und anschließend eine enorm hohe Rückfallquote aufweisen. Die Therapeuten sind beschäftigt, die Täterinnen und Täter kommen frei oder erhalten Straferleichterung und die Politik kann sagen „Wir tun doch was und sind human dabei.“ – eine Win-Win-Win-Situation…

Seit einiger Zeit gibt es die Initiative „Kein Täter werden“, die Pädophilen helfen soll, gar nicht erst straffällig zu werden. Im Prinzip ist das sogar eine gute Idee, allerdings wurde alles daran so weichgespült, dass es niemandem etwas bringt, im Gegenteil: https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/heftige-kritik-an-paedophilen-ambulanz-100.html

Diese Initiative, diese Anlaufstellen können helfen, und zwar den Leuten, die noch nicht straffällig geworden sind, Angst haben, straffällig zu werden oder anderweitig „passiv“ pädophil sind (wie gesagt, ich nutze hier nur diesen Begriff und differenziere durch Erläuterung). Sie setzt auf Eigeninitiative, Freiwilligkeit und dergleichen.

Das wäre in etwa so, als würde man potenzielle Mörder oder Diebe auffordern, sich zu melden, wenn sie den Drang verspüren, jemanden umbringen oder beklauen zu wollen.

Meldet sich dann eine solche Person, wird schnelltherapiert, diskutiert, geredet, gelacht, geweint … und das war’s. Denn diese Anlaufstellen setzen wie gesagt auf Freiwilligkeit. Ohne Einverständnis der dort vorstellig werdenden Person passiert gar nichts. Meiner Meinung nach kostet diese Initiative nur Geld und dient bestenfalls als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Sozialpädagoginnen und als Projekt, mit dem man vorgeben kann, etwas zu tun. Irgendwas. Egal ob sinnvoll oder nicht.

Wie muss man differenzieren?

Nicht jeder Pädophile wird straffällig, vergeht sich an Kindern. Natürlich nicht. Es ist kein Zwang, keine Sucht – jedenfalls nicht mehr als andere Sexualneigungen auch. Deswegen muss man ganz klar differenzieren, auch wenn die Begrifflichkeiten selbst unter Sexualwissenschaftlern nicht ganz eindeutig geregelt sind. Hier setzen ja auch die Gegnerinnen der Strafverschärfung in der Politik an – man könne dann nicht mehr zwischen „leichten“ und „schweren“ Missbräuchen unterscheiden….

Das Problem bei Pädophile ist allerdings, dass es Leid verursacht, selbst wenn man „passiv“ ist und bleibt. Denn hinter jedem Video, jedem Bild stehen echte Kinder, Frauen und Männer, die diese produzieren, darauf und darin agieren, missbrauchen und vergewaltigt werden. Diese Bilder sind Zeugnis von Leid und Gewalt, die Schicksale dahinter sind real, wenn auch nicht wirklich greifbar für die Konsumentin/den Konsumenten.

Habe ich die Vorliebe für eine bestimmte Hautfarbe, Haarfarbe, Statur und dergleichen und schaue mir entsprechende Videos oder Bilder an, so handeln die dort gezeigten Personen in aller Regel freiwillig. Sie sind erwachsen und damit mündig.

Kinder in vergleichbaren Medien sind eben nicht erwachsen und nicht mündig. Es wurde für sie entschieden, was sie tun müssen und sie wurden – direkt oder indirekt – dazu gezwungen. Selbst bei sogenanntem NN-Material (Non Nude) ist dies der Fall. Dort werden Kinder nicht nackt dargestellt oder vergewaltigt, doch werden sie in erotischen, aufreizenden und eindeutig-zweideutigen Posen präsentiert. So hofft man, der Strafverfolgung zu entgehen – wieder eine Ausrede. Und die Gesetzgebung stärkt diesen TäterInnen den Rücken.

Für mich gibt es keinen Unterschied zwischen Kindersexvideos und Snuff-Filmen.

So lange konsumiert wird, wird es Nachschub geben. Die Nachfrage ist ja da. Deswegen ist die Differenzierung zwar wichtig, die Grenzen jedoch fließend in Bezug auf die Konsequenzen für die Opfer! Diese leiden nämlich – egal ob man physisch Hand an das Kind legt oder „nur“ an sich!

Was kann man also tun?

Die Augen offen halten!

Hört sich einfach an, ist aber recht schwierig – gerade in der heutigen Zeit. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich entsprechendes Material zu besorgen oder Kinder zu missbrauchen und es zu verschleiern, dass einem schwindlig werden kann.

Die Bandbreite reicht vom Darknet (was ja immer wieder als Hauptquelle genannt wird), über das „normale“ Internet (WWW), Mailinglisten, Usenet, WhatsApp, Snapchat, TikTok bis hin zu klassischen Videos/CDs, die gar nicht online auftauchen.

Man muss am Ursprung, an der Basis anfangen. Hier sind wirklich ALLE gefragt: Nachbarn, Freunde, Verwandte, Bekannte. Jeder hat die Möglichkeit, genau hinzuschauen und jeder hat meiner Meinung nach auch die Pflicht dazu!

Kein Täter, keine Täterin kann über Jahre unentdeckt Kinder missbrauchen, vergewaltigen, schänden, filmen, fotografieren, verkaufen ohne dass es irgendwer merkt. Bei so ziemlich jedem an die Öffentlichkeit gebrachten Fall gibt es hinterher zig Leute, die etwas geahnt oder „schon immer gewusst“ haben wollen. Warum haben sie nichts gesagt?

Sicher, es gibt auch oft genug Fälle wie z.B. Lügde, wo Hinweise von Vätern und Müttern bei den Behörden eingingen und dennoch nichts passiert ist. Doch gibt es weitaus mehr Fälle, wo niemand seine Klappe aufmacht.

Meist aus Angst, man könne sich unbeliebt machen oder aus der Denkweise heraus, dass man sich nicht in die Angelegenheiten anderer Leute einzumischen hat. Vielleicht blendet man sowas auch aus, weil es einem zu abstrakt erscheint. Sowas passiert ja nur den anderen, in anderen Städten, Dörfern, Ländern. Den leben Nachbarn, die immer so nett grüßen, traut man das einfach nicht zu und somit ignoriert man eben alle Warnzeichen.

Dafür habe ich kaum Verständnis! Denn Leute, die wegschauen, ihre Zweifel für sich behalten und noch nicht einmal nachfragen, sind in meinen Augen MittäterInnen und gehören genauso bestraft wie die „HaupttäterInnen“!

Zu jeder Person, die ein Kind auf einem Video vergewaltigt, gehört mindestens eine weitere, die filmt, etwas ahnt, Räumlichkeiten organisiert oder das alles einfach toleriert, dem Kind nicht glaubt oder aus sonstigen egoistischen Gründen nicht interveniert.

Also: Haltet die Augen offen! Wenn euch etwas seltsam vorkommt, fragt nach! Es tut niemandem weh, wenn man den Jungen oder das Mädchen beiläufig fragt, ob alles in Ordnung ist und dann genau (!) auf seine/ohre Reaktion achtet – gerade wenn man das Kind schon länger als Nachbar kennt ist das eine gute Methode und kein Aufwand! Man kann auch genau hinhören – man muss nicht ausspionieren! – und die Eltern ansprechen.

Ein wenig Fingerspitzengefühl gehört sicherlich dazu, doch es gibt so viele Menschen, die das Schreien von Kindern ignorieren, die Fenster schließen und den TV lauter drehen, damit man es nicht hört.

Es ist NICHT normal, wenn jeden Tag gebrüllt wird!

Es ist NICHT normal, wenn ein bisher fröhliches Kind immer stiller wird!

Es ist NICHT normal, wenn ein Kind plötzlich aggressiv wird!

Kinder sagen viel, aber sie sagen auch oft die Wahrheit. Erwachsene sind es, die den Kindern „zu viel Fantasie“ andichten, obwohl es nur Erlebnisse sind, die die Erwachsenen eben nicht hören wollen.

Hört hin! Passt auf! Missbrauch passiert nicht „irgendwo“ – Missbrauch passiert in jedem Ort, in jeder Gegend, in allen Gesellschaftsschichten und das jeden Tag und sogar hauptsächlich dort, wo man es nicht erwartet: in der Familie!

Nachtrag: Die am Anfang genannte Petition wurde zwischenzeitlich nach langem Kampf der zuständigen Ministerin übergeben, die sich „nach der Sommerpause“ weiter damit beschäftigen will.

Zockerleben im Juli 2020

Juli. Sommer. Warm. Die Lust zum Zocken hielt sich bei mir in Grenzen, aber natürlich bleibt die Xbox nicht lange ausgeschaltet – auch wenn die Arbeit als Autor im Juli nicht wenig Zeit in Anspruch genommen hat.

Weitere Infos zu den Achievements findet ihr auf www.trueachievements.com

Destroy All Humans

Einer von zwei Neukäufen diesen Monat. Die Ur-Xbox-Version gab’s zwar im Juni kostenlos via Games with Gold, aber das Remaster musste ich mir einfach holen. Als Außerirdischer die Menschheit auslöschen, infiltrieren und Chaos verbreiten lockert doch sehr das Gemüt auf. Die Story kann man vernachlässigen, dafür macht das Spiel aber auch ohne diese genug Spaß. Allerdings waren 40€ doch etwas teuer. Wer auf aufgebohrte Grafik und bessere Synchronisation sowie Achievements verzichten kann, kann ruhig die Ur-Version spielen.

Lego Marvel Super Heroes 2

Neukauf Nummer 2. Gab’s im Angebot für 20 € inklusive aller DLCs. Eigentlich hatte ich von Lego Marvel XYZ die Schnauze voll, nachdem mir das Handling und die grottige Storyführung von Lego Marvel Super Heroes 1 so gar nicht zugesagt hatten, aber bei dem Preis konnte ich nicht anders, als der Reihe noch eine Chance zu geben. Die Story ist ganz nett, aber im Grunde irrelevant. Es gibt wie immer jede Menge Kleinkram zu erledigen und unzählige Charaktere aus dem Marvel-Universum zu sammeln (und zu spielen). Dabei liegt der Fokus klar auf den Comics, nicht auf den Filmen. Wer also schon immer mal mit Horus oder Triton Cosmo in Knowhere besuchen wollte, kann dies hier tun. Teil 1 habe ich noch in der Cloud und werde mich wohl im August nochmal daran versuchen 😉

The Witcher 3

Zum x-ten Mal angespielt, wieder nix, deinstalliert. Diesmal für immer. Weitere Details hier: https://autorenhund.blog/2020/07/15/the-witcher-3/

Wolfenstein Youngblood

War bzw. ist im Game Pass, somit musste ich mir das Spiel nicht kaufen. Das hätte ich allerdings sowieso nicht gemacht. Es gibt sehr wenige Shooter, die mir zusagen und Wolfenstein Youngblood gehört definitiv nicht dazu – zumindest nicht auf Konsole mit Controller. Warum bekommen es so wenige Entwickler hin, eine vernünftige Konsolensteuerung zu implementieren? Abgesehen davon hatte die Story am Anfang durchaus interessante Aspekte, aber der Spielspaß stellte sich bei mir nicht nur nicht ein, sondern das Spiel entfernte mich mit jeder Minute weiter davon. Dass WY nur zensiert vorlag, war dabei noch nichtmal das größte Manko. Es spielte sich einfach nicht gut, es kam kein Feeling rüber, wie man so schön sagt.

Warum ist es am Rhein so schön?

Diese Frage aus dem entsprechenden Volkslied kam mir neulich in den Sinn, als wir – meine Frau, Schika und ich – via Landstraße am Rhein entlang gefahren sind, auf der Suche nach einem ruhigen Fleckchen Erde, wo der kleine Wuffel mal wieder seinen Wasserjieper ausleben kann. Es gibt sehr viele kleine Ortschaften entlang des Rheins und wenn man mal die Ballungsgebiete rheinaufwärts hinter sich gelassen hat, findet man alle paar Kilometer passende Plätze zum Ausruhen, Spazierengehen und Entspannen.

Nur knapp 40 Minuten von uns entfernt wurden wir dann auch wieder fündig. Wir sind ja öfter unterwegs, daher kennen wir schon einige Stellen in der näheren Umgebung und haben diese entsprechend ausgelassen.

Da das Navi stets angeschaltet ist, war die Parkplatzsuche auch kein Problem. Wir sind einfach gefahren und haben geschaut, wo es schön ist und nicht zu viele Menschen versammelt sind. Immerhin bedeuten viele Menschen auch, dass man besonders auf seine Fellnase achten muss. Wir sind aber auch so gerne „unter uns“ 🙂

Temperaturen jenseits der 30 Grad waren nicht wirklich schön, aber am Fluss war es auszuhalten. Bäume für den Schatten und Bänke waren vorhanden und man konnte gemütlich an und in den Rhein gehen, sich die Füße und Pfoten abkühlen und zuschauen, wie die Schiffe vorbeifahren.

Dass Schika ein Wasserhund ist, fällt uns immer wieder auf. Sobald er ein größeres Gewässer irgendwie wahrnimmt, wird er aufmerksam und macht deutlich, dass er es kaum erwarten kann, endlich wieder im Wasser zu spielen, zu schwimmen und zu plantschen. Das ist auch so, wenn wir in die Niederlande nach Zeeland fahren: Sobald er das Meer wahrnimmt, wird er ganz ruhig und aufmerksam, schaut aus dem Fenster und betrachtet das Wasser und die Wellen. Besser als jedes Navi 😉

Kaum waren wir am Rhein, war der kleine Kerl kaum zu halten. Ab in die Fluten, so weit es die Leine zuließ. Ohne Leine ist ein Bad im Fluss zu gefährlich und mit der Energie, mit der Schika losgeprescht ist und dann auch gar nicht mehr aus dem Wasser kommen wollte, hätte er vermutlich versucht, bis ans andere Ufer zu schwimmen.

Wasserscheu ist jedenfalls anders. Auch letztes Jahr am Chiemsee, wo er frei schwimmen konnte, haben wir das gesehen. Schika schwimmt wirklich gut und sehr gerne, aber wie Hunde so sind, kann er sich seine Kraft nicht einteilen. Hunde schwimmen bis sie nicht mehr können und wir waren natürlich jederzeit bereit, unseren vierbeinigen Freund zu retten, sollte er es nicht mehr schaffen. Die Schleppleine ist also immer mit dabei, auch wenn’s am See natürlich etwas anderes ist als an einem Fluss.

Die nächste Hitzewelle steht an und da es so kurzfristig für’s Wochenende keine Ferienwohnung o.ä. gibt, die Hunde erlaubt, am Wasser liegt und in maximal 3 Stunden mit dem Auto erreichbar ist, werden wir wohl die Erkundungstouren entlang des Rheins ausweiten. Es gibt immer irgendwo ein ruhiges Fleckchen Erde mit Zugang zum Fluss 🙂

Wohin fahrt ihr, wenn ihr mit eurem Hund ans Wasser wollt? Ich freue mich auf Anregungen und Vorschläge 🙂