Kranke Welt – Kindesmissbrauch – Teil 3

Die Debatten reißen nicht ab, aber der große Aufmerksamkeitsschub in den Medien ist vorbei. Dabei darf dieses Thema nicht wieder in der Versenkung verschwinden, wo es die letzten Jahre und Jahrzehnte bereits war! Deswegen werde ich weiter darüber schreiben und nicht wie viele Politikerinnen und Parteien nur darüber reden, wenn man gezwungen wird – sei es durch spektakuläre Fälle, Shitstorms, weil man gegen Strafverschärfungen ist (und lieber alles wegdiskutieren will…) oder Petitionen, die man dennoch ignoriert so lange man kann!

In diesem Artikel möchte ich zeigen, was Pädophilie eigentlich ist und wo meiner Meinung nach der Denkfehler bei vielen Therapieansätzen liegt.

Was ist eigentlich Pädophilie?

Pädophilie ist eine sexuelle Präferenz und bezeichnet das primäre sexuelle Interesse an vorpubertären Kindern. Diese Vorliebe kann ein Pädophiler oder eine Pädophile genauso schwer ablegen oder „wegtherapieren“, wie eine Person, die eine Vorliebe für bestimmte Haarfarben oder Körpermerkmale hat.

Pädophilie ist heutzutage in so ziemlich allen Ländern der Welt verboten und geächtet, auch wenn sich viele Länder damit recht lange Zeit gelassen haben. In Deutschland flammt immer mal wieder der Versuch auf, Pädophilie zu legalisieren oder zu entkriminalisieren. Meist erfolgt dies geschickt und mainipulativ „durch die Hintertür“, so dass die Befürworter/innen stets einen Fluchtweg in Reichweite haben, sollte ihnen jemand auf die Schliche kommen. Ein interessanter Artikel, der einiges davon zusammenfasst, findet ihr hier: https://www.dijg.de/paedophilie-kindesmissbrauch/normalisierung-allianzen-lobby/

Therapie – bringt das was?

Man muss also im Hinterkopf behalten, dass Pädophilie (ich verwende diesen Begriff weiter, weil er sich in der Gesellschaft eingeprägt hat) eine Störung ist, so wie es viele Störungen gibt. Es gibt auch Menschen, die drauf stehen, wenn ein Mensch stirbt oder vergewaltigt wird. Das alles sind Vorlieben, die tief in einer Person verankert sind und die niemals verschwinden werden.

Die entsprechenden Menschen leben mit dieser Vorliebe Jahre und Jahrzehnte und Therapien müssten mindestens so lange durchgeführt werden, die Routinen über diesen Zeitraum aufgebrochen werden, damit sie nachhaltig wirken. Das ist nicht praktikabel.

Somit werden bei Täterinnen und Tätern weiterhin Therapien verordnet, die über Wochen oder Monate laufen und anschließend eine enorm hohe Rückfallquote aufweisen. Die Therapeuten sind beschäftigt, die Täterinnen und Täter kommen frei oder erhalten Straferleichterung und die Politik kann sagen „Wir tun doch was und sind human dabei.“ – eine Win-Win-Win-Situation…

Seit einiger Zeit gibt es die Initiative „Kein Täter werden“, die Pädophilen helfen soll, gar nicht erst straffällig zu werden. Im Prinzip ist das sogar eine gute Idee, allerdings wurde alles daran so weichgespült, dass es niemandem etwas bringt, im Gegenteil: https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/heftige-kritik-an-paedophilen-ambulanz-100.html

Diese Initiative, diese Anlaufstellen können helfen, und zwar den Leuten, die noch nicht straffällig geworden sind, Angst haben, straffällig zu werden oder anderweitig „passiv“ pädophil sind (wie gesagt, ich nutze hier nur diesen Begriff und differenziere durch Erläuterung). Sie setzt auf Eigeninitiative, Freiwilligkeit und dergleichen.

Das wäre in etwa so, als würde man potenzielle Mörder oder Diebe auffordern, sich zu melden, wenn sie den Drang verspüren, jemanden umbringen oder beklauen zu wollen.

Meldet sich dann eine solche Person, wird schnelltherapiert, diskutiert, geredet, gelacht, geweint … und das war’s. Denn diese Anlaufstellen setzen wie gesagt auf Freiwilligkeit. Ohne Einverständnis der dort vorstellig werdenden Person passiert gar nichts. Meiner Meinung nach kostet diese Initiative nur Geld und dient bestenfalls als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Sozialpädagoginnen und als Projekt, mit dem man vorgeben kann, etwas zu tun. Irgendwas. Egal ob sinnvoll oder nicht.

Wie muss man differenzieren?

Nicht jeder Pädophile wird straffällig, vergeht sich an Kindern. Natürlich nicht. Es ist kein Zwang, keine Sucht – jedenfalls nicht mehr als andere Sexualneigungen auch. Deswegen muss man ganz klar differenzieren, auch wenn die Begrifflichkeiten selbst unter Sexualwissenschaftlern nicht ganz eindeutig geregelt sind. Hier setzen ja auch die Gegnerinnen der Strafverschärfung in der Politik an – man könne dann nicht mehr zwischen „leichten“ und „schweren“ Missbräuchen unterscheiden….

Das Problem bei Pädophile ist allerdings, dass es Leid verursacht, selbst wenn man „passiv“ ist und bleibt. Denn hinter jedem Video, jedem Bild stehen echte Kinder, Frauen und Männer, die diese produzieren, darauf und darin agieren, missbrauchen und vergewaltigt werden. Diese Bilder sind Zeugnis von Leid und Gewalt, die Schicksale dahinter sind real, wenn auch nicht wirklich greifbar für die Konsumentin/den Konsumenten.

Habe ich die Vorliebe für eine bestimmte Hautfarbe, Haarfarbe, Statur und dergleichen und schaue mir entsprechende Videos oder Bilder an, so handeln die dort gezeigten Personen in aller Regel freiwillig. Sie sind erwachsen und damit mündig.

Kinder in vergleichbaren Medien sind eben nicht erwachsen und nicht mündig. Es wurde für sie entschieden, was sie tun müssen und sie wurden – direkt oder indirekt – dazu gezwungen. Selbst bei sogenanntem NN-Material (Non Nude) ist dies der Fall. Dort werden Kinder nicht nackt dargestellt oder vergewaltigt, doch werden sie in erotischen, aufreizenden und eindeutig-zweideutigen Posen präsentiert. So hofft man, der Strafverfolgung zu entgehen – wieder eine Ausrede. Und die Gesetzgebung stärkt diesen TäterInnen den Rücken.

Für mich gibt es keinen Unterschied zwischen Kindersexvideos und Snuff-Filmen.

So lange konsumiert wird, wird es Nachschub geben. Die Nachfrage ist ja da. Deswegen ist die Differenzierung zwar wichtig, die Grenzen jedoch fließend in Bezug auf die Konsequenzen für die Opfer! Diese leiden nämlich – egal ob man physisch Hand an das Kind legt oder „nur“ an sich!

Was kann man also tun?

Die Augen offen halten!

Hört sich einfach an, ist aber recht schwierig – gerade in der heutigen Zeit. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich entsprechendes Material zu besorgen oder Kinder zu missbrauchen und es zu verschleiern, dass einem schwindlig werden kann.

Die Bandbreite reicht vom Darknet (was ja immer wieder als Hauptquelle genannt wird), über das „normale“ Internet (WWW), Mailinglisten, Usenet, WhatsApp, Snapchat, TikTok bis hin zu klassischen Videos/CDs, die gar nicht online auftauchen.

Man muss am Ursprung, an der Basis anfangen. Hier sind wirklich ALLE gefragt: Nachbarn, Freunde, Verwandte, Bekannte. Jeder hat die Möglichkeit, genau hinzuschauen und jeder hat meiner Meinung nach auch die Pflicht dazu!

Kein Täter, keine Täterin kann über Jahre unentdeckt Kinder missbrauchen, vergewaltigen, schänden, filmen, fotografieren, verkaufen ohne dass es irgendwer merkt. Bei so ziemlich jedem an die Öffentlichkeit gebrachten Fall gibt es hinterher zig Leute, die etwas geahnt oder „schon immer gewusst“ haben wollen. Warum haben sie nichts gesagt?

Sicher, es gibt auch oft genug Fälle wie z.B. Lügde, wo Hinweise von Vätern und Müttern bei den Behörden eingingen und dennoch nichts passiert ist. Doch gibt es weitaus mehr Fälle, wo niemand seine Klappe aufmacht.

Meist aus Angst, man könne sich unbeliebt machen oder aus der Denkweise heraus, dass man sich nicht in die Angelegenheiten anderer Leute einzumischen hat. Vielleicht blendet man sowas auch aus, weil es einem zu abstrakt erscheint. Sowas passiert ja nur den anderen, in anderen Städten, Dörfern, Ländern. Den leben Nachbarn, die immer so nett grüßen, traut man das einfach nicht zu und somit ignoriert man eben alle Warnzeichen.

Dafür habe ich kaum Verständnis! Denn Leute, die wegschauen, ihre Zweifel für sich behalten und noch nicht einmal nachfragen, sind in meinen Augen MittäterInnen und gehören genauso bestraft wie die „HaupttäterInnen“!

Zu jeder Person, die ein Kind auf einem Video vergewaltigt, gehört mindestens eine weitere, die filmt, etwas ahnt, Räumlichkeiten organisiert oder das alles einfach toleriert, dem Kind nicht glaubt oder aus sonstigen egoistischen Gründen nicht interveniert.

Also: Haltet die Augen offen! Wenn euch etwas seltsam vorkommt, fragt nach! Es tut niemandem weh, wenn man den Jungen oder das Mädchen beiläufig fragt, ob alles in Ordnung ist und dann genau (!) auf seine/ohre Reaktion achtet – gerade wenn man das Kind schon länger als Nachbar kennt ist das eine gute Methode und kein Aufwand! Man kann auch genau hinhören – man muss nicht ausspionieren! – und die Eltern ansprechen.

Ein wenig Fingerspitzengefühl gehört sicherlich dazu, doch es gibt so viele Menschen, die das Schreien von Kindern ignorieren, die Fenster schließen und den TV lauter drehen, damit man es nicht hört.

Es ist NICHT normal, wenn jeden Tag gebrüllt wird!

Es ist NICHT normal, wenn ein bisher fröhliches Kind immer stiller wird!

Es ist NICHT normal, wenn ein Kind plötzlich aggressiv wird!

Kinder sagen viel, aber sie sagen auch oft die Wahrheit. Erwachsene sind es, die den Kindern „zu viel Fantasie“ andichten, obwohl es nur Erlebnisse sind, die die Erwachsenen eben nicht hören wollen.

Hört hin! Passt auf! Missbrauch passiert nicht „irgendwo“ – Missbrauch passiert in jedem Ort, in jeder Gegend, in allen Gesellschaftsschichten und das jeden Tag und sogar hauptsächlich dort, wo man es nicht erwartet: in der Familie!

Nachtrag: Die am Anfang genannte Petition wurde zwischenzeitlich nach langem Kampf der zuständigen Ministerin übergeben, die sich „nach der Sommerpause“ weiter damit beschäftigen will.

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