The Station (Xbox One X)

Ja, ich mag solche Spiele wirklich.

The Station ist ein Adventure, gespielt in der Ego-Perspektive und angesiedelt auf einer verlassenen Raumstation. Ähnlich wie bei Tacoma soll man herausfinden, was an Bord der Station passiert ist, wo die Crew abgeblieben ist und was es mit den neu entdeckten Aliens auf sich hat.

Tacoma hat meiner Meinung nach ein besseres Ergebnis abgeliefert. The Station wirkt etwas steriler, die Crewmitglieder wollen nicht so richtig „an mich“, bleiben mir etwas zu blass. Dafür gibt es einige nette Gruselelemente, die Stimmung ist beklemmender.

Daran hab ich wieder mal gemerkt, dass ich alt werde ;)Während ich noch vor 5 oder 10 Jahren Filme wie Insidious (den ersten Teil kann ich nur empfehlen) oder auch Wrong Turn, The Cabin in the Woods, Grotesque und Martyrs richtig genossen habe, merke ich doch, wie diese Art Film mir nicht mehr zusagt und ich mich unwohl fühle. Gleiches gilt für Spiele, die mit Schreckmomenten arbeiten – auch wenn es nur wenige sind und keine Gefahr für die Spielfigur droht. Naja. Alles hat eben sein Ablaufdatum…

Ich weiß noch, wie ich den spielbaren Teaser zu dem nie erschienenen Spiel „Silent Hills“ (damals noch auf der PS4) heruntergeladen, gestartet und schnellstens wieder ausgeschaltet hatte. Ich konnte das nur zusammen mit einem Freund spielen, die Atmosphäre war einfach zu gelungen. Wer mag, hier ein Video: https://www.youtube.com/watch?v=fSp0EjvcmyI

So wie den Mädels in dem Video ging es mir damals auch – und heute ist’s noch schlimmer bei mir 😀

Das aber nur am Rande.

Grafisch ist The Station ganz in Ordnung, die Steuerung ist allerdings etwas schwammig und wirkt indirekt. Da es kein Actionspiel ist und die (einfachen) Rätsel dadurch nicht behindert oder erschwert werden, lasse ich das durchgehen. Die grausige und fast schon dilettantische Übersetzung der deutschen Texte (wer verbricht sowas eigentlich? Schulabbrecher?) sollte man aber weglassen und das Spiel auf Englisch spielen, wenn man kann. Das hätte selbst Google Translate besser geschafft, doch da ist The Station leider kein Einzelfall. Vielleicht sind das die Auswirkungen von „Schreiben nach Gehör“…? 😉

The Station ist dennoch ein interessantes Spiel mit einem netten Ende. Es ist allerdings auch sehr kurz, wartet also besser drauf, bis das Spiel (nochmal) im Angebot ist oder vielleicht in den Microsoft Game Pass kommt. Ich habe hierfür im Summer Sale keine 5€ gezahlt, aber viel mehr würde ich auch nicht dafür ausgeben wollen, es ist einfach zu schnell durchgespielt.

In Zeiten von tonnenweise Battle Royale, dem 5823. FIFA und einer Schwemme von irgendwelchen Pixel-Indie-Roguelikes nimmt man aber jedes Spiel, was zumindest etwas Story verspricht. Ich frag mich, wann oder ob sich daran nochmal was ändert.