Nostalgie? Nostalgie!

Geht euch das auch manchmal so?

Ich kann ja nur für mich sprechen, aber ich habe recht oft nostalgische Anwandlungen. Nicht in dem Sinne von „früher war alles besser“, sondern ich verbinde mit verschiedenen Dingen, Gerüchen, Melodien und Bildern starke Emotionen. Dass sich das Gehirn besser an Geschehnisse erinnert, wenn man diese mit mehreren Sinnen verknüpft, ist ja nichts neues und sicher hat jeder schonmal erlebt, dass ihn ein Duft oder ein Lied unvermittelt an eine oder mehrere Szenen aus der Vergangenheit erinnert.

Bei mir – und sicher auch anderen Aspis – ist das allerdings nicht mit ein paar Gedanken und Erinnerungen an „früher“ getan. Mir hängt sowas teils den ganzen Tag oder auch mehrere Tage nach. Es ist fast so, als würde durch zum Beispiel das Hören eines Liedes ein Teil meines Gehirns in die Vergangenheit katapultiert und es durchlebt dort dann nochmal alles, was irgendwie damit in Zusammenhang steht.

Das ist hochinteressant, kann aber auch sehr anstrengend und erschöpfend sein, denn ich habe noch nicht herausgefunden, wie ich diesen Prozess abschalten kann. Somit bleibt mir nichts anderes übrig, als nach dem Auslösen die Fahrt so weit wie möglich zu genießen. Dass ich dann manchmal traurig oder auch aufgekratzt wirke – für Stunden oder länger – ist etwas, was meine Frau leider ertragen „muss“. Sie kann das in Teilen nachvollziehen, doch ich glaube nicht, dass sie die Intensität versteht, mit der mich eine solche Nostalgiewelle erfasst. Ich liebe sie für dieses Verständnis, sie versucht dann immer, für mich da zu sein und leidet fast schon mit, wenns mir durch sowas schlecht geht. Eine tolle Frau!

Ich denke, ich werde hier in Zukunft ein paar Beispiele bringen, was mich auf solche „Trips“ schickt und wie ich mich dabei fühle.

Bis dahin erfreue ich mich weiter an Trash-TV, dem Schreiben und dem wunderbaren Leben, das ich mit meiner kleinen Familie genießen darf.

Urlaub, Zocken, Schreiberei

Die letzten Wochen und speziell Tage waren sowohl erholsam, aber auch anstrengend.

Während nach unserem Urlaub in Zeeland langsam wieder der Alltag Einzug hält, bin ich derzeit wegen einer OP am Handrücken lahmgelegt.

Da trifft es sich ganz gut, wenn ein großes Portal, das meine Artikel veröffentlicht, gerade etwas umstrukturiert und ich somit keinen Druck habe, ständig neue Texte verfassen zu müssen. Wobei mir das Schreiben Spaß macht und eigentlich keine „Arbeit“ ist. 40 Artikel mit je 2000-3000 Wörtern in 2 Monaten ist für mich kein Problem.

Nach der gestrigen OP habe ich dann – mit Hilfe meiner Frau – versucht, eine Xbox Series X vorzubestellen. Obwohl es diesmal keine explizite „Day One-Edition“ gibt, will ich sichergehen, dass ich das Ding zum Release am 10. November hier im Wohnzimmer aufbauen kann.

Das gestaltete sich schwierig, da sämtliche Händler quasi sofort überlastet waren. Selbst „Microsoft Teams“ wurde teilweise gestört, weil so viele Leute auf den MS-Store zugegriffen haben. Wahnsinn.

https://www.trueachievements.com/n43357/xbox-series-xs-record-breaking-preorders

Am späten Nachmittag konnte ich allerdings dann doch noch meine Bestellung platzieren. Zwar bei GameStop statt bei MS oder Amazon, aber dafür auch 15€ günstiger.

Dazu gabs dann noch einen neuen Controller für die XSX in „Shock Blue“. 60€ bei Amazon und Gottseidank immer noch mit Batteriefach statt fest verbauten Akku. Das hat mich an der Playstation immer gestört – neben dem für mich unergonomischen Layout. War der Akku des Controllers leer, musste man mit Kabel zocken (und das mitgelieferte Kabel ist nichtmal so lang wie ein Schnürsenkel!), einen Ersatzcontroller verwenden oder eben warten. Die Akkus, mit denen ich seit 7 Jahren zocke, halten dagegen immer noch wunderbar und sind in Sekunden getauscht 🤷🏼‍♂️

Was ich dagegen fast schon ekelhaft finde ist, dass – auch bei der PS5 – manche Leute mit sowas richtig abkassieren wollen. Da werden Vorbestellungen getätigt und nach Bestätigung die PlayStation oder Xbox direkt bei eBay eingestellt – für teilweise deutlich über 1000€. Scheinbar gibts aber auch genug Leute, die das bezahlen. Nur der „normale“ Fan bleibt bei sowas auf der Strecke. Asozial.

Da ich momentan sowieso nicht wirklich schreiben kann – der Text hier entstand am Handy – widme ich mich dem Lesen (Warhammer 40K – Bruderkrieg) und zocke Spiele, die keine großen Bewegungen mit der rechten Hand erfordern. Das Remaster von Kingdoms of Amalur kam da gerade recht 😊

Wir sind außerdem noch auf der Suche nach einem ruhigen (!) Urlaubsziel für den November. Einige Ziele haben wir schon ins Auge gefasst, aber noch ist nichts in Stein gemeißelt. Für Tipps bin ich offen – nur bitte nicht die „Mecklenburgische Seenplatte“ 😉

In zwei Wochen werden die Fäden gezogen. Bis dahin schmiert mir meine liebe Frau die Brote und kümmert sich um Schika. Danke dafür ❤️

Burgh Haamstede im September

Zeeland.

Was soll ich sagen? Diese Provinz an der niederländischen Küste ist so entspannend und weit weg von jeglichem Stress, dass wir gar nicht anders können, als immer wieder hierher zu fahren.

Da es der ganze Hype rund um Masken, Corona und ähnlichem Kram es dieses Jahr mehr oder weniger unmöglich machte, regelmäßig ans Meer zu fahren, haben wir uns umso mehr auf den September gefreut. Und ganz ehrlich: Selbst wenn nochmal eine Reisewarnung oder Quarantänezwang geherrscht hätte, wäre es uns egal gewesen. Es reicht nämlich langsam!

Also ging es vor einer Woche auf in Richtung Meer und gefühlter Freiheit. Kein Maskenwahn, keine Angst, kein Generve, kein Stress. Einkaufen ohne Hektik, ohne Vorschriften (bis auf Abstand), gemütlich Essen gehen, mit dem Wuschel durch den Freilaufpark spazieren und im Meer baden – herrlich!

Diesmal haben wir über www.hundeurlaub.de gebucht. Ein Chalet (diese Bezeichnung ….. hieß das nichtmal „Schloss?“) in einem Ferienpark am Naturpark mit Freilaufgebiet. Nach ein paar Gehminuten war man in der freien Natur und konnte schnell neue Bekanntschaften schließen wenn man wollte. Das Durchschnittsalter der restlichen Feriengäste in diesem doch recht großen Areal war allerdings etwas zu hoch für uns. Gefühlt war hier niemand unterhalb der 60, was aber andererseits auch nicht so schlecht war.

So hatten wir Ruhe und konnten mal abschalten. Bis auf ein paar grölende Fußball-Irre am ersten Wochenende haben wir kaum gemerkt, dass noch andere Leute hier ihren Urlaub verbringen. Das komplett eingezäunte Grundstück sorgte zusätzlich für Privatsphäre.

Einziges Manko aus meiner Sicht: Bett und Bad.

Ich werde wohl nie zum Camper und ich werde auch nie wieder in einem „Chalet“ nächtigen. Wenn man nur seitwärts durch die Türen kommt, ist was falsch geplant. Das Doppelbett entpuppte sich als Witz mit 1,20 m Breite, allerdings hätte ein größeres Bett auch nicht in das 4 qm-Zimmer hinein gepasst. Warum das Bett dann noch ein Fußteil hatte, das effektiv verhindert hat, dass ich meine Beine ausstrecken konnte, erschließt sich mir ebenfalls nicht.

Im Bad hatte man zwar alles, was man so braucht, aber das „Chalet Doris“ war wohl – wie viele (oder alle?) Container dieser Art – eher für Menschen bis maximal 1,60 m Größe ausgelegt. Entweder man setzt sich schräg auf die Toilette oder man lässt die Tür offen… Von der Duschkabine möchte ich nicht viel erzählen. Immerhin ging sie zu, wenn man sich sehr schmal gemacht hat – und man konnte entspannt drüber gucken.

Die Wärmedämmung war – der Bauart geschuldet – miserabel. Sprich: tagsüber wurde man gekocht, nachts hatte man nicht genug Decken mit, um nicht zu erfrieren. Dafür war der Außenbereich umso ansprechender. Ein großer Tisch, ein effektiver Gefrierschrank im Geräteschuppen, Holzkohlegrill, Liegestühle, bequeme Sessel. Bei dem Wetter will man ja auch nicht unbedingt immer in der Hütte bleiben 🙂

Schika hat sich sehr schnell eingelebt und wir konnten sehen, wie sehr er sich gefreut hat, jeden Tag frei laufen zu können. Ob Baden im Meer oder Toben in den Dünen – dem Kleinen hats richtig gut gefallen! Und damit war auch unser Urlaub ein schönes Erlebnis. Gehts dem Hund gut, freut sich der Mensch 🙂

Abstecher zum Meer nach Renesse standen täglich auf dem Plan. Selbst zu dieser Jahreszeit ist es dort recht ruhig, zumindest unter der Woche. Das Partyvolk konzentriert sich auf den Ortskern, wenn es Abend wird und da Hunde in der Hauptsaison sowieso erst ab 19 Uhr frei am Strand laufen dürfen, kommt man sich so nicht ins Gehege.

Zum Abschluss gehts dann noch mit Hund zum Italiener (SenCe, Burgh Haamstede), bevor wir morgen die Heimreise antreten. Der nächste Urlaub ist aber schon in Planung 🙂

Konsolenkrieg – Xbox Series X vs. Playstation 5 – Teil 3

Jetzt hat also auch Sony nachgezogen. Auf dem gestrigen Showcase wurden Erscheinungsdatum und Preis der PS5 enthüllt und wie zu erwarten war, hat Sony das Bestmögliche aus den Gegebenheiten gemacht. Marketing können die Jungs und Mädels von Sony eben.

Die PS5 kostet genau soviel wie die XSX – 499 € – wartet allerdings mit einem Vorteil auf: Es gibt eine PS5 ohne Disc-Laufwerk (All Digital) für 399 € bei ansonsten gleicher Hardware! Hier hat Sony eindeutig die Nase vorn, denn die abgespeckte Version der neuen Xbox besitzt zwar ein Laufwerk und kostet nochmal 100€ weniger als die „billige“ PS5, hat dafür aber auch deutlich weniger Leistung zu bieten. Somit stehen 2 vollwertige PS5 (eine mit, eine ohne Disc-Laufwerk) gegen die Xbox Series X für 499€.

Wer auf physische Datenträger und sonstige Discs verzichten kann, kommt also bei Sony mit 100€ weniger davon als bei Microsoft. Ein klarer Vorteil für Unentschlossene.

Ansonsten gab es wenig Neues oder Exklusives zu sehen. 2021 soll ein neues God of War erscheinen, ein Open-World-Harry-Potter-Spiel (allerdings lange vor der Zeit von Harry Potter angesiedelt) kommt dazu (auch für die Xbox), Final Fantasy XVI und ein weiteres Spiderman-Spiel wurden ebenfalls kurz gezeigt. Es fehlten aber – genau wie bei Microsoft – die zum Launch verfügbaren MUSS-ICH-HABEN-Spiele.

Einen Schnellschuss hat Sony dann aber doch noch geliefert. Scheinbar macht Microsoft mit dem Game Pass so ziemlich alles richtig und schafft gehörig Unruhe in der Branche, denn Sony bietet zukünftig ebenfalls etwas in der Richtung an – und das zunächst ohne zusätzliche Kosten. Allerdings ist das an die PSN+-Mitgliedschaft gekoppelte Angebot deutlich schwächer – daher meine Bezeichnung „Schnellschuss“ – als der Game Pass, denn es fehlen die wirklichen Top Titel und die Garantie, dass alle First-Party-Spiele dort verfügbar sein werden.

Hier hat Microsoft deutlich aus dem Debakel von 2013 gelernt: Bestehendes ausbauen und wenig Angriffsfläche bieten. Sony hatte diesmal das Problem, dass sie keine Hebel ansetzen konnten nach dem Motto: „Guck wie mies die sind, wir machen das nicht. This is for the players.“ Das dürfte wohl auch ein Grund sein für die eher mauen Präsentationen und wirklichen News.

Beide Konsolen haben beeindruckende Leistungsdaten, auch wenn die XSX hier deutlich vorne liegt. Bei Spielen, die auf allen Plattformen erscheinen, ist dieser Vorteil allerdings uninteressant, weil man sich stets an der schwächeren Plattform orientiert. Das war schon immer so. Es dreht sich also in Hardware-Hinsicht alles um die Exklusivtitel – und da gibt es weder von Microsoft, noch von Sony wirkliche „Blockbuster“ zum Launch.

Watchdogs: Legion und Assassin’s Creed: Valhalla erscheinen zwar zum Launch auf der XSX, aber auch dies sind keine Exklusivtitel. Diese lassen allesamt – wie bei Sony – bis 2021 auf sich warten und stellen nun erstmals keinen unmittelbaren Kaufanreiz dar.

Ich persönlich bleibe bei meiner Entscheidung und werde mir die XSX zulegen, die man ab dem 22.09.2020 vorbestellen kann. Die Gründe habe ich in den vorherigen Teilen dargelegt und seitdem ist einiges dazugekommen, was mich in meiner Entscheidung bestärkt hat.

Project xCloud (bzw. „Xbox Cloud Gaming“) ist im Game Pass enthalten und bietet derzeit ~170 Titel, die ich auf ein Android-Gerät streamen kann wann und wo ich will. Dazu kommt noch EA Play, welches wohl im November in den Game Pass integriert wird und den Spielekatalog um Titel wie FIFA oder Battlefield erweitert. Das Kühlkonzept gefällt mir, ebenso, dass die Prozessoren der Xbox nicht so hoch getaktet werden müssen um Leistung zu bringen, wie bei der PS5. Das Design ist zweitrangig, aber die Colani-Optik der PS5 sagt mir nicht zu. Vielleicht wäre das anders, wenn’s mal eine schwarze Edition gäbe..?

Dann ist da natürlich noch der Controller der Xbox, der einfach die Referenz darstellt – immer noch. Und meine bald 180.000 GS tun ihr Übriges. Ich mag Zahlen, die sind nicht so abstrakt wie „Trophäen“ 🙂

Alle anderen Aspekte der beiden Next-Gen-Konsolen sind in etwa vergleichbar und daher zu vernachlässigen. In 5 Tagen wird die XSX vorbestellt und vielleicht gönne ich mir dann zum Erscheinungstag auch das neue Assassin’s Creed.

Update 21.09.2020:

https://news.microsoft.com/2020/09/21/microsoft-to-acquire-zenimax-media-and-its-game-publisher-bethesda-softworks/

Microsoft hat ZeniMax gekauft. Damit gehört nun auch Bethesda zu den Microsoft GameStudios. Somit darf man erwarten, dass Fallout, Elder Scrolls, Doom & Co. Teil des Game Pass werden. Zusammen mit dem ohnehin schon großen Pool an Spielen, dem integrierten Cloud Gaming, Rewards, allen 1st-Party-Titeln und ab „Holiday 2020“ auch EA Play gibts fast keinen Grund mehr, sich Spiele zu kaufen. Mir persönlich fehlt nur noch Ubisoft 😁

Nierensteine sind toll – Teil 5

Mein rechter Nachbar ist auf der Toilette, mein linker ist wach und fragt mich freundlich, was ich denn hätte, warum ich hier sei.

„Verdacht auf Nierensteine, eventuell auch Blinddarm.“ erkläre ich müde. Er lächelt freundlich und hält mir eine Pillendose mit Viagra hin.

„Hier, schau mal.“

Es ist kein Viagra.

„Das haben sie mir gestern rausgeholt. Gallensteine.“

Ich staune. Die Steine sind zentimetergroß und sehen wirklich aus wie Viagra-Pillen.

Zur Verdeutlichung schlägt der nette Herr seine Bettdecke zurück und offenbart eine blutige Drainage, die aus seiner Bauchseite hängt.

Interessant finde ich das schon, kann aber in meinem Zustand keine wirkliche Konversation führen.

„Wow, Wahnsinn. Die Schmerzen müssen heftig gewesen sein.“ sage ich müde, aber interessiert.

„Schlaf dich erstmal aus.“ sagt er mitfühlend und ich befolge diesen Rat nur zu gerne. Zumindest hatte ich das vor. Kaum habe ich mich hingelegt, kommt ein Pfleger ins Zimmer und fragt nach mir.

„Wir müssen noch eine Blutprobe nehmen.“ sagt er freundlich und ich halte ihm meinen Arm mit dem noch vorhandenen Zugang hin.

„Nee, das geht damit nicht.“ kommentiert er und holt eine Spritze aus seiner Kitteltasche. Loch Nummer drei. Egal. Was muss, das muss.

Nun gut, jetzt aber endlich Augen zu und schlafen. Ohne den Druck auf der Blase (und allem anderen) klappt das auch wunderbar.

Augenblicke später – so kommt es mir vor – werde ich jedoch wieder geweckt. Diesmal sanfter, liebevoller.

„Schatz? Geht’s dir gut? Ich bin da.“ höre ich die Stimme meiner Frau.

Ich brauche einen Augenblick um mich zu orientieren und das überhaupt zu begreifen. Langsam drehe ich mich um und mache die Augen auf. Ja, es ist meine Frau. Und hell ist es auch, diesmal aber Tageslicht. Auf dem Beistelltisch neben meinem Bett steht ein Tablett mit Frühstück. Eine Scheibe Brot, ein Brötchen, Butter und Marmelade im Minipack und je eine Scheibe Wurst (nehme ich an) und Käse. Das Menü wird abgerundet durch eine Tasse „Kaffee“.

Ich setze mich auf und lächle meine Frau an, die sich schon mit meinen Zimmergenossen unterhält. Bevor ich in die Unterhaltung einsteigen kann, geht auch schon die Tür auf und ein junger Arzt kommt herein.

„Guten Morgen, wie geht es Ihnen?“ fragt er mich direkt. Ich antworte ihm – und somit auch meiner Frau – dass es mir gut geht.

„Das Bett ist super bequem, hätte ich nicht gedacht. Aber etwas kurz ist es.“ sage ich.

„Haben Sie noch Schmerzen?“ fragt der Arzt, während er auf meinem Bauch herumdrückt und mich abhört.

„Nein, alles wunderbar. Ich bin nur müde.“

„Ok, das ist schonmal gut. Es war also höchstwahrscheinlich nicht der Blinddarm. Haben Sie das Sieb benutzt? War etwas zu sehen?“

„Das Sieb habe ich benutzt, aber es war sehr schaumig. Ich meine, ich hätte ein paar Steine im Waschbecken gesehen, ja.“ teile ich ihm das Ergebnis meiner Halbschlaf-Urinorgie von vor einigen Stunden mit.

„Dann haben wir jetzt zwei Möglichkeiten: wir können Sie noch einen Tag hier behalten und beobachten, ob nicht doch noch etwas anderes vorliegt oder falls Schmerzen auftreten, oder wir können Sie auf eigenen Wunsch entlassen.“

Ich schaue kurz meine Frau an, die mit einer frisch gepackten Übernachtungstasche neben mir auf einem Stuhl sitzt und sage dem Arzt: „Ich möchte nach Hause. Wenn die Schmerzen wieder auftreten, komme ich sofort zurück.“

„Ja, das ist annehmbar. Wenn sie heute und morgen schmerzfrei sind, haben Sie es überstanden, dann waren es wirklich Nierensteine. Die Blutwerte waren auch in Ordnung und es gab auch keine erhöhten Entzündungswerte, von daher können wir das gerne so machen.“

Ich muss noch ein Formular unterschreiben, dass ich stationär behandelt wurde und pro Tag 10€ zuzahlen muss, dann verabschiedet sich der Arzt.

Ich küsse meine Frau und denke mir: Ok, 10€ ist in Ordnung für eine schmerzfreie Nacht mit Frühstück.

Das Frühstück muss ich natürlich essen, immerhin ist es bezahlt! Während ich mir Brot und Brötchen schmiere, hält mein linker Mitpatient meiner Frau das Pillendöschen mit „Viagra“ hin und erzählt ihr dann ebenfalls – genau wie mir ein paar Stunden zuvor – en detail um was es sich handelt, wann er wieso von wem eingewiesen und untersucht wurde. Alles untermalt vom Anschauungsmaterial unter der Bettdecke.

Meine Frau ist freundlich und seltsamerweise nicht angeekelt. Ich bin stolz auf sie.

Während ich das Frühstück zu mir nehme, erzählt sie mir, dass sie pünktlich bei meinem Chef angerufen, ihn aber nicht erreicht hat.

„Ich hab dann bei der Zentrale angerufen. Ist die Frau immer so unfreundlich?“

„Naja, sie ist nicht die hellste und warum die an der Zentrale sitzt, kann ich mir auch nicht erklären. Wieso?“

„Ich hab da angerufen, mich vorgestellt und gesagt, dass du im Krankenhaus liegst. Du hättest alles geklärt und wärst morgen wieder da. Von ihr kam dann nur ‚Die Krankmeldung kommt aber noch, ja?!‘. Kein Hallo, Danke, Gute Besserung oder sonstwas.“

„Ja, das ist so bei ihr. Ich hoffe mal, sie gibt die Info weiter.“

Im Moment ist mir das aber auch fast egal. Wir haben unsere Pflicht mehr als erfüllt – mehr als rechtzeitig allen Bescheid sagen kann ich nicht, von daher ist das Thema erstmal durch.

Das Frühstückchen ist gegessen, den Kaffee trinke ich in einem Zug aus, weil mittlerweile die Schwester wieder reingekommen ist um die Tabletts abzuräumen. Anziehen muss ich mich nicht, trage ich doch immer noch Jogginghose und Shirt. Ich ziehe meine Schuhe an und verabschiede mich vom halbnackten Nachbar Nummer eins und Gallenstein-Viagra-Patient Nummer zwei, welche mir noch gute Besserung wünschen.

Draußen gehen wir zum Schwesternbüro und geben das unterschriebene Formular ab. Sie gibt mir den Entlassungsbrief mit anhängenden Blut- und Urinwerten für meinen Hausarzt sowie – auf Nachfrage – eine 30er-Packung Novalgin.

Yes! Übernachtung mit Frühstück, keine Schmerzen mehr, verschreibungspflichtige Medikamente – alles für 10€. Die Bilanz stimmt.

Auch hier verabschieden wir uns freundlich und machen uns auf den Weg nach Hause.

Auf dem Weg zum Parkplatz sagt meine Frau zu mir: „Weißt du, dass die farbige Ärztin dich ein paar Mal komisch angeschaut hat?“

„Nein, glaube nicht. Wie meinst du das?“

„Das ist mir auch eben erst aufgefallen… schau mal auf dein Shirt.“

Ich schaue auf mein Shirt.

Schwarz, ein Nerd-Shirt mit dem stilisierten Helm eines „Big Daddy“ aus „Bioshock“. Unten drunter steht in gigantischen Buchstaben „SLAVE“.

Ich werde rot und muss lachen.

Ich glaube nicht, dass sie das persönlich genommen hat. In den USA hätte ich aber vielleicht ein Problem gehabt.

Nun aber ab nach Hause und ausschlafen. Ohne Schmerzen.

Zockerleben im August 2020

Etwas zu spät, aber immerhin. Die letzten Tage und Wochen waren recht arbeitsreich und ich schreibe mehr redaktionelle Artikel. Dennoch soll dieses Blog nicht zu kurz kommen – und das Zocken selbstverständlich auch nicht 🙂

Wie ihr an dieser Zusammenfassung seht, bleibt auch immer genug Zeit dafür. Wenn man etwas seit über 35 Jahren fast täglich macht, geht das auch nicht anders. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Hier also meine Zocker-Übersicht für August 2020:

The Complex

Eine „Visual Novel“ wenn man so will, also ein Film, in welchem man an verschiedenen Stellen Entscheidungen trifft und so die Handlung in bestimmte Richtungen lenkt. Kurzweilig, interessant und entspannend. Die Jungs und Mädels von Wales Interactive machen etliche solcher Spiele.

The Bunker

Die zweite „Visual Novel“ dieses Monats. Ein etwas beklemmendes Setting, das mich ein wenig an Fallout oder den Film „Mother“ erinnerte. Genau wie The Complex war das „Spiel“ schnell durchgezockt, aber die paar Euro durchaus wert. Ich habe dieses in einem Bundle mit insgesamt 5 Spielen dieser Art für 20€ gekauft. Filme sind teurer 😉

The Station

The Station war recht gut gemacht und spielt sich wie z.B. Tacoma. Mehr gibts hier: https://autorenhund.blog/2020/08/15/the-station-xbox-one-x/

Lego Marvel Super Heroes 2

Durchgespielt, zumindest was die Story angeht. Die unzähligen Sammelaufgaben habe ich schlussendlich ignoriert. Mehr Details im Bericht zu letztem Monat: https://autorenhund.blog/2020/08/06/zockerleben-im-juli-2020/

Lego Marvel Super Heroes

Der Vorgänger, der mich teilweise richtig genervt hat. Die Story war ok, die Übersichtlichkeit nicht. Auch dass man während der einzelnen Missionen die Level verlassen konnte und dann nicht mehr mittels Navi-Spur zum eigentlichen Level geführt wurde, hat extrem genervt. Was Handling und Spielspaß angeht, war Teil 2 für mich um Welten besser. Ich werde diesen ersten Teil wohl der Vollständigkeit halber mal durchspielen, auch wenn im September erstmal Urlaub ansteht.

The Touryst

Dank Game Pass „kostenlos“ und durchaus kurzweilig. Die Grafik erinnert etwas an eine Mischung aus Lego und Minecraft, aber das Puzzle-Jump’n’Run macht durchaus Spaß. Rätsel lösen, kleine Aufgaben erledigen und viel mit komischen Leuten reden. Mich persönlich haben einige Geschicklichkeitsaufgaben genervt.

Life is Strange 2

Achievement-MopUp, wie man so schön sagt. Ein tolles Spiel, auch wenn ich LiS1 und Before the Storm besser fand. Mehr Infos hier: https://autorenhund.blog/2020/07/01/life-is-strange-2-xbox-one-x/

Overwatch

Oh Mann. Mein Hass-Liebe-Spiel, das mich seit 2016 begleitet und von dem ich einfach nicht loskomme. Ich mag Shooter-Spielchen eigentlich nicht, da selten wirklich Story dahintersteckt und bei Multiplayertiteln bin ich sowieso raus. Aber Overwatch hatte ich mir damals geholt weil ich mir dachte: „Blizzard? Die werden schon keinen Mist bringen.“ Das stimmt auch, selbst nach mehreren tausend Stunden Spielzeit macht mir Overwatch noch Spaß. Man kanns mal eben zwischendurch spielen oder auch mehrere Stunden am Stück. Voice Chat ohne feste Gruppe sollte allerdings abgeschaltet sein, da das Spiel in anderen Ländern ab 12 Jahren freigegeben ist und dementsprechend auch viele Spieler dieses Alters online anzutreffen sind. Dazu kommen tonnenweise Spieler, die einfach nur „toxic“ oder „salty“ sind. Wenn einen das nicht stört, bekommt man ein kurzweiliges, kompetitives Spiel mit viel Abwechslung und etwas mehr Tiefgang als nur „Baller alles um“. Overwatch ist öfter im Angebot für ca. 20€.

Double Kick Heroes

Ein Sidescroller mit guter Musik! Ja, Metal und Rock! Die Story ist abgedreht, aber auch unwichtig. Im Grunde spielt sich DKH wie Rock Band Blitz mit Zombies und wesentlich weniger Songs. DKH gabs kostenlos im Game Pass, ich werds aber nicht weiterspielen.

Shiness: The Lightning Kingdom

Für 2€ (!) im Summer Sale gekauft, hat mich Shiness doch überrascht. Auch wenn es wie ein Titel von der 360 anmutet, ist der Umfang doch recht ordentlich. Ein Action-JRPG mit interessanter Handlung und jeder Menge „Japankram“.

Destroy All Humans

Da hier auf der Liste nur die „Top 10 played games“ aufgeführt sind, taucht Destroy All Humans nicht auf. Dennoch habe ich noch ein Achievement im August gemacht, dann aber das Spiel abgebrochen. Ich mag keine Frustmomente und hier gab es einen, der extrem genervt hat. Eine Eskort-Mission gegen Ende des Spiels ließ mir keine Chance, diese erfolgreich abzuschließen. Während dieser Mission gab es einige Checkpoints, von denen aus man weiterspielen konnte, wenn man als Eskorte versagt hatte. Soweit eigentlich gut. Nur machte man an dem Checkpoint mit dermaßen wenig Energie weiter, dass man gar keine Möglichkeit hatte, bis zum Ende zu kommen. Da ich aber auch keinen Nerv hatte, den ganzen Kram davor erneut zu spielen, hab ich dann aufgehört. Es gibt ja genug Spiele und Spiele sollen Spaß machen 😉

Beyond Good & Evil HD

In der Übersicht taucht auch dieser Titel nicht auf. Das Spiel gabs irgendwann mal über Games with Gold kostenlos. Da ja angeblich ein Remake oder Remaster auf dem Weg ist, wollte ich mir BGE mal anschauen. Man merkt, dass es ein 360-Titel ist, aber es macht durchaus Spaß. Die Achievements sind nicht übermäßig kompliziert, die Story macht Laune, die Welt ist schön abgedreht und die Jagd nach Fotomotiven bringt etwas Abwechslung in das Action-Adventure.

Das war alles für den August. In einem Monat gibts dann die nächste Übersicht.