The Strain – Fazit

Ich mag diesen ganzen Zombiekram nicht und mit Vampiren kann ich auch nichts mehr anfangen, seit dank Twilight diese Monsterart weichgespült und zu einem Hipsterdasein verdammt wurde.

Schade eigentlich, denn es gibt richtig viel Potenzial in diesen Genres.

The Strain ist hier eine willkommene Abwechslung zum „Ich bin ja so verliebt in diesen metrosexuellen Vampirjüngling und wünschte, ich könnte mit ihm zusammen durch die Nacht fliegen!“-Mist. Groschenromane in bewegten Bildern. Kotz.

In dieser Serie mit insgesamt 4 Staffeln, basierend auf den Romanen von Guillermo del Toro und Chuck Hogan geht es, wie ich bereits kurz angemerkt habe – um Vampire in der aktuellen Zeit, bekämpft von Wissenschaftlern, einem Vampirjäger und anderen Vampiren. Allerdings findet man hier nichts von diesem romantisch verklärten LSD-Traum, den uns Machwerke wie Twilight aufgenötigt haben. Eine gehörige Portion „The Walking Dead“ ist dabei, ebenso wie etwas Fringe und Underworld.

Hier gibt es zwar auch einige Unstimmigkeiten, aber wenigstens werden Vampire hier als wirkliche Gefahr dargestellt und wahrgenommen und sind nicht nur Masturbationsvorlangen für pubertierende Teenage-Girlies jeden Alters. Die Story rund um Wissenschaft und Mystik vs. uralte Legenden und reale Gefahren nimmt schnell Fahrt auf und zeigt, wie eine „realistische“ Vampirserie aussehen kann. Parasiten verbreiten eine Seuche und verwandelt Menschen in Vampire, gesteuert vom Willen des Meisters. Alles halbwegs wissenschaftlich erklärbar und plausibel – (fast) ohne Sarg, Umhang und „Vampirromantik“. Erwachsen eben.

Ich mag auch die Rückblenden, die die Hintergrundgeschichten der Hauptfiguren wunderbar erzählen und so eine Bindung zum Zuschauer aufbauen. Vom Nazi-Befehlshaber über den verfolgten Juden bis hin zum Gladiator ist alles dabei.

Negativ aufgefallen sind mir folgende Dinge: u.a. der Synchronsprecher von „Thomas Eichhorst“ hat in der zweiten Staffel gewechselt. Schade, denn der Sprecher der ersten Staffel war meiner Ansicht nach passender. Dass der Sohn von Ephraim Goodweather ab der zweiten Staffel auch von einem anderen Kind gespielt wurde, ist nichts Unübliches und auch nicht so tragisch. An diesem Sohn störte mich nur – von Staffel 1 an – dass es ihn gibt. Klar braucht jede Serie eine Hassfigur, aber so ein idiotisches Kind, so hassenswert … so viel Dummheit … da war mir Joffrey aus Game of Thrones fast noch lieber. Der wusste wenigstens, was er für ein Arschloch war. Und ja: ich habe vorab nachgeschaut, in wie vielen Folgen dieses Balg mitspielt, weil ich ihn einfach nicht ertragen kann.

Andererseits ist es auch gut, wenn eine Serienfigur solche Emotionen hervorruft, oder? 😉

Jedenfalls besser, als wenn dem Zuschauer die Figuren egal sind. Der letzte Punkt, der mich etwas gestört hat, waren die Dialoge. Gerade in Staffel 1 und 2 setzte der „Haven“-Effekt ein, wie ich ihn nenne: Dialoge, die auf dem Papier toll aussehen, aber in bewegten Bildern einfach nicht gut rüberkommen. Haven war da das Negativbeispiel schlechthin und auch The Strain macht anfangs keinen guten Eindruck. Die Gespräche wirken wie 1:1 aus den Büchern übernommen.

Das kann nicht funktionieren, denn bei einer Serie fehlt die Imagination, die eigene Vorstellung und Interpretation der Umgebung, der Stimmen, Emotionen und Begebenheiten. Hier haben die Drehbuchautoren keinen guten Job gemacht. Das gibt sich im Laufe der Folgen zwar, kann aber zu Anfang abschreckend wirken. Hier hilft nur: durchhalten und sich klarmachen, dass es eine Buchvorlage gibt. Wer die Serie anfängt und Gedanklich ein Buch vor Augen behält, kommt mit dieser nicht gut gemachten Arbeit klar.

The Strain ist derzeit bei Amazon Prime zum Kaufen verfügbar und mit der vierten Staffel auch zu Ende erzählt. Wer eine ernsthafte Vampirserie im Stil von TWD und ohne Zuckerwatte-Einhorn-Weichspüler sucht, wird hier auf jeden Fall fündig.

Abstand halten, bitte!

„Dank“ Corona und des ganzen „Hypes“ um alle möglichen Alltagsdinge (siehe Hamstertrottel) hat sich ja mittlerweile zumindest dieses Abstandhalten halbwegs durchgesetzt.

Ich bin ehrlich: das ist das einzig Positive an der ganzen Sache. Kaum etwas anderes hat mich mehr genervt, als wenn mir irgendwelche fremden Menschen ihr Innerstes auf den Nacken atmen. Ekelhaft. Vielleicht stehen manche drauf, keine Ahnung, aber ich nicht.

Für mich war das schon immer (!) eine Respektlosigkeit ohne Gleichen. Wieso macht man sowas? Warum dringt man in den privaten Raum eines anderen Menschen ein? Was läuft falsch bei diesen gestörten „Menschen“? Ist das ein Fetisch? Macht die das an? Keine Ahnung…

Aber nach einigen Monaten Vorschrift von oben setzt sich langsam eine gewisse Normalität durch. Nicht die „Corona-Normalität“ (die gibt es nicht und darf es auch nicht geben!), sondern die Normalität, andere Menschen nicht zu bedrängen, ihnen nicht auf die Pelle zu rücken, ihren Freiraum zu respektieren. Etwas, was viele Leute scheinbar gar nicht gelernt haben.

Durch das fehlende Abstandhalten zeigt dieser Schlag Mensch im Grunde nur, dass sie andere Menschen nicht respektieren und nur an sich denken. Vielleicht hilft dieser Abstandhaltezwang, die Fehler in deren „Erziehung“ auszugleichen …wer weiß?

Ich habe da aber wenig Hoffnung, denn auch nach diesen ganzen Monaten gibt es immer noch geistig Minderbemittelte, die Klopapier auf Vorrat kaufen oder denen man beibringen muss, wie (und dass!) man sich die Hände waschen soll. Da frage ich mich immer: wie dreckig und ekelhaft muss es in deren Wohnungen zugehen, wenn man daran erinnert werden muss, sich zu säubern? Bäh!

Grundregeln, das haben wir gelernt, sind gar nicht die Normalität. Es scheint vielmehr, als hätten Horden an Eltern (und das jeweilige soziale Umfeld) bei zwei oder drei Generationen komplett versagt. Kein Anstand, kein Respekt, keine Hygiene, dafür jede Menge „ISCH WILL DAS SO!“ und „STELL DISCH NISCH SO AN!“. Die eigene Freiheit zählt, die der anderen nicht. Sieht man übrigens auch wunderbar in der aktuellen Staffel von „Sommerhaus der Stars“ auf RTL, das aber nur am Rande.

Ich für meinen Teil hoffe sehr, dass auch nach Corona – wann auch immer das sein wird – Abstand gehalten wird im Alltag. Ich möchte keine Ausdünstungen jedweder Art einatmen müssen (da hilft auch keine Maske), ich muss nicht wissen, was alles auf dem letzten Döner der Person hinter mir in der Kassenschlange war und wenn ich mein Mittagessen bezahle, kann ich gerne auf die gesammelten Duftproben aus Douglas & Co. verzichten. Ich will auch nicht, dass sich irgendwer an mir reibt oder mich ableckt, was nur eine Stufe weiter wäre…

Und wenn wir schon dabei sind: Wenn auf einem großen Supermarktparkplatz alles frei ist, möchte ich nicht, dass irgendein SUV direkt neben mir parkt. Es ist genug Platz, also geh weg, danke! 😉

Zeitenwende und schlechtes Wetter

Seit gestern gilt wieder die Normalzeit (auch wenn manche Leute von der „Winterzeit“ reden 🤷🏼‍♂️) und es wird wieder „früher“ dunkel.

Wobei das ja so nicht stimmt. Wir leben nunmal in nördlichen Breitengraden, und je weiter man nach Norden geht, desto größer wird der Unterschied zwischen Tag und Nacht im Sommer wie im Winter. Wem das nicht passt, kann gerne nach Italien oder noch weiter Richtung Äquator ziehen… aber das nur am Rande.

Die Uhrumstellung zeigt jedes Jahr seit den 1980ern deutlich, dass es Herbst ist in Deutschland. Also falls man das nicht am Wetter gemerkt haben sollte.

Die Tage werden immer kürzer, es wird kühler und nasser draußen. Und in Verbindung mit der „früher“ einsetzenden Dunkelheit muss ich sagen: SUPER!

Die Wanderwege und Waldpfade in der Gegend sind wesentlich weniger frequentiert. Wo sich sonst mittags und vor allem abends SUVs um Parkplätze prügeln, herrscht jetzt Platz und Ruhe. Vereinzelt trifft man abgehärtete Jogger und auch den ein oder anderen Radfahrprofi, der sich (verbotenerweise) durchs Unterholz strampelt. Doch kein Vergleich zum Frühjahr oder gar Sommer.

Das kommt Schika, seinem Frauchen und mir natürlich sehr gelegen. Wir müssen nicht mehr für andere mitdenken und aufpassen, sondern können ganz entspannt die Spaziergänge im Wald und der Heide genießen. Der kleine Wuschel läuft frei (wo es erlaubt ist) durch die Natur und es ist eine Freude zu sehen, woran er alles Spaß hat.

Wobei… im Grunde reicht es ihm ja, wenn er ein Stöckchen (oder einen kleinen Baum) zum Kauen gefunden hat. Herrchen und Frauchen dazu und schon ist die Welt in Ordnung, nichts kann ihn dann stören.

Hoffentlich wird er 20 Jahre alt ❤️

Kahlschlag

Schika musste zum Friseur, mal wieder…

Glücklicherweise haben wir einen guten Hundefriseur um die Ecke gefunden und so bin ich morgens in aller Herrgottsfrühe aufgebrochen, um den letzten Kahlschlagtermin für dieses Jahr wahrzunehmen.

An dieser Stelle nochmal ein Lob an den Hundesalon Maya, der den hibbeligen Wuschel ganz gut im Griff hat.

Man sieht ja auch als Mensch immer etwas anders, etwas ungewohnt aus, wenn man frisch vom Friseur kommt. Bei Schika ist das allerdings jedesmal eine gewaltige Umstellung für uns. Als Lagotto-Pudel-Mix hat er ja eigentlich ein schönes, lockiges Fell und wirkt dadurch wie ein Kuscheltier auf relativ langen Beinchen. Wenn der Friseur allerdings mit ihm fertig ist, haben wir optisch einen komplett anderen Hund zuhause 😉

vorher…
…nachher

Was mir allerdings jedesmal das Herz bricht: Wenn wir auch nur in die Nähe des Friseursalons kommen, wird er zunächst unruhig. Bei diesem Termin fing er sogar an zu zittern und sich einzuigeln. Er will einfach nicht dort hin. Sein Rudel ist weg, er ist allein – das kann er ja prinzipiell nicht gut leiden – und dann die Maschinen! Unsere Friseurin geht allerdings sehr behutsam und einfühlsam mit ihm um und ich warte in der Nähe – dank Corona und den supertollen Vorschriften kann ich ja nicht mehr direkt dabei bleiben.

Da Schika keinerlei Haare verliert (wir haben nicht ein einziges in mittlerweile fast 2 Jahren gefunden), wie das bei Lagottos und Co. üblich ist, kann ich ihm den Friseurbesuch leider nicht ersparen. Wir haben das allerdings auf 2x im Jahr reduziert und gehen jeweils im Frühjahr und Herbst hin, um ihn wieder freizuschneiden.

Der nächste Termin ist dann in 5 bis 6 Monaten. Für dieses Jahr ist Schluss, kleine Fellnase 🙂

Link: Hundesalon Maya

Endlich ist Missbrauch ein Verbrechen

Kaum zu glauben, aber nicht jeder Missbrauch – auch sexueller Missbrauch an Kindern – war bisher ein Verbrechen. Oft genug wurde dieses Vergehen viel zu milde geahndet, wenn überhaupt.

Die Fälle, die überhaupt der breiten Öffentlichkeit bekannt wurden, waren meist spektakuläre Fälle, die entweder mit Signalwirkung nach langen Prozessen mit fast der jeweiligen Höchststrafe geahndet wurden oder eben Fälle, wo man den Eindruck hat(te), dass der Täter bzw. die Täterin im Vordergrund steht. Da fielen dann schon einmal Sätze vom Richter wie „Wir möchten ihm nicht die Zukunft verbauen“.

Zum Kotzen!

Wer bei nachgewiesenem (sexuellen) Missbrauch Bewährungsstrafen verhängt, macht sich mitschuldig am lebenslangen Leid der Opfer, der Überlebenden. Der Täter (oder die Täterin!) geht grinsed aus dem Saal als freier Mensch, das Opfer bleibt allein zurück und darf sich meist noch um Therapie und Therapiekosten selbst kümmern, während der Täter sein Leben weiterleben kann.

Da fragt man sich – gerade als Betroffener – wieso diese Richterinnen und Richter einen Dreck auf die Opfer, die Außenwirkung und die Gesellschaft an sich geben. Jemand, der sich an anderen Menschen auf welche Weise auch immer vergeht, hat meiner Meinung nach das Recht verwirkt, Teil dieser Gesellschaft zu sein. Gerade bei Verbrechen dieser Art gibt es keine Therapie, kein „Oh, huch, das wollte ich so ja gar nicht, sorry“ und keine andere Ausrede jeglicher Art. Wie trotz erdrückender Beweislage ein Verteidiger guten Gewissens auf „Freispruch“ plädieren kann, verschließt sich mir ebenfalls. Allenfalls eine soziopathische Persönlichkeitsstörung und/oder ein Hass auf die Opfer kommt da als Erklärung in Frage. Vielleicht noch Weltfremdheit aufgrund von zu langer theoretischer Arbeit.

Als Richter bracht man eine gewisse Distanz, um keine emotional beeinflussten Urteile zu fällen. Das lernt man recht früh im Jurastudium. Das bedeutet aber nicht, dass man die Vergewaltigung von Jungen und Mädchen wie einen Bankraub behandelt und dementsprechend milde bestraft. Ich nenne solch eine Art der Urteilsfindung unmenschlich und fast schon menschenverachtend, denn wenn der Faktor Mensch so gut es geht aus der Urteilsfindung herausgenommen werden soll, brauchen wir keine Richter, sondern nur entsprechend komplexe Algorithmen. Vielleicht kommt das ja noch, wer weiß…

Aber nun wird ja alles anders. Sexueller Missbrauch ist nun ein Verbrechen, kein Vergehen mehr. Das bedeutet, dass die Mindeststrafen, das Strafmaß und der Aktionsrahmen der Richter angepasst wurden, ebenso wie die Verjährungsfristen. Details gibt’s zum Beispiel hier: https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/bei-missbrauch-und-kinderpornografie-drohen-kuenftig-haertere-strafen-a3362034.html

Dieser Gesetzentwurf ist übrigens NICHT auf Initiative von Frau Lambrecht (SPD) auf den Weg gebracht worden, wie man so oft liest. Bereits 2019 forderte die CDU eine Verschärfung des Strafrechts und Tour41 e.V. hat über lange Zeit Unterschriften für eine Petition gesammelt, die dann im Sommer an Frau Lambrecht übergeben wurde – nachdem übrigens die Presse offiziell ausgeladen wurde. Im Vorfeld hatte sich Frau Lambrecht richtiggehend gegen eine Verschärfung des Strafmaßes und die Einstufung als Verbrechen ausgesprochen. Als Grund gab sie an, dass man ja dann auch kinderpornographische Comics und dergleichen so hart bestrafen müsste. Dass man sowas mit entsprechenden Formulierungen handhaben könnte, kam ihr scheinbar nicht in den Sinn. Aber Menschen sind vergesslich.

Ich nicht. Ich kann mich auch noch an die SPD-Affäre rund um Herrn Edathy erinnern. Ich kenne auch noch die Initiativen von B90/Grüne zur Quasi-Legalisierung von Sex mit Minderjährigen. Ich weiß auch noch, dass Vergewaltigung in der Ehe lange Zeit von der SPD als Nötigung angesehen und Verschärfungen bzw. Gesetzenentwürfe blockiert wurden.

Was geht in DIESEN Politikern vor, dass sie sich so sehr wehren, wenn es um den Schutz ihrer Bürger geht? Kinder zählen nicht? Frauen auch nicht? Männer sind ja sowieso die Bösen, die lasse ich hier mal weg… das Thema ist traurig genug mittlerweile. Aber dass man gegen den Schutz der Schwächsten ist und argumentiert, ist krank! Da gibts auch keine Ausrede, keine Relativierung.

Wer Hand an einen anderen Menschen legt, darf nicht mit Milde belohnt werden. Wer einen anderen Menschen gleich welchen Geschlechts als Mann oder Frau misshandelt und/oder missbraucht, darf nicht mit Bewährungsstrafen davonkommen oder sich anderweitig herausreden können! Es gibt dafür keine Rechtfertigung, keine „Notwehrklausel“.

Der Gesetzesentwurf ist ein erster Schritt, der etliche Jahrzehnte zu spät kommt, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung ist. Ich hoffe, dass das nun geltende Recht konsequent angewendet wird und dieses verdammte Suchen nach Entschuldigungen endlich aufhört!

Für mich gehört jeder, der Gewalt aus niederen Beweggründen ausübt, weggesperrt. Man kann ihm oder ihr auch nicht die Zukunft verbauen, denn das hat die Täterin bzw. der Täter schon selbst erledigt. Pädophilie ist keine Krankheit, sondern eine Neigung, eine Vorliebe. Sie ist nicht „heilbar“, man kann sie unterdrücken, sich ablenken. Wie bei Alkoholismus genügt allerdings ein kleiner Auslöser, ein winziger Rückfall, und schon geht alles wieder von vorne los.

Nach der bisherigen Gesetzgebung war es theoretisch sogar ohne Probleme möglich, dass jemand eine Ausbildung als Erzieher/in absolviert, dann Kinder missbraucht, verurteilt wird und nach Ende der Frist zur Löschung im Bundeszentralregister (Stichwort „erweitertes Führungszeugnis“) und Verbüßen der Strafe im Kindergarten eine Stelle antritt oder Lehrer wird. Der Punkt „Tilgungsfristen“ wurde zwar im aktuellen Gesetzesentwurf an die neuen Formulierungen angepasst, allerdings verschwinden die Straftaten immer noch nach gewisser Zeit aus dem „erweiterten Fürungszeugnis“.


Ich schreibe hier übrigens bewusst auch von TäterINNEN. Der Gesetzestext wurde – im Gegensatz zu anderen Entwürfen – nicht gegendert. Einerseits finde ich das positiv, da Gendern mehr Distanz, mehr Spaltung und Diskriminierung schafft als bekämpft. Andererseits vermisse ich etwas die Konsequenz. Es gibt sehr viele Täterinnen, die teils ungeschoren davonkommen, weil sie immer wieder Ausreden, Entschuldigungen und dergleichen finden und sogar selbst als Opfer angesehen werden. Gleichbehandlung sollte – MUSS – auch im Strafrecht berücksichtigt werden. Ich denke, Richter/innen sollen objektiv sein…? Naja… was weiß ich schon. Bin ja nur Überlebender… TäterINNEN dürfen nicht von vorneherein ignoriert werden! Gerade Opfer von Gewalt durch Frauen – speziell Mütter – haben eine nochmals größere Hemmschwelle!


Fassen wir zusammen:

  • die SPD wehrt sich seit Jahrzehnten gegen schärfere Strafen für Täterinnen und Täter bei sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung
  • Frau Lambrecht hat sich deutlich gegen schärfere Strafen für sexuellen Missbrauch ausgesprochen – mit albernen Begründungen
  • entsprechende Taten werden immer noch aus dem (erweiterten) Führungszeugnis gelöscht
  • der aktuelle Gesetzesentwurf verhindert u.U. Bewährungsstrafen für diese Monster
  • sexueller Missbrauch und dessen Derivate werden nun endlich als Verbrechen eingestuft

Wie gesagt: Ein Schritt in die richtige Richtung, aber dass man so lange dafür kämpfen muss, ist ein Armutszeugnis für die Regierungsparteien, die eigentlich für unseren Schutz sorgen sollen, indem sie entsprechende Rahmenbedingungen schaffen.

Ich bin gespannt auf die ersten Verfahren und Urteile nach neuem Recht!

Weitere Links zum Thema:

Ich vergesse nicht und vergebe nur sehr schwer. Speziell wenn immer wieder deutlich wird, wie sehr sich manche Parteien für die Täter engagieren und gegen die Opfer von sexuellem Missbrauch stellen. Hier gibt es keinen Vertrauensvorschuss und keine Absolution – hier sind die Parteien in der Bringschuld, denn SIE müssen beweisen, dass sie auch wirklich wollen was sie sagen. Und das ist noch ein langer Weg…

Weitere Artikel von mir zum Thema gibts natürlich in der Kategorie Missbrauchsleben.

Sommerhaus der Stars

Immer wenn man denkt, es geht nicht mehr weiter runter mit dem Niveau, packt irgendjemand aus Berlin am Rhein eine Schaufel aus…

So auch gestern bei der 9. Folge des diesjährigen Sommerhauses, das diesmal in NRW gedreht wurde.

Ich werde hier nicht die Sendung rezitieren, das haben andere schon wirklich super gemacht.

Was ich mich allerdings immer mehr frage: sind die Gestörten wirklich so hohl und naiv oder ist das alles Kalkül?

Es wird alles gefilmt und aufgezeichnet. Das ist Sinn und Zweck der Show. Seit 2 Jahrzehnten gibt es diese Big Brother-Formate, also sind gerade die jungen InFlUeNcEr damit aufgewachsen, müssten also wissen, dass man in einem solchen Format nichts verheimlichen kann.

Trotzdem versuchen sie es. Andrej Mangold und Jenny waren wenigstens so schlau, andere für sich einzuspannen, die die richtige Drecksarbeit machen. Trotzdem sind sie genauso unterbelichtet, wie der Bodensatz, der aktuell die Flagge der Hinterfotzigkeit hoch hält.

Da wird gerotzt, gehetzt und gelästert, beleidigt, gemobbt und manipuliert was das Zeug hält und in den Interviews konstatiert man selbstbewusst, dass man „straight“ und „real“ ist, dass man direkt und ehrlich alles anspricht und es nicht leiden kann, wenn was „hintenrum“ passiert.

Ein Interview später geben Asoziale wie Lisha (samt Schoßhündchen Lou) vor den Kameras stolz zu „der Schlampe was vorzuspielen und ihr dann ein Messer in den Rücken“ rammen zu wollen.

Nochmal: wissen die nicht, dass das gefilmt wird oder reicht dafür die Hirnkapazität nicht aus?

Natürlich empören sich die Zuschauer. Die Show macht aktuell regelrecht aggressiv, was den Unterhaltungsfaktor zwar nicht schmälert, aber dazu führt, dass man die Woche Pause zwischen zwei Folgen wirklich braucht.

Diese Empörung nehmen dann die Mobber und Egomanen zum Anlass, sich selbst zu profilieren und die Schuld auf den Sender (RTL) zu schieben, weil die „Schnitte in der Show alles falsch darstellen“ 🤦🏼‍♂️

Man kann viel schneiden, ja. Aber das sind keine Schnitte. Die Ausraster, die gerade von der kaputtoperierten Berliner Gossenmatratze kommen, sind vielleicht (!) aus dem Kontext gerissen, denn man sieht in 2,5 Stunden keine ganze Woche. Doch sie sind nicht zusammengeschnitten. Wenn diese ekelhafte „Person“ 10 Minuten am Stück geifert, hasst und hetzt und wie ein „Yo Alda“ nachts im Park „Guck misch nisch so an, du Fotze. Zeig mal Respekt, Bitch“ fordert, kann man das gar nicht schlecht schneiden. Man könnte es nichtmal positiv schneiden, denn auch wenn im Berliner Ghetto sowas wohl normal ist („In Kreuzberg würden sie die dafür die Knochen brechen“), hat ein solches Verhalten in einer halbwegs zivilisierten Gesellschaft nichts verloren.

„Meine Follower zerreißen die Alte“ geht’s dann weiter, in den Spielen wird sich abgesprochen und dies auch zugegeben, um die „Bitch“ Eva rauszuekeln und in den Interviews und den anderen Gesprächen stellt man natürlich klar, dass es ganz anders war.

Zeigt sich hier die Mentalität der heutigen Gesellschaft? Die anderen sind Schuld! Ich trage keine Verantwortung! Wenn du nicht machst was ich will, schlag ich dich zusammen!

Ist das so? Es macht jedenfalls den Eindruck. Das ältere Pharo-Pärchen jedenfalls spielt bei allem mit. Mitläufer, die meinen, wenn sie sich der lauten Prolltante anschliessen, werden sie verschont oder können in deren Fahrwasser bis ins Finale schwimmen. Aber diese Art Parasit kennt man auch aus dem „normalen“ Leben.

Bleibt zu sagen, dass das Sommerhaus neue Maßstäbe beim Asozialitätslevel setzt. Doch das liegt nicht an den ScHnItTeN. Das Sommerhaus ist auch ein kleiner Spiegel unserer Gesellschaft, in der sich manipulierende Grüppchen bilden, die mit aller mittelalterlichen Ekelhaftigkeit und Egozentrik gegen die „normale(r)en“ gehen und auch vor Gewalt nicht zurückschrecken, wenn das Unwetter Pack nicht spurt.

Wie auch immer: es ist großartige Unterhaltung, die aber etwas Nervenstärke erfordert, dann aber wie eine Art Zoo betrachtet werden kann. Ich hoffe mal, dass sich die Empörung über das Handeln und Gebaren von Annemarie, Tim, Lisha, Lou, Andrej, Jenny und den Pharos ins Bewusstsein der Leute einbrennt und man sich zukünftig auch im echten Leben gegen diese Art „Mensch“ stellt.

Doom Patrol und The Strain

Ich weiß selbst nicht so genau, warum ich diese beiden Serien relativ lange habe links liegen lassen.

Ok, bei Doom Patrol (gibts ohne weitere Kosten bei Amazon Prime) weiß ich das schon: es ist eine DC-Serie. DC-Filme sind ja schon schlimm. Voller Pathos, düster, künstlich und irgendwie gezwungen kommen mir sämtliche Filme vor. Gerade im Vergleich zu den Marvel-Filmen will keine Sympathie entstehen. Die Lachnummer „Meine Mutter heißt Martha“ – „Ok, lass uns Freunde sein“ war dann zu viel für mich. Einzig die Batman-Trilogie mit Christian Bale fand ich klasse.

Die Serien aus dem DC-Universum waren bisher in meinen Augen Low-Budget-Kram, der am Fließband in die Welt geschmissen wird. Teenie-Serien wie Teen Wolf und Co. eben. Mehr als ein oder zwei Folgen konnte ich nie ertragen. Daher wollte ich zwar Doom Patrol ob der Beschreibung schon eine Chance geben, habe aber stets irgendwelche Alternativen gesucht und gefunden. In diesem Fall muss ich aber sagen, dass ich das gar nicht gemusst hätte.

Doom Patrol ist klasse! Irgendwie scheint es wie eine Mischung aus Deadpool, Fringe und The Boys. Die Serie nimmt sich nicht ernst und ist herrlich abgedreht. Wer wollte nicht schon einmal ein aus einem Penny beschworenes blaues Orakelpferd fragen, wie man die Apokalypse verhindert? Und wenn der „Animal-Vegetable-Mineral-Man“ versucht, einen Laden zu überfallen, merkt man deutlich, was „abgedreht“ bedeuten kann.

In jeder Folge gibt es etliche WTF-Momente, die mir oft genug die Lachtränen in die Augen treiben. Die Stories sind in den jeweiligen Staffeln abgeschlossen, die Handlung interessant, die Superkräfte „seltsam“ und die Charaktere wachsen einem mit der Zeit ans Herz. Doom Patrol hatte mich ehrlich gesagt schon nach der ersten Folge gepackt. So muss das sein!

Bei The Strain war ich ebenfalls skeptisch. Es gibt nun wahrlich genug Vampir- und Zombie-Serien. Die Genres sind mehr oder weniger ausgelutscht und entweder 08/15-Teeniekram oder gezwungen ernster Endzeitmurks. Bei unter 10€ pro Staffel (Amazon) habe ich allerdings zugeschlagen und mir die erste Staffel angetan.

Man möchte wissen, wie es weitergeht – eine Grundvoraussetzung für eine gute Serie. Die Serie behandelt eine Art Seuche, die durch Parasiten übertragen wird und Befallene zu einer Art Vampir macht, auch wenn sie oft genug auch als Zombie durchgehen. Später bekommt The Strain etwas von Underworld und Blade. Wer Probleme mit Blut oder ekligen Nahaufnahmen hat, sollte sich das Anschauen vielleicht überlegen.

Die Serie wird als „Horrorserie“ bezeichnet, allerdings hält sich der Horrorfaktor meiner Meinung nach eher im unteren Bereich auf. Pan’s Labyrinth ist denke ich ein guter Vergleich, wahrscheinlich weil Guillermo del Toro hier auch maßgeblich verantwortlich zeichnet.

Wie sieht es bei euch aus? Welche Serien habt ihr zunächst abgelehnt oder unterschätzt? Welches sind eure Favoriten?