Doom Patrol und The Strain

Ich weiß selbst nicht so genau, warum ich diese beiden Serien relativ lange habe links liegen lassen.

Ok, bei Doom Patrol (gibts ohne weitere Kosten bei Amazon Prime) weiß ich das schon: es ist eine DC-Serie. DC-Filme sind ja schon schlimm. Voller Pathos, düster, künstlich und irgendwie gezwungen kommen mir sämtliche Filme vor. Gerade im Vergleich zu den Marvel-Filmen will keine Sympathie entstehen. Die Lachnummer „Meine Mutter heißt Martha“ – „Ok, lass uns Freunde sein“ war dann zu viel für mich. Einzig die Batman-Trilogie mit Christian Bale fand ich klasse.

Die Serien aus dem DC-Universum waren bisher in meinen Augen Low-Budget-Kram, der am Fließband in die Welt geschmissen wird. Teenie-Serien wie Teen Wolf und Co. eben. Mehr als ein oder zwei Folgen konnte ich nie ertragen. Daher wollte ich zwar Doom Patrol ob der Beschreibung schon eine Chance geben, habe aber stets irgendwelche Alternativen gesucht und gefunden. In diesem Fall muss ich aber sagen, dass ich das gar nicht gemusst hätte.

Doom Patrol ist klasse! Irgendwie scheint es wie eine Mischung aus Deadpool, Fringe und The Boys. Die Serie nimmt sich nicht ernst und ist herrlich abgedreht. Wer wollte nicht schon einmal ein aus einem Penny beschworenes blaues Orakelpferd fragen, wie man die Apokalypse verhindert? Und wenn der „Animal-Vegetable-Mineral-Man“ versucht, einen Laden zu überfallen, merkt man deutlich, was „abgedreht“ bedeuten kann.

In jeder Folge gibt es etliche WTF-Momente, die mir oft genug die Lachtränen in die Augen treiben. Die Stories sind in den jeweiligen Staffeln abgeschlossen, die Handlung interessant, die Superkräfte „seltsam“ und die Charaktere wachsen einem mit der Zeit ans Herz. Doom Patrol hatte mich ehrlich gesagt schon nach der ersten Folge gepackt. So muss das sein!

Bei The Strain war ich ebenfalls skeptisch. Es gibt nun wahrlich genug Vampir- und Zombie-Serien. Die Genres sind mehr oder weniger ausgelutscht und entweder 08/15-Teeniekram oder gezwungen ernster Endzeitmurks. Bei unter 10€ pro Staffel (Amazon) habe ich allerdings zugeschlagen und mir die erste Staffel angetan.

Man möchte wissen, wie es weitergeht – eine Grundvoraussetzung für eine gute Serie. Die Serie behandelt eine Art Seuche, die durch Parasiten übertragen wird und Befallene zu einer Art Vampir macht, auch wenn sie oft genug auch als Zombie durchgehen. Später bekommt The Strain etwas von Underworld und Blade. Wer Probleme mit Blut oder ekligen Nahaufnahmen hat, sollte sich das Anschauen vielleicht überlegen.

Die Serie wird als „Horrorserie“ bezeichnet, allerdings hält sich der Horrorfaktor meiner Meinung nach eher im unteren Bereich auf. Pan’s Labyrinth ist denke ich ein guter Vergleich, wahrscheinlich weil Guillermo del Toro hier auch maßgeblich verantwortlich zeichnet.

Wie sieht es bei euch aus? Welche Serien habt ihr zunächst abgelehnt oder unterschätzt? Welches sind eure Favoriten?