Hundeadvent

Schika, der Autorenhund, ist nun schon über 2 Jahre bei uns und jeder Tag ist ein Geschenk.

Sehr klischeehaft und abgedroschen, ich weiß, aber dennoch ist es so. Rückblickend betrachtet war es wohl Schicksal, dass er zu uns gekommen ist. Nichts passiert ohne Grund, davon bin ich überzeugt, doch erst im Nachhinein erkennen wir die Strukturen und Gründe.

Warum er bei uns ist, kann ich nicht sagen, aber dass es überhaupt dazu gekommen ist, war schon mehr als Glück. Wir hatten uns als Gassigänger im Tierheim angemeldet und meine Frau sagte sofort: „Der ist ja süß!“ als er hinter seiner Zwingertür wie ein Flummi auf und ab hüpfte. Schika war erst seit kurzem im Tierheim. Warum – das haben wir bis heute nicht erfahren.

Nach dem ersten Gassigang mit dem Wuschel war klar, dass uns beiden ein Hund im Leben fehlte. Und zwar genau dieser. Als ich dann kurze Zeit später, wenige Wochen nach unserem Schweden-Roadtrip, meinen Beruf an den Nagel hängte – ermöglicht und ermutigt durch meine geliebte Frau – haben wir uns auf die Warteliste setzen lassen, denn Schika wollten einige Leute haben. Er ist ja schon süß 😍

Die Tierheimmitarbeiterin machte uns wenig Hoffnung, aber wer nicht wagt…

Wir sind dann noch einige Male mit Schika spazieren gewesen und keine 2 Wochen nachdem wir auf die Warteliste gesetzt wurden, rief mich das Tierheim an. Da mein Handy grundsätzlich auf „lautlos“ steht und wir zudem noch Besuch von Nichte und Neffe hatten, habe ich das nicht mitbekommen. Als ich den verpassten Anruf sah, googelte ich die Nummer, sah, dass es das Tierheim war und versuchte zurückzurufen. Leider ging niemand ans Telefon, obwohl zwischen Anruf und Rückruf keine 15 Minuten lagen.

In einer Spontanaktion haben meine Frau und ich die beiden Kids ins Auto gepackt und sind zum Tierheim gefahren. Der „Plan“ war, mit den beiden und hoffentlich Schika spazieren zu gehen und natürlich herauszufinden, warum mich das Tierheim angerufen hatte. Wahrscheinlich ging es um die Mitgliedschaft im Tierschutzverein, die obligatorisch ist für erstmalige Gassigänger.

Am Tierheim angekommen wollten wir zunächst ins Büro, aber da die Schlange an Besuchern dort recht lang war, statteten wir Schika einen kurzen Besuch ab. Der freundliche und hubbelige Kerl sprang hinter seiner Zwingertür auf und ab, so dass er durch das im oberen Teil der Tür angebrachte Fenster etwas sehen konnte. Wie gern hätten wir ihn sofort mitgenommen!

Die Kinder waren auch sofort begeistert von dem Fellknäuel. Wer kann es ihnen verdenken?

Zurück im Büro war die Schlange merklich geschrumpft und ich konnte endlich fragen, was der Grund des Anrufs war. Die freundliche Mitarbeiterin sagte dann das, was wir nicht zu hoffen gewagt hatten: „Sie waren die einzigen Interessenten, die sich gemeldet haben. Wenn sie möchten, gehört Schika ihnen..!“

Die bis dahin vielversprechendste Interessentin schien eher Gründe zu suchen, warum es gerade kein passender Zeitpunkt wäre. Der Umzug. Und die Katze müsste ja einverstanden sein. Und überhaupt… als ginge es um eine Kommode und nicht um ein Lebewesen.

Wow! Damit hatten wir nicht gerechnet, auch und gerade weil noch 8 andere vor uns auf der Liste standen. Natürlich sagten wir sofort zu. Es folgte der notwendige Papierkram, inklusive Einverständniserklärung des Vermieters – wozu wir alle Nachbarn um Erlaubnis samt Unterschrift bitten mussten – Haftpflichtversicherung… und Sachkundenachweis, den meine Frau mit Bravour bestand. Sachkundenachweis… weil er knapp über 40 cm Schulterhöhe hat. Naja. Da ist auch ne Menge lockiges Fell dabei, aber sei’s drum. Das war wohl auch ein Hindernis, da viele Interessenten gerne einen Hund mitnehmen würden, aber man möchte das doch bitte ohne diesen ganzen Aufwand haben 🤦🏼‍♂️

Dabei dauerte das alles nur wenige Tage, die sich für mich allerdings wie Wochen anfühlten. Nachdem der Vermieter sein Einverständnis gegeben hatte, konnte ich Schika das erste Mal mit nach Hause nehmen. Er hat sich sofort wohl gefühlt, nur die erste Autofahrt war etwas zu aufregend. Das Erbrochene war aber leicht zu entfernen, dank der Ledersitze 😉

Wenige Tage später erfolgte dann der Besuch eines netten Mannes vom Tierschutz, der sich die Wohnung ansah und prüfte, wie sich Schika verhält und ob er artgerecht gehalten werden kann. Die Beurteilung fiel sehr positiv aus und die Übergabe samt Ablösezahlung war dann nur noch Formsache

Knapp 3 Wochen nach der „Warteliste“ bzw. etwa 5 Wochen nach „Ist der süß!“ war Schika Teil unserer Familie ❤️

Seitdem waren wir keinen einzigen Tag von ihm getrennt und ich muss sagen, dass ich nie einen freundlicheren Hund gekannt habe. In den 2 Jahren hat er keine 2 Dutzend Mal gebellt, er zeigt keinerlei Aggressionen (außer bei Katzen 😁), lernt unglaublich schnell und kuschelt für sein Leben gern.

Leckerlis mag er natürlich auch, deswegen gibts selbstverständlich jedes Jahr einen Hunde-Adventskalender. So viel Kitsch muss sein!

Danke, Schika, dass du Teil unseres Lebens bist! Du musst nie wieder alleine sein ❤️