“Kinder“ spielen Fußball mit Welpen

Link zum Bericht auf BILD (Video).

Da fehlen mir die (guten) Worte. Ganz ehrlich. Auch wenn es heutzutage „in“ und „hip“ ist, selbst die widerlichsten Taten zu relativieren und in allem irgendwas Positives oder Entschuldigendes zu sehen, weigere ich mich, dies ebenfalls zu tun.

Es gibt Taten, die sind nicht entschuldbar. Egal was jemand erlebt hat oder welches „Trauma“ oder sonstige Ausreden er oder sie aufführt. Klar ist es doof, wenn da auf einmal jemand fordert, dass man Verantwortung für sein Handeln übernimmt und sich nicht von irgendwelchen Geschichten einlullen lässt.

Ich hab auch viel Scheiße hinter mir. Mehr als sehr viele andere. Und ich trete keine Leute zusammen, steche niemanden ab, klaue nicht, gehe nicht zu Anti-Polizei-Demos, besetze keine Häuser, jage keine Christen und auch keine Moslems oder Migranten, vergewaltige nicht, grapsche auch nicht wild um mich und ich trete und schlage keine wehrlosen Lebewesen!!

Deswegen lasse ich „schwere Kindheit“, „zu jung“ oder „soziale Probleme“ nicht als Erklärung oder Entschuldigung für Fehlverhalten, Vergehen oder Verbrechen gelten. Jeder (!) ist für sein Leben selbst verantwortlich. Das muss endlich wieder in die Köpfe der verweichlichten „aber wegen XYZ konnte ich nicht anders“- und „die Anderen sind Schuld an meinem Unglück“-Idioten rein. Wenn die Eltern nicht in der Lage sind, ihre Brut ordentlich zu erziehen, muss eben ein harter Cut her. Irgendwann ist auch Schluss mit Verständnis- und Toleranzwahn!

Was hier passiert ist, macht mich wütend. Ein zutraulicher Welpe wird als Fußball missbraucht. Von 10-12 „Kindern“. Er wird getreten und misshandelt. Als Folge davon hat er wohl bleibende Schäden erlitten, wie zum Beispiel Inkontinenz und Beckenschiefstand.

Sie traten das Tier, das laut winselte. Dann warfen sie es sich zu, schließlich flog der Welpe noch eine Treppe hinab.

Als die alarmierten Tierschützer schließlich eintrafen und die Besitzerin des Welpen in ihrer Wohnung konfrontierten, konnten sie noch sehen, wie der Kleine von der Nachkommenschaft an den Beinen durch die Wohnung geschleift wurde. Das muss man sich mal vorstellen… 😡

Was bitte geht in diesem asozialen Pack vor, dass sie sich an einem wehrlosen, wenige Wochen alten Welpen vergehen? Wie würden diese widerlichen Subjekte – das sind für mich keine Kinder! – reagieren, wenn man sie so behandeln würde? Was läuft da noch falsch? Was ist mit den Eltern, die ihren Teil zur charakterlichen „Entwicklung“ beigetragen haben?

Ich werde es nie verstehen, wie man andere und vor allem schwächere Lebewesen so be- und misshandeln kann. Egal ob Mensch oder Tier. Und manchmal wünscht man sich bei sowas eine Art Instant-Karma. Ich persönlich kann auf „Menschen“, die sich so primitiv und antisozial verhalten, sehr gut verzichten.

Ich tippe aber mal drauf, dass da trotz Strafanzeige nichts weiter passiert. Zu jung, „jugendlicher Leichtsinn“, „wir haben alle mal Dummheiten gemacht“ oder die übliche „schwierige Kindheit“ – irgendwas davon muss bestimmt wieder als Rechtfertigung herhalten für ekelhaftes Verhalten von Menschen, die anschließend genauso weitermachen werden. Es passiert solchen Subjekten ja nichts…

„Sweety“ – so heißt die kleine Fellnase aus Dortmund – wurde Gottseidank aus dieser Hölle befreit und kann nun ein Leben leben, das nicht aus Gewalt und Asozialität besteht.

Alles Gute, Sweety ❤️

Badbescherung

Ja, das kann der Autorenhund nicht leiden: Bad. Und Dusche.

Wer sich wälzt, wird gewaschen. So ist der Lauf der Dinge. Jede Freiheit hat ihre Grenzen und jeder miefende Fleck im weihnachtlich ruhigen Wald seine Handbrause.

Das weiß der kleine Wuschel auch ganz genau. Auch wenn er keinerlei Probleme hat, in alle möglichen Gewässer zu springen, so meidet er das Wasser aus dem Hahn wo er nur kann. Ein toller Wasserhund…

Baden in der Nordsee? Planschen in der Brandung? Bälle holen im Meer? Tauchen in der Gracht? Schwimmen im Rhein? Stocki suchen um Chiemsee? Alles kein Problem.

Herrchen oder Frauchen steht im Bad und sagt „Komm“? Fluchtreflex!

Und so beginnt der zweite Weihnachtstag 2020 mit einem ausgiebigen Spaziergang bei 2 Grad (ohne Schnee, mit etwas Frost) im Wald, ein bisschen Gewälze im Laub und einer Schüttelorgie seitens Schika samt anschließendem Putzen von Bad und Flur.

Frohe Weihnachten 🤷🏼‍♂️😊

Dragon Quest XI S: Echoes of an Elusive Age – Definitive Edition (Xbox Series X)

Auf dieses Spiel habe ich seit der Ankündigung gewartet. DQ11 ist nicht neu, aber neu auf der Xbox (One und Series) und zudem im Game Pass enthalten. Allerdings ist es auch den Preis wert, wenn man es separat kauft.

Vorweg: Ich bin noch nicht komplett durch mit dem Spiel. Derzeit liegt der Ingame-Spielzeittimer bei knapp über 70 Stunden und ich denke, er wird dreistellig sein, wenn ich das Ende erreiche. Ob ich alle Achievements freischalten will, weiß ich noch nicht. Mal sehen.

DQ11 ist ein sehr gut inszeniertes JRPG im Stil von Final Fantasy oder Tales of Vesperia. Wenn man sich anschaut, welchen Weg Final Fantasy mit Teil XV eingeschlagen hat, ist DQ11 sogar eher Final Fantasy als FF XV.

DQ11 spielt in einer offenen Fantasy-Welt, die man mit fortschreitender Story immer weitläufiger erkunden kann. Es gibt etliche Sidequests, genug Sammelkram aber vor allem eine genial inszenierte Story. Man kann mehr als ausreichend an Speicherpunkten Halt machen, die Gegner leveln nicht mit – wie bei JRPGs üblich – was allerdings gegen Ende etwas Arbeit bedeutet. Kämpfe laufen rundenbasiert ab, eine Besonderheit in der heutigen Zeit, die krampfhaft auf Action gemünzt ist, warum auch immer… Es lassen sich jederzeit an Speicherpunkten die Skillpunkte neu anordnen, somit ist man nicht an einmal eingeschlagene Wege bei der Charakterentwicklung gebunden.

Man kann – und sollte – sich seine eigene Ausrüstung schmieden, kann sein Team frei zusammenstellen, auch innerhalb eines Kampfes, und ich hatte nie das Gefühl, irgendwas wäre unfair oder gezielt dazu da, um die Spielzeit künstlich in die Länge zu ziehen.

Das Grinden hält sich in Grenzen und findet im Grunde erst im letzten Viertel des Spiels statt. Ich bin bis dahin mit relativ wenigen Kämpfen ausgekommen und vielen sogar bewusst aus dem Weg gegangen – was dank sichtbarer Gegner kein großes Problem darstellt. Probleme mit Bossen hatte ich keine, nur einmal wäre ich fast gestorben – aber durch eigene Dummheit (und Hand).

Man kann alle Gruppenmitglieder selbst im Kampf steuern oder auch jeden bzw. nur bestimmte Charaktere automatisch agieren lassen. Auch das funktioniert ganz gut und am Anfang auch bei Bossgegnern. Wer will, kann DQ11 auch in 2D spielen. Es existiert sogar eine Storyline, die ausschließlich in 2D gespielt wird. Das muss man sich heute auch erstmal trauen.

Das Spiel an sich bietet also von den Mechaniken her kaum bis kein Frustpotenzial. Selbst Neulinge des Genres finden sich schnell ein und kommen in den Genuss der wahren Stärke von Dragon Quest XI: der Story!

Wie gesagt: ich bin noch nicht ganz durch. Ich werde hier nicht spoilern, aber das erste Ende ist nicht das Ende. Das zweite auch nicht. Oder doch? Ein bisschen? Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist klassisch: das Böse will alles Leben vernichten. Aber DQ11 schafft es, dieses simple Setting wunderbar aufzupeppen. Man freundet sich mit den Gruppenmitgliedern geradezu an, erfährt jede Menge Hintergrundinfos über sie und die gesamte Spielwelt und stellt seine Entscheidungen bzw. die des „Helden“ infrage. Man lacht und leidet mit, etwas, das Final Fantasy nach Teil X nicht mehr wirklich geschafft hat.

Von dieser Art Rollenspiel hätte ich gerne mehr. Kein banales Action-Gekloppe um des Kloppens willen und um über die dürftige Handlung hinwegzutäuschen, sondern eine genial erzählte Story ohne künstliche Längen mit einem angenehm entschleunigten Kampfsystem, das über erlern- und freischaltbare Zauber und Fähigkeiten genug Tiefgang bietet, ohne dabei zu kompliziert zu werden.

Was mir nicht so gefallen hat, war der Grafikstil. Der ist einfach nicht meins, aber ich hab mich dran gewöhnt. Der zweite negative Aspekt ist die deutsche Übersetzung. Das Spiel ist mit deutschen Texten und englischer Sprachausgabe spielbar, was das Spiel verständlicher macht (manche Stimmen haben schon einen sehr deutlichen Akzent), aber auch für einige Fragezeichen sorgt. Die Übersetzung ist eigentlich gut, aber warum kamen die Leute auf die Idee, Eigennamen umzuschreiben? Warum macht man aus einem Ort namens „Hotto“ (heiße Quellen, Vulkanland) das Dorf „Onzen“? Warum heißt „Gemma“ im Deutschen „Sandra“? Warum wurde aus „Jasper“ ein „Euklas“ oder aus „Temple of Dawn“ der „Tempel der Sonne“?

Abgesehen davon habe ich bisher wenig zu meckern. Das Inventorymanagement könnte etwas komfortabler sein und ich finde es schade, dass nur bestimmte Ausrüstungsgegenstände das Aussehen der Gruppenmitglieder ändern, aber das alles ist unwichtig und tut dem Spielspaß keinen Abbruch.

Auf der Xbox Series X|S kommt man zudem noch dank AutoHDR in den Genuss von HDR-Effekten, was den ohnehin schon wunderschönen Bildern in dieser Welt noch zusätzliche Brillanz verleiht. Quick Resume sorgt dann noch dafür, dass man auch mitten im Kampf oder in einem Dungeon die Konsole ausschalten und dann am nächsten Tag an derselben Stelle weitermachen kann, ohne erst wieder zu einem Speicherpunkt zurücklaufen zu müssen.

Ich hoffe sehr, dass demnächst noch mehr Spiele dieser Art erscheinen. Spiele sollen Spaß machen und einen unterhalten. Story ist – zumindest für mich – mit der wichtigste Aspekt bei einem Rollenspiel oder Adventure und DQ11 macht hier so ziemlich alles richtig. Danke, SquareEnix!

Eben beim Bäcker

Wir haben Corona. Also … die Welt. Pandemie und so. In unserer Stadt halten sich auch die Allermeisten an die Regeln und die Hygienekonzepte in den Supermärkten scheinen zu funktionieren.

Zumindest sehe ich keine Menschen mehr, die ohne Maske im Laden rumrennen und die Präsenz von uniformierten „Zählern“, die die Auslastung im Supermarkt verfolgen , sorgt dafür, dass nun auch der stumpfsinnigste Prolet einen Einkaufswagen benutzt. Das hat die letzten Monate trotz netter Schildchen nicht wirklich funktioniert. Naja. Manche lernen eben spät oder nur unter Zwang 🤷🏼‍♂️

Man hält Abstand und ist davon abgekommen, dem Vordermann an der Kasse in den Nacken zu atmen. Find ich klasse. Dass erst ein Virus und Gesetze, Verordnungen und Vorgaben kommen müssen, damit die Leute sich an simpelste Anstandsregeln halten, ist allerdings traurig. Im Großen und Ganzen klappt also alles. Jedenfalls solange jemand aufpasst, wie früher eben bei Mama und Papa oder wenn der Chef im Büro ist.

Ich treffe aber immer noch vereinzelt auf Leute, die sich einen Dreck um die Regeln scheren und sich ihre eigenen machen. Als Verkehrsteilnehmer kenne ich das ja schon zur Genüge, aber beim Bäcker..?

Situation: Kleiner Bäcker mit Konditorei im Foyer eines großen Supermarkts. Eine lange Theke – links Brot und Brötchen, rechts Berliner und Kuchen – eine Kasse (links bei Brot und Co.). Kommt man in das Gebäude rein, kann man direkt zum Bäcker, ansonsten eben, wenn man durch die Kassenzone gegangen ist.

8 Leute stehen an. Also so richtig. Es wurde eine Warteschlange mit Absperrband eingerichtet, die einmal ganz nach rechts führt, am Ende der Theke einen 180-Grad-Schwenk macht, dann an der gesamten Theke vorbei läuft und an der Kasse endet. Wie ein umgekipptes „J“ und weder kompliziert, noch zu übersehen. Allerdings nicht für ein Paar im Risikogruppenalter.

Ich stand ganz normal und wie es sich gehört in der Schhlange an. Der rüstige Rentner aus besagtem Pärchen stellte sich von den Supermarktkassen kommend mit seinem vollbepackten Einkaufswagen stumpf hinter die Leute, die links bei der Kasse von den Mädels bedient wurden. Zwar drehten sich einige Köpfe um, aber außer ein paar Blicken geschah nichts. Ich schaute auch hin, hielt aber ebenfalls meine Klappe, denn sonst hätte ich aufgrund der Entfernung aggressiv wirken können. Es waren ja auch noch 5 andere Kunden vor mir.

Der schlangenvermeidende Senior deutete die Blicke wohl schließlich so, dass der Einkaufswagen ein Störfaktor sei. Er bugsierte selbigen und sich an die Seite und bedeutete nun seiner Frau, die begehrten Backwaren zu erwerben. Auch sie stellte sich nicht in der Schlange an, die hinter mir um zwei weitere Personen gewachsen war und steckte sogar ihr welkes Haupt zwischen die Kunden an der Kasse um die gar leckeren Köstlichkeiten genauer in Augenschein nehmen zu können. Auch hier beschwerte sich niemand – weder das Personal, noch die nun mit Schuppen und Haarspray versehenen Kassenkunden.

Ich hatte übrigens ebenfalls meinen Einkaufswagen dabei und nutzte die Gunst der Stunde. Nachdem eine andere Dame an der Kasse bezahlt hatte, war ich an der Reihe und versperrte Frau Kling für Arme den Weg zur Theke mithilfe des besagten Drahtkarrens. Ich rempelte sie nicht an, sie musste nur ihr Gehechte an allen anderen Kunden vorbei zur Kasse abbrechen und natürlich kam da die nicht vorhandene Kinderstube – oder Altersstarrsinn? – zum Vorschein.

Was das denn solle, sich einfach vorzudrängeln! Sie stünde schon seit einer Stunde an! Eine Frechheit sei das!

Unter meiner Maske konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen, meine Augen verkündeten jedoch Gegenteiliges. Ganz ehrlich: Was ist so schwer daran, sich an ein paar einfache Regeln zu halten? Höflichkeit und Respekt sind nun wirklich nicht nur bei „den jungen Leuten“ Mangelware, sondern auch und gerade bei Senioren. Auch im ersten Lockdown waren es entweder Kids oder Rentner, die sich einen Dreck um Abstand, Maske oder andere Vorgaben gekümmert haben. Ob aus Sturheit, Dummheit oder Egoismus kann ich nicht sagen.

Ich mag Masken auch nicht. Es nervt. Auch dass man für den Kauf von 2 Joghurts einen Einkaufswagen brauchst, nervt. Doch es sind die geltenden Regeln. Der Laden hat zudem noch Hausrecht.

Dennoch trage ich die Maske, nutze einen Einkaufswagen, halte Abstand auch an der Kühltruhe und ebenso an der Kasse (*). Es ist doch nicht schwer und es schränkt nicht wirklich ein, immerhin muss das Ding kein Kunde stundenlang am Stück tragen, außer vielleicht Menschen mit Entscheidungsdysfunktion im Geschäft. Wer die Regeln ablehnt, kann das gerne tun. Dann muss er oder sie aber auch damit rechnen, in keinen Laden mehr eingelassen zu werden oder ggf. ein Ordnungsgeld zahlen zu müssen.

Die eigene Freiheit hört exakt da auf, wo die eines anderen beginnt!


(*) Was ist eigentlich mit den Leuten los, die ihren Einkaufswagen an der Vorderseite durch den Kassenbereich ziehen? Zum Ausräumen am Band kann ich das noch verstehen, aber danach? Wollen die unbedingt, dass die Schlangen ins Unermessliche wachsen? Denken die nicht nach? Oder gilt bei denen auch der Grundsatz „Jedem das Seine, mit das Meiste“? Da es ja immer noch Leute gibt, die Flaschen quer aufs Kassenband legen, egal wie die dann rumrollen, gehe ich mal vom gleichen Klientel und somit minderer Intelligenz aus. Ärgerlich, aber Dummheit ist nicht strafbar. Angeblich soll es Platz sparen. Das behauptet auch nur jemand, der noch nie für mehr als 5€ eingekauft hat und in Zeiten von Abstandsregeln ist das „Argument“ endgültig lächerlich.


Wie dem auch sei, nach den Vorwürfen der älteren „Dame“ – ihr Männe hielt sich am Rand zurück – sah ich nach unten zu ihr und erklärte ihr, dass die Warteschlange „dort“ beginnt. Ich deutete auf die entsprechende Stelle. Sie erwiderte sodann, dass die Warteschlange doch nur für die Leute gelten würde, die Kuchen und dergleichen kaufen wollten. Dass diese Vorstellung absurd war – eine Schlange, eine Kasse – konnte ich ihr nicht begreiflich machen. Sie erwiderte dann noch, dass sie sich angestellt hätte und ich erklärte ihr, dass sie sich hingestellt hat und das ein Unterschied sei. Jedenfalls kam sie nicht vorbei und auch die anderen Kunden ließen sie nicht durch. Es muss wohl nur immer einer den Anfang machen. Als mich die nette und gestresste Verkäuferin dann unter ihrem Faceshield anlächelte, sah ich noch, wie die Seniorin sich schließlich fügte und in der definierten Warteschlange anstellte, wie alle anderen auch.

„6 Brötchen, bitte“, „Vielen Dank“ und ein wissendes Kopfnicken bildeten den Abschluss dieser Kleinigkeit, die leider oft genug geschieht und sich in alle Lebensbereiche erstreckt – ob im Job, in der Bahn, beim Einkaufen oder im Straßenverkehr. Haltet euch an die Regeln oder bleibt weg von denen, die das tun.

TRIGGERWARNUNG Kindesmissbrauch „Zartes Fleisch“ Kapitel 5: Mutter

In diesem Kapitel geht es um die Mutter und um den Ansatz ihrer Hintergrundgeschichte, der ich in diesem Buch keinen Namen gegeben habe. Das Gleiche gilt übrigens auch für den „Vater“, dessen Sichtweise in anderen Kapiteln behandelt wird. Namen tragen nur die Betroffenen und das nähere Umfeld, natürlich sind diese fiktiv. Das nächste Kapitel gibt’s dann wieder in 2021.

Der Beitrag darf gerne geteilt werden, allerdings nur mit entsprechender Warnung und unter Nennung der Quelle (mein Blog und/oder meine Person).

Anlaufstellen für Betroffene von sexuellem Missbrauch sind zum Beispiel N.I.N.A e.V. oder auch die Nummer gegen Kummer (inklusive Chatfunktion).


Noch eine Woche, wie so viele in der letzten Zeit. Mein Mann ist oft unterwegs. Sicher, er muss Geld verdienen und es geht uns auch gut – finanziell gesehen. Aber ich vermisse ihn schon.

Am Anfang war alles noch ganz normal bei uns. Also, was man so „normal“ nennt. Er hat sich wirklich sehr um mich bemüht und gekümmert, hat sich gut mit meiner Familie verstanden und auch hier im Haus viel gemacht. Allein die Umbauten hätte ich nie bezahlen können. Auch nicht mit Hilfe meiner Familie.

Ich komme aus einfachen Verhältnissen. Mein Vater war der Dorfschmied und arbeitete sehr hart, um seine Familie zu ernähren. Trotzdem reichte es kaum für mehr als das Notwendige. Meine Mutter war immer zuhause und hat sich um meine Schwester und mich gekümmert. Ich musste schon als Kind mit anpacken, meist im Haushalt oder auf dem kleinen Feld, das wir besaßen und dazu nutzten, uns selbst zu versorgen. So war das eben damals auf dem Dorf.

Eine wirkliche Kindheit, wie sie mittlerweile üblich ist, habe ich nie gehabt. Manchmal wollte ich schon lieber spielen, statt auf dem Feld Erde zu harken, aber ich kannte es auch nicht anders. Die Volksschule habe ich jeden Tag besucht und auch einige Freundschaften geschlossen. Hier waren wir – sind wir noch – eine eigene Gemeinschaft mit geteilten Erfahrungen. Jedes Kind musste zuhause mithelfen, arbeiten. Die Schule war wichtig, aber für die Eltern und besonders die Großeltern war es wichtiger, dass man mit anpackt.

Wahrscheinlich hat jede Generation so ihre Probleme mit den Vorhergehenden. Die Älteren halten sich an das, was sie kennen und gehen davon aus, dass alles so bleibt, wie sie es gewohnt sind.

Die Jüngeren hinterfragen viele Dinge und sehen oft nicht ein, warum es denn immer so weitergehen soll, wie in den letzten 30, 50, 80 Jahren. Dann rebellieren einige und andere fügen sich, verschieben im besten Fall die Rebellion auf später, wenn sie nicht mehr abhängig von ihren Familien sind oder eigene Familien gründen.

Auf dem Dorf ist das aber die Ausnahme. Hier herrscht ein extremer Gruppenzwang. Wer nicht mitmacht, wer nicht auf die Älteren hört oder sogar öffentlich Widerworte gibt, wird ausgestoßen.

Und das nicht nur von der eigenen Familie, sondern von allen im Dorf.

Meine Schwester hat schon früh unser Elternhaus verlassen und eine eigene Familie gegründet. Ihr Mann arbeitete in der Stadt, obwohl auch er „vom Dorf“ kam. Das führte zu einer seltsamen Mischung, mit der die Dorfgemeinschaft zwiespältig umging. Einerseits waren sie eine Familie mit Haus, dem Mann als Versorger und meiner Schwester als Hausfrau. Andererseits brachte sich ihr Mann nicht so stark ins Dorfleben ein, wie es sich gehörte. Er arbeitete in „der Stadt“, was hier als etwas Besonderes galt, aber er hat auf diese Weise eben „das Dorf“ im Stich gelassen, was nicht in Ordnung war.

Das änderte sich zum Positiven, als eines der Kinder meiner Schwester mit einer körperlichen Behinderung auf die Welt kam. Geistig war der Junge nicht beeinträchtigt, sogar recht schlau, aber die verkrüppelten Beine sorgten für Aufsehen in unserem – damals – 2000-Seelen-Ort.

Die Nachbarn kümmerten sich vordergründig um meine Schwester und ihren behinderten Sohn. Mitleid hat also dafür gesorgt, dass die Ausgrenzung kaum noch eine Rolle spielte. Auch wenn gerade in der Dorfkirche manche Leute von einer „Strafe Gottes“ sprachen, muss man sagen, dass von da an das Leben für meine Schwester entspannter war.

Ich dagegen blieb zuhause. Auch und gerade nachdem mein Vater bei einer Explosion in der Schmiede um’s Leben gekommen war. Nach der Volksschule machte ich eine Ausbildung zur Schneiderin. Das Hantieren mit Stoffen und das Anfertigen von Kleidung und sonstigen Textilien hat mir schon immer Spaß gemacht und auf diese Weise konnte ich mein Hobby zum Beruf machen und die verbleibende Familie finanziell unterstützen.

Es gab ja nur noch mich, meine Mutter und meine Tante. Das Feld verkam zum Acker, verwilderte mit den Jahren und lag dann nur noch brach. Die Rente meiner Mutter und ihrer Schwester hielt uns zusammen mit meinem Lohn aus der örtlichen Schneiderei so eben über Wasser und ich häkelte, strickte und schneiderte in meiner Freizeit für das halbe Dorf, um noch etwas dazu zu verdienen. Wir kamen über die Runden, aber es reichte nicht, um das Haus instand zu halten.

Dann schließlich kam mein Mann ins Spiel. Er hat sich, wie er sagte, fast augenblicklich in mich verliebt, als er mich an einem Tanzabend in der Dorfdiskothek sah. Ich half dort manchmal an der Theke aus. So konnte ich in die Disko gehen, ohne dass es mich Geld kostete, das ich nicht hatte. Er war dort mit Freunden unterwegs, feierten, dass einer von ihnen eine Arbeit als Monteur im Ausland angeboten bekommen hatte.

Er sprach mich an und überhäufte mich mit Komplimenten. Sicher, er hatte an diesem Abend schon einiges getrunken, aber da er sich so sehr ins Zeug legte und auch nicht schlecht aussah, ließ ich mir das gerne gefallen.

Wir unterhielten uns und verabredeten uns für das nächste Wochenende. Er wollte mich besuchen kommen und mehr von mir erfahren. Von mir! Ein junger Mann aus der Stadt! Ich war hin und weg, schwebte auf Wolken und zählte die Tage, die Stunden bis zum Wochenende.

Schließlich war der Tag gekommen und ich wartete fast buchstäblich an der Haustür auf ihn. Gegen Mittag kam er dann. Nicht mit dem Auto oder Fahrrad, sondern zu Fuß.

Ich war verwundert, hatte ich doch gedacht, dass er ein Auto besaß, doch als ich ihn darauf ansprach meinte er nur, dass er sich das im Moment noch nicht leisten könne, aber er sei ja nicht bettlägerig und könne „das bisschen“ auch laufen.

„Das bisschen“ waren knapp 10 Kilometer. Bergauf. Ich war perplex. Warum tat dieser Mann das? Tat er es für mich? Was wollte er? War das eine Masche, um mich ins Bett zu kriegen?

Diese und ähnliche Fragen schwirrten mir im Kopf herum, doch mein damals zukünftiger Mann lächelte die Zweifel einfach weg. Nachdem er einige Male bei mir war, erzählte ich meinen Kolleginnen in der Schneiderei von ihm. Sie waren reservierter, als ich gedacht hatte, denn obwohl sie sich für mich freuten, wie sie beteuerten, hörte ich doch Verwunderung und auch etwas Abneigung heraus. Oder war es Neid? Ich unscheinbare Frau aus einem Haus ohne Mann, Vater, Opa soll einen „Städter“ so beeindruckt haben, dass er sich täglich zu Fuß auf den Weg macht, nur um ein paar Stunden Zeit mit mir zu verbringen?

Da kann doch was nicht stimmen! Aber seine Hartnäckigkeit zahlte sich nach einigen Wochen aus und die Zweifel bei meinen Kolleginnen verschwanden. Es half sicherlich auch, dass er schon früh damit anfing, notwendige Arbeiten am Haus zu verrichten. Meine Mutter und meine Tante waren beeindruckt und natürlich sprach sich das schnell im Dorf herum.

Einzig meine Schwester blieb skeptisch und ihm gegenüber auf Distanz. Aber das kümmerte mich nicht. So sehr hatte mich dieser Mann verzaubert. Ich war glücklich, wenn er bei mir war und mein eintöniges Leben, das nur die Aussicht darauf bot, dass ich denselben Weg wie meine Vorfahren gehen musste, erschien mir etwas heller, zuversichtlicher. Ich hatte durch die Beziehung mit ihm eine Chance, es einmal besser zu haben.

Das Haus brachte er schnell auf Vordermann und als er dann einen neu abgeteilten Raum mir gegenüber als Kinderzimmer vorstellte, war ich die glücklichste Frau auf der Welt. Ich liebte diesen Mann – und ich tue es noch.

Meine erste Schwangerschaft endete leider mit einem toten Baby. Dies war noch vor meinem jetzigen Ehemann und ist etwas, was außer meinem Mann und meiner Familie – und natürlich meinem damaligen Freund – niemand weiß und wissen darf. Unverheiratet schwanger zu werden kam einer Todsünde gleich.

Als ich dann aber von meinem jetzigen Ehemann schwanger wurde und Sabrina schließlich ehelich auf die Welt kam, war unser Glück perfekt. Timo rundete das Bild der idyllischen Familie als Stammhalter weiter ab. Mein Mann platzte fast vor Stolz.

Sicher, der Sex wurde weniger und ich veränderte mich auch körperlich in dieser Zeit, aber ich hatte meine kleine heile Welt. Vater, Mutter, Kinder, so wie man es immer spielt. Ein Traum wurde wahr und als mein Mann, der mittlerweile sehr gut verdiente, mir schließlich eröffnete, dass er sich selbstständig machen möchte, dachte ich mir nichts dabei. Uns allen ging es blendend.

Meine Mutter starb, bevor Timo geboren wurde und meine Tante hatte einen Narren an meinem Mann gefressen, wie man so schön sagt. Warum auch nicht? Er hatte das Haus, das nun ihr gehörte, im Wert vervielfacht und ihr eine eigene Wohnung eingerichtet, wo sie für sich sein konnte, aber dennoch nicht alleine war.

Aus Dankbarkeit hatte sie schließlich mir und meinem Mann mein früheres Elternhaus vermacht; mit der Auflage, dass sie lebenslang dort wohnen bleiben durfte.

Das wiederum trieb einen weiteren Keil zwischen meine Schwester und mich bzw. meinen Ehemann. „Erbschleicher“ nannte sie ihn und redete fortan kein einziges Wort mehr mit ihm, außer wenn es zu einem Streit kam, was im Grunde immer der Fall war, wenn die beiden sich irgendwo trafen. Dass es mein Mann war, der dafür gesorgt hatte, dass überhaupt etwas zum Erben vorhanden war, war ihr egal.

Dennoch, es war eine gute Zeit. Eine unterm Strich ruhige und friedliche Zeit voller Möglichkeiten. Wir mussten uns keine Sorgen mehr um Geld oder größere Anschaffungen machen. Durch das Geld, was mein Mann nach Hause brachte, lebten wir quasi im Luxus. Das Haus hatte uns nichts gekostet, außer eine Hypothek, um meine Schwester nach der Schenkung oder Erbvorwegnahme auszuzahlen. Wir hatten als erste im Ort einen großen Farbfernseher von Grundig, eine riesige Polstergarnitur, Mahagonischränke im Wohnzimmer, einen wuchtigen Mahagonischreibtisch, wie man ihn von Anwaltsbüros her kennt und einen schicken Audi in der Garage stehen, mit dem wir auch in den Urlaub fuhren.

Ich war am Ziel und konnte mir kaum eine Steigerung meines Lebensstandards vorstellen. Doch die Schattenseite war, dass mein Mann kaum noch zuhause war. Er war meist 4, 5 oder auch 6 Tage in der Woche unterwegs. Meist kam er nur zum Schlafen nach Hause und das tat er dann oft genug noch auf der Couch, wenn er völlig erschöpft beim Fernsehen einschlief.

Aber er kümmerte sich rührend um unsere Tochter Sabrina. Wann immer er konnte, verbrachte er Zeit mit ihr und wenn er früh genug nach Hause kam, ließ er es sich nicht nehmen, ihr persönlich eine gute Nacht zu wünschen oder sie ins Bett zu bringen. Die beiden wurden mit der Zeit unzertrennlich und das machte mich wiederum glücklich.

Mit Timo kam er allerdings nicht so gut aus. Ich weiß bis heute nicht, warum das so war. Dafür war Timo ein echtes Mamakind. Stets suchte er meine Nähe und verbrachte gerne und viel Zeit mit mir. Ich hatte ja aufgehört, in der Schneiderei zu arbeiten und kümmerte mich voll und ganz um den Haushalt und die Kinder. Sabrina kapselte sich schnell von mir ab, schon im Kindergartenalter. Aber Timo blieb bei mir. Mein kleiner Sonnenschein.

Als Timo schließlich in die örtliche Grundschule kam, hatte ich die Hoffnung und auch die Angst, dass er nun Freunde finden würde, die ihn mir wegnehmen würden. Bis dahin war Timo eher ein Einzelgänger, der zwar bei mir aufblühte und fröhlich war, doch mit anderen Kindern nicht umgehen konnte oder wollte. Wir hatten es auch aufgegeben, andere Kinder zu uns einzuladen, da sowieso niemand kam und die Enttäuschung somit groß war.

Doch meine Befürchtungen waren unbegründet. Zwar freundete Timo sich mit einigen Mitschülern an, aber diese Freundschaften beschränkten sich auf die Zeit in der Schule. Zuhause hatte ich ihn wieder ganz für mich allein und wir beide genossen diese Zeit.

Timo war nun in der Grundschule und Sabrina ging aufs Gymnasium in der Stadt. Das war meinem Mann wichtig. Es gab zwar auch im Nachbardorf eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, doch er hielt nichts von dieser „Baumschule“, wie er diese bezeichnete, und überzeugte mich und auch die Lehrer schließlich davon, dass Sabrina in der Stadt zur Schule gehen sollte.

So wurde aus meiner Tochter ein Stadtkind. Sie hat den ersten Schritt aus dem Dorf heraus gemacht. Ich war meinem Mann so dankbar und so stolz auf meine Tochter! Ob es mit Timo auch so laufen würde? Auf den Kopf gefallen war er jedenfalls nicht, nur eben sehr anhänglich. Aber das gefiel mir. Es gefällt mir noch immer.

Ich will, dass es meinem Sohn gut geht. Schließlich ist er der Mann im Haus, wenn mein Ehemann wieder unterwegs ist. Ist das zuviel verlangt? Bürde ich ihm damit eine Verantwortung auf, die er gar nicht tragen kann?

Ich denke nicht. Auf dem Dorf hält man zusammen. Gerade als Familie ist es wichtig, dass man sich unterstützt. So wie meine Schwester und ich – und alle anderen Kinder – von klein auf zuhause mitarbeiten, mit aufs Feld oder in den Wald mussten, so muss Timo jetzt dafür sorgen, dass die Rolle des Mannes nicht frei bleibt, wenn der Ernährer unterwegs ist. Der Platz muss ausgefüllt werden. Und Timo macht das sehr gut mittlerweile.

Jahresrückblick 2020

Ich kann mich dem Jahresrückblick von Dieter Nuhr nur anschließen und selbigen (fast) uneingeschränkt empfehlen.

Einige Punkte, über die sich Dieter Nuhr auslässt, sehe ich persönlich etwas anders, aber die Richtung passt. Auf angenehme und souveräne Art und Weise zeigt er auf, was uns dieses Jahr beschäftigt hat und hält dem ganzen Spökes rund um Genederidiot*inn:en, Trumpinatoren, Covidioten, Nazis, Linke, Islamisten und Umweltaktivisten den Spiegel vor.

Die dieses Jahr schon extrem grassierende „Ich will aber“-Haltung – alternativ auch die „Ihr müsst gefälligst“- oder „Ich will nicht“-Mentalität – zieht sich durch alle Monate und man bekam den Eindruck, dass jede kleine verzogene Göre nur laut genug plärren musste, damit sie ihren Willen bekam.

Es wird für Freiheit, Umwelt und Menschenrechte gekämpft wie niemals zuvor – nur leider bei uns und nicht dort, wo wirklich Frauen unterdrückt, Schwule und Lesben ermordet, die Umwelt unwiederbringlich zerstört oder Andersdenkende in Lager gesteckt werden. Ist ja auch verständlich. Hier hockt man sich ins Baumhaus oder empört sich auf Twitter; in den Problemländern wird man für sowas direkt erschossen. Da will man nicht „Aktivist“ sein, man ist ja schließlich nicht dumm.

Nuhr zeigt auch schön auf, wo wir bei Corona versagt haben und welche Denkfehler manch Querdenker aufweist. Dabei lässt er keine „Seite“ als „richtig“ dastehen sondern sorgt stets dafür, dass man sich als Mensch mit einem IQ jenseits der 100 verstanden fühlt, sofern man noch etwas gesunden Menschenverstand besitzt und nicht vom infantilen „Ich will aber“-Virus kontrolliert wird.

2020 hat sehr gut aufgezeigt, woran es in unserer Gesellschaft krankt: am Verständnis füreinander. Paradox, denn nie zuvor wurde mehr Verständnis gefordert. Leider fehlt es an lösungsorientiertem Denken und Handeln – es ist eben einfacher nur zu fordern und die anderen machen zu lassen. Man selbst muss nichts tun. Wenn man nur laut und lange genug schreit, bekommt man was man will. So hat man das von Mama und Papa gelernt 🤷🏼‍♂️

Probleme gibts da allerdings nur, wenn man diesen Gestörten nachgibt… was leider oft geschieht. Dann ist für den Moment Ruhe, bis den Nimmersatten der nächste Pups querhängt. Kleiner Finger, ganze Hand und so.

Keine Toleranz für Intolerante jeglicher Couleur. Ganz einfach eigentlich.

Der Jahresrückblick von Dieter Nuhr ist kein Comedyprogramm, wie manch „Journalist“ in irgendwelchen Käseblättern verlauten lässt. Er ist Kabarett und ich bin fast der Meinung, an manchen Stellen den großartigen Volker Pispers herauszuhören. Mich hat er positiv gestimmt zurückgelassen. Ich konnte an vielen Stellen zustimmen und der Zuschauer bekommt hier eine relativierende Sicht auf Probleme, die zwar groß, aber eben nicht unlösbar sind, geboten.

Ich wünsche Dieter Nuhr alles Gute für das kommende Jahr und hoffe, dass er uns noch lange erhalten bleibt, damit jeder von uns ab und an mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird.

2020 ist fast vorbei. 2021 kann eigentlich nur besser werden – wenn wir endlich aufhören, kleine Grüppchen zu bilden, die ihr eigenes Süppchen kochen und nur auf ihrem Standpunkt verharren wollen. Wer was ändern will, muss anpacken – da wo wirkliche Probleme vorhanden sind und nicht da, wo man alle Annehmlichkeiten einer westlichen Industrienation genießt. Aluhüte, Genderkasper, Religionsspinner, Nazis, Antifanten, Baumhauspunks – niemand von denen löst Probleme, aber jeder einzelne schafft welche und fordert, dass sich alle nach den eigenen Forderungen richten.

Dass wir das erkennen konnten, war etwas Gutes dieses Jahr. Eine Chance, es nun besser zu machen. Der Mensch ist lernfähig, manchmal dauert es eben ein wenig.

Ich wünsche euch allen einen – trotz Beschränkungen und eventuell wirtschaftlicher und sozialer Not – schönen Jahreswechsel und ein gesundes neues Jahr. Nutzt die letzten Tage von 2020 und besinnt euch auf das was wirklich zählt. Schaltet Social Media einfach mal ab, macht’s euch gemütlich und schaut Ted Lasso. Geht mit dem Hund raus in den Wald, spielt Monopoly mit den Kindern, kuschelt mit dem Partner, ruft die Großeltern an und lasst euch die Laune nicht verderben!

Apple TV+ und Ted Lasso

Ich war skeptisch – wie immer. Auch weil ich Apple TV+ nie als Streamingdienst in Erwägung gezogen habe. Es gab kaum was, was mich dort interessiert hat und mit Disney+, Amazon, TV Now und Netflix waren wir mit allem versorgt, was man so (nicht) braucht.

Nun ist es aber so, dass Apple TV+ für ein Jahr kostenlos angeboten wird, wenn man sich ein neues Apple-Gerät zulegt. Das war auch schon zu iPhone 11-Zeiten der Fall, doch erst kürzlich haben wir dieses Angebot wahrgenommen, nachdem wir Netflix gekündigt hatten.

Für mich gibts auf Apple TV+ nur 2 Serien, die sich lohnen. Das ist zum einen die Neuauflage von Amazing Stories und zum anderen eben Ted Lasso, wobei man sagen muss, dass alle Eigenproduktionen von Apple sehr hochwertig gemacht sind – nur treffen sie eben nicht meinen Geschmack.

Meine Frau mag noch The Morning Show, was mit wiederum nicht so zusagt, das aber nur am Rande.

Mythic Quest: Raven‘s Banquet habe ich mir für 5 Folgen angetan in der Hoffnung, dass es irgendwann bessernder wenigstens lustig wird. Aber es blieb langweilig, stereotyp und naja… eben nicht gut.

See mit Jason Momoa fand ich vom Setting her interessant, aber der Funke wollte nicht überspringen. Auch weil nicht klar ist, worum genau es im weiteren Verlauf der Serie gehen soll. Mir war recht schnell egal, wie es weitergeht, also gab es keinen Grund, die Serie weiter zu schauen.

(c) www.apple.com

Bei Ted Lasso allerdings waren meine Frau und ich uns schnell einig: das wollen wir sehen! Eine Comedy-Serie über einen amerikanischen Football-Coach, der eine Premiere-League-Fußballmannschaft in Großbritannien trainieren soll. Obwohl Fußball für mich so ziemlich das Langweiligste ist, das man sich anschauen kann und mich das Thema so gar nicht interessiert, finde ich die Serie super.

Ich muss aber auch eine Warnung aussprechen: Ted Lasso versorgt den Zuschauer mit positiver Energie und guter Laune. Ungefragt – und in Massen! Es ist fast schon schmerzhaft. Der Kerl ist das Ideal eines Optimisten und im Laufe der Serie steckt er jeden Menschen in seinem Umfeld damit an. Dabei wird er nie kitschig oder albern. Ganz ehrlich: die Welt braucht mehr Serien dieser Art. Dass die Serie schon Tage nach dem Start der ersten Staffel verlängert und mittlerweile eine dritte Staffel bestellt wurde, freut mich sehr.

Dafür hat sich das kostenlose Jahr Apple TV+ auf jeden Fall gelohnt. Wer also noch die Möglichkeit hat, dieses Angebot wahrzunehmen und mal was Lustiges und Positives zu sehen, ohne dauernd der Moralkeule ausweichen zu müssen, macht nichts falsch mit Ted Lasso. Schade ist nur die geringe Anzahl an Episoden pro Staffel, doch das ist ja eine Unsitte, die mit den Eigenproduktionen von Netflix und Amazon Einzug in die Serienwelt gehalten hat. Heute muss man froh sein, wenn man pro Staffel mehr als 8 Folgen zu sehen bekommt… aber das ist ein anderes Thema.