Was sind das nur für „Menschen“?

„Am Donnerstagmorgen (3. Dezember) haben Beamte der Kölner Polizei nach Ermittlungen wegen illegalen Handels mit Hundewelpen gegen vier Frauen (20, 61, 22, 42) mehrere junge Pudelschnauzer, französische Bulldoggen, Chihuahuas und Malteser in Köln und Düsseldorf befreit.“ – (originaler Artikel auf EXPRESS)

Solche News liest man leider immer wieder und jedes Jahr um die Weihnachtszeit nehmen diese Fälle zu. Mittlerweile weiß ich gar nicht mehr, welche Art „Mensch“ ich mehr verachte: Die asozialen Frauen aus dem Artikel, denen die Tiere so egal sind, dass sie Welpen einfach irgendwo zusammenpferchen, bis sie verkauft sind oder die Kunden, die immer noch ein Schnäppchen auf Kleinanzeigenportalen suchen und denen egal ist, woher ihr neuer Designerhund – oftmals und heutzutage gerne auch sogenannte „Defektzuchten“ wie Mops oder französische Bulldogge, weil die ja „so süß sind“ – kommt.

Für die einen sind Hunde schlichtweg nur eine Ware, die mit möglichst wenig Kostenaufwand viel Geld abwerfen soll. Warum sollte man sich da auch um die Gesundheit der Tiere kümmern? Wen juckt’s, ob die schon alt genug oder geimpft sind? Warum sollte man sich mit den kleinen Wuschels beschäftigen? Alles unnötiger Aufwand, also leiden die Tiere, weil irgendwelche Subjekte ihren verfickten Hals nicht vollkriegen. Ich frage mich auch hier, wie diese „Menschen“ mit ihresgleichen umgehen? Haben die eigene Kinder? Werden die auch weggesperrt, bis sie „profitabel“ sind? Besitzen diese Monster vielleicht sogar eigene Haustiere? Ich hoffe, dass keins von beidem zutrifft.

Die Kunden, die auf kostenlosen Portalen oder in irgendwelchen Gruppen nach Hunden suchen, sind allerdings nicht unschuldig, sondern ein großer Teil des Problems. Denn nur durch die Nachfrage auf diesen Plattformen nach billigen und schnell verfügbaren Hunden lohnt sich dieses widerwärtige Geschäft überhaupt erst. Jeder einzelne Kunde sorgt dafür, dass Tiere sinnlos leiden müssen. Aber klar: heute muss ein Bedürfnis – egal welches – sofort (!) gestillt werden. Da kann man nicht warten. Warten ist out. Man will JETZT etwas und alles andere ist dann egal – auch das Haustier.

Ich bedauere jedes einzelne Tier, das über diesen Weg den Besitzer wechselt. Wenn es sich dabei nicht um (teure) Rettungskäufe handelt, wird das Leid der Fellnasen mit Sicherheit nicht geringer, denn sie sind weiterhin nur Ware, die man bei Bedarf kauft und wieder wegwirft, wenn man keine Lust mehr drauf hat oder die Kosten bzw. der Aufwand zu hoch wird.

Gerade in der Vorweihnachtszeit kommen vermehrt Idioten aus ihren Löchern und kaufen Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen usw. als Geschenk, oft auf Verdacht und meist ohne Ahnung von der Materie. Es folgt dann der Streit darum, wer den Käfig saubermachen muss, mit dem „Vieh“ Gassi geht oder wer für das Katzenklo zuständig ist. Die Kids sollen Verantwortung lernen, die Eltern haben keine Zeit, das Tier bleibt auf der Strecke, weil man ein Haustier eben nicht einfach ausschalten kann. Kommen dann die ersten Kosten auf wie zum Beispiel Impfungen, Futter, Streu oder auch nur ein artgerechter Käfig, wird gespart wo es geht – am Tier natürlich, denn das kann sich nicht wehren.

Warum sollte man auch Geld für den Tierarzt ausgeben? Verschwendung. Das Tier meldet sich ja schon, wenn es ihm nicht gut geht. Außerdem rennt man als Mensch ja auch nicht permanent zum Arzt. Und so ein Meerschweinchen kann man ja auch mit einem Kaninchen zusammen in einem 1m²-Käfig halten. Vielleicht tut’s ja auch ein 0,5m²-Käfig, der passt dann ja auch in die Abstellkammer.

Da muss man fast von Glück reden, dass diese „Menschen“ irgendwann die Tiere wieder abgeben, was zwar ein großes Problem für die Tierheime ist, aber immer noch ein besseres Schicksal darstellt, als weiterhin bei diesen Leuten langsam vor sich hin sterben zu müssen.

Ja, es dauert, bis man seinen Wunschhund aus dem Tierheim mit nach Hause nehmen kann. Und ja, es ist teurer, als ein 100€-Welpe aus der Sozialwohnung im Ghetto. Doch das hat seinen Grund, denn Tiere dürfen niemals Ziel eines Impulskaufs werden. Die Rahmenbedingungen müssen stimmen und die Tierheime prüfen das recht genau – zum Glück! Es geht immerhin darum, Verantwortung für viele Jahre zu übernehmen und für ein weiteres Lebewesen zu sorgen und nicht darum, sich ein neues Modeaccessoire in die Wohnung zu packen, damit die Kids still sind oder man tolle Fotos für Instagram machen kann. Hier sollte man den Prozess als eine Bewerbung sehen und auch mit einer Absage rechnen. Die Tierschützer schauen eben danach, was das Beste für das Tier ist und manchmal stimmt die eigene Wahrnehmung nicht mit der Realität überein.

Auch beim Züchter muss man warten und zahlt mehr als bei „KrAss süüüüssssAAA WellpÄh nuhR fumsiSCH Öro“-Anzeigen. Seriöse Züchter achten zudem ebenfalls darauf, dass es den kleinen Wuschels in der neuen Familie gut geht, auch wenn die Tierheime meiner Erfahrung nach gründlicher nachschauen.

Worauf man beim Welpenkauf achten sollte, könnt ihr gut bei Wühltischwelpen nachlesen.

Welpen kauft man nicht im Sonderangebot und gibt sie nicht wieder ab, wenn die erste Euphorie verflogen ist oder man keine Lust mehr hat, morgens im Regen Gassi zu gehen. Wer nicht in der Lage ist, die Tragweite der Entscheidung für ein Haustier einzuschätzen, sollte sich ein Stofftier holen oder irgendwas anderes ohne Empfindungen. Ansonsten stellt man das eigene Ego über die Bedürfnisse eines hilflosen Wesens. Eine gute Definition des Begriffs „asozial“.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s