Hochzeit auf den ersten Blick

Das Finale. Endlich. Diese Staffel war für mich kaum zu ertragen. Ein einziges Paar hat sich erwachsen verhalten. Eine recht schlechte Bilanz für die „Experten“ des Matching-Teams.

Woran lag es nun, dass nur ein einziges Paar wirklich glücklich wurde nach all den Monaten? Wer die Staffel verfolgt hat, weiß wieso. Auch Twitter, Instagram und Facebook sind sich da ausnahmsweise mal einig: bei allen Paaren haben die Frauen verkackt.

Aber: bei dem einzig „funktionierenden“ Paar hat ebenso die Frau dafür gesorgt, dass es klappt und ihrem Mann Sicherheit gegeben, so dass er sich ändern konnte. Und auch sie selbst hat sich angepasst. Beide haben geredet und gearbeitet – zusammen, miteinander, füreinander.

Dagegen lief es bei Daniela, Lisa, „Emma“ oder Wiebke richtiggehend kindisch ab. Der jeweilige Kerl war zu kalt, zu emotional, zu lieb, zu nett, zu nah, zu wenig Kerl, zu ängstlich, zu langweilig, zu tätowiert, zu unsexy im Schlafanzug oder zu sonstwas. In jeder Folge wurde über den jeweiligen Ehemann hergezogen und sich beschwert, dass ER sich gefälligst ändern müsste, dass ER nicht genug auf SIE eingeht, dass ER zu sehr auf SIE eingeht, dass ER Höhenangst hat, dass ER zu verliebt ist, dass ER zu emotional ist und dass ER zu rational ist. Alles gleichzeitig natürlich. Hat der Ehemann dann versucht, an sich zu arbeiten, war er ein Weichei, hat ER vorsichtig (!) angemerkt, dass SIE auch etwas tun könnte, war er ein Machoschwein 🤷🏼‍♂️

Alles, was diese „Damen“ dort gefordert haben, dürfen sie gerne verlangen. Nur müssen sie dann damit leben, dass kein lebender Mensch diese Anforderungen (auf Dauer) erfüllen kann. Was aber auch nicht schlimm ist, denn dann hat der Mann Schuld, schließlich muss ER ja auf SIE Rücksicht nehmen und Kompromisse eingehen. Selbst mal zurückstecken oder an sich arbeiten wurde nicht einmal in Erwägung gezogen, und somit war das Finale recht vorhersehbar. Lustig waren auch die „Gründe“, die angeführt wurden. Oberflächlich bis zum Anschlag. Arroganz deluxe. Wer etwas will sucht Wege, wer etwas nicht will sucht Gründe 🤷🏼‍♂️🤦🏼‍♂️

Wenn man in einer Partnerschaft ist und man vom anderen nur verlangt ohne selbst was zu geben, funktioniert es nunmal nicht. Es mag bequem erscheinen und so ganz ohne Verantwortung schläft sich‘s bestimmt auch entspannt, aber dann muss man auch damit klarkommen, dass man nie eine funktionierende Partnerschaft oder gar eine Ehe haben wird.

Es geht um ein stetes Geben und Nehmen. Allerdings haben Daniela, Lisa, Emma (Emily) und Wiebke das wohl etwas missverstanden. Wenn einer immer nur nimmt und der andere nur gibt, ist das pubertär, egoistisch und asozial. Forderungen stellen, Verantwortung ablehnen, Schuld nur bei anderen suchen – das machen 5jährige – oder eben die Damen (bis auf eine oder zwei Ausnahmen) der aktuellen Staffel von „Hochzeit auf den ersten Blick“.

Daniela hat dann, wie abzusehen war, den Vogel abgeschossen mit ihrem Dramaauftritt, als sie von allen – inklusive den „Experten“ – gesagt bekommen hat, was für ein oberflächliches Kind und schlichtweg noch gar nicht reif für eine Beziehung außerhalb des Sandkastens sie ist. In ihrer Welt war René der Schuldige. Punkt. Alle anderen Meinungen sind falsch – und da musste eben geheult werden. Wie das berühmte Kind an der Supermarktkasse

Emily hat selbstverständlich alles auf ihren Robert abgewälzt, während dieser stets mehr als deutlich signalisiert hat, dass er an der Beziehung arbeiten wollte. Dabei kann man ganz gut sehen, ab wann sie keinen Bock mehr hatte, nämlich als Robert während der Hochzeitsreise sagte, dass er unter Höhenangst leidet. Ab diesem Zeitpunkt war klar: das wird nix. Damit kann sie nicht umgehen. Sie hat Fehler, aber der Partner muss die eben akzeptieren, während sie bei allem Perfektion verlangt hat.

Wiebke kämpfte mit ihrem Kreislauf… und hat ebenfalls für ihren Mann mitentschieden. Selten habe ich einen so kalten Auftritt gesehen und alles, was man am Anfang an Positivem im TV sehen konnte, hatte sie in der Finalsendung so gedreht, dass ER der Böse war. Da frage ich mich immer: die wissen doch, dass das gefilmt wird – warum versuchen die dann noch, etwas Gegenteiliges zu behaupten? Die Trennung von Norbert und Wiebke lief eher ab wie ein Kündigungsgespräch. ER zeigte Gefühle und wirkte erwachsen, emotional und realistisch; SIE führte nur an, was er angeblich alles falsch gemacht hat und warum sie gar nicht anders kann, als sich zu trennen. Wiebke war dann auch die zweite Ehefrau, die die Location nach der Entscheidung verließ. Feige und respektlos, egal welche Ausrede man vorbringt.

Bei Annika und Manuel dachte man zunächst nicht daran, dass das was werden könnte, doch die beiden haben – auf Drängen ohne dauerndes Zwängen von Annika – miteinander geredet, waren ehrlich und haben erkannt, dass sie aufeinander zugehen müssen, wenn das funktionieren soll. Man muss sich öffnen und Vertrauen schaffen. Die beiden haben miteinander geredet und nicht mit Vorwürfen gearbeitet. Es ginge besser, aber für diese Situation war das eine gute Leistung und beide scheinen ja glücklich zu sein.

Lisa und Michael bleiben Freunde. ER hat diesen Vorschlag gemacht, weil sie sich sichtlich unwohl gefühlt hat bei so ziemlich allem und ihn das hat spüren lassen. Allerdings wurde da auch nicht konstruktiv miteinander geredet, sondern unterschwellig gefordert und beschuldigt. Tödlich für eine Partnerschaft. Hier muss man aber sagen, dass die Entscheidung für eine Freundschaft die Spannung und den Druck rausgenommen hat. Vielleicht wird’s ja noch was, wenn beide irgendwann reif genug sind.

Ich finde das Ergebnis in der Summe traurig und kann nur hoffen, dass diese Staffel nicht repräsentativ für unsere derzeitige Gesellschaft ist. Verhaltensweisen wie wachsender Egoismus, Rechte fordern ohne Pflichten zu haben und dieses Denken, dass sich alle anderen ändern sollen, damit man selbst ein leichtes Leben hat, sind zwar „in“, aber letztendlich nicht zielführend. Stärke wird mit Sturheit verwechselt, Selbstkritik ist Schwäche und wer nachgibt hat schon verloren.

Als ginge es um Leben und Tod, als wären diese Frauen im Krieg und es ginge darum, den jeweiligen Ehemann zu „besiegen“.

Naja. Glücklicherweise kann man eine Ehe auch beenden. Vielleicht lernen (Lisa), Daniela, Wiebke und „Emmaly“ irgendwann noch, dass sich die Welt nicht nur um sie dreht und dass der Grund, warum sie immer noch und wieder Single sind, ihr Verhalten, ihre Denkweise, ihr Egoismus ist. Interessant war ja auch, dass die vier das Fehlverhalten bei den anderen Frauen durchaus gesehen und auch negativ kommentiert haben. Dass sie selbst genauso gehandelt hatten, haben sie allerdings nicht erkannt. Selbstreflexion kann eben nicht jeder…

Ich wünsche den Männern – die sich durchweg sehr (!) ins Zeug gelegt haben und sich sogar massiv ändern wollten (langfristig ein fataler Fehler) um es ihrer Ehefrau recht zu machen – alles Gute und auch, dass sie eine richtige – DIE richtige – Frau finden. Eine, die nicht nur verlangt oder will, sondern sie so nimmt, wie sie sind. Eine Frau, die weiß, was eine langfristige Partnerschaft ausmacht, nämlich gegenseitige Rücksichtnahme, Respekt, Vertrauen, ein Miteinander und ehrliche Kommunikation. Eine Partnerin auf Augenhöhe, die den Mann nicht nur als jemanden ansieht, der ihr zu Diensten zu sein hat und funktionieren muss ohne jegliche Ansprüche. Männer und Frauen sind keine Feinde, keine Gegner. Wer auch nur im Ansatz so denkt, sollte sich von ernsthaften Beziehungen fern halten – den potenziellen Partnerinnen und Partnern zuliebe.

Hochzeit auf den ersten Blick hat mir somit mehr als deutlich gezeigt, wie glücklich ich sein kann, dass meine Frau und ich uns gefunden haben ❤️

Waschen – kompliziert wie nie

Ich meine hier nicht die normale Körperhygiene, auch wenn es erschreckend ist, wie viele Menschen sich anscheinend nie die Hände gewaschen haben Zumindest weisen die ganzen Hinweise in Zeitungen, Online und auf Plakaten seit März darauf hin.

Nein, ich meine hier das schnöde Wäschewaschen.

Scheinbar muss alles immer komplizierter werden, damit Menschen weiterhin Geld ausgeben – und das für absonderliche Dinge, aus meinem Asperger-Blickwinkel.

Wäscheparfüm, Hygienespüler, Weichspüler, Kalkschutz, Pods gegen unsichtbare Flecken, …

Klar, man braucht Wäscheparfümperlen, wenn’s in der Maschine müffelt. Warum auch die Ursache bekämpfen? Es gibt ja irgendein Produkt dafür, das man teuer bezahlen darf. Gleiches gilt für Desinfektionszusätze, die auch bei 20 Grad „hygienisch rein“ waschen. Da ist es dann egal, dass man sich die Klamotten mit den Rückständen der „superpraktischen“ Pods zukleistert. Da gibts bestimmt auch was gegen 🤷🏼‍♂️

Ich frag mich manchmal, wie das Waschen von 20-Grad-Wäsche im Hochsommer funktioniert, wenn das Leitungswasser je nach Leitungsführung und Verbrauch mal wärmer sein sollte. Wird das dann gekühlt?

Dass die Waschmaschine oder auch die Wäsche müffelt, liegt meist an gammelnden Rückständen von Weichspüler und Co. und auch die permanent niedrigen Temperaturen sorgen dafür, dass der Muff entsteht und bleibt. Man kann dann jedesmal mit Parfümkügelchen um sich werfen und literweise Hygienespüler in die Maschine schütten.

Man kann aber auch einfach auf 60+ Grad waschen (2x pro Monat reicht) und nach Möglichkeit auf Weichspüler verzichten. Kostet nix, spart sogar Geld, schont die Umwelt und ist effektiver als alle Zusatzmittel, die man so in die Trommel knallen kann.

Aber wie man schon in der Schule gelernt hat: wenn kein Bedarf für ein Produkt existiert, muss dieser geschaffen werden, damit man ihn befriedigen kann 🤷🏼‍♂️

Geradezu filigran anmutende Kleidung, die sich umgehend auflöst, wenn man sie mit mehr als 30 Grad wäscht, zwingen die Kunden dazu, auf niedrigen Temperaturen zu waschen. Die dadurch entstehenden Probleme (Verschleimung, Rückstände, nicht abgetötete Bakterien, Viren und Keime, Muff) kann man dann ja mit entsprechendem Geldeinsatz bekämpfen. Naja. Muss jeder selbst wissen.

Was mir gerade noch einfällt: wenn man auf 60 Grad waschen möchte, bitte nicht im Eco-Programm. Meist werden hier noch keine 30 Grad (!) erreicht. Also nicht am falschen Ende sparen, zumindest wenn die Wäsche wirklich sauber werden und die Maschine länger halten soll.

Einen entsprechenden Artikel zum Thema hat zum Beispiel der SWR veröffentlicht: KLICK

PS: Ich schreibe hier aus eigener Erfahrung. Seitdem wir wieder über echten (!) 60 Grad waschen und das nicht nur 1x im Monat, können wir komplett auf Zusätze aller Art verzichten, es gibt keinen Muff mehr, keine komischen Flecken und auch „zerbrechliche“ 30-Grad-Ware hat bisher noch keinen Schaden genommen in den letzten Jahren.

Vielleicht ist das aber ein ähnliches Phänomen wie bei Anti-Aging-Kram und Homöopathie. Beides ist erwiesenermaßen unwirksam, die Umsätze sind aber nach wie vor hoch. Der Glaube versetzt eben Geldberge. Aber das sind Themen für andere Beiträge 😉