Waschen – kompliziert wie nie

Ich meine hier nicht die normale Körperhygiene, auch wenn es erschreckend ist, wie viele Menschen sich anscheinend nie die Hände gewaschen haben Zumindest weisen die ganzen Hinweise in Zeitungen, Online und auf Plakaten seit März darauf hin.

Nein, ich meine hier das schnöde Wäschewaschen.

Scheinbar muss alles immer komplizierter werden, damit Menschen weiterhin Geld ausgeben – und das für absonderliche Dinge, aus meinem Asperger-Blickwinkel.

Wäscheparfüm, Hygienespüler, Weichspüler, Kalkschutz, Pods gegen unsichtbare Flecken, …

Klar, man braucht Wäscheparfümperlen, wenn’s in der Maschine müffelt. Warum auch die Ursache bekämpfen? Es gibt ja irgendein Produkt dafür, das man teuer bezahlen darf. Gleiches gilt für Desinfektionszusätze, die auch bei 20 Grad „hygienisch rein“ waschen. Da ist es dann egal, dass man sich die Klamotten mit den Rückständen der „superpraktischen“ Pods zukleistert. Da gibts bestimmt auch was gegen 🤷🏼‍♂️

Ich frag mich manchmal, wie das Waschen von 20-Grad-Wäsche im Hochsommer funktioniert, wenn das Leitungswasser je nach Leitungsführung und Verbrauch mal wärmer sein sollte. Wird das dann gekühlt?

Dass die Waschmaschine oder auch die Wäsche müffelt, liegt meist an gammelnden Rückständen von Weichspüler und Co. und auch die permanent niedrigen Temperaturen sorgen dafür, dass der Muff entsteht und bleibt. Man kann dann jedesmal mit Parfümkügelchen um sich werfen und literweise Hygienespüler in die Maschine schütten.

Man kann aber auch einfach auf 60+ Grad waschen (2x pro Monat reicht) und nach Möglichkeit auf Weichspüler verzichten. Kostet nix, spart sogar Geld, schont die Umwelt und ist effektiver als alle Zusatzmittel, die man so in die Trommel knallen kann.

Aber wie man schon in der Schule gelernt hat: wenn kein Bedarf für ein Produkt existiert, muss dieser geschaffen werden, damit man ihn befriedigen kann 🤷🏼‍♂️

Geradezu filigran anmutende Kleidung, die sich umgehend auflöst, wenn man sie mit mehr als 30 Grad wäscht, zwingen die Kunden dazu, auf niedrigen Temperaturen zu waschen. Die dadurch entstehenden Probleme (Verschleimung, Rückstände, nicht abgetötete Bakterien, Viren und Keime, Muff) kann man dann ja mit entsprechendem Geldeinsatz bekämpfen. Naja. Muss jeder selbst wissen.

Was mir gerade noch einfällt: wenn man auf 60 Grad waschen möchte, bitte nicht im Eco-Programm. Meist werden hier noch keine 30 Grad (!) erreicht. Also nicht am falschen Ende sparen, zumindest wenn die Wäsche wirklich sauber werden und die Maschine länger halten soll.

Einen entsprechenden Artikel zum Thema hat zum Beispiel der SWR veröffentlicht: KLICK

PS: Ich schreibe hier aus eigener Erfahrung. Seitdem wir wieder über echten (!) 60 Grad waschen und das nicht nur 1x im Monat, können wir komplett auf Zusätze aller Art verzichten, es gibt keinen Muff mehr, keine komischen Flecken und auch „zerbrechliche“ 30-Grad-Ware hat bisher noch keinen Schaden genommen in den letzten Jahren.

Vielleicht ist das aber ein ähnliches Phänomen wie bei Anti-Aging-Kram und Homöopathie. Beides ist erwiesenermaßen unwirksam, die Umsätze sind aber nach wie vor hoch. Der Glaube versetzt eben Geldberge. Aber das sind Themen für andere Beiträge 😉

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