Dragon Quest XI S: Echoes of an Elusive Age – Definitive Edition (Xbox Series X)

Auf dieses Spiel habe ich seit der Ankündigung gewartet. DQ11 ist nicht neu, aber neu auf der Xbox (One und Series) und zudem im Game Pass enthalten. Allerdings ist es auch den Preis wert, wenn man es separat kauft.

Vorweg: Ich bin noch nicht komplett durch mit dem Spiel. Derzeit liegt der Ingame-Spielzeittimer bei knapp über 70 Stunden und ich denke, er wird dreistellig sein, wenn ich das Ende erreiche. Ob ich alle Achievements freischalten will, weiß ich noch nicht. Mal sehen.

DQ11 ist ein sehr gut inszeniertes JRPG im Stil von Final Fantasy oder Tales of Vesperia. Wenn man sich anschaut, welchen Weg Final Fantasy mit Teil XV eingeschlagen hat, ist DQ11 sogar eher Final Fantasy als FF XV.

DQ11 spielt in einer offenen Fantasy-Welt, die man mit fortschreitender Story immer weitläufiger erkunden kann. Es gibt etliche Sidequests, genug Sammelkram aber vor allem eine genial inszenierte Story. Man kann mehr als ausreichend an Speicherpunkten Halt machen, die Gegner leveln nicht mit – wie bei JRPGs üblich – was allerdings gegen Ende etwas Arbeit bedeutet. Kämpfe laufen rundenbasiert ab, eine Besonderheit in der heutigen Zeit, die krampfhaft auf Action gemünzt ist, warum auch immer… Es lassen sich jederzeit an Speicherpunkten die Skillpunkte neu anordnen, somit ist man nicht an einmal eingeschlagene Wege bei der Charakterentwicklung gebunden.

Man kann – und sollte – sich seine eigene Ausrüstung schmieden, kann sein Team frei zusammenstellen, auch innerhalb eines Kampfes, und ich hatte nie das Gefühl, irgendwas wäre unfair oder gezielt dazu da, um die Spielzeit künstlich in die Länge zu ziehen.

Das Grinden hält sich in Grenzen und findet im Grunde erst im letzten Viertel des Spiels statt. Ich bin bis dahin mit relativ wenigen Kämpfen ausgekommen und vielen sogar bewusst aus dem Weg gegangen – was dank sichtbarer Gegner kein großes Problem darstellt. Probleme mit Bossen hatte ich keine, nur einmal wäre ich fast gestorben – aber durch eigene Dummheit (und Hand).

Man kann alle Gruppenmitglieder selbst im Kampf steuern oder auch jeden bzw. nur bestimmte Charaktere automatisch agieren lassen. Auch das funktioniert ganz gut und am Anfang auch bei Bossgegnern. Wer will, kann DQ11 auch in 2D spielen. Es existiert sogar eine Storyline, die ausschließlich in 2D gespielt wird. Das muss man sich heute auch erstmal trauen.

Das Spiel an sich bietet also von den Mechaniken her kaum bis kein Frustpotenzial. Selbst Neulinge des Genres finden sich schnell ein und kommen in den Genuss der wahren Stärke von Dragon Quest XI: der Story!

Wie gesagt: ich bin noch nicht ganz durch. Ich werde hier nicht spoilern, aber das erste Ende ist nicht das Ende. Das zweite auch nicht. Oder doch? Ein bisschen? Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist klassisch: das Böse will alles Leben vernichten. Aber DQ11 schafft es, dieses simple Setting wunderbar aufzupeppen. Man freundet sich mit den Gruppenmitgliedern geradezu an, erfährt jede Menge Hintergrundinfos über sie und die gesamte Spielwelt und stellt seine Entscheidungen bzw. die des „Helden“ infrage. Man lacht und leidet mit, etwas, das Final Fantasy nach Teil X nicht mehr wirklich geschafft hat.

Von dieser Art Rollenspiel hätte ich gerne mehr. Kein banales Action-Gekloppe um des Kloppens willen und um über die dürftige Handlung hinwegzutäuschen, sondern eine genial erzählte Story ohne künstliche Längen mit einem angenehm entschleunigten Kampfsystem, das über erlern- und freischaltbare Zauber und Fähigkeiten genug Tiefgang bietet, ohne dabei zu kompliziert zu werden.

Was mir nicht so gefallen hat, war der Grafikstil. Der ist einfach nicht meins, aber ich hab mich dran gewöhnt. Der zweite negative Aspekt ist die deutsche Übersetzung. Das Spiel ist mit deutschen Texten und englischer Sprachausgabe spielbar, was das Spiel verständlicher macht (manche Stimmen haben schon einen sehr deutlichen Akzent), aber auch für einige Fragezeichen sorgt. Die Übersetzung ist eigentlich gut, aber warum kamen die Leute auf die Idee, Eigennamen umzuschreiben? Warum macht man aus einem Ort namens „Hotto“ (heiße Quellen, Vulkanland) das Dorf „Onzen“? Warum heißt „Gemma“ im Deutschen „Sandra“? Warum wurde aus „Jasper“ ein „Euklas“ oder aus „Temple of Dawn“ der „Tempel der Sonne“?

Abgesehen davon habe ich bisher wenig zu meckern. Das Inventorymanagement könnte etwas komfortabler sein und ich finde es schade, dass nur bestimmte Ausrüstungsgegenstände das Aussehen der Gruppenmitglieder ändern, aber das alles ist unwichtig und tut dem Spielspaß keinen Abbruch.

Auf der Xbox Series X|S kommt man zudem noch dank AutoHDR in den Genuss von HDR-Effekten, was den ohnehin schon wunderschönen Bildern in dieser Welt noch zusätzliche Brillanz verleiht. Quick Resume sorgt dann noch dafür, dass man auch mitten im Kampf oder in einem Dungeon die Konsole ausschalten und dann am nächsten Tag an derselben Stelle weitermachen kann, ohne erst wieder zu einem Speicherpunkt zurücklaufen zu müssen.

Ich hoffe sehr, dass demnächst noch mehr Spiele dieser Art erscheinen. Spiele sollen Spaß machen und einen unterhalten. Story ist – zumindest für mich – mit der wichtigste Aspekt bei einem Rollenspiel oder Adventure und DQ11 macht hier so ziemlich alles richtig. Danke, SquareEnix!

2 Kommentare zu „Dragon Quest XI S: Echoes of an Elusive Age – Definitive Edition (Xbox Series X)

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