Neulich beim Arzt

Also nicht „neulich“, eher gerade eben.

Seit 3 Wochen hab ich irgendwas im Hals. Keine Ahnung was, es nervt aber. Die meiste Zeit des Tages merke ich gar nichts, aber manchmal eben doch. Dafür hab ich keine Schmerzen, Atemnot, Schluckbeschwereden oder sonstwas. Es ist einfach nur was „da“.

Und ich hab’s nicht eingeladen!

Krebs hat der Doc ausgeschlossen. Evtl. ist‘s ein Fremdkörper, der abgekapselt wurde. Keine Ahnung, bin kein Mediziner. Heute war ich nochmal da und habe mir eine Überweisung zum HNO geben lassen.

Und da war wieder der Aspi in mir gefragt…

Das Wartezimmer war nicht voll. So weit, so gut. Ein anderer Mann, der am Handy gespielt hat, eine ältere Frau, die kaum laufen konnte – und eine jüngere Frau, die die Wartezimmerzeit ebenfalls mit Handy überbrückte… und genüsslichem Trinken. Alle trugen Masken. Diese „Dame“ jedoch nur sporadisch. Immerhin musste sie ja alle 3 Sekunden Mineralwasser in sich schütten. Da lässt man die Maske besser am Kinn baumeln. Stört ja nur.

Niemand hat was gesagt, ich auch nicht. Ich brauche relativ lange, bis ich mich melde. Doch hier kam mir die Arzthelferin zuvor. Allerdings stieß sie auf Unverständnis seitens der Patientin. Sie hätte sich doch desinfiziert und es reicht ja, wenn alle anderen (da isses wieder, dieses „die anderen“) die Maske tragen.

Mich nerven diese Dinger auch, aber ich suche nicht permanent nach Ausreden, warum ich keine tragen muss. Übrigens war sie nicht wegen einer Untersuchung dort, sondern nur um sich ein Rezept samt AU abzuholen. Beides brachte die Arzthelferin nämlich rein.

Dafür musste ich heute mal nicht an mich halten. Normalerweise bekomme ich bei jedem (!) Arztbesuch den Blutdruck gemessen. Jedesmal wenn mir die nette Arzthelferin die Manschette anlegt, weise ich darauf hin, dass da gleich wieder utopische Werte rauskommen, die deswegen falsch sind, weil die Manschette zu klein ist.

Fun Fact: bis ca. 32 cm Oberarmumfang sind die „normalen“ Manschetten in Ordnung. Ist der Oberarm kräftiger, braucht man eine breitere Manschette. Sage ich jedesmal. Meine Historie beim Doc ist voll von fast tödlichen Blutdruckwerten. Es nervt.

Die haben den Job doch gelernt, oder? Sowas sollte man als Arzt oder Arzthelferin wissen. Aber immer wieder erfolgt die gleiche Prozedur: „Ah, hallo, ich Messe mal ihren Blutdruck.“ – „Das funktioniert nicht mit dem kleinen Ding.“ – „Doch, doch. Machen sie mal den Arm frei.“ – „…“ – Pschh Pschh Pschh Pfffff – „Oh, das ist aber hoch! Da muss der Doc gleich mal dringen nach sehen!“

Hmpf.

Dann kommt der Doc, nimmt die passende Manschette, misst bei mir einen – Zitat – „perfekten Blutdruck“, schreibt eine Korrektur zum Eintrag der Arzthelferin und fertig. Bis zum nächsten Besuch 🤷🏼‍♂️🤦🏼‍♂️

Das sind Basics, verdammt! Oder liegt’s am desolaten Bildungssystem, das seit den 90ern den Bach runter geht – angefangen mit „Schreiben nach Gehör“? Vielleicht macht man auch einfach immer alles richtig..?

Klar kann man nicht auf jeden Quark von Patienten hören, darf man oft auch nicht. Aber man sollte sein eigenes Handeln hinterfragen, wenn immer wieder dieselben Beanstandungen samt Erklärungen kommen, sogar vom Arzt unterstützt und schriftlich fixiert. In diesem Fall hier ist die Messung durch die Arzthelferin für die Tonne, kann sie sich schenken, bringt nix, sagt nix aus.

Ich hatte da von Anfang an Bedenken und das dem Doc auch explizit gesagt. Zudem haben wir ein Messgerät zuhause, daher fiel mir der Unterschied auf. 50% Abweichung ist nicht wenig. Trotzdem stand ich kurz davor, Blutdrucksenker verschrieben zu bekommen.

Vollkommen unnötigerweise! Da frage ich mich, wie vielen anderen Leuten es auch so geht, die blind das glauben (müssen), was Arzt oder Personal ihnen sagen?!

Leben, Sterben, Tod und Jenseits – Teil 1

Gibt es ein Leben nach dem Tod?
Wie sieht das Sterben aus?
Welche Religion ist die richtige?

Diese Fragen hat sich wohl jeder schon einmal irgendwann gestellt und die Antworten darauf füllen ganze Bibliotheken und haben zu zahlreichen Kriegen, Missionsbewegungen und Umwälzungen in Wissenschaft und Gesellschaft geführt.

Kein einfaches Thema also, da es an Falsifizierbarkeit, an Objektivität mangelt. Es gibt keine sachlichen Beweise, die für alle gleichermaßen Gültigkeit haben. Zudem haben etliche Jahrhunderte, teils Jahrtausende der Religionsarbeit dazu geführt, dass man diese Fragen nicht öffentlich diskutieren kann (oder darf), ohne entweder angefeindet oder aber belächelt zu werden.

Man ist entweder ein religiöser Spinner oder ein „normaler“ Spinner.

Nun, mir ist das egal.

Ich habe mich seit Kindertagen gefragt, woher ich denn komme und was mit mir – mit uns – geschieht, wenn wir unser Leben gelebt haben.

Konkret hatte ich meine Mutter als Knirps gefragt: „Warum bin ich ‚ich‘? Und wer wäre ich, wenn ich nicht ‚ich‘ wäre?“

Leider bin ich im deutschen „Bible-Belt“ aufgewachsen und solche Fragen waren gleichbedeutend mit einem gigantischen „Tritt mich“-Schild, das mir an den Rücken getackert wurde. Und für meine Klischee-Evangelen-Mama war das der Supergau, durfte man sich doch bei allen (!) im Dorf für das ungezogene Satanskind rechtfertigen, das es wagt, Fragen zu stellen.

Lustigerweise habe ich mich davon nicht beeindrucken lassen und sogar private Diskussionsabende mit unserem damaligen Diakon verbracht. Mir hat das Spaß gemacht, denn mit ihm konnte man wirklich reden. Er war lange nicht so fanatisch wie seine „Schäfchen“.

Auch Bibelkreise habe ich besucht und ebenfalls Fragen gestellt. Schlimm, oder?
Meist bekam ich Bibelzitate als Antwort und wenn man gar nciht mehr weiterwusste, kam der alles erschlagende – und viel über die Mentalität der Menschen dort aussagende – Satz: „Wenn du sowas fragst, glaubst du nicht genug!“

Stimmt.

In meinem 20ern beginnend, habe ich mich dann mit diversen anderen Religionen befasst und bin dort auf dasselbe Schema gestoßen: es gab dort keine befriedigenden Antworten, auch wenn Ansätze vorhanden waren. Stets musste man „einfach glauben“ – was mir nie genug war.

Und selbst dann waren die ultimativen Antworten entweder dem Herrscher des Universums vorbehalten oder den Führern der jeweiligen Religionsgemeinschaft.

Ich habe mich mit dem Islam genauso beschäftigt wie mit dem Judentum, Christentum, Asatru, Buddhismus und allen möglichen Mythologien, Sagen und Legenden.

Es gibt unglaubliche Übereinstimmungen zwischen diesen Glaubensrichtungen, aber ich muss sagen, dass – für mich – keine einzige „die Wahrheit“ für sich gepachtet hat.

Entweder bieten sie keine umfassenden Antworten, bilden also nur Teilbereiche des Seins ab, oder sie schieben die Antworten auf das Jenseits oder einen nicht zu erreichenden Bewusstseinszustand, was auch nicht wirklich befriedigend ist, aber die Gläubigen zumindest ruhigstellt und/oder beschäftigt.

Zudem muss man die jeweils geltenden Regeln befolgen, sonst gibt’s Strafen oder man erlangt nicht den Zustand von Glück und Liebe, den man anstreben sollte. Im Grunde ist also jedwede Religion eine Art Erpressung – oder anders betrachtet: Religion ist ein sehr guter Weg, um ohne viel Aufwand Massen von Menschen in bestimmte Bahnen zu lenken.

Mit Mitte 30 kam ich also zu dem Schluss, dass alle Religionen lediglich Puzzleteile darstellen, von denen man nicht auf das große Ganze schließen kann und zudem von außen betrachtet mittlerweile lediglich Instrumente zum Machtgewinn und/oder -erhalt darstellen. 

Also blieb mir noch die Philosophie, um endlich Antworten zu bekommen, die keine Unklarheiten mehr zuließen…

(Fortsetzung folgt)