Leben, Sterben, Tod und Jenseits – Teil 1

Gibt es ein Leben nach dem Tod?
Wie sieht das Sterben aus?
Welche Religion ist die richtige?

Diese Fragen hat sich wohl jeder schon einmal irgendwann gestellt und die Antworten darauf füllen ganze Bibliotheken und haben zu zahlreichen Kriegen, Missionsbewegungen und Umwälzungen in Wissenschaft und Gesellschaft geführt.

Kein einfaches Thema also, da es an Falsifizierbarkeit, an Objektivität mangelt. Es gibt keine sachlichen Beweise, die für alle gleichermaßen Gültigkeit haben. Zudem haben etliche Jahrhunderte, teils Jahrtausende der Religionsarbeit dazu geführt, dass man diese Fragen nicht öffentlich diskutieren kann (oder darf), ohne entweder angefeindet oder aber belächelt zu werden.

Man ist entweder ein religiöser Spinner oder ein „normaler“ Spinner.

Nun, mir ist das egal.

Ich habe mich seit Kindertagen gefragt, woher ich denn komme und was mit mir – mit uns – geschieht, wenn wir unser Leben gelebt haben.

Konkret hatte ich meine Mutter als Knirps gefragt: „Warum bin ich ‚ich‘? Und wer wäre ich, wenn ich nicht ‚ich‘ wäre?“

Leider bin ich im deutschen „Bible-Belt“ aufgewachsen und solche Fragen waren gleichbedeutend mit einem gigantischen „Tritt mich“-Schild, das mir an den Rücken getackert wurde. Und für meine Klischee-Evangelen-Mama war das der Supergau, durfte man sich doch bei allen (!) im Dorf für das ungezogene Satanskind rechtfertigen, das es wagt, Fragen zu stellen.

Lustigerweise habe ich mich davon nicht beeindrucken lassen und sogar private Diskussionsabende mit unserem damaligen Diakon verbracht. Mir hat das Spaß gemacht, denn mit ihm konnte man wirklich reden. Er war lange nicht so fanatisch wie seine „Schäfchen“.

Auch Bibelkreise habe ich besucht und ebenfalls Fragen gestellt. Schlimm, oder?
Meist bekam ich Bibelzitate als Antwort und wenn man gar nciht mehr weiterwusste, kam der alles erschlagende – und viel über die Mentalität der Menschen dort aussagende – Satz: „Wenn du sowas fragst, glaubst du nicht genug!“

Stimmt.

In meinem 20ern beginnend, habe ich mich dann mit diversen anderen Religionen befasst und bin dort auf dasselbe Schema gestoßen: es gab dort keine befriedigenden Antworten, auch wenn Ansätze vorhanden waren. Stets musste man „einfach glauben“ – was mir nie genug war.

Und selbst dann waren die ultimativen Antworten entweder dem Herrscher des Universums vorbehalten oder den Führern der jeweiligen Religionsgemeinschaft.

Ich habe mich mit dem Islam genauso beschäftigt wie mit dem Judentum, Christentum, Asatru, Buddhismus und allen möglichen Mythologien, Sagen und Legenden.

Es gibt unglaubliche Übereinstimmungen zwischen diesen Glaubensrichtungen, aber ich muss sagen, dass – für mich – keine einzige „die Wahrheit“ für sich gepachtet hat.

Entweder bieten sie keine umfassenden Antworten, bilden also nur Teilbereiche des Seins ab, oder sie schieben die Antworten auf das Jenseits oder einen nicht zu erreichenden Bewusstseinszustand, was auch nicht wirklich befriedigend ist, aber die Gläubigen zumindest ruhigstellt und/oder beschäftigt.

Zudem muss man die jeweils geltenden Regeln befolgen, sonst gibt’s Strafen oder man erlangt nicht den Zustand von Glück und Liebe, den man anstreben sollte. Im Grunde ist also jedwede Religion eine Art Erpressung – oder anders betrachtet: Religion ist ein sehr guter Weg, um ohne viel Aufwand Massen von Menschen in bestimmte Bahnen zu lenken.

Mit Mitte 30 kam ich also zu dem Schluss, dass alle Religionen lediglich Puzzleteile darstellen, von denen man nicht auf das große Ganze schließen kann und zudem von außen betrachtet mittlerweile lediglich Instrumente zum Machtgewinn und/oder -erhalt darstellen. 

Also blieb mir noch die Philosophie, um endlich Antworten zu bekommen, die keine Unklarheiten mehr zuließen…

(Fortsetzung folgt)

2 Kommentare zu „Leben, Sterben, Tod und Jenseits – Teil 1

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