Leben, Sterben, Tod und Jenseits – Teil 2

Ja, die Philosophie schien mir der sinnvollere Weg zu sein, Antworten auf meine Fragen zu finden.

Ich befasste mich mit meinen Lieblingen Nietzsche und Schopenhauer und Kant, blieb dann jedoch in der Antike bei Plato und Sokrates hängen.

Normalerweise arbeitet man sich ja in die andere Richtung vor, aber mir ging es um die Ursprünge – und das tut es noch.

Schlussendlich kam ich zu dem Ergebnis, dass auch die Philosophie keine Antworten für mich hat. Sicher gibt es interessante Ansätze für das tägliche Leben und auch „das große Ganze“ wird oft beleuchtet – aber nie erklärte es jemand allgemeingültig. Nicht für mich jedenfalls. Aber das ist ja auch das Grundprinzip der Philosophie: Fragen stellen. Beantwortet werden sie nur selten.

Somit war auch hier dasselbe Problem vorhanden wie bei den diversen Religionen: jeder hatte irgendwie irgendwo ein bisschen Recht, aber keiner konnte oder wollte einem sagen, wie das Bild aussieht, wenn man die Puzzleteile zusammensetzt.

Für einen neugierigen Menschen wie mich ist das SEHR frustrierend.

Ich mag Schopenhauer, ich bin Fan des Höhlengleichnisses und ich mag die Idee des Solipsismus. Machiavelli mag ich (in Teilen) und C.G. Jung hat interessante Ansätze und viele Ideen für Nächte voller interessanter Diskussionen rund um’s Menschsein. Mit Freud bin ich nie warm geworden. Wahrscheinlich geht das auch nicht, wenn man sich zuerst mit Jung befasst hat.

Aber meine Fragen werden immer noch nicht beantwortet. Doch als jemand, der sich für Philosophie interessiert, wird man weitaus eher akzeptiert als jemand, der nach dem Sinn, Ursprung oder Hintergrund von Religionen fragt. Ich habe in dieser Zeit einige sehr interessante Menschen kennengelernt und auch viele neue Verknüpfungen auf gedanklicher Ebene erstellt. Je mehr man forscht, je mehr man weiß, desto eher kann man das eigene Leben, das eigene Sein einordnen, sortieren, erkennen.

Ich kann jedem nur empfehlen, sich über den eigenen Tellerrand hinaus umzusehen und Dinge, die vermeintlich gegeben sind, zu hinterfragen. Gerade wenn man gesagt bekommt oder denkt „das gehört sich nicht“ ist man meist auf dem richtigen Weg.

Mit philosophischem Hintergrund ergeben Religionen einen komplett anderen Sinn – man sieht klarer. Und umgekehrt gilt das ebenfalls. Ein Philosoph, der Religion ignoriert, beschneidet sich selbst – genau wie ein Religionsführer es tut, der kritische Fragen ablehnt. Dann noch etwas Geschichte dazu und schon kann man anfangen, zu versuchen, sich durch den Dschungel zu arbeiten.

Puzzleteile hatte ich also jetzt noch mehr als vorher, aber immer noch keine Antworten.

Somit wandte ich mich den Parawissenschaften zu…

(Fortsetzung folgt)