Leben, Sterben, Tod und Jenseits – Teil 3

Religionen sind interessant, Philosophie an sich auch. Aber für mich bot das alles zu wenig „Handfestes“.

Die eigentliche Frage „Woher kommen wir und was soll das alles?“ rückte in einen anderen Fokus. Es ging mir mittlerweile nicht mehr darum, eine allgemeingültige Antwort zu finden, sondern überhaupt erstmal irgendeine, die nicht auf einfachste Weise umgangen werden konnte.

Das klassische Problem, wenn man sich selbst auf die Suche begibt, die schon unzählige Menschen vor einem durchgeführt hatten. Wirkliches Neuland kann man fast gar nicht mehr betreten. Ich wollte auch immer mal Philosophie studieren, doch wozu? Damit ich irgendwann so denke, wie es andere vor mir schon getan haben? Wer nachdenken kann und neugierig ist, der sollte sich unbedingt eigene Gedanken machen und muss keiner „Schule“ irgendeines Philosophen angehören.

Durch meine intensive Beschäftigung mit dem klassischen Allheilmittel „Glaube“, bot sich dieser Ausweg allerdings nicht an und eine nihilistische Denkweise erschien mir ebenfalls als zu einfach – und zu sinnlos im Ergebnis. Alles doof, Zeit absitzen, ist halt so. Nein, danke.

Was liegt da näher, als Religion, Glaube und Wissenschaft zu vereinen?

Die Parawissenschaften versprachen hier Abhilfe und Antworten auf Fragen, die ich mir noch gar nicht gestellt hatte.

Ich habe zig Bücher zu verschiedenen Themen gelesen und bin bei der Prä-Astronautik hängengeblieben. Ein wie ich finde sehr faszinierendes Gebiet im Bereich der Parawissenschaften und auch wenn hier viel Mutmaßung und Fantasie Teil der Basis ist, erklärt und entmystifiziert sie viele Bereiche fast aller Religionen.

Allerdings gibt es auch hier keine Erklärung bezüglich des „Warum“ und „Wohin“. Wenigstens konnte ich ab diesem Zeitpunkt das Thema „Religion“ für mich vollends ad acta legen. Wie gesagt: wenn man anfängt, alles in Betracht zu ziehen, wird entweder alles zum chaotischen Wahnsinn oder eben zum Teil des Puzzles, das somit wächst. Geht es anfangs noch darum, welche Religion „die richtige“ ist, fragt man sich später, ob überhaupt jemand „Recht“ hat, was dahinter steckt und was das alles überhaupt soll.

Für manche mag Religion Antworten beinhalten und Erlösung bieten, aber für mich ist es mehr eine Art Beschäftigungstherapie für Leute, die aufgegeben haben, selbst zu denken – oder es gar nicht erst möchten.

„Opium fürs Volk“, anyone?

Der Schritt hin zur Esoterik war ab hier nicht mehr weit, also tat ich ihn. Warum auch nicht? Etwas auszuschließen ohne es zu prüfen ist ignorant. Man kastriert sich selbst, mauert Türen zu, die man noch gar nicht geöffnet hat, nur weil etwas „nicht sein kann“. Esoterik ist allerdings ein sehr weit gefasster Begriff und ein sehr großes Feld.

Meine Güte, was es hier für Spinner gibt!

Ich war zunächst abgeschreckt, ja fast abgestoßen von den selbsternannten Erleuchteten, den Medien, Geistheilern, Gurus und Sektenfreaks, Barcodedurchstreichern, Lichtessern und Bewusstseinserweiterungsjunkies, die man unweigerlich zuerst trifft, wenn man in das Thema einsteigt.

Schlimm, was sich da alles so getummelt hat – aber sie haben Zulauf ohne Ende. Es scheint also Bedarf zu geben an Antworten, die nirgendwo sonst zu finden sind, egal wie abstrus manche Theorien und Axiome sind.

Nur war hier die Beweisführung noch schwieriger als bei den klassischen Religionen – und meist noch dazu mit sehr hohen Kosten verbunden für Seminare, Beschwörungen, Utensilien und Leitfäden. Warum muss man eigentlich bezahlen, wenn es doch um Liebe, Hilfe und „das größere Ganze“ geht?

Sehr schnell wird einem klar, dass es hier – noch mehr als bei Kirche & Co. – einfach nur um’s Geld geht. Und ein Hinterfragen ist nicht erwünscht. Man wird hier sehr schnell angefeindet und mundtot gemacht und zwar in einer Weise, die die katholische Kirche geradezu ketzerisch weltoffen dastehen lässt. Da fühlte ich mich manchmal direkt in meine Kindheit im „Bible Belt“ zurückversetzt. Fragen? Besser nicht…

Religion – Sackgasse
Philosophie – Sackgasse
Parawissenschaften – Sackgasse
Esoterik – Sackgasse

Ich wollte schon aufgeben, da wagte ich nach einigen Zufällen und Wendungen in meinem Leben ein Experiment…

(Fortsetzung folgt)

2 Kommentare zu „Leben, Sterben, Tod und Jenseits – Teil 3

  1. Ich liebe es 🙂
    Schon so früh am Morgen etwas zu lachen zu haben, ist wundervoll.
    Danke sehr.

    Ich werde wohl nie verstehen, warum so viele Menschen glauben (können/wollen?), dass Kirchenmenschen zu Gott eine bessere Verbindung haben, als sie selbst.
    Ich schrieb mal in etwa:
    „Die Kirche erklärt, dass der Gottesdienst eine Art Telefonzelle zu Gott ist, die nur dann funktioniert, wenn man auch viele Münzen (lieber Scheine) einwirft.“
    Und die Menschen glauben das.
    Ich versteh es nicht.

    Ein wirklich spannendes und fast auch erheiterndes Thema hier 🙂
    Wenn es andererseits nicht für so viele Kriege und Kämpfe verantwortlich wäre.
    Ich freue mich auf den nächsten Teil.
    Dir einen wundervollen Tag 🙂

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