Leben, Sterben, Tod und Jenseits – Teil 4

Der Schlüsselmoment bei mir war der, dass ich Details über meine Vergangenheit erfahren habe, die ich erfolgreich verdrängt hatte. Diese Details ließen mein komplettes Leben in einem anderen Licht erscheinen.

Entscheidungen, die ich getroffen hatte, hinterfragte ich nun auf Basis dieses neu gewonnenen Wissens und ich analysierte über Monate hinweg jede Station meines Lebens.

Habe ich mein Leben so gelebt, weil ich es so wollte oder war alles nur eine unausweichliche Konsequenz aus Gegebenheiten, die sich meiner Macht entzogen?

Worin lag der Sinn im Missbrauch durch meine Mutter?
Warum hat mein Vater nichts getan?
Oder hat er es versucht?
Warum war ich so ein Arsch als Jugendlicher?
Oder war es nur der Versuch auszubrechen aus dieser Hölle?
War ich mein Leben lang auf der Flucht?
Und warum überhaupt?!

Mein selbst gesammeltes Wissen half mir einerseits, viele verschiedene Aspekte diverser Fragen zu beleuchten, sorgte andererseits allerdings auch dafür, dass ich mich nicht einfach in eins dieser Teilgebiete flüchten konnte.

Ich kannte die Zusammenhänge und Alternativen, somit waren mir die Wege versperrt, die allesamt darauf bauten, alles andere zu ignorieren.

So fiel ich in ein Loch, aus dem ich fast nicht wieder herausgekommen wäre. Ich sah keinen Sinn mehr, kein Ziel, keinen Grund oder auch nur eine angedeutete Basis, auf der ich aufbauen könnte.

Und jetzt kommt der Aha-Effekt: Ich habe mich erneut auf die Suche begeben nach den Antworten hinter allem – und fand sie – für mich! – in etwas, was für die einen eine Religion darstellt, für andere esoterischer Quark ist und wieder andere sehen es als Philosophie an.

Ich bin kein Philosoph, kein religiöser Mensch und gegen Esoterik habe ich eine Abneigung entwickelt. Das sollte klar erkennbar sein, wenn man alle Teile dieser Serie gelesen hat.

Ich habe für mich die Michael Teachings entdeckt.

Witzigerweise gibt es auch deutsche Ableger davon, die aber primär darauf ausgelegt sind, dass Leute viel Geld für irgendwelche Channelings ausgeben.

Ich bin hier schon früher drauf gestoßen, konnte damit aber nichts anfangen, da ich allergisch auf eine „bezahl mich, dann gibt’s Erleuchtung“-Masche reagiere. Ich mag mich nicht gerne erpressen lassen. Punkt.

Nachdem ich mich auf einigen Websites (englischsprachig) in diese „Lehren“ eingelesen hatte, habe ich für mich erkannt, dass diese durchweg Sinn ergeben – mehr als das, womit ich mich bisher beschäftigt hatte.

Hier gab (und gibt) es keinen Zwang, irgendwelche Regeln zu befolgen. Es gibt kein „gut“ oder „schlecht“. Im Grunde gibt es nur Erfahrungen, die man macht und durch die man lernt und wächst.

Nahtoderfahrungen ergeben – z.B. in Verbindung mit dem ersten Lucy-Buch von Markolf Niemz – einen Sinn, ebenso wie die Frage „Warum passiert soviel Schlimmes auf der Welt?“ beantwortet wird. Reinkarnationen sind keine Hirngespinste, das Jenseits existiert und außerirdisches Leben ist real, wenn auch nicht so wie es uns Hollywood glauben macht.

Zwei Nachteile hat diese Denkweise jedoch, aber mit diesen kann ich gut leben.

Nachteil 1: auch die Michael-Teachings beantworten nicht ALLES, aber einen sehr großen Teil

Nachteil 2: Man kann die Verantwortung nicht mehr auf andere schieben sondern muss erkennen, dass man selbst Herr seines Schicksals ist, war und sein wird

Die positiven Aspekte jedoch überwiegen für mich und seit einer Hypnosesitzung habe ich auch keine Angst mehr vor dem Tod oder auch nur dem Prozess des Sterbens. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt (Vorhersagen dieser Art erachte ich als Scharlatanerei) und ob ich doch noch im Lotto gewinne (Zeits wird’s jedenfalls).

Die Aussage innerhalb der Michael Teachings, die mich überzeugt hat, dem Ganzen Glauben zu schenken, war: „Du musst das nicht glauben. Es ist so. Dir passiert weder etwas besonders Gutes, wenn du das hier glaubst, noch wirst du bestraft, wenn du es nicht tust. Du gehst deinen Weg, den du dir selbst ausgesucht hast und du kannst nichts falsch machen, weil alles Erfahrungen sind, die gemacht werden sollen und müssen, weil du es so wolltest. Du lernst aus und von allem.“

Ich will mein Leben leben und alles lernen, was es zu lernen gibt. Ich folge nun mir und meinen Wünschen, meinem Herzen und besinne mich seitdem darauf, was wirklich wichtig ist im Leben.

Das ist nicht immer leicht, wo man doch sein ganzes Leben lang darauf getrimmt wird, gesellschaftskonform zu denken und zu handeln und sich nur allzu gern in sein „Schicksal“ ergibt, sich selbst als Spielball sieht und nicht als Akteur.

Auch hier wird es Leute geben, die mich belächeln oder meine Ansichten anfeinden oder ins Lächerliche ziehen wollen. Aber das gehört dazu.

Ich werde mich weiter über Idioten aufregen und meine Ansichten haben. Ich bin kein anderer Mensch geworden, aber ich habe Antworten gefunden, die mir dabei helfen, den Sinn hinter allem zu verstehen.

Auch wenn’s mir nicht immer passt 😉

Davon wird die Welt nicht besser, aber erträglicher – und es hat sich in mir eine innere Ruhe eingestellt, von der ich gar nicht wusste, dass ich sie vermisst habe. Ich kann mein Gedankenchaos jetzt für mich sinnvoll fokussieren und Erlebnisse einordnen in ein Bild, das ohne Angst gemalt wurde, in eine Zukunft, die ohne Zwang und Unausweichlichkeit auskommt.

Die Entscheidung, Bücher zu schreiben und ein Blog zu erstellen, ist ein Teil davon. Ich habe jahrelang in einem Korsett gesteckt, in dem ich nicht glücklich werden konnte. Nun folge ich dem, was ich schon immer machen wollte und es fühlt sich gut an. Dank meiner Frau bin ich auch dazu in der Lage, ohne auf der Straße zu sitzen und wer weiß, vielleicht inspiriere ich auch den ein oder anderen durch diese Zeilen, meine Bücher oder Diskussionen, die hoffentlich aufkommen, sein Leben zu hinterfragen und einen Weg einzuschlagen, der dem eigenen Selbst gerecht wird…

Es ist nicht leicht, aber es lohnt sich, etwas zu tun statt nur zu warten, dass etwas passiert.

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