Warum wollen Expertinnen weiter Täter schützen?

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder – endlich ein Verbrechen. Aber es gibt immer wieder Streit.

(Link zum entsprechenden Artikel auf LTO)

Nachdem sich unsere Bundesjustizministerin endlich dazu durchgerungen, ihren Widerstand aufgegeben hatte, kam Hoffnung auf, dass man jetzt nicht mehr ständig Täter verhätschelt und auf Bewährung frei lässt, weil man sie bestimmt therapieren kann oder ihnen nicht die Zukunft verbauen will.

Das scheint aber diversen Staatsanwältinnen, Expertinnen und Richtern nicht zu gefallen.

Der Punkt bezüglich der Bezeichnung ist ggf. noch nachvollziehbar, wenn man sich auf den Begriff „Gewalt“ fixiert. Hier könnte man es einfach bei „sexuellem Missbrauch“ belassen.

Die restlichen Argumente allerdings zeigen, dass die Damen (und Herren) doch sehr stark auf das Wohlergehen von Tätern fixiert sind. Opfer werden als Grund vorgeschoben, damit man die armen Täterinnen und Täter nicht so hart anpacken muss.


„Beim neuen § 176 StGB, der sexuelle Handlungen an Kindern mit Körperkontakt unter Strafe stellt, wird die Mindeststrafe auf ein Jahr angehoben und der Tatbestand damit zum Verbrechen eingestuft. Ein Unding, wie die Sachverständigen immer wieder betonten, und selbst für die Ermittler alles andere als ein Gewinn: In Grenzfällen, bei denen die Erheblichkeitsschwelle nur unwesentlich überschritten werde, könne das Unrecht nicht mehr angemessen abgebildet werden, kritisierte Staatsanwältin Bussweiler. Ein solcher Grenzfall sei beispielsweise die Berührung eines Kindes oberhalb der Kleidung.“

Man höre auf die Sachverständigen! Wenn man Kinder begrapscht ist das nicht so schlimm. Die dürfen nur nicht nackt sein und man darf nicht unters Röckchen fassen, nicht in die Hose. Alles oberhalb der Kleidung ist nicht so schlimm. Da gibts dann garantiert Bewährung! Ein Freibrief für Monster! Sowas fordern Sachverständige!


„Auch die Vorsitzende der Kommission Strafrecht im Deutschen Juristinnenbund (djb), Dr. Leonie Steinl, schloss sich der Kritik an: Der Strafrahmen von derzeit sechs Monaten bis zu zehn Jahren ermögliche eine schuldangemessene Sanktionierung und biete Raum für die Verhängung erheblicher Freiheitsstrafen.“

Hört auf die Frau Doktor! Es ist doch gut wie es bisher war. Der Strafrahmen war vollkommen ausreichend für ein verpfuschtes Leben. Bewährung gabs auch. Massenhaft sogar. Und somit immer weitere Folgefälle, denn Pädophilie ist nicht heilbar. Es ist keine Krankheit, sondern eine sexuelle Präferenz. Genau wie manche auf Dicke oder Blonde stehen. Das kann man nicht heilen, verdammt! Und der Strafrahmen war in der Theorie vielleicht „ausreichend“. Wenn dann aber Täter und Täterinnen vor Gericht landen, gabs meist Bewährung oder mal ein paar Jahre Knast. Bei guter Führung stand dann das Monster nach ein paar Monaten wieder vor der Tür seines Opfers. Ausgestattet mit Therapieplatz, Wohnung, Job – und eben frei. Jetzt werden Richter gezwungen, diese „Menschen“ wegzusperren. Und dagegen wehrt man sich? Ekelhaft, was diese Frau da fordert!


„Die von der Union geladene Staatsanwältin Bussweiler ergänzte, dass die Anhebung des Strafrahmens das Regelungsgefüge im Hinblick auf Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit und die persönliche Freiheit erschüttere. „Der Besitz kinderpornographischer Schriften würde (…) als schwerwiegender eingestuft als beispielsweise massive Gewaltanwendungen gegen andere Personen (§ 224 Abs. 1 StGB) oder Minderjährige und Wehrlose (§ 225 Abs. 1 StGB) oder Delikte des Menschenhandels (§ 232 Abs. 1 StGB) oder der Zwangsprostitution (§ 232a StGB), die lediglich mit einem Mindestmaß von sechs Monaten Freiheitsstrafe belegt sind.“

Da hat die nette Staatsanwältin recht! Hört auf sie! Es gibt Schlimmeres, also darf man die Strafen nicht erhöhen. Wo ist denn da sonst die Verhältnismäßigkeit? Wenn ich eine Atombombe zünde, muss ich „nicht unter 5 Jahre“ in den Knast. Bei Fahrlässigkeit 1-10 Jahre. Das bedeutet Millionen Tote und Verletzte, Sachschaden in Milliardenhöhe und Verseuchung von zig qkm Land. Wenn ich einen Menschen ermorde, sitze ich ggf. lebenslänglich. Wo ist denn da die Relation? Liebe Frau Staatsanwältin. Unser Strafrecht basiert nicht auf Verhältnismäßigkeit. Das sollten sie wissen. Oder hat hier die Quote zugeschlagen? Wieso relativieren Sie… nein… warum relativierst DU sexuellen Missbrauch an Kindern, der Menschen für ihr gesamtes Leben zeichnet? Nach deiner Logik müsste es noch weitere Abstufungen geben. Die Strafen sind zu hart. Vielleicht ist Vergewaltigung ja auch nicht so schlimm wie Mord? Die Frau lebt ja immerhin noch. Gut, sie ist für den Rest ihres Lebens traumatisiert, aber eben nicht tot. Nicht äußerlich. Genau wie die Kinder. Da muss man eben abwägen. Man könnte auch einfach alle Strafen erhöhen, zumindest bei Sexual- und Gewaltdelikten. Aber das ist doof. Da kann man nicht therapieren. Oder sonst einen Quark veranstalten. Wie hoch sind nochmal die Rückfallquoten?

Über 50% bei Vergewaltigern, 80% bei Pädophilen.

Therapie lohnt sich, wie man sieht. Immer schön die Täter hätscheln. Die Opfer kämpfen dann um Therapieplätze, Entschädigungen/OEG und dergleichen.

Und zu deinem Punkt „Kinderpornographie anschauen ist ja nicht so schlimm“: Du weißt schon, wie Angebot und Nachfrage zusammenhängen? Dass hinter jedem Video ein verpfuschtes Leben steckt- oder mehrere? Vielleicht ist’s dann ja auch ok – oder „nicht so schlimm“ – wenn ein Mord gefilmt wird und Leute sich das dann angucken, dafür Geld bezahlen, einen Markt schaffen? Na, klingelts?


Warum gibt es immer wieder Menschen wie diese Expertinnen, die mit solchen Forderungen allen Opfern, allen Überlebenden ins Gesicht spucken?

Sehen die nur den Arbeitsaufwand? Sind das alles Theoretiker ohne Realitätsgefühl, ohne Erfahrung? Oder liegt da mehr im Argen? Ich muss bei diesem ganzen Widerstand gegen die Einstufung von sexuellem Missbrauch als Verbrechen unweigerlich an unsere Grünen denken, die sich erst in den 2000ern bzw 2010ern nebenbei von ihren pädophilen Mitgliedern distanziert haben. Oder den SPD-Parteigenossen unserer Justizministerin, Edathy. Ob das alles zusammenhängt weiß ich nicht. Es fällt mir nur auf. Vielleicht sind andere Parteien und Gruppen auch einfach geschickter beim Vertuschen?

Wir leben ja immerhin auch in einem Land, in dem männliche Kinder rituell – wegen Kultur oder Religion – verstümmelt werden und wo das absolut akzeptiert ist. Aber den Schutz unserer Kinder hat sowieso keine Partei explizit in ihren Wahlprogrammen. Kinder sind unwichtig, sie bringen keine Stimmen.

Was auch immer der Grund ist: hier zeigt sich ganz deutlich, dass weder Politik, noch Staatsanwaltschaft und Richter einen Dreck auf Kinder geben. Im Gegenteil: man benutzt sie noch, um weiter Täterinnen und Täter frei rumlaufen lassen zu können. Was läuft bei diesen Menschen falsch?

2 Kommentare zu „Warum wollen Expertinnen weiter Täter schützen?

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