Normalität

Normal ist, wenn man nicht dauernd drauf hinweist, wie besonders irgendwas ist.

Etwas ist normal, wenn es die Mehrheit direkt betrifft oder es die Mehrheit ohne Zwang akzeptiert.

Man kann „Normalität“ nicht verordnen und nicht wirksam erzwingen.

Wenn man dauernd drauf rumreitet und betont, wie besonders irgendwas oder irgendwer ist, ist dieser jemand oder diese Sache nicht normal – und wird es auch nicht.

Was ist denn für euch „normal“ – und zeigt ihr ständig darauf? Betont ihr es?

Heute kämpft man (angeblich) für Normalität, indem man ständig die eigene Besonderheit in den Mittelpunkt stellt und alle anderen dazu zwingen will, das Besondere als Normalität anzusehen. Was per definitionem nicht möglich ist. Was man dagegen erreicht, ist, dass man immer mehr Ausgrenzung schafft. Man weist so stark auf die Unterschiede hin und fordert gleichzeitig, dass diese „normal“ sein sollen, dass man immer mehr Gegendruck erzeugt.


Drittes Newtonsches Gesetz – als Link für die, die Revoluzzerkonform Sozialwissenschaften studieren oder freitags die Schule schwänzen.


Das nimmt man aber nicht zum Anlass, seine Strategie zu überdenken. Nein, man intensiviert das bisherige Verhalten sogar. Noch mehr Druck erzeugt noch mehr Gegendruck und die geforderte Normalität wird immer weiter weg geschoben.

Ganz dem Zeitgeist entsprechend, haben selbstverständlich die anderen Schuld. Diese „Mehrheit“, die so arrogant ist, so stur, dass sie nicht einfach auf jeden hört, der ihr was vorschreiben will. Die nicht einfach alles mitmacht, nur weil irgendwer was behauptet oder gerne hätte. Die so dreist ist und sich einfach nicht von wenigen (in Relation gesehen) beherrschen lassen will.

In DE ist das aber nicht so tragisch. Wir sind es gewohnt, allem nachzugeben. Solange wir unser Bier und Fußball haben, machen wir alles mit. Wobei heute Instagram und WhatsApp wichtiger sind.

Wir sind konfliktscheu und haben nie gelernt, „Nein“ zu sagen.

Glaubt ihr nicht? Versucht’s mal! Egal bei was oder wem! Und achtet auf eure Empfindungen dabei und die Reaktionen natürlich. Es gibt nicht umsonst sogar Workshops, in denen man das Nein-Sagen lernen soll. Wie traurig ist das bitte und wie sehr haben Eltern versagt?

Also bestimmen Leute, die keine Grenzen kennen oder respektieren, ganz leicht über die „Normalen“, die nicht „Nein“ sagen können, wollen, dürfen. Beschwert wird sich wenn überhaupt nur im stillen Kämmerlein oder anonym bzw. unter sich. Wer angreift, gewinnt und hat Recht. Da spielt es am Ende keine Rolle, wer „Recht“ hat oder in der Überzahl ist.

Wer sich ergibt, hat verloren und kein Recht, sich zu beschweren.

Heute gilt deswegen, dass sich nicht das Individuum in eine Gesellschaft einfügen muss, sondern dass die Gesellschaft sich an einzelne Gruppen oder das Individuum anzupassen hat.

Man müsste das mal ausweiten:

  • Bekleidet zum FKK-Strand
  • Als Mann in die Frauenumkleide
  • Shitstorm, wenn es im Vegan-Imbiss keine Currywurst gibt
  • Fahrverbote für Fahrräder
  • Steuererhöhung für E-Autos

Undenkbar? Absurd? Genau das passiert aber heute. Eine kleine Gruppe geht zu einer größeren, die entsprechende Regeln definiert hat und verlangt, dass sie so hin- und angenommen wird ohne sich anpassen zu müssen. Geschieht dies nicht, wird geshitstormt, demonstriert und Aktivistinnen drehen hohl.

Oder es wird irgendwas erfunden, aufgebauscht oder einfach nur dreist gefordert. Wie war das noch mit dem Mädchen, das in den Berliner Knabenchor wollte? Da hat eine Mutter geklagt! Wegen Gleichbehandlung bzw. dem Totschlagargument „Diskriminierung“ 🤦🏼‍♂️

Man stelle sich vor, ein „alter, weißer Mann“ will sich analog in die Frauensauna klagen… So weit hergeholt sind die Beispiele oben also nicht. Sie sind Realität. Traurige Realität. Weil die Masse einfach still ist, alles mit sich machen lässt.

„Integration ist Müll“ – das ist der Tenor, der aktuell alle „normalen“ Menschen verteufelt, angreift und ihnen alles „Gute“ abspricht. Ist man „normal“, ist man böse, muss bekämpft werden. Jeder, der entsprechende Organisationen oder Parteien unterstützt und wählt, ist somit gegen die Gesellschaft an sich, gegen Menschenwürde, gegen Gleichberechtigung, gegen Frieden, gegen alles außer die eigenen Interessen. Egoismus und Menschenverachtung pur.

Dass so keine Gesellschaft auf Dauer funktionieren kann, sollte jedem klar sein, der die Grundschule abgeschlossen hat. Man kann – und darf – nicht jedem immer und überall nachgeben.

Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um Unterdrückung oder echte Missstände. Es geht darum, einen Kompromiss zu finden, mit dem alle leben können, ohne dass das Pendel zu sehr in eine Richtung ausschlägt.

Artikel 3 unseres Grundgesetzes wird ja gerne auch nur teilweise zitiert, wenn es als Argument herhalten muss. Der fett gedruckte Teil fehlt meist, doch genau das passiert heute und das gilt es zu verhindern.


Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.


Wie „normal“ kann eigentlich irgendetwas werden, wenn man dauernd darauf hingewiesen wird; wenn man daübend aufpassen muss, ja nichts „Falsches“ zu sagen oder zu denken? Jegliche Aktivistinnen verhindern mit jeder Aktion, dass irgendein Anliegen zur Normalität wird. Und wenn sie merken, dass es nicht klappt, wendet man eben Gewalt an, Zwang, Erpressung oder Manipulation.

Einfach mal „Nein“ sagen, die Kinder trotzdem als Indianer verkleiden, mal ein Zigeunerschnitzel bestellen oder ein Mohrenkopfbrötchen essen. Es ist durchaus spaßig, welche Reaktionen sowas Banales – Normales! – auslöst 😉

Normalität lässt sich nicht erzwingen. Sie wächst und verändert sich langfristig. Und das ist gut so, denn dadurch gibt sie Halt, Sicherheit und Orientierung. Wer diese Normalität ablehnt, lehnt die komplette Gesellschaft ab. Für den zählt nur die eigene Gruppe.


Liebe Aktivisten, die ihr „dem Kapitalismus die Reifen zerstechen wollt“ (Fridays for Future am 19.03.2021): DAS ist Mut und sinnvoller Aktivismus! Nicht euer von gelangweilten Millionärstöchtern geführter Trotz-Krieg gegen die Generation, die euch euer sorgenfreies Leben in einem sicheren Land überhaupt erst ermöglicht und der ihr es dankt, indem ihr sie kollektiv als Rassisten, Umweltsäue, Tierquäler und (natürlich) Nazis bezeichnet. Ihr seid einfach nur undankbar, egoistisch und eine Schande für Leute wie Ahmed, die wirklich etwas riskieren und für eine sinnvolle, menschliche Sache kämpfen, ohne alle anderen unterdrücken zu wollen.

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