Welt-Autismus-Tag 2021

Ja, sowas gibt’s.

Aber wenn wir ehrlich sind: was bringen diese „Tage“, die es gefühlt für allen möglichen Kram gibt?

Es gibt keine Sondersendungen, keine Paraden, keine Demos.

Autisten leben mitten unter uns und machen das, was andere gar nicht in Erwägung ziehen: sie passen sich an, so gut es geht.

Wobei ich hier explizit für Asperger-Betroffene spreche, die es noch etwas „leichter“ haben und je nach schwere des Syndroms oftmals gar nicht so sehr auffallen. Meist erscheinen sie eifnach nur wunderlich, irgendwie „seltsam“ und das war’s.

Logisch, wissen viele Betroffene gar nicht, dass sie Aspis sind. Da werden – gerade bei Frauen – oftmals abstruse Diagnosen gestellt, die einige Symptome erklären und schnell zu identifizieren sind. AD(H)S, Borderline, Burnout, allgemeine Zickigkeit (ja, auch das gab’s offiziell) oder ganz simpel: die Hormone!

Das mag auch oft zutreffen, doch eben nicht immer. Aber um Asperger zu diagnostizieren, braucht man jede Menge Erfahrung. Und Zeit. Und Geduld.

Jemand, der auf Asperger bei Kindern spezialisiert ist, ist nicht geeignet, um dies bei Erwachsenen zu diagnostizieren oder zu „behandeln“. Es gibt sogar recht wenige Anlaufstellen für Erwachsene, die sich meist an Universitäten wenden müssen, wenn sie einen entsprechenden Verdacht haben. Mit einem Besuch beim Hausarzt oder beim „normalen“ Psychologen um die Ecke ist es hier nunmal nicht getan.

Aber trotz dieses speziellen Tages weiß kaum einer, was Autismus ist. Noch weniger können etwas mit „Asperger“ anfangen. Klar, durch Klima-Greta wurde der Begriff etwas in die Öffentlichkeit gerückt. Das war’s dann aber auch. Ich gehe sogar so weit, dass dieses Herumreiten auf ihrem Aspi-Sein geschadet hat, wenn es um die Akzeptanz, um Differenzierung geht.

Aspis haben durchaus viele positive Eigenschaften, aber eben auch Beeinträchtigungen. Ich sehe das an mir recht gut.

Ich habe ein sehr klares und ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden, lasse mich nicht so leicht von Zwischentönen in die Irre führen, gehe den Dingen schnell auf den Grund, während sich Nicht-Betroffene schnell mit Überschriften und einfachen Erklärungen zufrieden geben, Gerechtigkeit relativieren und in Grautönen sprechen und argumentieren.

Allerdings befähigt das nicht dazu, dass man auch Lösungen für Probleme anbietet, die praktikabel sind. Aspis finden oftmals Lösungen, auf die Nicht-Betroffene gar nicht kommen würden, doch je größer der Maßstab wird, desto mehr muss man auch die Zusammenhänge berücksichtigen.

Lösungen, die Aspis erarbeiten, sind oft sehr pragmatisch und effektiv. Das macht sie zu wertvollen Mitarbeitern in Unternehmen und auch zu geschätzten Ratgebern im privaten Bereich. Geht es jedoch um globale Angelegenheiten, die viele Millionen Menschen und Existenzen betreffen, sollte man ihnen die Lösungsfindung nicht allein überlassen.

Sie finden dann zwar (mindestens) eine Lösung, die auf das Problem passt, jedoch priorisieren sie auch entsprechend. Sprich: Die Lösung des Problems steht im Vordergrund. Alles andere ist in dem Moment unwichtig(er). Der gefundenen Lösung muss sich alles andere und jeder andere unterordnen. Es gibt keinen anderen Weg.

Bei Greta wurde diese Eigenschaft instrumentalisiert und gezielt vermarktet. Wer erinnert sich nicht an ihren grotesken Auftritt in den USA… „How dare you?!“

Aus ihrer Sicht war das vollkommen in Ordnung, stehen doch „die Mächtigen“ der Lösung des Klimaproblems im Weg. Die Menschen hinter Greta wussten und wissen ganz genau, wie sie solche publikumswirksamen Auftritte triggern können, wie sie tickt, was sie tun müssen, damit sie wahrgenommen wird. Es ist nicht anders als bei einer PR-Agentur und ihren Popstars.

Aspis haben oft ein Ziel und verfolgen es bis zum Schluss. Wenn man das für bestimmte Zwecke ausnutzt, ist das effektiv, schafft Aufmerksamkeit und Medienpräsenz, aber es ist und bleibt eine Form des Missbrauchs.

Und es schadet denen, die ihren Alltag mit Asperger und anderen Störungen des Autismus-Spektrums bestreiten müssen. Durch dieses gezielte Fokussieren haben die Macher von Greta nicht nur einer guten Sache geschadet, sondern auch alle Aspis auf ein Level mit der „ungezogenen Göre“ gestellt. Dabei ist Greta hier in Wahrheit Opfer, wurde missbraucht und hat mitgemacht, weil sie daran geglaubt hat, dennoch etwas bewirken, ihrer Lösung näherkommen zu können..

Aspis sind nämlich nicht nur ehrlich, sie sind auch loyal. Man kann sich auf sie verlassen – und solche Menschen werden nur allzu gerne benutzt.

Vielleicht sollte man sich an einem solchen Gedenktag an diese Besonderheiten erinnern, den Blick auf die Hintergründe werfen… oder versuchen, für einen Tag mal wie ein Aspi zu denken.

Immerhin sind Schätzungen zufolge zwischen 1 und 2 % der Bevölkerung davon betroffen. Das entspricht etwa 830.000 bis 1.660.000 Menschen.


Es gibt 1.000.000 Veganer – dafür wird Werbung gemacht, es gibt spezielle Supermärkte, große Events, Kampagnen, Demos, …. bei ungefähr gleich vielen Aspis gibt’s nichts Vergleichbares.

Wir haben 394 „Diverse“ und ca. 100.000 Intersexuelle – dafür gibt es neue Formulare, die alle Bürger benutzen müssen, es wird versucht, allen das Gendern aufzuzwingen, Paraden, Online-Kampagnen und Demos werden veranstaltet, Sondertoiletten und sogar Lehrstühle installiert … bei 8-16x so vielen Aspis passiert nichts Ähnliches.

Aspis lassen sich nicht so gut vermarkten, sie haben keine Lobby. Da geht es ihnen nicht anders wie den 300.000 – 1.000.000 missbrauchten Kindern in Deutschland…

Aufgrund ihres strikten Gerechtigkeits- und Moralkodex‘ wechseln sie auch nur selten ihre Ansichten. Da müssen schon wasserdichte Argumente angebracht werden – doch wer hat die denn heute noch? Wer nimmt sich denn noch die Zeit für eine Diskussion?

Heute wird fast sofort irgendeine „Keule“ rausgeholt: Entweder Rassismus oder Nazi oder Frauenhass oder Homophobie. Eine Diskussion ist da doch gar nicht mehr möglich.

Ich als Aspi erachte es als Zeitverschwendung, mit dieser Art Mensch zu reden. Es ist selten, dass jemand wirklich offen spricht, nicht nur überreden, sondern überzeugen möchte – ein Unterschied, den auch kaum noch wer zu kennen scheint.

Kampfbegriffe, Slogans, Hashtags lassen sich schnell verbreiten – und Halbwahrheiten, Halbwissen ebenfalls. Die meisten Menschen fallen darauf herein, glauben den (nachweislich falschen) Quatsch wie „zehntausende Atomtote in Fukushima“ oder „Frauen verdienen 20% weniger weil sie Frauen sind“.

Das macht sich gut, damit fängt man leichtgläubige Wählerstimmen.

Wer prüft schon nach? Und selbst wenn, ist es meist zu spät. Dann hat das Bombardement aus „Fake Facts“ schon gewirkt. In Fukushima ist niemand durch das Reaktorunglück gestorben (ok, 1 (!) wurde 2018 nach einer Krebserkrankung entsprechend zugeordnet), das Gebiet ist nicht auf Jahrtausende hinweg verseucht und Frauen verdienen lediglich 2-7% weniger als Männer in vergleichbaren Berufen, Branchen und Qualifikationen, wahrscheinlich weil sie weniger „hart“ oder „vehement“ verhandeln, sich unter Wert verkaufen, zu schnell Angebote annehmen, weniger risikobereit sind. Das sind dann aber erzieherische Probleme und haben mehr mit Eigenverantwortung zu tun. Aber wie gesagt: damit holt man keine Stimmen.

Das geht mit „Katastrophen“ besser. Nach Fukushima erhielten die Grünen einen extremen Zuwachs an stimmen und stellten kurz nach dem Unglück mit zu dem Zeitpunkt NULL Toten zum ersten Mal einen Ministerpräsidenten. Sie haben diesen Vorfall schamlos ausgenutzt und damit die knapp 20.000. Opfer von Erdbeben und Tsunami verhöhnt.


Deswegen will ich solche Leute nicht in meinem Leben haben. Weder aktive Politiker, noch deren Wähler. Ich unterstütze keine offensichtlichen Manipulatoren und wer trotz Fakten weiter an deren Lügen glaubt und auf diesen falschen Basisinformationen begründete Verhaltensweisen für Millionen durchdrücken will, ist in meinen Augen 60-90 Jahre zu spät geboren worden.

Sie haben sich ja sogar entschuldigt, dass sie gelogen haben. Allerdings erst nach längerer Zeit. Da hatten sie schon genug profitiert und konnten sich gönnerhaft geben. Wer einmal geködert wurde, am Haken hängt, den bringen auch Fakten oder die Wahrheit nicht mehr davon weg.

Es fühlt sich einfach super an, wenn da jemand ist, der für „das Gute“ kämpft. Dass es gar nichts zum Bekämpfen gibt, dass es weder „zehntausende Atomtote“ gab, noch Frauen beim Gehalt diskriminiert werden, ist egal. Man kämpft! Es wird was getan!

Als würde man Leute bewundern, die proaktiv löschen. Alle drei Tage stehen irgendwelche Spinner vor der Wohnung, werfen die Fenster ein und fluten die Zimmer mit 5 Kubikmetern Löschwasser.

Sinnlos. Unbegründet. Schädlich. Genau wie die Forderungen der Grünen. Genau wie jede Stimme, die diese Partei erhält.

Man muss nur mal hinter die Fassade schauen.

Doch wer hat schon Zeit dafür? Oder Lust? Wer will schon erkennen müssen, dass er sich geirrt hat?


Vielleicht ist der Welt-Autismus-Tag eine gute Gelegenheit, Dinge zu hinterfragen, sich mal mit Hintergründen zu befassen und damit, was wirklich wichtig ist: nämlich die Menschen in all ihren Facetten.

Menschen brauchen keine idiotischen Quoten oder Kampfbegriffe. Menschen brauchen echte Akzeptanz und keine, die gesetzlich oder durch Aktivisten-Kasper aufgenötigt wird. Druck erzeugt Gegendruck, das dritte Newtonsche Gesetz greift eben auch hier.

Durch Quoten, Forderungen und „Lösungen“ für Probleme, die es gar nicht gibt, schafft man erst deren Grundlage, schafft erst Hass, sorgt so selbst dafür, dass die angeprangerten Probleme überhaupt erst entstehen. Und schon hat man eine wunderbare Rechtfertigung für die Lösungsstrategien.

Dass sie von Anfang an unnötig waren und nur etwas lösen wollen, was sie selbst geschaffen haben, ist da uninteressant. Der Mob hat übernommen und shitstormt fröhlich durch die Welt.

Sinnlos. Unbegründet. Schädlich…


Manchmal denke ich, dass die Welt angenehmer wäre, wenn es mehr Autisten gäbe, mehr Aspis. Zumindest würde der Ehrlichkeitsfaktor extrem steigen und es wäre viel ruhiger. Passend, dass heute Karfreitag ist, ein stiller Feiertag, an welchem Ruhe gesetzlich verordnet ist.

Andererseits könnte man sich dann auch nicht über grüne Trottel und Spinner:-*/innen aufregen. Aber irgendwas ist ja immer 😀

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