Was ne Woche…

Dass im Lockdown so viel passieren kann…. man glaubt es kaum.

Ich mag ja Ruhe und Beständigkeit. „Routine“, wie man so schön negativ sagt. Das gibt mir Sicherheit und hilft beim Planen des Tages, der Woche, des Monats usw.

Veränderungen sind nötig, manchmal auch zwingend. Das weiß ich nur zu gut. Sie helfen dabei, eingefahrene Gleise zu verlassen, sich weiterzuentwickeln, zu lernen. Es muss also sein und ich bin froh, dass es so ist. Aber warum kommt eigentlich immer alles auf einmal?

Dabei ist es egal, ob „positiv“ oder „negativ“ – Veränderungen sind Veränderungen. Kann man die bitte in kleine Häppchen verpacken?!


Mein leichter Depressionsschub läutete die Woche ein. Keine Ahnung warum genau oder was der Auslöser war, aber letztes Wochenende gings mit meiner Laune, Zuversicht, Hoffnung bergab. Nein, das stimmt so nicht ganz. Es ging nicht bergab, das alles war einfach weg.

Puff!

Weg!

Sowas kommt immer wieder mal. Meist ist das nach ein bis zwei Tagen überstanden, selten hält das noch eine Woche. Das war mal anders… und das möchte ich auf gar keinen Fall mehr erleben müssen, auch wenn ich weiß, dass man Depressionen nicht heilen kann. Man kann nur lernen, damit zu leben, damit umzugehen. Dabei bin ich noch relativ leicht betroffen, wenn ich mir andere Menschen ansehe.

Ablenkung hilft meist – wenn man sich denn aufraffen kann, etwas zu tun, irgendwas zu machen, zu erledigen. Was anderes als nachzudenken und sich selbst zu bedauern. Alleine ist das schwierig, doch da hilft mir meine Frau sehr!


Die Yakuza-Reihe hab ich nun auch durchgespielt. Etliche Monate emotionaler Bindung an die dortige Welt und die Charaktere kamen zu einem Ende. Wie das Ende einer Serie oder einer Romanreihe. Eine Form der Kontinuität, die absehbar enden würde, bei der dieses Ende aber stets weit weg war, ist weggefallen.

Sicher gibts etliche Menschen, die sich darüber lustig machen werden. Sind ja nur Spiele. Wie kindisch. Gut, die Spieleindustrie ist mittlerweile umsatzstärker als die Filmindustrie, setzt mehr Geld um als die Formel 1 und muss sich auch vor der ersten Fußball-Bundesliga nicht verstecken, aber hey: Spiele sind kindisch. Punkt.

Kann man nix gegen sagen. Das ist in den Köpfen drin und geht nur schwer wieder raus. Zählt wohl auch zum #Neuland…


Ein neues Buch habe ich auch gefunden. Auch wenn der Preis für ein E-Book verdammt hoch war, habe ich es mir gekauft und gelesen. Es war durchaus gut, wenn ich auch schon wesentlich interessantere Bücher gelesen habe zu einem Bruchteil des Preises. Es war mal was anderes, aber es war für die Thematik zu kurz, zu wenig Tiefgang. „Redshirts“ von John Scalzi.

Jetzt liegt der Kindle wieder auf dem Nachttisch. Ich weigere mich, ihn mit irgendwelchen Liebesschnulzen und Vampirgedöns oder B-Movie-Alienkriegsmurks zu füttern. Leider ist das genau das, was „trendet“. Oberflächlicher, schlecht bis gar nicht recherchierter Mist ohne Basis, 08/15-Geschreibsel, das man so schon 1000 Mal gelesen hat.

Klar, gute Bücher brauchen Zeit. Gute Geschichten brauchen leidenschaftliche Autoren. Die rotzt man nicht mal eben so im Monatsrhythmus raus. Und da man schneller liest als jemand schreiben und veröffentlichen kann, ist irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht.


Der Hund muss zum Frisör, Ausgangssperre ist auch aktiv – auch wenn sich die HABIBIyoaldaDIGGAvallah-Fraktion einen Scheiß drum schert und bis nach Mitternacht auf dem Kinderspielplatz vorm Haus raucht, säuft und Affenmusik hört.

Von politischer Seite gibts auch nix Neues. Kobold-Anne ist immer noch Kanzlerkandidatin der egomanen Grünlinge und sorgt für noch mehr Bauchschmerzen in Bezug auf die Wahlen im Herbst. Auswandern ist allerdings so nicht möglich, denn um dem ganzen Wahn zu entfliehen, müsste man schon sehr (!) weit weg. Irgendwohin, wo nicht dieser krankhafte Egowahn herrscht, wo man gezwungen oder genötigt wird, auf jeden querhängenden Furz irgendeines Grüppchens Rücksicht zu nehmen und es nur zählt, wer am lautesten jammert, während täglich zig Kinder missbraucht und Frauen vergewaltigt werden.

Man will ja auch seinen Lebensstandard halten. Also bleibt eigentlich nur sowas wie Japan oder Kanada. Und dafür braucht man jede Menge Kohle. Wenn jemand ne kleine Million zu verschenken hat: bitte, gerne!


Als Krönung mussten wir dann am Wochenende in die Notaufnahme. Also .. meine Frau, nicht ich. Ich muss erst am Mittwoch zum Arzt wegen dem Ding in meinem Hals, das mich seit Anfang Januar irre macht. Meine Frau hatte extreme Magenschmerzen, wahrscheinlich Nachwirkungen einer leichten Lebensmittelvergiftung. Ihr gehts immer noch dreckig, aber immerhin helfen die Medis, die sie verschrieben bekommen hat. Dafür ist Schonkost angesagt. Im Grunde darf sie alles essen, solange es nicht schmeckt. Natürlich gibts auch keinen Kaffee, keine Milchprodukte, nix mit Gewürzen. Also VoLL BiO und so richtig ÖkOlOgIsCh. Wenn das die Zukunft ist…. bäh.

Ganz toll. Aber wir sind guter Dinge, dass das bald überstanden ist.


Schika macht das alles mit. Klar, was hat er für eine Wahl? Aber diese ganze Unruhe, die wir ausstrahlen, färbt natürlich auch auf ihn ab. Wir dürfen ja (einzeln) trotz Lockdown raus, wenn er muss. Dass das aber mitten in der Nacht passiert, ist doch sehr ungewöhnlich. Er weckt uns auch nicht aggressiv. Er ist eher der dezente Typ. Wir (meine Frau) werden wach, weil er ewig im Flur hin und her läuft. Merkt er, dass jemand wach ist, stupst er einen leicht an und geht zur Tür. Folgt man ihm, stupst er Jacke und Schuhe an und geht wieder zur Tür. Er sagt uns ganz klar und deutlich, was los ist. Finde ich gut!

Nur dass er auch nicht zur Ruhe kommt und unter etwas leiden muss, wofür er gar nichts kann, macht mich traurig. Der kleine Kerl hatte es doch sowieso schon nicht leicht. Wenn ich mir vorstelle, wie er monatelang im Tierheimzwinger drauf gewartet hat, dass ihn endlich jemand mitnimmt, nachdem ihn seine ursprüngliche Familie weggegeben hatte…. es macht mich traurig und wütend!

Dafür hat er die jährliche Impfung gut weggesteckt und vertragen. Jetzt muss ich noch einen Frisörtermin machen, damit er nicht gänzlich zuwuchert.


Mit „Judgment“ habe ich nun ein neu auf der Xbox erschienenes Spin Off zu Yakuza angefangen. Das hilft etwas. Neuer Lesestoff ist nicht in Sicht, Trash TV ist auch tot bis auf montags (TLC, „90 Tage“), meiner Frau gehts nicht gut und die Zukunft sieht gammelig-grün aus.

Trotzdem gilt auch – gerade! – jetzt: In unserer Welt ist alles gut!

…und das meine ich nicht zynisch.

Es sind Probleme, ja. Es sind auch je nach Charakter, Prägung und Sicht große Probleme. Aber man kann sie lösen. Wir haben schwierigeres durchgestanden und im Endeffekt zählt nur, dass wir zusammen sind, dass wir ein Dach über dem Kopf haben und es uns an nichts fehlt.

Wegen der Schmerzen und körperlichen Probleme geht man zum Arzt und stellt sich etwas um. Wenn jemand mit der Situation überfordert ist, stützt man ihn, ist für ihn da. Man sorgt für sich und füreinander. Wenn man es mal runterbricht, sind viele Probleme gar keine Probleme. Sie erscheinen nur als solche, sind aber meist nur das Resultat einer „Ich will aber!“-Haltung.

Wenn man diese durch ein „Wir schaffen das!“ ersetzt, ist schon viel geholfen. Mit Betonung auf „Wir“!

Egal was kommt, gemeinsam steht man vieles durch – von „kleinen“ Dingen wie dem Ende einer geliebten Serie bis hin zu Depressionen und Krankheiten.

Die Familie zählt. Der Rest kommt automatisch.

Ich wünsche euch eine angenehme Woche.


PS: Hier ist gerade wieder Stromausfall. Das zweite Mal dieses Jahr. Was wir doch für ein stabiles Stromnetz haben… 🤷🏼‍♂️

PPS: Strom ist nach 40 Minuten wieder da. Dafür gibts kein Internet. Läuft. Home Office zieht ganz schön Bandbreite…

3 Kommentare zu „Was ne Woche…

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