Hilfe als Elendskatalysator

Achtung: Hier stelle ich eine provokante These auf. Wer nicht willens oder in der Lage ist, Gedankenexperimente durchzuführen oder genau weiß, was jeder Mensch braucht, will, soll und darf, der sollte nicht weiterlesen.

Wir sind fortschrittlich, zivilisiert und hoch entwickelt. Wir lassen Maschinen arbeiten, schützen alles und jeden und sorgen uns um die Welt.

Aber sind wir nicht auch arrogant? Wir sorgen uns nicht nur, wir sind auch der Ansicht, dass wir genau wissen, was jeder einzelne Mensch in jedem Land, jeder Kultur und jeder Gesellschaft braucht und will – zu wollen hat.

Erzwingen wir nicht etwas, was eigentlich von selbst kommen sollte, indem wir unsere Werte und Normen, unsere Art zu Leben allen anderen überstülpen?

Wir sehen irgendwelche Zustände in anderen Ländern, auf anderen Kontinenten in uns völlig fremden Kulturen, sagen „das ist schlecht“ oder „das darf nicht sein“ und benutzen dann unsere Macht, unser Geld und unseren Einfluss, um diese Zustände zu ändern. Und zwar so, dass sie unseren Vorstellungen entsprechen.

Wir transformieren fremde Kulturen, Menschen, Völker, Lebensweisen so, dass sie uns passen. Ist das richtig? Ist das fair?

Wer sind wir denn, dass wir entscheiden dürfen, wie andere zu leben haben? Wer oder was gibt uns das Recht dazu?

Wir sehen Stammeskulturen in afrikanischen Ländern, die über Jahrhunderte hinweg gewachsene Strukturen aufweisen. Wir sehen, wie die Menschen dort leben und es gefällt uns nicht. Wir möchten nicht so leben, könnten es nicht. Somit gilt das auch für diese Menschen. Denn wir wissen, was gut, richtig, fair ist. Die nicht. Wir müssen also helfen, Einfluss nehmen.

Wie so oft gilt: Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht.

Wir pumpen Geld in diese Länder, leisten „Entwicklungshilfe“ nach unseren ethischen, moralischen und wirtschaftlichen Vorstellungen … und es ändert sich nichts. Das Geld landet bei den Mächtigen, nicht beim „armen Volk“. Die Leistungen werden gerne in Anspruch genommen und die Freigiebigkeit ausgenutzt von denen, die schon alles haben.

Denn egal wie viel Geld und Hilfe wir schicken, die Kultur bleibt, die Gesellschaft bleibt, die Strukturen bleiben. Der Stammesführer – ob man nun Häuptling oder Präsident sagt – hat die Macht und bekommt das Geld. Ob und was bzw. wie viel er an sein Volk weitergibt, liegt nicht bei uns. Und es ist nunmal so, dass sich absolute Herrscher oftmals selbst bereichern. Warum auch nicht? Das war bei uns auch nicht anders bis vor wenigen Jahrhunderten.

Das wird sich so bleiben, solange sich die Kultur nicht ändert, sich die Gesellschaft dort nicht wandelt. Ob man im Stammesverbund mit 100 Leuten lebt oder mit 1.000.000 Menschen ein Volk bildet, das genauso aufgebaut ist und genauso funktioniert, ist egal. Das Geld, die Hilfe kommt kaum beim einfachen Mitglied, beim normalen Bürger an, denn der Boss entscheidet, profitiert, bestimmt.

Aber kann man eine Gesellschaft zwingen, sich zu „verbessern“? Wer entscheidet denn, was „besser“ ist? Sorgt die geleistete Hilfe und Unterstützung nicht eher dafür, diese Strukturen zu festigen, die für uns unhaltbaren Zustände zu verstärken? Schaffen wir mit unserer „Hilfe“ nicht erst das Leid, das wir so dringend zu lindern versuchen? Sind wir also nicht maßgeblich dafür verantwortlich, weil wir uralte Machtstrukturen fördern?


Darf man sowas heute überhaupt noch denken? Philosophie ist frei, aber ob das heute noch uneingeschränkt gilt…?


Klar, manche Länder nennen sich nun „demokratische Republik“, doch hinter diesem Begriff läuft es weiter wie bisher. Weil es nicht von „innen“ kommt. Weil kein Lernprozess erfolgt ist, weil das Volk sich nicht bewusst ist, welche Macht es eigentlich hat. Man kennt es so, dass da einer das Sagen hat und basta. Wie man den nun anspricht ist irrelevant.

Da wir stets von uns und unserer Denkweise ausgehen, verstehen wir auch nicht, warum sich nichts ändert. Da haben „die“ schon eine Demokratie und trotzdem gibts Krieg, Hunger, Armut. Aber anstatt endlich aufzuhören uns einzumischen, verschlimmern wir alles nur immer weiter.

Wir pumpen Geld in Machtstrukturen und wundern uns, warum die immer noch existieren. Die einzigen, die das erkannt haben sind die, die allgemein kritisiert werden: global agierende Konzerne. Die haben begriffen, wie diese Länder, diese Herrscher arbeiten. Deswegen können sie dort das Volk (mit) ausbeuten. Da werden Fabriken gebaut, Schmiergelder gezahlt, manche bauen ganze Autobahnen und bekommen dafür Baurechte und Land übereignet. Beim Volk kommt nichts oder nur wenig an – so ist das im Stamm, Clan, der Familie eben.

Das fördert das Elend einerseits und den Wohlstand der Altherrscher andererseits. Und die „bösen Konzerne“ wissen das genau. Sie wissen die Hebel anzusetzen und die Kulturen zu lesen. Deswegen sind sie so erfolgreich und deswegen verschwinden diese Strukturen auch nicht.

Jedoch sind es ja nicht nur die Konzerne, die dafür verantwortlich sind. Jeder Euro, jeder Dollar, der in Länder mit diesen Strukturen fließt, sorgt für genau dasselbe. Wir verteufeln Konzerne, machen aber im Grunde nichts anderes, wenn wir spenden. Es heißt nur anders. Es fühlt sich anders an.

Wir sind so verbohrt, stur, verblendet und arrogant, dass wir das nicht sehen, nicht sehen wollen. Wir tun doch „Gutes“. Aber genau das ist das Problem, oder? Denn das „Gute“ wird ausgenutzt, weil die Strukturen gleich bleiben.

Die Wandlung muss von innen kommen. Wie beim einzelnen Menschen auch, muss es „Klick“ machen. Wir haben das gelernt und sind immer noch dabei. Wir haben Jahrhunderte von Krieg, Not und Elend erlebt, unsägliche Massaker und Leid, das niemals wieder irgendwem geschehen soll. Wir wissen, wohin totalitäre Strukturen führen. Wir wissen um die Probleme der Monarchie, des Feudalismus. Da gab es Revolutionen, Aufklärung, Befreiungskriege, Umstürze. Herrscher wurden geköpft, Andersdenkende verfolgt, ganze Landstriche assimiliert und kulturell annektiert. Wir wissen, wie gefährlich Religion sein kann, wenn sie missbraucht wird. Wir wissen, wie fatal es sein kann, wenn religiöse Führer Kriege anzetteln und Leute mit Angst und falschen Dogmen einschüchtern und beherrschen.

WIR wissen das. Also müssen alle anderen das doch auch wissen! Gefälligst! Doch wir begreifen nicht, dass es einen Unterschied gibt zwischen „wissen“ und „bewusst sein“. Raucher „wissen“, dass Rauchen schädlich ist. Aber es ist den wenigsten „bewusst“, sonst würden sie aufhören. Der berühmte „Klick“ eben.

Und der kann eben nicht von außen kommen. Man kann niemanden zur Einsicht zwingen. Oder nur sehr schwer. Genauso gibt es einen Unterschied zwischen „überreden“ und „überzeugen“. Bei letzterem erfolgt eine Einsicht, ein „Klick“. Das erfordert Zeit, Geduld, Einfühlungsvermögen. Man muss sich in das Gegenüber hineinversetzen. Das kann helfen, eine Entwicklung anzustoßen.

Nur mit Geld oder kostenloser Hilfe funktioniert das nicht. Das einzige was dann passiert ist, dass alles weiter geht wie bisher – nur eben mit mehr Geld und extremer.

Wie ein Raucher, der sich aus Kostengründen aufhören möchte, aber immer wieder genug Geld zugesteckt bekommt. Oder jemand mit Mangelernährung, der ja Pillen schlucken kann um das auszugleichen. Oder Kinder, die trotz mieser Leistungen versetzt werden. Oder Straftäter, die nicht oder milde bestraft werden.

Warum sollten die ihr Verhalten ändern? Sie kennen es nicht anders und es funktioniert doch auch so. Warum sollte man sich aufraffen um etwas zu ändern, wenn man doch klarkommt? Der Mensch entwickelt sich nicht wenn er zufrieden ist. Zufriedenheit führt zu Dekadenz, zu Stillstand. Das wussten schon die Römer. Man darf als absoluter Herrscher das Elend nicht zu groß werden lassen und muss entsprechend auftreten, dann kann man machen was man will und kann sich bereichern an den „Hilfen“, die eigentlich dafür gedacht sind, diese Herrschaftsstruktur aufzubrechen.

Menschen ändern sich (oder etwas) erst, wenn es nicht anders geht, wenn es nicht mehr geht. Durch unsere grenzenlose Arroganz, unserem Drang, anderen unsere Art zu leben aufnötigen zu wollen, weil wir alles besser wissen, schaffen wir nur noch mehr Leid – und geben nicht mehr Geld. Wir heizen den Kessel an und wundern uns, warum der Druck steigt, warum immer wieder Kriege geführt werden, warum es nicht vorwärts geht, warum irgendwelche Irren irgendwelche Gottesstaaten ausrufen oder warum sich ein demokratisch gewählter Präsident nicht so verhält wie wir es erwarten.

Wir sind arrogant bis zum Anschlag. Aber wir haben ja Sündenböcke: die Konzerne … die lediglich das machen, was wir auch tun – nur eben bewusst und nicht blind vor „Hilfe“.

Wir pumpen Geld in für uns veraltete Strukturen und versuchen dabei zu helfen, essenzielle Entwicklungsschritte einfach zu überspringen. Dann fallen wir aus allen Wolken, wenn das nicht funktioniert. Man muss doch anderen nur sagen, dass sie falsch leben und sie auf uns hören sollen.

Wie jemand, der die richtigen Lösungen für einen Test kauft. Klar besteht man den, aber see Lerneffekt ist nicht vorhanden, das Wissen nicht gefestigt. Die „Belohnung“ kommt vor der (oder ohne die) Arbeit, die dazu gehört. Also macht man weiter wie bisher, nur eben mit mehr Geld.

Gilt übrigens auch im Kleinen. Warum sich oder sein Verhalten ändern, wenn man doch auch so „sein“ Geld, seine Wohnung und alles andere bekommt? Warum die Strategie ändern, wenn man immer wieder gewählt wird? Das ist nur menschlich. Könnte man wissen, wenn man nicht gedanklich im Märchenland verweilen würde, wo alle nur das Beste für andere wollen und nur darauf warten, dass jemand einem sagt, wie man leben muss.

Und so wird sich nichts ändern. Warum auch nicht – es funktioniert doch. Ob man jetzt „Warlord“ oder „Präsident“, „Häuptling“ „Vorsitzende“ oder „Königin“ genannt wird, ist auch nur für den Diplomatenpass wichtig. Alles dank unserer grenzenlosen Arroganz… und Unmengen an Kohle, die wir bereitwillig nutzen, damit alles so bleibt wie es ist.

Kritisch wird’s besonders, wenn ein solches „Entwicklungsland“ groß genug und volkswirtschaftlich so stark ist, dass es keine externe Hilfe (mehr) braucht. China zum Beispiel. Die leben wie gewohnt und es kommt unglaublich viel Geld rein. Trotz (oder wegen?) In unseren Augen veralteter Strukturen. Und trotzdem erdreisten wir uns, ihnen das Leben vorschreiben zu wollen. Blöd, wenn die dann nicht hören. Dann sind’s auf einmal „die Bösen“… weil sie nicht nach UNSEREN Regeln spielen.


Fazit: ich befürworte diese Tatsachen nicht und will auch nicht, dass wir aufhören zu spenden und zu helfen. Nur eben bitte „richtig“. Ich möchte ein Bewusstsein dafür schaffen, dass „gut gemeint“ nicht unbedingt „gut gemacht“ bedeutet und vermeintlich „Gute“ und „Böse“ nicht immer „gut“ und „böse“ sind. Ich möchte, dass wir uns Gedanken machen, wie man wirksam helfen kann, ohne Strukturen zu festigen, die die zivilisatorische Entwicklung behindern. Und ich möchte, dass wir aufhören, anderen unsere Denkweise aufzwingen zu wollen. Man stelle sich vor, jemand würde uns „helfen“, sagen dass das was wir tun „falsch“ ist und wir die „Hilfe“ nutzen sollen, um uns selbst den Ast abzusägen, auf dem wir sitzen. Doch uns braucht ja niemand zu helfen. Wir sind ganz oben und wissen, wie die Welt funktioniert, nicht wahr?

Wer mal einen Bericht aus erster Hand lesen möchte, bezogen auf das Leben in Gambia, dortige Frauen und wie wir (falsch) helfen, klickt hier.

Politik, Corona, Irrsinn – und kein Ende in Sicht?

Was mir dieses Kapsertheater auf den Sack geht. Ganz ehrlich. Ich verstehe es auch nicht.

Es ist jetzt bald 1 Jahr her, seit der erste Lockdown verordnet wurde. Masken sind alltäglich geworden, man hält (meist) Abstand, Restaurantbesuche gibts nicht mehr, Kino auch nicht. Keine Konzerte, kein Fußball, im Schwimmbad schwimmt man schön mit Abstand im Kreis (wenn überhaupt), Wegfahren am Wochenende ist nicht, ins Ausland darf man auch nicht, Shoppen macht keinen Spaß und geht sowieso nicht… ich glaube, es wäre einfacher, das aufzuzählen, was noch geht.

Und all das ist mittlerweile „normal“ wie es scheint, oder?

Ich empfinde es nicht als normal! Es machen zwar alle mit und gemeckert wird maximal im kleinen Kreis (mehr geht ja auch nicht mehr…) oder im Internet. Auch wir ziehen unsere Masken auf, halten Abstand, gehen nicht raus wenn’s nicht sein muss und fahren auch nicht weg.

Trotzdem ist es nicht normal, wie wir derzeit leben. Das müssen wir uns stets aufs Neue bewusst machen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und das sehr effizient. Wer Verhaltensweisen ändern möchte, muss dies in aller Regel zwischen 6 und 8 Wochen durchziehen. Danach hat man sich an das „Neue“ gewöhnt. Mehr braucht es nicht, nur Konsequenz und wenige Wochen Zeit. Probiert’s mal aus.

Und dieser Mist hier dauert nun schon fast ein Jahr! Gebracht hat es nichts. Die Leute, die am gefährdetsten sind, sind immer noch ungeschützt. Die ausgelachten und geschassten „alten weißen Männer“ Trump, Netanjahu und Johnson sind weitaus effektiver unterwegs bei den Impfungen als unser Bankkaufmann, der Bundeshosenanzug oder Multitaltent von der Leyen. Alle haben sie versagt, und das sogar sehenden Auges, in vollem Bewusstsein.

Mittlerweile geben diese Menschen, die uns eigentlich führen, schützen, leiten, helfen sollten sogar offen zu, dass sie viele Fehler gemacht haben. Und was ist die Konsequenz? Sie machen genauso weiter wie bisher.

Ist ja auch logisch. Man rennt monatelang gegen eine Wand, erkennt dann, dass da keine Tür ist und beschließt, dass man weiter gegen die Wand rennt. Irgendwann muss man doch durchbrechen… oder der Schädel platzt 🤷🏼‍♂️

Wie Kleinkinder, die versuchen, den Würfel durchs runde Loch zu drücken. Nur besser bezahlt.

Interessant ist auch, dass das erst jetzt öffentlich zugegeben wird. Der „Kampf ums Weiße Haus“ ist vorbei, Knorr hat die Zigeunersauce umbenannt und Linksextreme propagieren Gendersprech. Alles normal, aber dadurch müssen eben auch Lücken gefüllt werden. Und es fehlt Ablenkung. Wenn man nicht mehr auf anderen rumhacken kann und unwichtige Dinge nicht mehr aufgebauscht werden können, wenden sich auch heutige „Journalisten“ wieder wichtigen Themen zu. Besser spät als nie…

„Wir haben Fehler gemacht, lasst uns genauso weitermachen!“

Politik stresst, denn Politik ist ein riesiger Kindergarten. Wobei ich den Kindern da nicht Unrecht tun will. Die sind oft vernünftiger und kompromissbereiter.

Ich war einige Jahre aktives Mitglied bei Mensa in Deutschland. Ich bin da allerdings wieder ausgetreten, weil auch da genau dasselbe infantile Verhalten vorhanden war. Ist ja auch verständlich. Da hocken 10.000 Menschen in einem Verein, alle gehören zu den intelligentesten 2% der Bevölkerung (IQ130+) und alle sind es gewohnt, im Recht zu sein, alles zu wissen und korrekt zu verstehen.

Dass das zu Konflikten führt, ist offensichtlich. Man sieht also: Intelligenz schützt nicht vor falschen Entscheidungen, Interpretationen, vor seltsamem Denken oder vorm Arschlochsein. Aber dort hat niemand jemals gesagt: „Das klappt so nicht, wir machen trotzdem weiter!“

Sowas ist entweder dumm oder böswillig. Von keiner Art möchte ich regiert werden. Fehler macht jeder, man sollte sie aber zugeben UND aus ihnen lernen.

Fast 1 Jahr Herumdoktern und Leute sterben lassen, die Schutz brauchten und immer noch brauchen! Klar wurde letztes Jahr mal geklatscht, aber was hat sich beim Pflegepersonal geändert? Die Digitalisierung der Schulen ist immer noch ein Witz – wohlgemerkt in einer der reichsten Industrienationen der Welt! Alte, Kranke, Schwache sterben immer noch, obwohl alle anderen zuhause bleiben.

Was hat’s gebracht, dass Oma wochenlang alleine im Bett liegen musste? Oder dass Opa nur mit dem Piepen des Morphininjektors als Gesellschaft gestorben ist? Nichts. Es wurde gepennt. Zulassungsverfahren wurden zum „Das ist meine Schippe“-Kleinkrieg, man feilschte über Centbeträge pro Impfdosis und verteilt schön Gutscheine für Masken, inklusive Zuzahlung in Höhe von mehreren Euro. Aber für „den Strukturwandel“, Klima, Migration, Elektroautos, Windkraftanlagen, …werden Milliarden rausgehauen. Wer bezahlt das eigentlich? Wir sind jetzt schon bis in die 2060er verschuldet.

Auf der anderen Seite war auch noch jede Menge Geld da für ganz wichtige Sachen. Diverse Lehrstühle für Genderfragen (immerhin mehrere hundert (!) betroffene Menschen in Deutschland) wurden installiert, Polizisten auf die Müllkippe gewünscht – inklusive Verteidigung dieser Aussage durch „die Regierung“. Melchior darf nicht mehr von einem schwarz geschminkten weißen Kind dargestellt werden, Kinderbücher werden umgeschrieben und der WDR bzw. dessen Derivat „Funk“ stellt klar, dass man „asozial“ und „Idiot“ nicht mehr sagen darf, weils im dritten Reich benutzt wurde. Und „Warmduscher“ ist ebenfalls eine nicht gendergerechte Beleidigung, denn das Wort drückt durch das „warm“ Homophobie aus. Orwells Newspeak, anyone? Oder knallt man doch besser Impfgegner im Videospiel ab? Vielleicht doch besser AfD-Wähler? Oder Umweltsäue? Gibts alles beim WDR zum runterladen 😉

Alles kein Scherz. Alles normal. Dafür war Zeit, da hat man sich hintergeklemmt. Dort wurde Geld reingepumpt. Da passierten keine „Fehler“ oder wurden Milliarden verschenkt. Da hat auch niemand diskutiert oder gefeilscht. Es wurde einfach gemacht, es ist jetzt so, gewöhnt euch dran.

Aber die wichtigen Sachen wurden versemmelt, um es freundlich auszudrücken. Scheinbar liegen die Prioritäten einfach anders. Vielleicht erkennen wir auch einfach nicht die unendliche Weisheit hinter den Entscheidungen.

Achja: Biden ist ja jetzt US-Präsident. Er hat ja das ganze „Böse“ vom bösen Trump rückgängig gemacht. Und auch trotz hoher Inzidenzzahlen und knapper Intensivbettenkapazität wird der Lockdown jetzt – 1 Woche nach Trump – in Kalifornien (und anderen Democrats-States) aufgehoben. Also alles doch nicht so schlimm? Unsere Linksmedien wie die Zeit oder die SZ, die vor einem Monat noch auf den USA rumgehackt haben (alles zu lasch etc.), sprechen mittlerweile von „ZeroCovid“ und machen Biden mit zum „Erlöser“, voller Lob für die gelungene Politik.

Also alles nur politisch missbraucht? Zahlen und Maßnahmen sind gut oder schlecht in Abhängigkeit derer, die sie verbreiten oder verordnen? Kann das sein? Ist das bei uns auch so?

Falls ja, wird dieses Hickhack, diese Kopflosigkeit, diese Führung, die keine ist noch bis zur Bundestagswahl 2021 anhalten. Danach werden Lockerungen kommen und Corona innerhalb weniger Wochen aus den Schlagzeilen verschwinden. Alles doch nicht so schlimm, oder? Und die neue Bundesregierung kann den ersten Erfolg verbuchen. Praktisch!

Ich hoffe nicht, dass es so ist. Leider irre ich mich recht selten. Doch hier hoffe ich wirklich, dass ich falschliege. Ernsthaft. Ich möchte nicht von Schwarz/Grün regiert werden, will keinen Kobold, keine Quoten, nicht als minderwertig angesehen werden, weil ich männlich, hetero und weiß bin, wie im Buch „Ich hasse Männer“. Ich will nicht „Freund*innen“ schreiben, weil es 1. falsch und 2. ideologisch ist. Wenn, müsste es „Freunde*innen“ heißen und es müsste auch „Täter*in“ lauten. Außerdem kenne ich den Unterschied zwischen Genus und Sexus. Aber ich war auch noch auf einer Schule, die nicht „Schreiben nach Gehör“ als Leitsatz hatte.

Und ich war in einem Kindergarten ohne politische Sexualerziehung, vorgegeben von der WHO und der BzgA mit dem Titel „Standards für die Sexualaufklärung in Europa“, wo Kinder von 0-4 Jahren (!) Dinge lernen wie „verschiedene Geschlechter“, „was ist Adoption“, „frühkindliche Masturbation“, „lustvolle Erfahrung körperlicher Nähe“, „Geschlechtsidentität entwickeln“ und „verschiedene Arten von Liebe“. Nachzulesen im entsprechenden PDF ab Seite 43.

Allein diese Vorgaben wecken Erinnerungen an die radikalen Mitglieder der Grünen vor einigen Jahrzehnten. Aber die haben sich ja vor ein paar Jahren davon distanziert. Mit Erfolg, wie man sieht. Da fällt mir auch noch die Edathy-Affäre der SPD ein, die vielleicht erklärt, warum sich unsere Bundesjustizministerin (ebenfalls SPD) mit Hönden und Füßen gegen eine Verschärfung des Strafrechts bei Kindesmissbrauch gewehrt hat. Aber ich schweife schon wieder ab.

Politik ist ein weites Feld und wenn man da anfängt zu graben, stößt man auf so viele Dinge, die einfach falsch laufen. Zumindest für die auf der rechten Seite der Normalverteilungskurve der Intelligenz.

Als ich vor vielen Jahren das erste Mal „Starship Troopers“ geschaut habe, brannte sich ein Satz in mein Hirn. Am Anfang des Films wird über eine massive Fehlentscheidung mit unzähligen Toten als Konsequenz berichtet. Die Nachrichtensendung endete mit den Worten: „Sky Marshal Dingsbums übernahm die volle Verantwortung und trat zurück.“

Das wars. Millionen Tote, „Jo, war doof von mir, tschüss“, Ende.

Verantwortung zu übernehmen heißt aber nicht nur, dass man Fehler zugibt, sondern auch dafür sorgen muss, dass sich Ähnliches nicht wiederholt, dass der Schaden wiedergutgemacht wird und dass man NICHT stumpf weiter gegen die Wand rennt und sich mit Nichtigkeiten befasst, die woanders ein Problem sind, aber eben nicht hier!

Das alles macht Covid, Corona, möglich. Und wir alle machen mit. Was will man auch tun? Demonstrieren? Das wurde versucht und von links und rechts torpediert. Wählen? Hat man auch versucht. Es ändert sich nichts oder Wahlen werden eben rückgängig gemacht. Shitstorms organisieren? Dazu müsste man sich öffentlich „outen“, was mittlerweile einem sozialen, beruflichen, politischen Selbstmord gleichkommt. Wir haben Angst. Ich habe Angst. Aus dem gleichen Grund, warum niemand Mohammed-Witze macht: weil man nicht geächtet, ausgestoßen, gebrandmarkt oder geschlagen werden will.

Also warten und hoffen, dass es besser wird. Irgendwie, irgendwann und von alleine.

Ich schreibe mir sowas von der Seele. Dieses Blog ist mein Ventil. Das Schreiben hilft gegen den Frust, machtlos zu sein und hoffen zu müssen, dass irgendwer irgendwann irgendwie hilfreiche und sinnvolle Entscheidungen FÜR alle trifft, ohne auf persönliche Vorteile, Parteifreundinnen oder sonstwas zu achten. Und ich wehre mich im Kleinen. Ich boykottiere die aktuellen Ideologen, halte mich von Menschen fern, die mich bekehren wollen und schaffe mir so geistigen Freiraum, den ich dringend brauche. Ich würde gerne mehr tun, aber was? Irgendwas verändern im großen Maßstab, doch wie?

Ich bin (leichter) Aspi, aber ich bezweifle, dass ich viel Zuspruch bekomme, wenn ich mich Montags vor die geschlossenen Schulen setze mit einem Schild „Mondays for Future“ (ich kann aber auch Englisch)…

Urlaubsverhalten

Fahrt ihr auch gerne weg? Mal raus aus dem Alltagstrott? Weg aus dem Bekannten, hin ins Neue, Fremde, Aufregende? Oder geht’s eher in die Bettenburgen, zu den großen Anlagen oder in Ferienparks, wo man schön unter sich bleibt und das schöne Wetter genießt?

Urlaub in dem Sinne kannte ich bis vor ein paar Jahren gar nicht. Wofür auch? Um in irgendeinem Land am Pool oder Strand rumzuliegen, bis der Tag der Abreise kommt oder jeden Abend im Restaurant zu essen und ansonsten eine Woche mit teuren Ausflügen oder im Hotelzimmer zu warten, bis man wieder nach Hause kann? Nee. Das alles kann ich auch haben, ohne erst wegfahren oder -fliegen zu müssen. Zum Schlafen und Nichtstun muss ich kein Geld ausgeben.

Das änderte sich erst, als ich etwas älter wurde. Ich bin immer noch kein Freund von „2 Wochen All-inclusive in Side für 159€!!!!“ oder „Unvergessliche Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer für nur 1299€ in der Innenkabine!!!!“. Ich mag sowas einfach nicht. Wie ich immer sage: Wenn für etwas Werbung gemacht wird, ist es unsinnig. Und mein Urlaub soll nicht unsinnig sein.

Ich möchte nicht abgefertigt werden, durchgeschoben in endlosen Schlangen, vorgekarrt mit Bussen durch irgendwelche Ruinen, die man gefälligst in 20 Minuten allumfassend erkunden muss. Mit Bändchen am Arm zur Bar schlurfen und billigen Alkohol in sich hinein schüttend auf das Ende des Tages warten, um sich dann früh genug eine Liege zu reservieren und der Erste am Büffet zu sein, damit man noch was vom wässrigen Rührei abbekommt.

Horror!

Ich bin gerne Tourist, ja. Aber ich wehre mich dagegen, ein typischer Tourist zu sein!

Pauschalurlaube fallen also flach. Mit Hund ist das alles sowieso nochmal was anderes. Wie zuletzt „mal eben“ in den Flieger hüpfen und Schweden mit dem Mietwagen erkunden – das geht nicht mehr so leicht. Ich hab’s hier noch nicht erzählt, aber dieser Urlaub war – neben Island – einer der schönsten Trips, die ich erleben durfte. 6 Wochen später trat allerdings Schika in unser Leben. Und dann noch Corona… naja. Urlaub im Sinne von „wegfahren“ ist somit eh erstmal gegessen.

Aber schon vor Schika habe ich – haben wir – lieber individuell gebucht. Klar ist das mehr Aufwand, aber wir sind auch flexibel. Wir können genau das buchen, was wir brauchen und wollen, sind an keinen Anbieter gebunden, müssen nicht Teil einer Herde sein, die dem Mann oder der Frau mit dem Fähnchen durch historische Stätten folgt, müssen nicht an Tag X zu Uhrzeit Y an Ort Z sein, um den Bus zu erwischen. Wir können alles in unserem Tempo erkunden – und genau darum geht es uns.

Wir sind Touristen, die wissen wollen, wie das jeweilige Land, die Leute, das dortige Umfeld „tickt“. Wir wollen die anderen Kulturen und Lebensweisen entdecken, mitmachen, erleben und nicht eine Fassade vorgesetzt bekommen, die doch nur darauf abzielt, einem noch mehr Kohle aus der Tasche zu ziehen. Potemkinsche Dörfer, die beim kleinsten Blick abseits der Vorgabe umfallen, keiner Frage standhalten. Künstlich aufgehübschten Orten, die nur toll aussehen sollen – oder eben so, wie der Tourist es erwartet.

Deswegen fahren wir mit dem Auto, auch wenn’s mal ein paar Stunden dauert. Ob in die Alpen (oh, das muss ich auch noch schreiben, da waren wir mit Schika) oder an unser Lieblingsziel Zeeland. Ob nach Prag, Südfrankreich oder einfach nur mal in die Eifel. Hauptsache NICHT in ein typisches Touristenziel und wenn doch, dann nicht in der Hauptsaison und auf keinen Fall in ein Hotel oder ähnliches. Nach Möglichkeit suchen wir uns private Unterkünfte, schon alleine wegen Schika. Wir versorgen uns selbst, gehen im örtlichen Supermarkt einkaufen, reden (entgegen meiner sonstigen Prämisse des Schweigens) mit den Einheimischen und genießen „das Andere“.

Als ich das erste Mal vor über 15 Jahren in Schweden war, habe ich das auch so gemacht. Es war mein erster „echter“ Urlaub. 3 Tage. Aber ich war eben noch nie da oben und Ryanair bot billig Flüge an. Warum also nicht? Im Supermarkt in Nyköping traf ich am Kühlregal eine deutsche Auswanderin, die dort seit 12 Jahren als Deutschlehrerin arbeitete. Ich kam mit ihr ins Gespräch und beschloss spontan, ihr Angebot anzunehmen, mich durch das Städtchen zu führen. Sie erzählte mir viel über die Geschichte der Stadt, über Schweden, die Beziehungen zu Dänemark und Norwegen. Es war interessant und informativer, als jede Tour, die man für teures Geld buchen kann.

Was ich gar nicht leiden kann sind Leute, die sich im Urlaub wie die Axt im Walde, fast schon wie Tiere verhalten in meinen Augen. Ganz ehrlich: auch wenn ich für Unterkunft, Verpflegung, Urlaub zahle, bin ich dadurch nicht Gott, nichts besseres als die Gastgeber. Wenn ich Gast bin, verhalte ich mich auch wie ein Gast und nicht wie jemand, dem alles gefälligst zusteht und wo der Gastgeber zu kuschen hat, wenn er schon so doof ist und uns einlädt. Der Gastgeber kann ja nix außer mich zu bespaßen, sonst würde er das nicht machen. Also soll er gefälligst für meine Unterhaltung sorgen! TANZ, SKLAVE!

Widerlich.

Wie damals in Irland, County Kerry, Killarney – ebenfalls vor Schika, noch vor dem ersten eigenen Hund sogar. Ein nettes Guesthouse am Stadtrand bei einer sehr netten irischen Familie, die sehr um das Wohl der Gäste bemüht waren. Großzügige Zimmer, liebevoll eingerichtet, nette Menschen, hilfsbereit und kein bisschen aufdringlich. Dort war noch eine andere Familie untergebracht, die ich umgehend als Deutsche identifiziert habe. Es war kaum zu übersehen. Nein, das ist falsch. Es war nicht zu überhören. Als Tourist fällt man optisch immer irgendwie auf, aber die Sprache verrät uns dann endgültig und unmissverständlich.

Beim Frühstück wurde gemäkelt (mache ich auch, wenn’s wirklich schlecht ist, aber ich sage das den Gastgebern direkt und ruhig), man machte sich über die „komische Sprache“ (irisch) lustig und über das „Gehopse“ in einer der Riverdance-Shows, die dort an allen Ecken gezeigt werden. Natürlich war es eine Frechheit, dass man „keinen anständigen Kaffee“ bekam! 5 Tage Gemecker dergestalt, dass die Iren zu blöd zu allem sind und wie geil man doch selbst ist.

Ich habe mir ab da so viel Mühe gegeben, dass ich möglichst niemals als deutscher Tourist im Ausland enttarnt werde. Ich möchte nicht mit solchen Leuten in einen Topf geworfen werden!

Auch im Disneyland Paris habe ich deutsche Touristen 10 Meilen gegen den Wind „gerochen“ und das meiner Frau auch gesagt. Möglichst Abstand halten, bloß nichts ins Gespräch kommen mit denen. Aber „die“ waren sowieso damit beschäftigt, sich mit dem Kinderwagen überall vorzudrängeln und konsequent Anweisungen auf Deutsch zu plärren. Mitten in Frankreich. Aber als Tourist ist das scheinbar ok. Nur in Deutschland soll man gefälligst Deutsch reden, ne?

In den Niederlanden, wo wir sehr gerne Urlaub machen, abseits von Ferienparks oder Hotelanlagen und außerhalb von Saison und Partyzeit, geht’s etwas besser. Doch auch dort trifft man immer wieder Leute, die es als selbstverständlich ansehen, dass die Menschen, die dort leben, sie beherbergen und verpflegen und auf das deutsche Geld „angewiesen“ sind, auch ja alles zu deren Zufriedenheit zu erledigen haben. Natürlich wird erwartet – noch nichtmal verlangt, sondern erwartet! – dass alle Niederländer deutsch sprechen. Gefälligst! Eine Frechheit ist das, wenn das mal nicht so ist!

Da wird auf Deutsch bestellt, geschimpft, gefragt und der arme Einheimische versucht zu erklären, dass er nichts versteht. Egal, der lebt von mir, der hat dann eben zu lernen. Immerhin bin ich Gast und als Gast muss ich GAR NICHTS! Nur die anderen müssen! Jetzt! Sofort! SEI MIR ZU DIENSTEN, UNTERMENSCH!

Man kann doch wenigstens versuchen, Englisch zu lernen. Nicht viel, aber doch ein bisschen. Es ist nicht schwer, es kostet nichts. Es hilft aber ungemein. Es hilft dabei, sich verständlich zu machen und nicht als arroganter Ausländer aufzutreten. Man kann sich mal in die Gastgeber hineinversetzen, nett sein, Rücksicht nehmen – auch und gerade als Gast! Man kann nicht nur verlangen und erwarten, sondern auch mal was dafür tun, dass der Aufenthalt angenehm wird. Wald, Echo und so.

Ich versuche vor jedem Auslandsaufenthalt (dazu zähle ich übrigens auch Bayern ;-D) zumindest die Grundlagen der jeweiligen Sprache zu lernen, damit ich verstehe, was auf den Schildern oder auf Speisekarten oder im Supermarkt so steht, wie man etwas ausspricht, wenn ich ansonsten auf Englisch kommuniziere. Ich gehe niemals (!) davon aus, dass mein Gegenüber automatisch Deutsch spricht. Warum auch? Kann ein Japaner, Schwede, Franzose, Spanier, Russe erwarten, dass Deutsche in Touristengebieten die jeweilige Sprache sprechen? Warum sollte das umgekehrt so sein?

Ich sehe es als Zeichen von Respekt, wenn man zumindest „Hallo“, „Tschüss“, „Ja“, „Nein“, „Bitte“ und „Danke“ in der jeweiligen Landessprache beherrscht. Das ist doch nicht viel, was man da machen muss. 6 Worte sollte sich jeder merken können und sie können einen sehr großen Unterschied machen. Ich möchte das jeweilige Zielland erleben – und ich möchte, dass mich die Gastgeber als Gast in Erinnerung behalten und nicht als „den Deutschen Touri“, der stur sein Ding durchzieht und sich durch sein Auftreten und Verhalten über alle anderen erhebt.

6 Worte und etwas Englisch, ein Lächeln und das Bewusstsein, dass man für den Urlaub bezahlt, aber nicht die Menschen käuflich erwirbt, sind nicht zu viel verlangt.

Mal schauen, wann wir das nächste Mal unbesorgt wegfahren können. Ans Meer, gerne auch im Winter, wenn kein Tourist außer uns dort sein Unwesen treibt…

Jahresrückblick 2020

Ich kann mich dem Jahresrückblick von Dieter Nuhr nur anschließen und selbigen (fast) uneingeschränkt empfehlen.

Einige Punkte, über die sich Dieter Nuhr auslässt, sehe ich persönlich etwas anders, aber die Richtung passt. Auf angenehme und souveräne Art und Weise zeigt er auf, was uns dieses Jahr beschäftigt hat und hält dem ganzen Spökes rund um Genederidiot*inn:en, Trumpinatoren, Covidioten, Nazis, Linke, Islamisten und Umweltaktivisten den Spiegel vor.

Die dieses Jahr schon extrem grassierende „Ich will aber“-Haltung – alternativ auch die „Ihr müsst gefälligst“- oder „Ich will nicht“-Mentalität – zieht sich durch alle Monate und man bekam den Eindruck, dass jede kleine verzogene Göre nur laut genug plärren musste, damit sie ihren Willen bekam.

Es wird für Freiheit, Umwelt und Menschenrechte gekämpft wie niemals zuvor – nur leider bei uns und nicht dort, wo wirklich Frauen unterdrückt, Schwule und Lesben ermordet, die Umwelt unwiederbringlich zerstört oder Andersdenkende in Lager gesteckt werden. Ist ja auch verständlich. Hier hockt man sich ins Baumhaus oder empört sich auf Twitter; in den Problemländern wird man für sowas direkt erschossen. Da will man nicht „Aktivist“ sein, man ist ja schließlich nicht dumm.

Nuhr zeigt auch schön auf, wo wir bei Corona versagt haben und welche Denkfehler manch Querdenker aufweist. Dabei lässt er keine „Seite“ als „richtig“ dastehen sondern sorgt stets dafür, dass man sich als Mensch mit einem IQ jenseits der 100 verstanden fühlt, sofern man noch etwas gesunden Menschenverstand besitzt und nicht vom infantilen „Ich will aber“-Virus kontrolliert wird.

2020 hat sehr gut aufgezeigt, woran es in unserer Gesellschaft krankt: am Verständnis füreinander. Paradox, denn nie zuvor wurde mehr Verständnis gefordert. Leider fehlt es an lösungsorientiertem Denken und Handeln – es ist eben einfacher nur zu fordern und die anderen machen zu lassen. Man selbst muss nichts tun. Wenn man nur laut und lange genug schreit, bekommt man was man will. So hat man das von Mama und Papa gelernt 🤷🏼‍♂️

Probleme gibts da allerdings nur, wenn man diesen Gestörten nachgibt… was leider oft geschieht. Dann ist für den Moment Ruhe, bis den Nimmersatten der nächste Pups querhängt. Kleiner Finger, ganze Hand und so.

Keine Toleranz für Intolerante jeglicher Couleur. Ganz einfach eigentlich.

Der Jahresrückblick von Dieter Nuhr ist kein Comedyprogramm, wie manch „Journalist“ in irgendwelchen Käseblättern verlauten lässt. Er ist Kabarett und ich bin fast der Meinung, an manchen Stellen den großartigen Volker Pispers herauszuhören. Mich hat er positiv gestimmt zurückgelassen. Ich konnte an vielen Stellen zustimmen und der Zuschauer bekommt hier eine relativierende Sicht auf Probleme, die zwar groß, aber eben nicht unlösbar sind, geboten.

Ich wünsche Dieter Nuhr alles Gute für das kommende Jahr und hoffe, dass er uns noch lange erhalten bleibt, damit jeder von uns ab und an mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird.

2020 ist fast vorbei. 2021 kann eigentlich nur besser werden – wenn wir endlich aufhören, kleine Grüppchen zu bilden, die ihr eigenes Süppchen kochen und nur auf ihrem Standpunkt verharren wollen. Wer was ändern will, muss anpacken – da wo wirkliche Probleme vorhanden sind und nicht da, wo man alle Annehmlichkeiten einer westlichen Industrienation genießt. Aluhüte, Genderkasper, Religionsspinner, Nazis, Antifanten, Baumhauspunks – niemand von denen löst Probleme, aber jeder einzelne schafft welche und fordert, dass sich alle nach den eigenen Forderungen richten.

Dass wir das erkennen konnten, war etwas Gutes dieses Jahr. Eine Chance, es nun besser zu machen. Der Mensch ist lernfähig, manchmal dauert es eben ein wenig.

Ich wünsche euch allen einen – trotz Beschränkungen und eventuell wirtschaftlicher und sozialer Not – schönen Jahreswechsel und ein gesundes neues Jahr. Nutzt die letzten Tage von 2020 und besinnt euch auf das was wirklich zählt. Schaltet Social Media einfach mal ab, macht’s euch gemütlich und schaut Ted Lasso. Geht mit dem Hund raus in den Wald, spielt Monopoly mit den Kindern, kuschelt mit dem Partner, ruft die Großeltern an und lasst euch die Laune nicht verderben!