Was ne Woche…

Dass im Lockdown so viel passieren kann…. man glaubt es kaum.

Ich mag ja Ruhe und Beständigkeit. „Routine“, wie man so schön negativ sagt. Das gibt mir Sicherheit und hilft beim Planen des Tages, der Woche, des Monats usw.

Veränderungen sind nötig, manchmal auch zwingend. Das weiß ich nur zu gut. Sie helfen dabei, eingefahrene Gleise zu verlassen, sich weiterzuentwickeln, zu lernen. Es muss also sein und ich bin froh, dass es so ist. Aber warum kommt eigentlich immer alles auf einmal?

Dabei ist es egal, ob „positiv“ oder „negativ“ – Veränderungen sind Veränderungen. Kann man die bitte in kleine Häppchen verpacken?!


Mein leichter Depressionsschub läutete die Woche ein. Keine Ahnung warum genau oder was der Auslöser war, aber letztes Wochenende gings mit meiner Laune, Zuversicht, Hoffnung bergab. Nein, das stimmt so nicht ganz. Es ging nicht bergab, das alles war einfach weg.

Puff!

Weg!

Sowas kommt immer wieder mal. Meist ist das nach ein bis zwei Tagen überstanden, selten hält das noch eine Woche. Das war mal anders… und das möchte ich auf gar keinen Fall mehr erleben müssen, auch wenn ich weiß, dass man Depressionen nicht heilen kann. Man kann nur lernen, damit zu leben, damit umzugehen. Dabei bin ich noch relativ leicht betroffen, wenn ich mir andere Menschen ansehe.

Ablenkung hilft meist – wenn man sich denn aufraffen kann, etwas zu tun, irgendwas zu machen, zu erledigen. Was anderes als nachzudenken und sich selbst zu bedauern. Alleine ist das schwierig, doch da hilft mir meine Frau sehr!


Die Yakuza-Reihe hab ich nun auch durchgespielt. Etliche Monate emotionaler Bindung an die dortige Welt und die Charaktere kamen zu einem Ende. Wie das Ende einer Serie oder einer Romanreihe. Eine Form der Kontinuität, die absehbar enden würde, bei der dieses Ende aber stets weit weg war, ist weggefallen.

Sicher gibts etliche Menschen, die sich darüber lustig machen werden. Sind ja nur Spiele. Wie kindisch. Gut, die Spieleindustrie ist mittlerweile umsatzstärker als die Filmindustrie, setzt mehr Geld um als die Formel 1 und muss sich auch vor der ersten Fußball-Bundesliga nicht verstecken, aber hey: Spiele sind kindisch. Punkt.

Kann man nix gegen sagen. Das ist in den Köpfen drin und geht nur schwer wieder raus. Zählt wohl auch zum #Neuland…


Ein neues Buch habe ich auch gefunden. Auch wenn der Preis für ein E-Book verdammt hoch war, habe ich es mir gekauft und gelesen. Es war durchaus gut, wenn ich auch schon wesentlich interessantere Bücher gelesen habe zu einem Bruchteil des Preises. Es war mal was anderes, aber es war für die Thematik zu kurz, zu wenig Tiefgang. „Redshirts“ von John Scalzi.

Jetzt liegt der Kindle wieder auf dem Nachttisch. Ich weigere mich, ihn mit irgendwelchen Liebesschnulzen und Vampirgedöns oder B-Movie-Alienkriegsmurks zu füttern. Leider ist das genau das, was „trendet“. Oberflächlicher, schlecht bis gar nicht recherchierter Mist ohne Basis, 08/15-Geschreibsel, das man so schon 1000 Mal gelesen hat.

Klar, gute Bücher brauchen Zeit. Gute Geschichten brauchen leidenschaftliche Autoren. Die rotzt man nicht mal eben so im Monatsrhythmus raus. Und da man schneller liest als jemand schreiben und veröffentlichen kann, ist irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht.


Der Hund muss zum Frisör, Ausgangssperre ist auch aktiv – auch wenn sich die HABIBIyoaldaDIGGAvallah-Fraktion einen Scheiß drum schert und bis nach Mitternacht auf dem Kinderspielplatz vorm Haus raucht, säuft und Affenmusik hört.

Von politischer Seite gibts auch nix Neues. Kobold-Anne ist immer noch Kanzlerkandidatin der egomanen Grünlinge und sorgt für noch mehr Bauchschmerzen in Bezug auf die Wahlen im Herbst. Auswandern ist allerdings so nicht möglich, denn um dem ganzen Wahn zu entfliehen, müsste man schon sehr (!) weit weg. Irgendwohin, wo nicht dieser krankhafte Egowahn herrscht, wo man gezwungen oder genötigt wird, auf jeden querhängenden Furz irgendeines Grüppchens Rücksicht zu nehmen und es nur zählt, wer am lautesten jammert, während täglich zig Kinder missbraucht und Frauen vergewaltigt werden.

Man will ja auch seinen Lebensstandard halten. Also bleibt eigentlich nur sowas wie Japan oder Kanada. Und dafür braucht man jede Menge Kohle. Wenn jemand ne kleine Million zu verschenken hat: bitte, gerne!


Als Krönung mussten wir dann am Wochenende in die Notaufnahme. Also .. meine Frau, nicht ich. Ich muss erst am Mittwoch zum Arzt wegen dem Ding in meinem Hals, das mich seit Anfang Januar irre macht. Meine Frau hatte extreme Magenschmerzen, wahrscheinlich Nachwirkungen einer leichten Lebensmittelvergiftung. Ihr gehts immer noch dreckig, aber immerhin helfen die Medis, die sie verschrieben bekommen hat. Dafür ist Schonkost angesagt. Im Grunde darf sie alles essen, solange es nicht schmeckt. Natürlich gibts auch keinen Kaffee, keine Milchprodukte, nix mit Gewürzen. Also VoLL BiO und so richtig ÖkOlOgIsCh. Wenn das die Zukunft ist…. bäh.

Ganz toll. Aber wir sind guter Dinge, dass das bald überstanden ist.


Schika macht das alles mit. Klar, was hat er für eine Wahl? Aber diese ganze Unruhe, die wir ausstrahlen, färbt natürlich auch auf ihn ab. Wir dürfen ja (einzeln) trotz Lockdown raus, wenn er muss. Dass das aber mitten in der Nacht passiert, ist doch sehr ungewöhnlich. Er weckt uns auch nicht aggressiv. Er ist eher der dezente Typ. Wir (meine Frau) werden wach, weil er ewig im Flur hin und her läuft. Merkt er, dass jemand wach ist, stupst er einen leicht an und geht zur Tür. Folgt man ihm, stupst er Jacke und Schuhe an und geht wieder zur Tür. Er sagt uns ganz klar und deutlich, was los ist. Finde ich gut!

Nur dass er auch nicht zur Ruhe kommt und unter etwas leiden muss, wofür er gar nichts kann, macht mich traurig. Der kleine Kerl hatte es doch sowieso schon nicht leicht. Wenn ich mir vorstelle, wie er monatelang im Tierheimzwinger drauf gewartet hat, dass ihn endlich jemand mitnimmt, nachdem ihn seine ursprüngliche Familie weggegeben hatte…. es macht mich traurig und wütend!

Dafür hat er die jährliche Impfung gut weggesteckt und vertragen. Jetzt muss ich noch einen Frisörtermin machen, damit er nicht gänzlich zuwuchert.


Mit „Judgment“ habe ich nun ein neu auf der Xbox erschienenes Spin Off zu Yakuza angefangen. Das hilft etwas. Neuer Lesestoff ist nicht in Sicht, Trash TV ist auch tot bis auf montags (TLC, „90 Tage“), meiner Frau gehts nicht gut und die Zukunft sieht gammelig-grün aus.

Trotzdem gilt auch – gerade! – jetzt: In unserer Welt ist alles gut!

…und das meine ich nicht zynisch.

Es sind Probleme, ja. Es sind auch je nach Charakter, Prägung und Sicht große Probleme. Aber man kann sie lösen. Wir haben schwierigeres durchgestanden und im Endeffekt zählt nur, dass wir zusammen sind, dass wir ein Dach über dem Kopf haben und es uns an nichts fehlt.

Wegen der Schmerzen und körperlichen Probleme geht man zum Arzt und stellt sich etwas um. Wenn jemand mit der Situation überfordert ist, stützt man ihn, ist für ihn da. Man sorgt für sich und füreinander. Wenn man es mal runterbricht, sind viele Probleme gar keine Probleme. Sie erscheinen nur als solche, sind aber meist nur das Resultat einer „Ich will aber!“-Haltung.

Wenn man diese durch ein „Wir schaffen das!“ ersetzt, ist schon viel geholfen. Mit Betonung auf „Wir“!

Egal was kommt, gemeinsam steht man vieles durch – von „kleinen“ Dingen wie dem Ende einer geliebten Serie bis hin zu Depressionen und Krankheiten.

Die Familie zählt. Der Rest kommt automatisch.

Ich wünsche euch eine angenehme Woche.


PS: Hier ist gerade wieder Stromausfall. Das zweite Mal dieses Jahr. Was wir doch für ein stabiles Stromnetz haben… 🤷🏼‍♂️

PPS: Strom ist nach 40 Minuten wieder da. Dafür gibts kein Internet. Läuft. Home Office zieht ganz schön Bandbreite…

Was wirklich wichtig ist

So viele schlechte Nachrichten. So viel Hass, Hetze, Egoismus, dass es schon weh tut. Überall, so scheint es.

Egal ob beim Gendern im TV, bei den Oscars, im Supermarkt, auf der Straße, im Kindergarten, auf dem Spielplatz oder online. Nirgendwo ist man sicher vor Negativität, wird quasi gezwungen, sich das alles anzutun.

Aber man hat ja die Wahl. Wir alle haben die Wahl. Niemand zwingt uns, alles hinzunehmen oder auch nur aufzunehmen. Lasst sie reden, fordern, nerven. Wie unerzogene Kinder muss man sie auch einfach mal schreien lassen, ihnen nicht ihren Willen geben.


Was mir dabei hilft ist nicht nur, dass meine Frau mir Rückhalt gibt, für mich da ist und mich nimmt wie ich bin. Das ist auch unser Schika.

Seitdem ich zuhause bin, ist er da. Jeden Tag. Es hat sich eine Routine eingestellt, die gerade mir als Aspi Sicherheit gibt. Morgens aufstehen, mit ihm raus, Frühstücksservice, dann mittags nochmal – allerdings mit Mittagsservice – und abends ebenso. Banal, ich weiß. Aber für mich ist das wichtig. Es bietet einen Anker, etwas das bleibt. Etwas Stabiles, unabhängig von dem, was „draußen“ für ein Wahnsinn tobt.


„In unserer Welt ist alles gut“

Das sagt meine Frau mir immer, wenn ich mir mal wieder zu viele Sorgen mache, wenn der Weltschmerz allzu präsent wird, wenn ich dieses ganze Gejammer höre, lese, sehe von Leuten, die exakt 0 Probleme haben oder hatten. Von Millionärinnen, von diskriminierten Prominenten, von unterdrückten Politikerinnen, von all denen, die erfolgreicher, wohlhabender, einflussreicher sind als die allermeisten anderen Menschen. Ach wie haben die es so schwer! Es ist eklig und es macht mich traurig, dass heute nur zählt, wie populär jemand oder etwas ist, damit eine Aussage Gewicht hat.


Wenn ich dann abends – oder besser nachts – ins Bett gehe und Schika sich freudig an mich kuschelt, erleichtert, dass seine Menschen wieder zusammen sind, verschiebt sich mein Fokus. Ich will, dass es ihm gut geht. Dass es uns gut geht. Und ich bin froh über jede Minute mit meiner kleinen Familie, in der wir uns lieben, füreinander da sind, uns tolerieren und akzeptieren. Ohne Hass, Neid, Zwang, Quoten oder sonstigem Murks.

„In unserer Welt ist alles gut“

Man sollte sich nicht zu sehr auf die Leute fixieren, die nur sich für wichtig halten, die nur fordern aber nichts geben. Das sind keine Menschen, die irgendwem gut tun, die etwas Gutes wollen. Man braucht sie nicht in seinem Leben. Warum sollte man hasserfüllten Menschen so viel Raum geben?

Auch wenn es nicht einfach ist, sich von jedem einzelnen zu distanzieren, so ist es doch möglich und es hilft. Es hilft einem selbst, weil man Ruhe hat und es hilft allen, weil diesen Menschen keine Bühne mehr geboten wird, wenn alle mitmachen.

Was ist euch wichtig? Wirklich wichtig? Braucht ihr jemanden, der euch sagt, was richtig zu sein hat… gefälligst? Seid ihr – sind wir – so unmündig, dass wir bereitwillig alles mitmachen, was irgendjemand verlangt?

Scheinbar. Aber das täuscht. Wenn der Fernseher aus ist, das Handy weggelegt und der Laptop ausgeschaltet wird, hat man auf einmal sehr viel Raum. Raum, der sonst von anderen belegt wird, von deren Gedanken, deren Meinung, deren Forderungen.

Dabei sind sie unwichtig. Sie wollen nur. Doch niemand kann uns zwingen, ihnen das zu geben. Ausschalten hilft. Sehr sogar.


Schika wird, sofern alles gut läuft, 15-18 Jahre alt. Er wird erleben, wie ich 50 werde und was in den 2030ern passiert. Er wird mich – uns – noch viele hundert Morgen nicht ausschlafen lassen. Ok… meine Frau 😁. Und viele Nächte lang wird er genüsslich an meinem Ohr lecken, bevor er einschlafen kann. Der olle Fetischist.

Ich freue mich auf jeden einzelnen Tag mit ihm, mit meiner Frau, mit uns. Das ist wichtig. Darauf sollte man sich konzentrieren. Das muss ich mir öfter bewusst machen.

Mit Hass und Lügen gewinnt man viel

… zumindest in der heutigen Hochzeit der intoleranten Egomanen. Ein paar aktuelle Beispiele:


Da entwickeln 2 Männer (!) – zusammen mit ihren Mitbewohnerinnen – ein Hygieneprodukt für Frauen (!!), das man mögen kann oder auch nicht. Früher wurde etwas einfach nicht gekauft, wenn es nicht gefällt. Heute gibts Mord- und Gewaltdrohungen. Was erdreisten sich diese toxischen Patriarchen?! Aber Gewalt, Hass und Hetze wirken eben und wir geben nach. Somit wird das weitergehen. Der Pöbel und der Mob bekommt schon was er/sie/es will. Egal wie.

Ob das genauso abgelaufen wäre, wenn da 2 Frau*innen gegründet hätten?


Kobold-Anna ist Kanzlerkandidatin der Grünen. Man muss nur lange genug die Wahrheit verbiegen und Minderheiten hofieren, die in Socialist Media Werbung für einen machen, schon kommt man als radikale Partei auf Werte, die einen befähigen, einen Kanzlerkandidaten zu stellen. Besonders auffällig ist der Stimmenzuwachs seit Fukushima und der vehementen Behauptung, bei dem dortigen Atomunglück seien tausende Menschen gestorben. Fast umgehend schossen die Stimmen für die Grünen in die Höhe, sie stellten kurze Zeit später das erste Mal einen Ministerpräsidenten und arbeiten seitdem erfolgreich mit Hetze und Manipulation daran, endlich 83 Millionen Menschen regieren zu können. Sie machen Politik für (sehr) wenige Menschen, die jedoch umso lauter sind und daher als viele erscheinen. Angst und Chauvinismus wirken eben immer. Besonders beim einfach gestrickten Wähler. Hilfreich dabei ist natürlich auch ein Gendersender wie ProSieben, der vorbildliche journalistische Arbeit leistet und für Qualitätsfernsehen bekannt ist.


Auch vor TrashTV macht die ideologisische Bewegung nicht halt. Prinz Marcus äußert sich betrunken homophob („Alkohol ist keine Entschuldigung.“) und wird auf heftigste abgestraft. Calvin Kleinen benimmt sich alkoholisiert wie der asozialste Mensch der Welt („Wenn du nicht betrunken bist, bist du voll ok, deswegen nominiere ich Patricia.“) und alles ist tutti (siehe Exit-Zeremonie Folge 2). Dank Shitstorm unterzog Sat1 die bereits abgedrehten Folgen einer erneuten Prüfung und hat bei Folge 2 knapp 30 Minuten herausgeschnitten. In den geschnittenen Minuten wurde gezeigt, wie manipulativ Katy Burak Bähm agiert und wie die restlichen Kandidaten darauf reagierten. Natürlich mit Streit. Man dürfe solche Szenen nicht ohne Kontext zeigen. Gilt scheinbar nicht für jede Szene… und es hindert einen auch nicht daran, Mobber wieder einzuladen. Ob nun wegen Streit geschnitten wurde oder ob man Katy Bähm nicht schon wieder als „Opfer“ zeigen wollte – oder als Täter? – werden wir wohl nicht erfahren.

Update 20.04.2021, 18:44 Uhr: Promis unter Palmen wird nicht weiter gezeigt, da heute Willi Herren (45) gestorben ist.


Im Fußball gehts oft heiß her und auch hier dreht der Hass-Mob auf. Friedhelm Funke ist ein Rassist, weil er etwas nicht gesagt hat. Er hat wohl gemerkt, dass er bei einem falschen Wort von der intoleranten Woke-Sprachpolizei abgestraft werden würde und demzufolge versucht, sich irgendwie zu retten. Doch wen der wütende Pöbel einmal auf dem Schirm hat, den macht er fertig. Dem muss man zeigen, was Frieden, Toleranz und Rücksicht bedeuten. Das Statement des 1. FC Köln half da wenig. Ebenso wie das Statement von Bayer Leverkusen. Also aufgepasst, was ihr sagt. Und was ihr nicht sagt.


Das war nur diese Woche. Und es ist erst Dienstag.

Eine Woche im Jahr 2021, beherrscht von satten, gelangweilten, ankerlosen Menschen ohne Platz in einer Gesellschaft, die darauf ausgelegt und angewiesen ist, dass man zusammenhält, zusammenarbeitet. Dass es Regeln, Grenzen und Werte gibt. Man möchte sich nicht anpassen. Anpassen muss sich die Gesellschaft. Wenn es nicht mit Manipulation klappt, dann mit offenen Lügen. Wenn das auch nicht hilft, greift man auch mal zu Drohungen und Gewalt.

Wer sowas wirklich will, sollte sich bewusst sein, dass in einer Anarchie, in grenzenloser Freiheit, derjenige Recht hat, der stärker ist. Spätestens dann ist das Geschrei nach Regeln und Grenzen groß. Natürlich nur für „die anderen“ 😉

Die Shitstormidioten auf Krawallkurs

Jedes Jahr, in jedem Format dieser Art, regen sich irgendwelche Berufsangenervten über das sinkende Niveau auf und shitstormen sich den Frust darüber in pseudokreativen Zweizeilern auf Twitter & Co. von der verkümmerten Seele. Wehe, man hat eine andere Sicht!

So auch aktuell bei Promis unter Palmen auf Sat1.

Der Anhalt-Marcus mag keine Schwulen. Muss er auch nicht. Allerdings sollte man sich so weit im Griff haben, dass man andere eben nicht angreift. Das bedeutet „Toleranz“. Man muss Meinungen nicht teilen, aber eben stehenlassen können ohne zu beleidigen oder anzugreifen (sollte sich übrigens jeder mal zu Herzen nehmen, der Toleranz fordert!)

Die Konsequenz: Rauswurf durch die Mit-„Promis“ – und der obligatorische Shitstorm.

Völlig verständlich, dass man sich über menschenverachtende Aussagen aufregt und diese anprangert. Jeder darf seine Meinung haben, aber es gibt Grenzen. Niemand (!) hat das Recht, übergriffig zu werden.

Daher finde ich es gut, dass Sat1 diesen Vorfall gezeigt hat. Man darf es nicht totschweigen. Konsequenzen müssen die Folge sein und das war hier auch so. Rauswurf aus der Villa und nie wieder ein Auftritt bei Sat1. Eventuelle rechtliche Schritte stehen auch noch im Raum, wobei das schon sehr konstruiert wirkt. Aber gut.

Allerdings gibt sich der Mob aus vielen hundert („viele“) Twitter-Zombies damit nicht zufrieden. Man fühlt sich stark und im Recht und daher darf man alles – auch auf das Niveau des Prinzen sinken. Man ist ja „gut“, da darf man so handeln.

Wie gesagt: Beleidigungen sind böse – wenn die falschen Menschen sie aussprechen. Normal heute. Schade, denn so verschärft man die Problematik nur.

Sat1 sah sich durch die „Masse“ an Beschwerden genötigt, Promis unter Palmen aus deren Streamingdienst Joyn zu entfernen und alle weiteren Folgen zu sichten und ggf. neu zu schneiden, damit sowas nicht mehr zu sehen ist.

Sorry, aber wie dumm kann man sein? Einem wütenden Mob aus mehreren hundert Menschen auf einer SM-Plattform nachgeben ist ja schon dämlich genug. Aber dann proaktiv Szenen schneiden, die „aufregen“ könnten… bei einem TrashTV-Format… 🤦🏼‍♂️

Leute, deswegen guckt man den Mist! Wer Harmonie will, soll sich Duschgelwerbung anschauen. TrashTV lebt von sowas. Und es ist sogar wichtig, dass gerade diese Szenen gezeigt werden. Denn nur so sieht man, was für Menschen die Teilnehmer sind. Wenn man es rausschneidet, totschweigt, erfolgen keine Konsequenzen.

Aber so weit denkt man in heutigen Hasszeiten nicht. Da muss der Feind vernichtet werden. Jetzt. Sofort. Dass man damit genau gar nichts erreicht, ist den kurzdenkenden Aktivistinnen egal. Damit helfen sie nur, Probleme weiter zu verstecken. Und sie versauen anderen noch die Unterhaltung.


Ich bin mal gespannt, ob am Montag zu sehen ist, wie 9 Leute Katy Bähm angehen, weil er/sie sich wohl recht asozial verhalten soll:

„Grund dafür sollen seine nicht nur durch Make-up entstehenden zwei Gesichter sein. Der Vorwurf: Hinter dem Rücken soll Bähm über alle schlecht reden, im direkten Kontakt aber auf best Friend machen. Es fallen Worte wie „falsche Schlange“ und „bah, nee, ekelhaft“. So lang, bis Katy weinend das Weite sucht.“

(Quelle: Tag24)

Eigentlich müsste diese Szene aus Folge 2 drinbleiben. Zeigt sie doch, dass in diesen Formaten Opfer und Täter nahe beieinander liegen.


Ich hoffe, wir steuern hier nicht mit voller Kraft auf eine Zensurgesellschaft zu, die mit einigen wenigen Personen diktiert, was andere zu sehen, denken, sagen haben und sich selbst alle Rechte rausnehmen.

Wir sind alle gleichwertig. Und „alle“ umfasst eben jeden, nicht nur die selbsternannt moralisch überlegenen Twitterkasper.

Diese Moralwächter schaffen mit ihrem Gehetze erst die Probleme, die sie doch eigentlich vorgeben, lösen zu wollen. Sie sorgen für ihre eigene Daseinsberechtigung. Ob das nun Dummheit oder Berechnung ist, mag jeder selbst beurteilen.

Hätte man die Klappe gehalten, hätte sich jeder Zuschauer seine Meinung bilden können (dürfen, müssen). So aber hat man einen riesigen Aufriss gemacht und dem homophoben Prinz eine ungleich größere Plattform bereitet – und sich den Unmut der Fans zugezogen. Toll gemacht, liebe Aktivistinnen 🤦🏼‍♂️🤷🏼‍♂️

Individualität über alles

… ist der Tod einer jeden Gesellschaft oder Gruppe.

Ich kann jetzt schon den Aufschrei der aktuell wegen jedem bisschen angepissten Freiheitsfetischist:-/*inne\|><#}}}[%*nennen hören, wie sie krakeelen und zetern, schimpfen und shitstormen und intolerant nach Toleranz verlangen, danach, dass die Gesellschaft was für sie tun soll, sich nach ihnen richten muss.

Es nervt. Jedes fitzelige Nervgrüppchen spielt sich heute auf und „verlangt“. Aber sie geben nichts. Sie tun nichts für die Gesellschaft. Sie fordern Rechte, erledigen aber keine Pflichten, lehnen sie ab, überantworten sie „den anderen“.

Man stelle sich einen Kleingartenverein vor. So mit Satzung, Vorsitzendem und eben den Mitgliedern. So ein Verein hat vielleicht 50 Mitglieder (Nein, liebe Genderspinner, „Mitglieder*innen“ geht nicht. DAS Mitglied. Wüsste man, wenn man Deutsch könnte. Hohlbirnen.)

Hält sich jeder an die Satzung, kommt seinen Pflichten nach, leistet seinen Beitrag und hält sich an die Regeln, geht es dem Verein gut.

Wenn jetzt von den 50 zwei oder drei keine Lust haben, ihren Beitrag zu leisten, die Hecke zu schneiden, Ruhezeiten einzuhalten und dafür ihr eigenes Ding zu machen, schadet das dem Verein, der Gruppe, der Gesellschaft.

Dasselbe gilt für jeden anderen Verein, für den Arbeitsplatz, für den Spieleabend und eben auch für die Bevölkerung eines Landes.

Diese zwei oder drei Querulanten werden in aller Regel sanktioniert oder müssen Strafen zahlen. Wenn sie weiter „ihr Ding“ machen und somit gegen den Verein agieren, wirft man sie raus.

Das funktioniert prinzipiell auch auf Staatsebene. Wer sich nicht an die Regeln hält, die Gemeinschaft ausnutzt, nur fordert und nichts einbringt, sich über alle anderen stellt, Regeln und Gesetze bricht, wird bestraft und zur Not weggesperrt.

Das ist gut so. Das muss so sein, einfach um die Masse vor wenigen Irren oder Egomanen zu schützen. Nur so kann eine Gruppe überleben. Die Gruppe muss stets über allem stehen.

Natürlich darf die Gruppe ihre Mitglieder nicht unterdrücken. Auch dann funktioniert sie nicht, wird nicht bestehen können.

Der Mensch braucht Freiheit und Individualität, damit er leben kann, damit Fortschritt entsteht, Wohlstand und Frieden. Aber ganz wichtig, geradezu essenziell, ist es, Grenzen zu respektieren und Regeln einzuhalten.

Freiheit braucht Grenzen. Wer schonmal Kinder erziehen musste, weiß das. Oder auch Hunde, da ist’s ähnlich.

Die eigene Freiheit hört immer da auf, wo die eines anderen beginnt.

Heute gehts aber – bei uns – nur noch um die eigene Freiheit. Man selbst hat Rechte, alle anderen die Pflichten. Wenn jeder so denkt, wird’s schwierig, oder? Wenn jeder nur Rechte hat, wer hat dann Pflichten? Wenn jeder über den Regeln steht, über der Gesellschaft, über der Gruppe, gibt es dann noch sowas wie eine Gemeinschaft?

Heute hält man das Gut der Freiheit und Individualität so hoch über allem anderen, dass man gar nicht merkt, wie dadurch die Gesellschaft zerstört wird.

Jeder ist „besonders“, jeder hat „Recht“, auf jeden muss man Rücksicht nehmen, jeder fordert und will und verlangt… ein riesiges Chaos.

Das ist keine Gesellschaft. Das ist eine Ansammlung von Menschen, die zufällig in derselben Gegend leben.

Tradition? Erziehung? Eigenverantwortung? Zusammenhalt? Etwas für andere tun, zum Wohl der größeren Gruppe und damit auch für einen selbst? Undenkbar! Wer sowas fordert ist ein „ewig gestriger alter weißer Mann“ . Oder Nazi. Oder Rassist, Klimaleugner, Frauenhasser, Umweltsau oder sonstwas in der Art.

Wer dagegen nur an sich denkt, immer nur fordert, andere manipuliert, belügt, betrügt, nimmt was er kriegen kann, der wird gelobt und geliebt. Zumindest scheint es so. Man nimmt sich was man will, scheißt auf die anderen und nutzt alles zum eigenen Vorteil. Die Maxime des 21. Jahrhunderts.

So kann keine Gesellschaft bestehen. Weder der Kleingartenverein, noch ein Staat von mehreren Millionen Menschen.

Es fehlt jemand, der diesen „ich will das aber so gefälligst“-Trotteln endlich mal sagt, dass sie still sein sollen. Nicht um deren Meinung zu zensieren (das läuft wenn dann eher umgekehrt), sondern um ihnen Grenzen aufzuzeigen. Um ihnen klarzumachen, dass sie Teil einer Gemeinschaft sind und nicht die Gemeinschaft für ihre Bedürfnisbefriedigung da ist.

Es fehlt jemand, der diesen verzogenen Menschen beibringt, wie man sich einfügt. Dafür muss man sich nicht aufgeben oder verleugnen, aber zu Rechten gehören immer auch Pflichten.

Hier habe die Eltern auf ganzer Linie versagt.

Der Staat soll’s richten, doch er handelt genauso wie die unfähigen Erzeuger dieser „Generation ICH“. Jedem wird Gehör geschenkt (gut), alles wird für wichtig befunden (schlecht), jeder Forderung wird nachgegeben, wenn nur laut genug geplärrt oder geshitstormt wird (tödlich).

Wenn ein verzogenes Balg an der Supermarktkasse nach einem Schokoriegel schreit, schüttelt man den Kopf.

Warum machen wir das nicht bei den ganzen AktivistInnen heute auch? Es ist nichts anderes – nur in etwas größerem Maßstab.

„IcH WiLl AbEr, DaSs AlLe NuR nOcH GrAs EsSeN uNd MiT dEm E-BiKe ZuR SaLaTbAr FaHrEN“ — „Ja, mein Kind. Das machen wir. Bist du dann auch wieder brav?“

🤦🏼‍♂️

Indem wir jedem Egomanen nachgeben, zerstören wir uns selbst auf lange Sicht. Wir verleugnen unsere Traditionen, unsere Geschichte und verbauen uns damit unsere Zukunft. Eine Gesellschaft lebt von Zusammenhalt. Will man es jedem einzelnen Recht machen, kann das nicht funktionieren. Ein Staat muss stützen und schützen, nicht gestützt werden, nicht sich bei allem verbiegen. Er muss Halt geben, Sicherheit. Er muss Grenzen setzen innerhalb derer man frei leben kann.

Je mehr man Individualisten nachgibt, desto weniger Halt gibt es, desto weniger bildet man eine Gemeinschaft. Es ist im Kleinen wie im Großen und eigentlich ganz einfach.

Wir haben nur verlernt, NEIN zu sagen. Angefangen bei den Eltern der letzten und vorletzten Generation. Das rächt sich jetzt. Ich bin gespannt, wo das hinführt. Und was passiert, wenn die Bälger von heute erwachsen sind (und nicht parasitär als Berufpolitiker ihr Dasein fristen).

Ich wünsche ein schönes Wochenende 😊

Normalität

Normal ist, wenn man nicht dauernd drauf hinweist, wie besonders irgendwas ist.

Etwas ist normal, wenn es die Mehrheit direkt betrifft oder es die Mehrheit ohne Zwang akzeptiert.

Man kann „Normalität“ nicht verordnen und nicht wirksam erzwingen.

Wenn man dauernd drauf rumreitet und betont, wie besonders irgendwas oder irgendwer ist, ist dieser jemand oder diese Sache nicht normal – und wird es auch nicht.

Was ist denn für euch „normal“ – und zeigt ihr ständig darauf? Betont ihr es?

Heute kämpft man (angeblich) für Normalität, indem man ständig die eigene Besonderheit in den Mittelpunkt stellt und alle anderen dazu zwingen will, das Besondere als Normalität anzusehen. Was per definitionem nicht möglich ist. Was man dagegen erreicht, ist, dass man immer mehr Ausgrenzung schafft. Man weist so stark auf die Unterschiede hin und fordert gleichzeitig, dass diese „normal“ sein sollen, dass man immer mehr Gegendruck erzeugt.


Drittes Newtonsches Gesetz – als Link für die, die Revoluzzerkonform Sozialwissenschaften studieren oder freitags die Schule schwänzen.


Das nimmt man aber nicht zum Anlass, seine Strategie zu überdenken. Nein, man intensiviert das bisherige Verhalten sogar. Noch mehr Druck erzeugt noch mehr Gegendruck und die geforderte Normalität wird immer weiter weg geschoben.

Ganz dem Zeitgeist entsprechend, haben selbstverständlich die anderen Schuld. Diese „Mehrheit“, die so arrogant ist, so stur, dass sie nicht einfach auf jeden hört, der ihr was vorschreiben will. Die nicht einfach alles mitmacht, nur weil irgendwer was behauptet oder gerne hätte. Die so dreist ist und sich einfach nicht von wenigen (in Relation gesehen) beherrschen lassen will.

In DE ist das aber nicht so tragisch. Wir sind es gewohnt, allem nachzugeben. Solange wir unser Bier und Fußball haben, machen wir alles mit. Wobei heute Instagram und WhatsApp wichtiger sind.

Wir sind konfliktscheu und haben nie gelernt, „Nein“ zu sagen.

Glaubt ihr nicht? Versucht’s mal! Egal bei was oder wem! Und achtet auf eure Empfindungen dabei und die Reaktionen natürlich. Es gibt nicht umsonst sogar Workshops, in denen man das Nein-Sagen lernen soll. Wie traurig ist das bitte und wie sehr haben Eltern versagt?

Also bestimmen Leute, die keine Grenzen kennen oder respektieren, ganz leicht über die „Normalen“, die nicht „Nein“ sagen können, wollen, dürfen. Beschwert wird sich wenn überhaupt nur im stillen Kämmerlein oder anonym bzw. unter sich. Wer angreift, gewinnt und hat Recht. Da spielt es am Ende keine Rolle, wer „Recht“ hat oder in der Überzahl ist.

Wer sich ergibt, hat verloren und kein Recht, sich zu beschweren.

Heute gilt deswegen, dass sich nicht das Individuum in eine Gesellschaft einfügen muss, sondern dass die Gesellschaft sich an einzelne Gruppen oder das Individuum anzupassen hat.

Man müsste das mal ausweiten:

  • Bekleidet zum FKK-Strand
  • Als Mann in die Frauenumkleide
  • Shitstorm, wenn es im Vegan-Imbiss keine Currywurst gibt
  • Fahrverbote für Fahrräder
  • Steuererhöhung für E-Autos

Undenkbar? Absurd? Genau das passiert aber heute. Eine kleine Gruppe geht zu einer größeren, die entsprechende Regeln definiert hat und verlangt, dass sie so hin- und angenommen wird ohne sich anpassen zu müssen. Geschieht dies nicht, wird geshitstormt, demonstriert und Aktivistinnen drehen hohl.

Oder es wird irgendwas erfunden, aufgebauscht oder einfach nur dreist gefordert. Wie war das noch mit dem Mädchen, das in den Berliner Knabenchor wollte? Da hat eine Mutter geklagt! Wegen Gleichbehandlung bzw. dem Totschlagargument „Diskriminierung“ 🤦🏼‍♂️

Man stelle sich vor, ein „alter, weißer Mann“ will sich analog in die Frauensauna klagen… So weit hergeholt sind die Beispiele oben also nicht. Sie sind Realität. Traurige Realität. Weil die Masse einfach still ist, alles mit sich machen lässt.

„Integration ist Müll“ – das ist der Tenor, der aktuell alle „normalen“ Menschen verteufelt, angreift und ihnen alles „Gute“ abspricht. Ist man „normal“, ist man böse, muss bekämpft werden. Jeder, der entsprechende Organisationen oder Parteien unterstützt und wählt, ist somit gegen die Gesellschaft an sich, gegen Menschenwürde, gegen Gleichberechtigung, gegen Frieden, gegen alles außer die eigenen Interessen. Egoismus und Menschenverachtung pur.

Dass so keine Gesellschaft auf Dauer funktionieren kann, sollte jedem klar sein, der die Grundschule abgeschlossen hat. Man kann – und darf – nicht jedem immer und überall nachgeben.

Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um Unterdrückung oder echte Missstände. Es geht darum, einen Kompromiss zu finden, mit dem alle leben können, ohne dass das Pendel zu sehr in eine Richtung ausschlägt.

Artikel 3 unseres Grundgesetzes wird ja gerne auch nur teilweise zitiert, wenn es als Argument herhalten muss. Der fett gedruckte Teil fehlt meist, doch genau das passiert heute und das gilt es zu verhindern.


Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.


Wie „normal“ kann eigentlich irgendetwas werden, wenn man dauernd darauf hingewiesen wird; wenn man daübend aufpassen muss, ja nichts „Falsches“ zu sagen oder zu denken? Jegliche Aktivistinnen verhindern mit jeder Aktion, dass irgendein Anliegen zur Normalität wird. Und wenn sie merken, dass es nicht klappt, wendet man eben Gewalt an, Zwang, Erpressung oder Manipulation.

Einfach mal „Nein“ sagen, die Kinder trotzdem als Indianer verkleiden, mal ein Zigeunerschnitzel bestellen oder ein Mohrenkopfbrötchen essen. Es ist durchaus spaßig, welche Reaktionen sowas Banales – Normales! – auslöst 😉

Normalität lässt sich nicht erzwingen. Sie wächst und verändert sich langfristig. Und das ist gut so, denn dadurch gibt sie Halt, Sicherheit und Orientierung. Wer diese Normalität ablehnt, lehnt die komplette Gesellschaft ab. Für den zählt nur die eigene Gruppe.


Liebe Aktivisten, die ihr „dem Kapitalismus die Reifen zerstechen wollt“ (Fridays for Future am 19.03.2021): DAS ist Mut und sinnvoller Aktivismus! Nicht euer von gelangweilten Millionärstöchtern geführter Trotz-Krieg gegen die Generation, die euch euer sorgenfreies Leben in einem sicheren Land überhaupt erst ermöglicht und der ihr es dankt, indem ihr sie kollektiv als Rassisten, Umweltsäue, Tierquäler und (natürlich) Nazis bezeichnet. Ihr seid einfach nur undankbar, egoistisch und eine Schande für Leute wie Ahmed, die wirklich etwas riskieren und für eine sinnvolle, menschliche Sache kämpfen, ohne alle anderen unterdrücken zu wollen.

Verantwortungslose Egomanen

So könnte man den heutigen Mainstream beschreiben. Zumindest den, den wir überall wahrnehmen können. Ob das tatsächlich der Mainstream, die Mehrheit, ist, darf bezweifelt werden.

Die Mehrheit hält eben die Klappe und erträgt diese „verantwortungslosen Egomanen“. Damit ist die Masse weniger sichtbar und es entsteht der Eindruck, dass die Schreihälse zahlreich sind. Dabei sind es Bevölkerungsanteile im Promille- oder maximal unteren, einstelligen Prozentbereich.

Es handelt sich um Menschen, die fordern. Menschen, die wollen. Menschen, die eine bestimmte Vorstellung haben und erwarten, dass alle anderen dieser folgen. Ihnen ist egal, was alle anderen wollen. Sie wissen, was richtig ist, was gemacht werden muss.

Das stimmt. Nur fehlt da ein Satzteil. Sie wissen, was für sie richtig ist und was für sie gemacht werden muss.

Sie wollen etwas, also muss jeder andere dafür sorgen, dass sie es bekommen.

Ihnen gefällt etwas nicht, also muss jeder andere dafür sorgen, dass sich das ändert.

Irgendwas geht nicht so aus, wie sie wollen, also haben alle anderen Schuld daran.


Der alternde, verhinderte Rennradprofi, der trotz ausgebautem und bewchildertem, freien Radweg auf der Straße fährt, die Autos und LKW behindert und bei einem Unfall darauf pocht, dass die anderen besser aufpassen müssen. Er schreit nach mehr Rechten für sich und mehr Pflichten für andere. Er hält sich nicht an die Regeln, doch alle anderen sind Schuld.


Der Autofahrer, der auf der Autobahn hinter einem LKW hertuckert und plötzlich zum Überholen ansetzt, ohne nach hinten zu schauen. Alle anderen passen ja auf, können doch bremsen. Bei einem Unfall waren die anderen Schuld, die bestimmt gerast sind, sonst hätten sie ja bremsen können. Nur er selbst muss natürlich nicht drauf achten, was um ihn herum geschieht. Er will überholen, also macht er das. Er hat das Recht dazu und Pflichten gibt es im Zweifel nicht.


Jemand bewirbt sich für einen Job und erhält eine Absage. Heute liegt es nicht daran, dass man nicht qualifiziert oder sympathisch genug war. Auch nicht daran, dass andere besser waren, denn das ist nicht erlaubt, nicht möglich im Gleichheitsland. Es liegt mit Sicherheit daran, dass die Personaler Rassisten sind. Oder Frauenhasser. Oder Homophob. Schwierig wird die Argumentation nur, wenn man zu keiner dieser Gruppen gehört. Dann ist der Staat Schuld. Also müssen Quoten her. Und Strafen. Und mehr Rechte. Warum sich mit sich selbst auseinandersetzen, wenn man doch ganz einfach Zuspruch bekommt – und alles was man möchte? Man selbst ist stets Opfer, alle anderen Täter. Man verdient es, besser behandelt zu werden als die anderen.


Da sitzt man im Unterricht und kommt nicht mit. Man versteht einfach nicht, was der Typ oder die Frau da vorne von sich gibt. Anstatt dass die Eltern sich mit ihren Kindern beschäftigen und ehrlich sind, ihrem Kind helfen, ihn fördern und dazu motivieren, zu den anderen aufzuschließen, wird der egomane Weg gewählt. Es ist für einen selbst nunmal einfacher, alle anderen auszubremsen, damit man sich nicht schlecht fühlt, nicht zugeben muss, dass das eigene Kind eben doch nicht superschlau ist. Bestimmt ist es nur unterfordert. Doch wenn alle anderen sich zurückhalten, wird dieses Kind plötzlich zum Durchschnitt. So gewinnt man, während alle anderen verlieren.


Warum wird man als Mörder oder Totschläger hingestellt, verurteilt, muss in den Knast? Oder warum ist man plötzlich Kinderschänder? Das kann nicht sein, denn man hat ja nichts falsch gemacht. Die anderen haben einen provoziert, da muss man sich eben wehren. Sie standen im Weg oder wollten einem ihre Sachen nicht geben. Sie haben sich mit der falschen Frau eingelassen oder den falschen Kerl nicht respektiert. Oder sie standen nur zufällig am falschen Ort, als man plötzlich ausgerastet ist. Daran sind also alle anderen selbst Schuld. Genau wie die Kinder. Die haben doch alles mitgemacht, sind nicht zur Polizei gegangen, haben sich nicht genug gewehrt. Selbst schuld. Und wenn das alles nicht zieht, hat man bestimmt eine schlimme Kindheit durchlebt. Dann waren eben die Eltern Schuld oder der Freundeskreis, das Umfeld, die soziale Schicht. Irgendwas findet sich schon, damit man als Mörder, Vergewaltiger, Kinderschänder nicht Schuld ist, keine Verantwortung tragen muss.


Man kann auch einen Vertrag abschließen. Dann fällt einem auf, dass einem die Konditionen doch nicht gefallen, die Ware nicht zusagt oder man doch nicht genug Geld hat. Man könnte nun den Grundsatz „pacta sunt servanda“ anwenden, daraus lernen und das nächste Mal vorher über die Konsequenzen nachdenken, den Vertrag durchlesen. Oder man besteht darauf, dass die anderen Schuld sind. Man wurde zu wenig auf die Pflichten hingewiesen. Bestimmt sind diese auch ungültig, überzogen, illegal. Irgendwas findet sich schon, damit man sich aus der Verantwortung stehlen kann. Rechte gibts immer. Notfalls biegt man sie eben passend. Davon lebt ein ganzer Berufsstand. Pflichten sind zu vermeiden. Die haben nur die anderen.


Das ist die Welt, die wir heute präsentiert bekommen. Doch es ist nicht die Mehrheit! Allerdings lässt die Mehrheit durch ihr Schweigen zu, dass die „verantwortungslosen Egomanen“ immer mehr Einfluss gewinnen.

Regeln DIENEN einem, nur die anderen müssen sie einhalten. Für das eigene Versagen, das Schicksal oder Unvermögen sind stets alle anderen verantwortlich. Ebenso haben alle anderen dafür zu sorgen, dass es einem selbst gut geht, man sich wohlfühlt.

Lärm in der Mietwohnung ist unverschämt. Außer wenn man selbst es ist, der stört. ICH bin wichtig, wICHtig. Alle anderen haben sich zu fügen. So hat man es gelernt in einer Erziehung ohne Grenzen und mit Freiheiten ohne Pflichten 🤷🏼‍♂️

Kaum jemand sagt „NEIN“, kaum jemand setzt ihnen Grenzen. Manchmal aus Desinteresse, weil man es nicht für wichtig hält und nicht sieht, wohin das führt, wenn man jedem alles nachträgt. Oft aber auch aus Angst. Wer das Verhalten kritisiert wird mittlerweile als Gegner der Sache hingestellt. Es wird mit zweierlei Maß gemessen.

Wir haben zu lange zugeschaut, wie kleine Grüppchen von Egomanen ihr Ding machten. Wir haben sie gewähren lassen, haben integriert und toleriert, haben Zugeständnisse gemacht, mehr Rechte geschaffen und uns zurückgenommen.

Mit jedem Akt dieser Art wollten sie mehr, wurden dreister, fordernder und rücksichtsloser. Wie ein verzogenes Kind, dem man immer nachgibt. Nun werden wir nicht mehr Herr über diese Grüppchen und lassen uns von einigen wenigen diktieren, was wir dürfen, müssen, sollen. Wir geben nach damit wir Ruhe haben, weil wir wirklich tolerant sind und an das Gute glauben. Doch wir werden nur ausgenutzt, als schwach angesehen – WEIL wir nachgeben.

Genauso wie Eltern nicht respektiert werden, wenn sie keine Grenzen setzen.

Dabei hilft es, bewusst „NEIN“ zu sagen. Wer damit nicht klarkommt, will nicht lernen, wachsen oder Probleme lösen. Der will nur seinen Willen durchdrücken, andere unterwerfen. Um solche Menschen ist es nicht schade, wenn sie aus dem eigenen Leben verschwinden. Würde jeder konsequent Grenzen setzen, könnte die Gesellschaft das Versagen der Eltern kompensieren, die Krakeeler, Aktivisten und Lobbyisten und was es alles gibt verstummen lassen, oder ihnen zumindest keine Aufmerksamkeit mehr schenken. Sie müssten lernen, dass nicht alle anderen, sondern SIE sich anzupassen haben. Zumindest in einer Gesellschaft, die nicht aus gleichgeschalteten Robotern besteht, sondern vielfältig ist.

Doch die Gesellschaft ist eingeschüchtert. Sie glaubt, sie kann nichts ändern, dass diese Grüppchen voller verantwortungsloser Egomanen zu groß sind. Dabei sind sie nur potemkinsche Dörfer, von denen wir uns zum Narren halten lassen.