Sonntag

Wenn man morgens von einem Eichhörnchen geweckt wird – im 2. OG – kann der Tag ja nur gut werden.

Ok, an der Tankstelle auf dem Weg zum Wald gabs keine Bockwurst, aber das ist nicht so tragisch. Immerhin waren Nougat-Croissants verfügbar.

Im Wald selbst war Ruhe. Dank des leichten Regens waren wir so gut wie alleine dort. Schika konnte sich wieder richtig einsauen und wird gerade saubergemacht. Wer buddeln will, muss baden 🤷🏼‍♂️

Als dann doch eine Dame mittleren Alters mit ihrem Hund auftauchte, gabs sogar noch was zu lachen. Ich musste mich echt zusammenreißen. Die Frau war alleine unterwegs, es ist niemand dort gewesen und selbst wenn…. Wald! Draußen und so! Warum sie dann mit FFP2-Maske rumgerannt ist, werde ich nicht mehr verstehen. Vielleicht wollte sie die Bäume nicht anstecken.

Getoppt wurde das nur von der Frau mit einem Husky, die neben dem Eingang der Tankstelle stand und genüsslich ne Zigarette rauchte.

Helfen Masken auch bei Dummheit oder hat das nichts miteinander zu tun?

Einen schönen Sonntag wünsche ich euch 😊

Keine Ruhe nach ruhigem Jahreswechsel

Frohes Neues!

So, hätten wir das auch erledigt.

Der Jahreswechsel lief dieses Mal wirklich entspannt. Während wir die Jahre vorher noch mittags und abends regelmäßig in den Wald geflüchtet sind, um dem schon am helllichten Tag durch die Gegend böllernden Volk beim Gassigehen zu entgehen, konnten wir den Jahreswechsel 2020/2021 ganz entspannt zuhause angehen.

Klar gab es auch einige lustige Gesellen, die mittels irgendwelcher archaischer Sprengvorrichtungen auf ihre Präsenz aufmerksam machen wollten, aber es waren wirklich Einzelfälle. Auch um Mitternacht hielt sich alles in Grenzen. Es war geradezu gespenstisch ruhig im Vergleich zu „damals“. Nach ein paar Minuten war alles vorbei und das Krakeelen, besoffene Grölen und Böllern bis in die Morgenstunden fiel auch weg. Da braucht es echt Verbote und Strafen, damit man sich an Regeln hält, die schon ewig gelten. Naja.

Unsere Nachbarn haben sich die Laune nicht verderben lassen und fröhlich gefeiert – natürlich im Kreise der Familie und regelkonform. Es geht eben auch ohne Saufkoma und Bumm Bumm. Man braucht das alles nicht um Spaß zu haben. Man braucht eigentlich nur nette Menschen um sich, oder?

Schika musste sich also beim Gassigehen nicht vor Kaspern in Acht nehmen, die ihre kRaSsEn BöLLeR wahllos durch die Gegend pfeffern. Wir mussten auch am Morgen danach keinen Bergen von Müll, keinen Feuerwerksresten und ähnlichem ausweichen. Es war schon ungewohnt, aber es zeigt, wie es anders gehen kann, wenn man sich etwas zurücknimmt und nicht irgendein Datum dazu benutzt, um sich wie ein Steinzeitmensch zu verhalten. Wie gesagt: Schade, dass man erst mit Verboten und Strafen arbeiten muss.

Das Gegenteil von Ruhe gabs dann heute. Schika und meine Wenigkeit wurden aus der Wohnung verbannt, damit meine Frau in Ruhe aufräumen und saugen konnte. Der Plan war, dass Schika und ich uns ein spätes Mittagessen gönnen und dann eine Stunde im Wald verbringen. Das Essen war kein Problem, doch der Spaziergang im Wald gestaltete sich komplizierter.

Der Waldparkplatz war voll. So richtig voll. Die Autos aus allen möglichen angrenzenden Landkreisen standen teils auf der Landstraße. Ich bekam den Eindruck, als wäre ganz NRW auf einmal auf die Idee gekommen, man könnte doch mal im Wald spazieren gehen. Ist ja ok. Geht mir ja nicht anders. Ich mag halt nur keine anderen Menschen um mich herum. Menschen strengen mich an und der Asperger in mir läuft auf Hochtouren. Selbstschutz und gleichzeitiges Aufsetzen einer Maske, die mir erlaubt, als „normaler“ Mensch zu erscheinen, laugen mich aus. Ich fühle mich beobachtet und sorge mich ebenfalls noch um Schika, weil es genug Leute gibt, denen alles andere egal ist – seien es Radfahrer, die ohne Rücksicht auf irgendwas durch den Wald rasen, freilaufende Hunde, deren Frauchen oder Herrchen sich nicht darum scheren, was ihr Vierbeiner so ohne Leine treibt oder Kleinkinder, die ebenfalls losgelöst von Mama und Papa am Hund rumtatschen wollen und anfangen zu schreien, wenn man das nicht zulässt.

Der Wald fiel also flach. Somit fuhr ich diverse andere Plätze an, die sonst kaum besucht sind, doch an allen Orten herrschte gnadenlose Überfüllung. Stapelweise Autos und Fahrradkolonnen, so als wären alle auf der Flucht. Am Wochenende ist normalerweise immer etwas mehr los, aber diese Massen an Menschen habe ich noch nicht erlebt. Sämtliche Parkmöglichkeiten im Naturschutzgebiet in einem Radius von 20 Kilometern waren voll.

Schließlich habe ich aber – nach knapp einer Stunde – doch noch ein freies Plätzchen gefunden. Liegt vielleicht auch daran, dass es jetzt langsam dunkel wird. Ich hoffe jedenfalls, das Menschenaufkommen normalisiert sich bald wieder.

Badbescherung

Ja, das kann der Autorenhund nicht leiden: Bad. Und Dusche.

Wer sich wälzt, wird gewaschen. So ist der Lauf der Dinge. Jede Freiheit hat ihre Grenzen und jeder miefende Fleck im weihnachtlich ruhigen Wald seine Handbrause.

Das weiß der kleine Wuschel auch ganz genau. Auch wenn er keinerlei Probleme hat, in alle möglichen Gewässer zu springen, so meidet er das Wasser aus dem Hahn wo er nur kann. Ein toller Wasserhund…

Baden in der Nordsee? Planschen in der Brandung? Bälle holen im Meer? Tauchen in der Gracht? Schwimmen im Rhein? Stocki suchen um Chiemsee? Alles kein Problem.

Herrchen oder Frauchen steht im Bad und sagt „Komm“? Fluchtreflex!

Und so beginnt der zweite Weihnachtstag 2020 mit einem ausgiebigen Spaziergang bei 2 Grad (ohne Schnee, mit etwas Frost) im Wald, ein bisschen Gewälze im Laub und einer Schüttelorgie seitens Schika samt anschließendem Putzen von Bad und Flur.

Frohe Weihnachten 🤷🏼‍♂️😊