Intelligenzbestie

Ein Wort, das wohl jeder kennt.

Und eines, das mich wütend macht.

Wie kann es sein, dass in einer Gesellschaft – egal welcher – die ein gewisses Maß an Zivilisation erreicht hat, nicht mehr mit Keulen hinter Tieren herrennt, nicht mehr an Beeren lutscht und hofft, nicht zu sterben oder krank zu werden, Intelligenz als etwas Negatives angesehen wird?

Klar, wenn man so offen fragt, wird man wohl kaum jemanden finden, der Intelligenz als grundsätzlich negativ ansieht. Trotzdem lernen unsere Kinder schon in der Schule, dass man besser nicht als „Streber“ gilt, dass man kein „Klugscheißer“ sein soll und „Intelligenzbestien“ auch nicht so beliebt sind.

Warum regt sich da niemand drüber auf? Warum sagt da niemand was?

Wer ein „Streber“ ist, ist in der Schule im Abseits. Von den „coolen“ und „beliebten“ Schülern wird man drangsaliert oder mit Glück nur ausgenutzt. Ein Streber zu sein, ist nicht erstrebenswert. So scheint es zumindest.

Wer groß, stark, sportlich, gutaussehend ist, der ist beliebt, der wird geschätzt, hat es einfacher im sozialen Umgang mit den Mitschülern. Sowas ist erstrebenswert, aber Intelligenz? Braucht man nicht. Sieht man ja auch nicht. Kann man nicht mit angeben, denn dann wird man wieder aufgezogen, beschimpft, ausgenutzt. Zu Parties wird man nicht eingeladen, wenn man schlau ist, denken kann und will, wenn man auf diese Weise anders ist.

Über diese Form der Diskriminierung, die wirklich alle Bevölkerungsschichten betrifft, wird nicht diskutiert. Im Gegenteil. Die obigen Schimpfwörter halten sich bis weit ins Erwachsenenleben, auch wenn es weniger wird, weil dann auch die weniger intelligenten Menschen langsam begreifen, dass Intelligenz etwas Positives ist.

Dabei muss man nicht einmal hochbegabt sein, um Teil dieser Zielgruppe zu sein. Ein überdurchschnittlicher IQ genügt völlig. Ab IQ 115 wird die Luft schon sehr dünn, denn dieser Wert bedeutet, dass 85% (!) der Bevölkerung weniger intelligent sind, als man selbst. Das sind auf 83 Millionen Deutsche gerechnet 70,5 Millionen Menschen, die weniger intelligent sind als jemand, der einen IQ von 115 erzielt hat.

Als „hochbegabt“ gilt man ab einem gemessenen IQ von 130 (nein, diese Internet-IQ-Tests sind NICHT aussagekräftig ;-)), was gleichzeitig Zugangsvoraussetzung für Mensa ist. In diesem Fall sind 98% (!) der Referenzbevölkerung weniger intelligent als man selbst – oder auf Deutschland bezogen eben 81,3 Millionen Bürger. Hier sieht man übrigens auch sehr gut, dass nun wirklich nicht jedes Helikopterkind hochbegabt sein kann, auch wenn Mama und Papa das bestimmt anders sehen 😉

Intelligenz ist normalverteilt. Das bedeutet, dass die obigen Beispiele auch für „Dummheit“ gelten. Sprich, wenn man einen IQ von 85 hat, ist man dümmer als 85% der Referenzgruppe und bei einem IQ von 70 sind 98% intelligenter als man selbst.

Der durchschnittliche IQ liegt bei 100. 50% sind darunter, 50% darüber anzusiedeln, dargestellt durch eine Glockenkurve – eben „normalverteilt“. Die Bereiche sind gleichmäßig auf beiden Seiten verteilt.

Um mal zu verdeutlichen, was das bedeuten kann – überspitzt gesagt natürlich: Ein Hochbegabter (IQ 130), der mit einem normal intelligenten Menschen (IQ 100) interagiert verhält sich in etwa so wie ein normal intelligenter Mensch zu einem Schwachsinnigen (IQ 70).

Das mag arrogant klingen, ist aber simple Mathematik. Jetzt stelle man sich als normal intelligenter Mensch vor, jemand mit IQ 70 (Forrest Gump lag glaube ich bei 75) will jemandem mit IQ 100 erklären, wie die Welt funktioniert, dass dieser alles falsch sieht, keine Ahnung hat und der Intelligentere sich gefälligst anpassen soll.

Selbstverständlilch würde man nicht auf die Idee kommen, auf diesen „Dummen“ zu hören. Schließlich ist man ja intelligenter. Aber genau diese „Intelligenteren“ verhalten sich genauso gegenüber noch intelligenteren Menschen. Nur scheint das in Ordnung zu sein. Sollen sich doch die Schlauen anpassen, zurückhalten, Rücksicht nehmen und sich nicht als intelligenter hinstellen…

Hochbegabte Menschen werden anders behandelt als ihre Gegenstücke auf der linken Seite der Kurve. Wenn man unterdurchschnittlich intelligent oder sonstwie zurückgeblieben ist, wird man bemitleidet, bekommt Hilfe, Unterstützung, „Respekt“. Als Hochbegabter ist man der Arrogante, der Besserwisser, ein Streber ohne Freunde, Nerd, Geek, Klugscheißer, Schlauberger und so weiter. Hilfe? Unterstützung? Respekt? Selten. Anerkennung? Lob? Vielleicht von manchen Lehrern … mit Glück.

Selbst später im Arbeitsleben ändert sich das nur langsam. Oft genug ist es ratsamer, nicht zu zeigen, dass man intelligent(er) ist. Man wird es nicht leicht haben. Man ist gezwungen, geschickt und verdeckt vorzugehen. Man muss einen sehr großen Teil seiner geistigen Kapazität dafür aufwenden, nicht negativ aufzufallen, sich anzupassen, Taktiken und Strategien zu entwickeln, um sein Potenzial in etwas Positives verwandeln zu können.

Als Hochbegabter erhält man keine Unterstützung und selten Förderung. Hier sind private Schulen klar im Vorteil, und das lassen sie sich sehr gut bezahlen. Als Hochbegabter muss man Rücksicht nehmen, sich zurückhalten, Zielscheibe sein, unbeliebt die Schulzeit hinter sich bringen (natürlich gibt es auch Ausnahmen) und ja aufpassen, dass man nicht zeigt, dass man etwas besser kann, weiß, macht als die meisten anderen.

Niemand mag Klugscheißer.

Paradox, wenn man bedenkt, dass es intelligente Menschen braucht, um Fortschritte zu machen – egal wobei. Schlimm finde ich, dass auch durch diese Prägung seitens Eltern und anderen Kinder, von Lehrern und Erziehern eine Gesellschaft als Ganzes ausgebremst wird.

Wir orientieren uns nach „hinten“ anstatt nach „vorne“. Wir nehmen so sehr Rücksicht auf die Schwächsten, dass wir die Starken sich selbst überlassen. Die ziehen schon weiter, die packen das. Die sind ja stark. Die müssen ja die Schwachen mitziehen.

Dass die Starken irgendwann aber nicht mehr können, sieht man nicht. Es gibt genau so viele Starke wie Schwache – 15% jeweils. Die Starken ziehen die Schwachen mit – und sollen dann noch für Fortschritt und Innovationen sorgen? Wie soll das gehen?

Jeder bekommt Anerkennung heutzutage. Anerkennung für „den Versuch“ oder nur fürs Teilnehmen. Der Gedanke oder der Wille zählt, nicht die Leistung an sich. Hauptsache man hat’s versucht. Das ist ein Lob Wert, da gibts Urkunden für. Alles, damit sich niemand als Durchschnitt oder drunter fühlt. Nur für die „besseren“ gilt das nicht. Sind sie nicht herausragend, werden sie auf eine Stufe mit den anderen herabgesetzt. Bringen sie Leistung, müssen sie sich zurückhalten oder zusätzlich noch für die Schwächeren mitdenken, mitarbeiten. Wer intelligent ist, hat Last, ob er will oder nicht. Wer weniger intelligent ist, kann immer nach Unterstützung verlangen, sie sogar erwarten. Intelligentere müssen darum kämpfen.

Sollte man sich nicht lieber an den Starken orientieren, ihnen nacheifern, versuchen, genau so viel zu leisten, danach streben, mehr aus sich zu machen? Gut, man könnte sich dann nciht mehr auf seinem aktuellen Stand ausruhen, müsste mehr machen um mithalten zu können. Aber es würde die Starken entlasten, die dann wiederum besser die Schwachen mitziehen könnten. Es bliebe noch etwas übrig für unsere Zukunft. Wäre doch toll, oder?

In unserem Grundgesetz ist der Minderheitenschutz verankert. Ein hohes Gut und auch etwas, das eine Gesellschaft braucht, um dauerhaft zu funktionieren. Doch wir interpretieren „Minderheit“ oft sehr einseitig, die letzten Jahre auch gerne nach Belieben. Hochbegabte sind ebenfalls eine Minderheit – 2% der Bevölkerung. Doch von ihnen wird stets nur gefordert. Wer schützt die Intelligenzbestien, die Streber vor den Schlägern, den Prolls, den Checkern, Diggan, Vallahs und Aldas? Vielleicht zielt ja darauf die geplante Änderung des Grundgesetzes durch die Grünen ab? Wobei…. wer diese Leute kennt, weiß, dass sie nur bestimmte Minderheiten schützen oder vielmehr grundgesetzwidrig bevorzugen wollen – und das sind gewiss nicht die „Starken“, die eine Gesellschaft voran bringen können und sollen.

Wer sorgt dafür, dass man sich nicht mehr schämen muss, wenn man intelligenter ist als andere und dass man sich nicht mehr entschuldigen muss, wenn man etwas besser weiß, sieht, erkennt, macht als der Durchschnittsbürger? Wenn heute jemand offen sagt, wen oder was er im Schlafzimmer so bevorzugt, schreit man „PRIDE“ und feiert diese Person. Sagt jemand öffentlich, dass er intelligenter als 98% der Bevölkerung ist (IQ130+), wird er beschimpft, lächerlich gemacht, ist ein arroganter Arsch und soll den Mist gefälligst für sich behalten…

Sind viele Menschen wirklich noch so zurückgeblieben, dass sie auf primitivste Dinge mehr Wert legen, sie mehr schätzen als geistige Leistungsfähigkeit? Dicke Titten, Sixpack, gezupfte Augenbrauen – das scheint heute mehr denn je zu zählen. Social Media macht es ja auch leicht, sich mit Bildern und Videos zu präsentieren und zu profilieren. Aber Intelligenz kann man nicht fotografieren, nicht filmen. Intelligenz schert sich nicht um Herkunft oder Geschlecht, ob man gerne Steak oder Sellerie isst. Intelligenz ist keine eigene Leistung, aber sie ist ein Brandmal für die „Betroffenen“ – und die haben keine Lobby. Im Gegenteil. Die haben’s ja gut, sollen still sein und gefälligst Rücksicht nehmen!

Viele „intelligente“ Menschen sind depressiv und vereinsamen nicht selten, eben weil sie anders sind. Aber dieses „anders“ ist eben Schwachen vorbehalten. Intelligente dürfen keine Opfer sein. Können sie auch gar nicht. Dieses verquere Denken ist in den meisten Köpfen vorhanden – ähnlich wie das fatale „Mann = Täter, Frau = Opfer“, was durch das Gendern noch zementiert wird und so für ein extrem stereotypes Geschlechterbild sorgt.

Es kann nicht sein was nicht sein darf.

Nicht jeder Intelligente ist erfolgreich, reich, berühmt. Nicht jeder Berühmte, Reiche, Erfolgreiche ist intelligent. Das darf man nicht vergessen! Man kann durchaus massig Kohle scheffeln und trotzdem dumm wie Brot sein. Genauso umgekehrt. Die Wahrscheinlichkeiten sind natürlich entsprechend hoch bzw. niedrig. Hier darf man nicht den Fehler machen, und Kausalitäten aus falsch verstandener Political Correctness umkehren. Wer erfolgreich ist, ist wahrscheinlich intelligent(er). Man ist auch nicht arm, weil man „unten“ ist, man ist „unten“, weil man arm ist. Nur mal so nebenbei… ihr wisst, was ich meine. Darf man nicht sagen, ist aber so – und es erklärt, warum der umgekehrte Fall so viele Probleme macht, wenn es um die Erklärung der IQ-Unterschiede bei verschiedenen Bevölkerungsschichten geht. Es wird eben alles politisiert – auch wenn man dann stumpf in die falsche Richtung forscht, weil man bestimmte Dinge einfach nicht denken darf. Ein Unding in jeder wissenschaftlichen Disziplin!

Intelligenz ist, was man draus macht. Intelligenz ist ein Potenzial, das man nutzen oder brachliegen lassen kann. Ich vergleiche das gerne mit Computern. Ein Bürorechner und ein Gaming-PC können vom Prinzip her das gleiche. Man kann mit ihnen arbeiten, spielen, Filme schauen, im Netz surfen und so weiter. Auf dem Gaming-PC kann man Spiele mit höheren Details zocken, Filme in höherer Qualität anschauen, komplexere Berechnungen anstellen und das in kürzerer Zeit. Der Office-PC kann das auch, braucht aber eben länger dafür, kann es nicht so schön oder nicht so viel auf einmal. Aber wenn man mit dem Gaming-PC nur Solitär spielt, hat man nichts von der Mehrleistung. Intelligenz sagt nichts darüber aus, wie ein Mensch tickt, was ihn antreibt, ob er gut oder böse ist, arrogant, stur oder lernwillig. Es kommt wie so oft darauf an, was man draus macht.

Intelligenz ist etwas Wertvolles, etwas, das man fördern und schätzen muss. Intelligenz sichert Fortschritt, Wohlstand und sorgt für den Erhalt von Mensch und Umwelt, schafft Zivilisation, Ordnung, Frieden. Intelligenz ist keine Garantie dafür, doch ohne Intelligenz rückt all dies in weite Ferne.

Man darf auch die Begriffe „Intelligenz“ und „Bildung“ nicht verwechseln oder gar synonym verwenden! Dies wird ebenfalls gerne gemacht, ist aber grundfalsch und führt ebenfalls zu absurden Entscheidungen und Schwerpunktverlagerungen, z.B. in Schulen. Aber in einer Welt – oder ist das nur in Deutschland so? – in der man die Intelligenten alleine lässt und sich an den Schwachen orientiert, fällt das kaum auf. Schade.

Ich fasse mal zusammen:

  • Bildung ist nicht gleich Intelligenz
  • nicht jede Nachkommenschaft ist hochbegabt
  • als mindestens „begabt“ gelten ~15% der Referenzbevölkerung
  • „hochbegabt“ sind nur 2%
  • 15% der Bevölkerung sollen die restlichen 85% mitziehen und noch voranbringen
  • eine verbreitete und selbstverständliche Identifikation und Förderung von Hochbegabten existiert nicht
  • wir als Gesellschaft orientieren uns nach „unten“ statt nach „oben“, damit sich niemand schlecht fühlt oder diskriminiert wird
  • „Intelligenz“ ist negativ konnotiert – und das mit völliger Akzeptanz ab frühester Kindheit
  • nicht jeder „oben“ ist schlau, aber auch nicht jeder „unten“
  • Geld und Status ermöglichen Zugang zu besserer Bildung, ändern aber nichts an der Intelligenz
  • Intelligentere müssen gefördert werden, damit sie ihren Job vernünftig und ohne am Limit zu arbeiten machen können: die weniger Intelligenten unterstützen und für Fortschritt sorgen
  • Minderheitenschutz gilt nicht nur für manche Minderheiten, sondern für alle – zumindest sollte es so sein

Warum also ist es üblich und akzeptiert, dass Intelligenz eher negativ angesehen wird bei vielen? Ist es Neid? Angst? Erziehung? Charakterschwäche? Wer dumm ist, kann nichts dafür. Wer intelligent ist, ebenfalls nicht. Dennoch werden beide unterschiedlich behandelt und angesehen… die einen werden gefördert, die anderen müssen sich zurückhalten, tolerant sein, sich bremsen, unter ihren Möglichkeiten bleiben.

Wie dem auch sei: Im Wissen, dass ich hiermit etlichen Leuten aufs Füßchen getreten bin, beende ich den Beitrag hier mal 😉

PS: Hier mal ein Vergleich von LEGO-Bauanleitungen. Eine aktuelle (75092), die andere von vor 30 Jahren (6984). Man muss heute sogar Kreativspielzeug einfach halten 🤦🏼‍♂️

Politik, Corona, Irrsinn – und kein Ende in Sicht?

Was mir dieses Kapsertheater auf den Sack geht. Ganz ehrlich. Ich verstehe es auch nicht.

Es ist jetzt bald 1 Jahr her, seit der erste Lockdown verordnet wurde. Masken sind alltäglich geworden, man hält (meist) Abstand, Restaurantbesuche gibts nicht mehr, Kino auch nicht. Keine Konzerte, kein Fußball, im Schwimmbad schwimmt man schön mit Abstand im Kreis (wenn überhaupt), Wegfahren am Wochenende ist nicht, ins Ausland darf man auch nicht, Shoppen macht keinen Spaß und geht sowieso nicht… ich glaube, es wäre einfacher, das aufzuzählen, was noch geht.

Und all das ist mittlerweile „normal“ wie es scheint, oder?

Ich empfinde es nicht als normal! Es machen zwar alle mit und gemeckert wird maximal im kleinen Kreis (mehr geht ja auch nicht mehr…) oder im Internet. Auch wir ziehen unsere Masken auf, halten Abstand, gehen nicht raus wenn’s nicht sein muss und fahren auch nicht weg.

Trotzdem ist es nicht normal, wie wir derzeit leben. Das müssen wir uns stets aufs Neue bewusst machen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und das sehr effizient. Wer Verhaltensweisen ändern möchte, muss dies in aller Regel zwischen 6 und 8 Wochen durchziehen. Danach hat man sich an das „Neue“ gewöhnt. Mehr braucht es nicht, nur Konsequenz und wenige Wochen Zeit. Probiert’s mal aus.

Und dieser Mist hier dauert nun schon fast ein Jahr! Gebracht hat es nichts. Die Leute, die am gefährdetsten sind, sind immer noch ungeschützt. Die ausgelachten und geschassten „alten weißen Männer“ Trump, Netanjahu und Johnson sind weitaus effektiver unterwegs bei den Impfungen als unser Bankkaufmann, der Bundeshosenanzug oder Multitaltent von der Leyen. Alle haben sie versagt, und das sogar sehenden Auges, in vollem Bewusstsein.

Mittlerweile geben diese Menschen, die uns eigentlich führen, schützen, leiten, helfen sollten sogar offen zu, dass sie viele Fehler gemacht haben. Und was ist die Konsequenz? Sie machen genauso weiter wie bisher.

Ist ja auch logisch. Man rennt monatelang gegen eine Wand, erkennt dann, dass da keine Tür ist und beschließt, dass man weiter gegen die Wand rennt. Irgendwann muss man doch durchbrechen… oder der Schädel platzt 🤷🏼‍♂️

Wie Kleinkinder, die versuchen, den Würfel durchs runde Loch zu drücken. Nur besser bezahlt.

Interessant ist auch, dass das erst jetzt öffentlich zugegeben wird. Der „Kampf ums Weiße Haus“ ist vorbei, Knorr hat die Zigeunersauce umbenannt und Linksextreme propagieren Gendersprech. Alles normal, aber dadurch müssen eben auch Lücken gefüllt werden. Und es fehlt Ablenkung. Wenn man nicht mehr auf anderen rumhacken kann und unwichtige Dinge nicht mehr aufgebauscht werden können, wenden sich auch heutige „Journalisten“ wieder wichtigen Themen zu. Besser spät als nie…

„Wir haben Fehler gemacht, lasst uns genauso weitermachen!“

Politik stresst, denn Politik ist ein riesiger Kindergarten. Wobei ich den Kindern da nicht Unrecht tun will. Die sind oft vernünftiger und kompromissbereiter.

Ich war einige Jahre aktives Mitglied bei Mensa in Deutschland. Ich bin da allerdings wieder ausgetreten, weil auch da genau dasselbe infantile Verhalten vorhanden war. Ist ja auch verständlich. Da hocken 10.000 Menschen in einem Verein, alle gehören zu den intelligentesten 2% der Bevölkerung (IQ130+) und alle sind es gewohnt, im Recht zu sein, alles zu wissen und korrekt zu verstehen.

Dass das zu Konflikten führt, ist offensichtlich. Man sieht also: Intelligenz schützt nicht vor falschen Entscheidungen, Interpretationen, vor seltsamem Denken oder vorm Arschlochsein. Aber dort hat niemand jemals gesagt: „Das klappt so nicht, wir machen trotzdem weiter!“

Sowas ist entweder dumm oder böswillig. Von keiner Art möchte ich regiert werden. Fehler macht jeder, man sollte sie aber zugeben UND aus ihnen lernen.

Fast 1 Jahr Herumdoktern und Leute sterben lassen, die Schutz brauchten und immer noch brauchen! Klar wurde letztes Jahr mal geklatscht, aber was hat sich beim Pflegepersonal geändert? Die Digitalisierung der Schulen ist immer noch ein Witz – wohlgemerkt in einer der reichsten Industrienationen der Welt! Alte, Kranke, Schwache sterben immer noch, obwohl alle anderen zuhause bleiben.

Was hat’s gebracht, dass Oma wochenlang alleine im Bett liegen musste? Oder dass Opa nur mit dem Piepen des Morphininjektors als Gesellschaft gestorben ist? Nichts. Es wurde gepennt. Zulassungsverfahren wurden zum „Das ist meine Schippe“-Kleinkrieg, man feilschte über Centbeträge pro Impfdosis und verteilt schön Gutscheine für Masken, inklusive Zuzahlung in Höhe von mehreren Euro. Aber für „den Strukturwandel“, Klima, Migration, Elektroautos, Windkraftanlagen, …werden Milliarden rausgehauen. Wer bezahlt das eigentlich? Wir sind jetzt schon bis in die 2060er verschuldet.

Auf der anderen Seite war auch noch jede Menge Geld da für ganz wichtige Sachen. Diverse Lehrstühle für Genderfragen (immerhin mehrere hundert (!) betroffene Menschen in Deutschland) wurden installiert, Polizisten auf die Müllkippe gewünscht – inklusive Verteidigung dieser Aussage durch „die Regierung“. Melchior darf nicht mehr von einem schwarz geschminkten weißen Kind dargestellt werden, Kinderbücher werden umgeschrieben und der WDR bzw. dessen Derivat „Funk“ stellt klar, dass man „asozial“ und „Idiot“ nicht mehr sagen darf, weils im dritten Reich benutzt wurde. Und „Warmduscher“ ist ebenfalls eine nicht gendergerechte Beleidigung, denn das Wort drückt durch das „warm“ Homophobie aus. Orwells Newspeak, anyone? Oder knallt man doch besser Impfgegner im Videospiel ab? Vielleicht doch besser AfD-Wähler? Oder Umweltsäue? Gibts alles beim WDR zum runterladen 😉

Alles kein Scherz. Alles normal. Dafür war Zeit, da hat man sich hintergeklemmt. Dort wurde Geld reingepumpt. Da passierten keine „Fehler“ oder wurden Milliarden verschenkt. Da hat auch niemand diskutiert oder gefeilscht. Es wurde einfach gemacht, es ist jetzt so, gewöhnt euch dran.

Aber die wichtigen Sachen wurden versemmelt, um es freundlich auszudrücken. Scheinbar liegen die Prioritäten einfach anders. Vielleicht erkennen wir auch einfach nicht die unendliche Weisheit hinter den Entscheidungen.

Achja: Biden ist ja jetzt US-Präsident. Er hat ja das ganze „Böse“ vom bösen Trump rückgängig gemacht. Und auch trotz hoher Inzidenzzahlen und knapper Intensivbettenkapazität wird der Lockdown jetzt – 1 Woche nach Trump – in Kalifornien (und anderen Democrats-States) aufgehoben. Also alles doch nicht so schlimm? Unsere Linksmedien wie die Zeit oder die SZ, die vor einem Monat noch auf den USA rumgehackt haben (alles zu lasch etc.), sprechen mittlerweile von „ZeroCovid“ und machen Biden mit zum „Erlöser“, voller Lob für die gelungene Politik.

Also alles nur politisch missbraucht? Zahlen und Maßnahmen sind gut oder schlecht in Abhängigkeit derer, die sie verbreiten oder verordnen? Kann das sein? Ist das bei uns auch so?

Falls ja, wird dieses Hickhack, diese Kopflosigkeit, diese Führung, die keine ist noch bis zur Bundestagswahl 2021 anhalten. Danach werden Lockerungen kommen und Corona innerhalb weniger Wochen aus den Schlagzeilen verschwinden. Alles doch nicht so schlimm, oder? Und die neue Bundesregierung kann den ersten Erfolg verbuchen. Praktisch!

Ich hoffe nicht, dass es so ist. Leider irre ich mich recht selten. Doch hier hoffe ich wirklich, dass ich falschliege. Ernsthaft. Ich möchte nicht von Schwarz/Grün regiert werden, will keinen Kobold, keine Quoten, nicht als minderwertig angesehen werden, weil ich männlich, hetero und weiß bin, wie im Buch „Ich hasse Männer“. Ich will nicht „Freund*innen“ schreiben, weil es 1. falsch und 2. ideologisch ist. Wenn, müsste es „Freunde*innen“ heißen und es müsste auch „Täter*in“ lauten. Außerdem kenne ich den Unterschied zwischen Genus und Sexus. Aber ich war auch noch auf einer Schule, die nicht „Schreiben nach Gehör“ als Leitsatz hatte.

Und ich war in einem Kindergarten ohne politische Sexualerziehung, vorgegeben von der WHO und der BzgA mit dem Titel „Standards für die Sexualaufklärung in Europa“, wo Kinder von 0-4 Jahren (!) Dinge lernen wie „verschiedene Geschlechter“, „was ist Adoption“, „frühkindliche Masturbation“, „lustvolle Erfahrung körperlicher Nähe“, „Geschlechtsidentität entwickeln“ und „verschiedene Arten von Liebe“. Nachzulesen im entsprechenden PDF ab Seite 43.

Allein diese Vorgaben wecken Erinnerungen an die radikalen Mitglieder der Grünen vor einigen Jahrzehnten. Aber die haben sich ja vor ein paar Jahren davon distanziert. Mit Erfolg, wie man sieht. Da fällt mir auch noch die Edathy-Affäre der SPD ein, die vielleicht erklärt, warum sich unsere Bundesjustizministerin (ebenfalls SPD) mit Hönden und Füßen gegen eine Verschärfung des Strafrechts bei Kindesmissbrauch gewehrt hat. Aber ich schweife schon wieder ab.

Politik ist ein weites Feld und wenn man da anfängt zu graben, stößt man auf so viele Dinge, die einfach falsch laufen. Zumindest für die auf der rechten Seite der Normalverteilungskurve der Intelligenz.

Als ich vor vielen Jahren das erste Mal „Starship Troopers“ geschaut habe, brannte sich ein Satz in mein Hirn. Am Anfang des Films wird über eine massive Fehlentscheidung mit unzähligen Toten als Konsequenz berichtet. Die Nachrichtensendung endete mit den Worten: „Sky Marshal Dingsbums übernahm die volle Verantwortung und trat zurück.“

Das wars. Millionen Tote, „Jo, war doof von mir, tschüss“, Ende.

Verantwortung zu übernehmen heißt aber nicht nur, dass man Fehler zugibt, sondern auch dafür sorgen muss, dass sich Ähnliches nicht wiederholt, dass der Schaden wiedergutgemacht wird und dass man NICHT stumpf weiter gegen die Wand rennt und sich mit Nichtigkeiten befasst, die woanders ein Problem sind, aber eben nicht hier!

Das alles macht Covid, Corona, möglich. Und wir alle machen mit. Was will man auch tun? Demonstrieren? Das wurde versucht und von links und rechts torpediert. Wählen? Hat man auch versucht. Es ändert sich nichts oder Wahlen werden eben rückgängig gemacht. Shitstorms organisieren? Dazu müsste man sich öffentlich „outen“, was mittlerweile einem sozialen, beruflichen, politischen Selbstmord gleichkommt. Wir haben Angst. Ich habe Angst. Aus dem gleichen Grund, warum niemand Mohammed-Witze macht: weil man nicht geächtet, ausgestoßen, gebrandmarkt oder geschlagen werden will.

Also warten und hoffen, dass es besser wird. Irgendwie, irgendwann und von alleine.

Ich schreibe mir sowas von der Seele. Dieses Blog ist mein Ventil. Das Schreiben hilft gegen den Frust, machtlos zu sein und hoffen zu müssen, dass irgendwer irgendwann irgendwie hilfreiche und sinnvolle Entscheidungen FÜR alle trifft, ohne auf persönliche Vorteile, Parteifreundinnen oder sonstwas zu achten. Und ich wehre mich im Kleinen. Ich boykottiere die aktuellen Ideologen, halte mich von Menschen fern, die mich bekehren wollen und schaffe mir so geistigen Freiraum, den ich dringend brauche. Ich würde gerne mehr tun, aber was? Irgendwas verändern im großen Maßstab, doch wie?

Ich bin (leichter) Aspi, aber ich bezweifle, dass ich viel Zuspruch bekomme, wenn ich mich Montags vor die geschlossenen Schulen setze mit einem Schild „Mondays for Future“ (ich kann aber auch Englisch)…

Neulich beim Arzt

Also nicht „neulich“, eher gerade eben.

Seit 3 Wochen hab ich irgendwas im Hals. Keine Ahnung was, es nervt aber. Die meiste Zeit des Tages merke ich gar nichts, aber manchmal eben doch. Dafür hab ich keine Schmerzen, Atemnot, Schluckbeschwereden oder sonstwas. Es ist einfach nur was „da“.

Und ich hab’s nicht eingeladen!

Krebs hat der Doc ausgeschlossen. Evtl. ist‘s ein Fremdkörper, der abgekapselt wurde. Keine Ahnung, bin kein Mediziner. Heute war ich nochmal da und habe mir eine Überweisung zum HNO geben lassen.

Und da war wieder der Aspi in mir gefragt…

Das Wartezimmer war nicht voll. So weit, so gut. Ein anderer Mann, der am Handy gespielt hat, eine ältere Frau, die kaum laufen konnte – und eine jüngere Frau, die die Wartezimmerzeit ebenfalls mit Handy überbrückte… und genüsslichem Trinken. Alle trugen Masken. Diese „Dame“ jedoch nur sporadisch. Immerhin musste sie ja alle 3 Sekunden Mineralwasser in sich schütten. Da lässt man die Maske besser am Kinn baumeln. Stört ja nur.

Niemand hat was gesagt, ich auch nicht. Ich brauche relativ lange, bis ich mich melde. Doch hier kam mir die Arzthelferin zuvor. Allerdings stieß sie auf Unverständnis seitens der Patientin. Sie hätte sich doch desinfiziert und es reicht ja, wenn alle anderen (da isses wieder, dieses „die anderen“) die Maske tragen.

Mich nerven diese Dinger auch, aber ich suche nicht permanent nach Ausreden, warum ich keine tragen muss. Übrigens war sie nicht wegen einer Untersuchung dort, sondern nur um sich ein Rezept samt AU abzuholen. Beides brachte die Arzthelferin nämlich rein.

Dafür musste ich heute mal nicht an mich halten. Normalerweise bekomme ich bei jedem (!) Arztbesuch den Blutdruck gemessen. Jedesmal wenn mir die nette Arzthelferin die Manschette anlegt, weise ich darauf hin, dass da gleich wieder utopische Werte rauskommen, die deswegen falsch sind, weil die Manschette zu klein ist.

Fun Fact: bis ca. 32 cm Oberarmumfang sind die „normalen“ Manschetten in Ordnung. Ist der Oberarm kräftiger, braucht man eine breitere Manschette. Sage ich jedesmal. Meine Historie beim Doc ist voll von fast tödlichen Blutdruckwerten. Es nervt.

Die haben den Job doch gelernt, oder? Sowas sollte man als Arzt oder Arzthelferin wissen. Aber immer wieder erfolgt die gleiche Prozedur: „Ah, hallo, ich Messe mal ihren Blutdruck.“ – „Das funktioniert nicht mit dem kleinen Ding.“ – „Doch, doch. Machen sie mal den Arm frei.“ – „…“ – Pschh Pschh Pschh Pfffff – „Oh, das ist aber hoch! Da muss der Doc gleich mal dringen nach sehen!“

Hmpf.

Dann kommt der Doc, nimmt die passende Manschette, misst bei mir einen – Zitat – „perfekten Blutdruck“, schreibt eine Korrektur zum Eintrag der Arzthelferin und fertig. Bis zum nächsten Besuch 🤷🏼‍♂️🤦🏼‍♂️

Das sind Basics, verdammt! Oder liegt’s am desolaten Bildungssystem, das seit den 90ern den Bach runter geht – angefangen mit „Schreiben nach Gehör“? Vielleicht macht man auch einfach immer alles richtig..?

Klar kann man nicht auf jeden Quark von Patienten hören, darf man oft auch nicht. Aber man sollte sein eigenes Handeln hinterfragen, wenn immer wieder dieselben Beanstandungen samt Erklärungen kommen, sogar vom Arzt unterstützt und schriftlich fixiert. In diesem Fall hier ist die Messung durch die Arzthelferin für die Tonne, kann sie sich schenken, bringt nix, sagt nix aus.

Ich hatte da von Anfang an Bedenken und das dem Doc auch explizit gesagt. Zudem haben wir ein Messgerät zuhause, daher fiel mir der Unterschied auf. 50% Abweichung ist nicht wenig. Trotzdem stand ich kurz davor, Blutdrucksenker verschrieben zu bekommen.

Vollkommen unnötigerweise! Da frage ich mich, wie vielen anderen Leuten es auch so geht, die blind das glauben (müssen), was Arzt oder Personal ihnen sagen?!

Jahresrückblick 2020

Ich kann mich dem Jahresrückblick von Dieter Nuhr nur anschließen und selbigen (fast) uneingeschränkt empfehlen.

Einige Punkte, über die sich Dieter Nuhr auslässt, sehe ich persönlich etwas anders, aber die Richtung passt. Auf angenehme und souveräne Art und Weise zeigt er auf, was uns dieses Jahr beschäftigt hat und hält dem ganzen Spökes rund um Genederidiot*inn:en, Trumpinatoren, Covidioten, Nazis, Linke, Islamisten und Umweltaktivisten den Spiegel vor.

Die dieses Jahr schon extrem grassierende „Ich will aber“-Haltung – alternativ auch die „Ihr müsst gefälligst“- oder „Ich will nicht“-Mentalität – zieht sich durch alle Monate und man bekam den Eindruck, dass jede kleine verzogene Göre nur laut genug plärren musste, damit sie ihren Willen bekam.

Es wird für Freiheit, Umwelt und Menschenrechte gekämpft wie niemals zuvor – nur leider bei uns und nicht dort, wo wirklich Frauen unterdrückt, Schwule und Lesben ermordet, die Umwelt unwiederbringlich zerstört oder Andersdenkende in Lager gesteckt werden. Ist ja auch verständlich. Hier hockt man sich ins Baumhaus oder empört sich auf Twitter; in den Problemländern wird man für sowas direkt erschossen. Da will man nicht „Aktivist“ sein, man ist ja schließlich nicht dumm.

Nuhr zeigt auch schön auf, wo wir bei Corona versagt haben und welche Denkfehler manch Querdenker aufweist. Dabei lässt er keine „Seite“ als „richtig“ dastehen sondern sorgt stets dafür, dass man sich als Mensch mit einem IQ jenseits der 100 verstanden fühlt, sofern man noch etwas gesunden Menschenverstand besitzt und nicht vom infantilen „Ich will aber“-Virus kontrolliert wird.

2020 hat sehr gut aufgezeigt, woran es in unserer Gesellschaft krankt: am Verständnis füreinander. Paradox, denn nie zuvor wurde mehr Verständnis gefordert. Leider fehlt es an lösungsorientiertem Denken und Handeln – es ist eben einfacher nur zu fordern und die anderen machen zu lassen. Man selbst muss nichts tun. Wenn man nur laut und lange genug schreit, bekommt man was man will. So hat man das von Mama und Papa gelernt 🤷🏼‍♂️

Probleme gibts da allerdings nur, wenn man diesen Gestörten nachgibt… was leider oft geschieht. Dann ist für den Moment Ruhe, bis den Nimmersatten der nächste Pups querhängt. Kleiner Finger, ganze Hand und so.

Keine Toleranz für Intolerante jeglicher Couleur. Ganz einfach eigentlich.

Der Jahresrückblick von Dieter Nuhr ist kein Comedyprogramm, wie manch „Journalist“ in irgendwelchen Käseblättern verlauten lässt. Er ist Kabarett und ich bin fast der Meinung, an manchen Stellen den großartigen Volker Pispers herauszuhören. Mich hat er positiv gestimmt zurückgelassen. Ich konnte an vielen Stellen zustimmen und der Zuschauer bekommt hier eine relativierende Sicht auf Probleme, die zwar groß, aber eben nicht unlösbar sind, geboten.

Ich wünsche Dieter Nuhr alles Gute für das kommende Jahr und hoffe, dass er uns noch lange erhalten bleibt, damit jeder von uns ab und an mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird.

2020 ist fast vorbei. 2021 kann eigentlich nur besser werden – wenn wir endlich aufhören, kleine Grüppchen zu bilden, die ihr eigenes Süppchen kochen und nur auf ihrem Standpunkt verharren wollen. Wer was ändern will, muss anpacken – da wo wirkliche Probleme vorhanden sind und nicht da, wo man alle Annehmlichkeiten einer westlichen Industrienation genießt. Aluhüte, Genderkasper, Religionsspinner, Nazis, Antifanten, Baumhauspunks – niemand von denen löst Probleme, aber jeder einzelne schafft welche und fordert, dass sich alle nach den eigenen Forderungen richten.

Dass wir das erkennen konnten, war etwas Gutes dieses Jahr. Eine Chance, es nun besser zu machen. Der Mensch ist lernfähig, manchmal dauert es eben ein wenig.

Ich wünsche euch allen einen – trotz Beschränkungen und eventuell wirtschaftlicher und sozialer Not – schönen Jahreswechsel und ein gesundes neues Jahr. Nutzt die letzten Tage von 2020 und besinnt euch auf das was wirklich zählt. Schaltet Social Media einfach mal ab, macht’s euch gemütlich und schaut Ted Lasso. Geht mit dem Hund raus in den Wald, spielt Monopoly mit den Kindern, kuschelt mit dem Partner, ruft die Großeltern an und lasst euch die Laune nicht verderben!

Ein bisschen Bildungsnotstand

Unsere Schüler werden immer schlechter. Seit Jahren befinden wir uns im verbrieften Abwärtstrend und schauen zu, wie das Land der Dichter und Denker immer weiter in den Vergleichslisten abrutscht. Selbst die Muttersprache ist an manchen Schulen schon ein Problemfall, ebenso wie die Grundrechenarten.


Externe Artikel zum Thema:

Die Welt schrieb bereits 2002 über das Problem, das Deutschland im Bereich Bildung hat. Daran hat sich nicht geändert, wie eine neue Studie abseits von PISA zeigt, in Kurzform nachzulesen bei BILD und Junge Freiheit. Mehr als kurze Meldungen findet man allerdings nicht, es gibt ja Wichtigeres. Wer weitere Eindrücke möchte, findet sie zusammengefasst zum Beispiel bei Tichy.


Es krankt an allen Ecken und Enden. Schulgebäude verfallen, weil kein Geld für die Instandhaltung da ist oder die Beantragung der Gelder so umständlich gehalten wird, dass es teilweise Jahre dauert, bis etwas bewilligt wird. Es fehlen qualifizierte Lehrkräfte, die auch Lebenserfahrung mitbringen und wissen, wie man mit der Schülerschaft umgehen muss. Dazu kommen noch zig Steine, die Lehrern in den Weg gelegt werden, wenn es um ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag geht.

Allen voran klagewütige Eltern, die sich um ihr Herzchen sorgen und dann auch mal vor Gericht gehen, wenn sie der Meinung sind, dass der Lehrer unfair gehandelt hat. Immerhin ist das eigene Kind ja stets hochbegabt und ohne Fehl und Tadel. An vielen Schulen wird fast mehr Zeit damit verbracht, sich gegen klagende Eltern zu wehren, als den Unterricht vor- oder nachzubereiten, von respektlosen Schülerinnen und Schülern ganz zu schweigen. Es gibt sogar Anwaltskanzleien, die sich in Googleanzeigen mit „30 Jahre Erfahrung bei Klagen gegen Schulen und Lehrer“ präsentieren. Schule ist doof, der Lehrer der Feind und Bildung … naja … was eigentlich? Notwendiges Übel? Zwang? Erpressung? Jedenfalls scheinbar nichts Positives.

Unsere Gesellschaft hat sich gewandelt. Wir leben in einer Welt, in der die meisten Menschen ausschließlich an sich denken. Solange es einem selbst gut geht, ist alles andere egal. Man selbst hat Recht und Rechte, die anderen liegen falsch und haben Pflichten. Dieses verquere Denken ist Teil des Problems, denn auf der Strecke bleiben die, die eigentlich unsere Zukunft bilden sollen: die Kinder.

Kinder sind heute Mittel zum Zweck, Werkzeuge, die man einsetzen kann, wie es einem beliebt um eigene Ansichten durchzudrücken. Natürlich wird der kleine Schatz auch stets in dem Glauben bestärkt, dass er im Recht ist und alle anderen nicht. Der Gegenpol, den die Lehrer bei dieser einseitigen und egozentrischen Art der Erziehung bilden sollten, ist quasi nicht mehr existent. Unsere Lehrer wurden eingeschüchtert und entmachtet, die neue Generation von Lehrern besteht entweder aus Quereinsteigern ohne relevante Kenntnisse in Sozialpädagogik oder aus ehemals verhätschelten und somit welt- und realitätsfremden Kindern, die ihre „Erfahrungen“ entsprechend weitergeben und so eine weitere Generation von egozentrischen, linear denkenden und mitlaufenden Menschen heranbilden. Sie kennen es nicht anders.

Das Tüpfelchen auf dem „i“ ist zu guter Letzt die Rücksichtspolitik, die in den letzten 20 Jahren extrem zugenommen hat. Sicherlich müssen wir dafür sorgen, dass Kinder mit Lernproblemen ebenfalls die Chance auf Bildung haben. Wie wir schon vor vielen, vielen Jahren erkannt haben, ist es essenziell wichtig, dass möglichst viele Menschen einen möglichst hohen Bildungsgrad aufweisen, denn Wissen und Bildung – übrigens nicht zu verwechseln mit Intelligenz!–sind die besten Schilde gegen Manipulation und Extremismus.

Nur wurde der Gedanke, dass man auf die Schwächsten Rücksicht nehmen muss, geradezu pervertiert. In der Praxis geht es nicht mehr darum, dass man versucht, die „Schwachen“ auf das Niveau der „Starken“ zu heben, sondern die „Starken“ werden gebremst, um den „Schwachen“ nicht davonzuziehen. Eine fatale Rücksicht, die dazu führt, dass das Bildungsniveau sinkt.

Es werden Programme und Projekte ins Leben gerufen, die es möglichst einfach machen sollen, erfolgreich am Schulunterricht teilzunehmen – allerdings verbindlich für alle. Dies führt dann dazu, dass das Niveau stetig abnimmt, denn man orientiert sich nach unten, nicht nach oben. Wie soll es da Wachstum geben? Wie soll man da die Neugier behalten?

Wie soll man da etwas lernen, wenn zwanzig Schüler auf zwei schwächere Rücksicht nehmen müssen?

Wenn man die Hürden immer wieder senkt, bekommt zwar jeder irgendwann einen Abschluss, aber was ist dieser dann wert? Im Endeffekt steigen die Einstellungsvoraussetzungen oder die Anforderungen für die Immatrikulation. Das Problem wird nach hinten verlagert. Auf diese Weise fühlen sich die Schülerinnen und Schüler während der Schulzeit ganz toll, bekommen danach aber keine Ausbildungsstelle oder einen Studienplatz, weil selbst einfachste Tests nicht bestanden werden (können).

Wäre es nicht sinnvoller, die oben genannten zwei Schüler so zu fördern, dass sie mit den 20 anderen mithalten können? Das kann und sollte auch abseits der Schule geschehen – gerade auch privat und im Elternhaus -, doch hier in Deutschland legen wir den guten Schülern Ketten an und zwingen sie, ebenfalls schwach zu werden oder zumindest zu erscheinen, damit sich die zwei Schwachen nicht ausgeschlossen oder diskriminiert fühlen.

Wir leben eine pervertierte Form der Toleranz und Rücksicht und zerstören damit unsere Zukunft. Wir haben uns daran gewöhnt, dass Leute ohne Ausbildung unsere Kinder unterrichten, nur damit nicht noch mehr Stunden ausfallen. Wir sind so sehr damit beschäftigt, niemandem aufs Füßchen zu treten, dass wir kaum noch Forderungen stellen. Und wenn es doch jemand macht, wird geklagt bis zum Exzess.

Wir achten wenn dann nur darauf, wie gut es unserem eigenen Kind geht und machen damit den wenigen guten Lehrern, die aus Überzeugung einen wahnsinnig harten Job gut erledigen wollen, das Leben noch schwerer. Wir loben unsere Kinder bis zum Gehtnichtmehr – und diese fallen dann aus allen Wolken, wenn sie im Arbeitsleben auf die harte Tour lernen müssen, dass sie eben nicht die Besten sind, sondern maximal Mittelmaß.

Unser desolates Schulsystem gleicht einem Flickenteppich aus Versuchen und Ansätzen, aus Ideologiewahn und Egozentrik. Wer kann, bringt seine Kinder überall unter, nur nicht in einer staatlichen Schule (auch wenn es durchaus Ausnahmen gibt). Warum schafft man nicht endlich bundesweit geltende, einheitliche Vorschriften? Warum gibt es keine bundesweit einheitlichen Lehrpläne, Prüfungen, Vorgaben? Föderalismus hat seine Vorteile, aber bei der Bildung ist dieser tödlich. Wir haben eine allgemeine Schulpflicht, doch sie ist ein Schatten dessen, was sie eigentlich sein sollte.

Wir sorgen dafür, dass Schüler das Minimum lernen und spalten die Gesellschaft somit immer weiter. Am Ende erhalten wir Schulabgänger und Studenten, die nur politisch korrektes Wissen vermittelt bekommen haben und gar nicht mehr in der Lage sind, eigenständig zu denken oder über den Tellerrand zu schauen. Statt Vielfalt und Wachstum gibt es dann nur noch ideologischen Einheitsbrei und die Forderung nach noch mehr Rücksicht und Toleranz, damit sich niemand ausgegrenzt fühlt.

Die Starken sollen die Schwachen tragen. Das gilt bei Steuern genauso wie bei der Bildung und ist ein Eckpfeiler einer funktionierenden Gesellschaft. Nur wer trägt die Schwachen, wenn es keine Starken mehr gibt? Was passiert, wenn die Starken nicht mehr können – oder wollen?

Ich finde, es muss wieder mehr gefordert werden. Wer Probleme hat, soll Hilfe erhalten – jedoch nicht auf Kosten aller anderen. Wenn Zuhause kein Wert auf Bildung gelegt wird, muss die Quittung kommen und nicht mit noch mehr Rücksicht gekontert werden. Unter einem Abi, das unterhalb von 1,9 nichts mehr wert ist, leiden dann nicht nur die, die nicht lernen können oder wollen, sondern alle – und das darf nicht passieren.

Schulen brauchen mehr finanzielle Mittel. Niemand kann oder sollte in Bruchbuden lernen müssen. Wir brauchen einheitliche Lehrpläne und Lehrer, die nicht als Quereinsteiger für ein paar Monate ein paar Euro „verdienen“. Corona hat wunderbar gezeigt, wie rückständig unser Schulsystem und dass Internet und Co. nach über 20 Jahren immer noch „Neuland“ ist. Man hat sich über Jahrzehnte darauf versteift, es denen Recht zu machen, die am lautesten geschrien haben. Rechtschreibreformen, Inklusionsklassen, Schreiben nach Gehör und ähnlicher Murks, der verhindern sollte, dass die armen Kids überfordert werden.

Mit jedem Jahrgang erhalten wir die Quittung dafür, was übertriebene Rücksichtnahme auf Wenige bewirkt.

Gottseidank kann man heute sein Geld ja auch als YouTuber, Twitch-Streamer, Influencer oder Rapper verdienen.

Diese Aussagen gibt es in jeder Generation über die jeweils „junge Generation“, das ist mir bewusst. Doch die Intensität und das Tempo, mit dem sich diese Niveausenkung entwickelt, ist dank des von der Eltern- und Politikergeneration verschlafenen und belächelten „Neulands“ extrem. Wo früher solche Schwächen noch kompensiert werden konnten – einfach weil genug Zeit blieb um gegenzusteuern – kommen heute im Jahrestakt Menschen aus der Schule, die auf sich allein gestellt sind und erst dann wirklich anfangen zu lernen.

Es gibt immer weniger „Starke“, die sie auffangen könnten. Aber wenigstens haben sie sich nicht diskriminiert gefühlt 🤷🏼‍♂️😢