Zockerleben im April 2021

Yakuza und kein Ende… wobei, doch: „Like A Dragon“ ist der aktuell letzte Hauptteil der Serie.



Yakuza 5

Game Pass // Spiel im April beendet. Details zum Spiel gibts in der letzten Monatsübersicht: KLICK


Yakuza 6

Game Pass // Der vorletzte Hauptteil der Yakuza-Reihe. Der Fokus der Story lieg hier klar auf dem Thema „Familie“. Die Story ist gewohnt gut inszeniert, aber manchmal wirkt sie etwas zu konstruiert. Man merkt, dass die Geschichte rund um Kiryu Kazuma zu Ende erzählt ist.

Wer Yakuza 0, Kiwami und/oder Kiwami 2 gespielt hat, findet sich sofort (wieder) zurecht. Man trifft neue und alte Bekannte, schließt ungewöhnliche Freundschaften, geht Allianzen ein und Plot Twists gibts wieder wie Sand am Meer. Der Clan Creator macht als Minispiel durchaus Spaß, dafür ist das Kampfsystem etwas reduziert worden. Zum Beispiel gibt es die beliebten Heat-Actions nur noch in abgespeckter Form bzw. sie sind kaum vorhanden. Waffen lassen sich auch nicht mehr mitnehmen oder ausrüsten, man kann nur die Gegenstände verwenden, die man im jeweiligen Kampf aufhebt. Dafür sind die Substories wieder einen oder zwei Ticks besser als bei Yakuza 5.

Über das Ende kann man sich streiten. Ich hätte mir einen etwas anderen Abschluss gewünscht, aber es ist in Ordnung… auch weil es ja noch einen Nachfolger gibt.

Übrigens: Kitano Takeshi (Wikipedia) spielt auch in Yakuza 6 mit!


Yakuza: Like A Dragon

Seit Monaten das erste Spiel, das ich gekauft habe. Einen ausführlichen Bericht von mir inkl. jeder Menge Bilder findet ihr in einem gesonderten Beitrag: KLICK


Rain On Your Parade

Game Pass // Es sah lustig aus und die Animationen der Wolke, die man spielt, sind auch witzig. Das war’s dann aber auch schon. Ziel des Spiels ist es, als Wolke verschiedene Menschen nass zu machen, Feuer zu löschen und der Sonne auszuweichen. Das alles in verschiedenen Konstellationen, Abwandlungen und Schwierigkeiten. Für mich war’s nix. Aber ich wollte es eben mal austesten.


Shining Resonance Refrain

Gekauft im Japan-Sale für 7,49 € via Xbox Store. Da ich noch einen Gutschein über 5 € hatte (Xbox Rewards), lagen die Kosten bei effektiv 2,49 €, was man definitiv für das Spiel ausgeben kann. Es ist im Grunde sogar recht gut gemacht. Ein typisches JRPG mit aktivem Kampfsystem, welches mir nicht ganz so zusagt. Ich mag es lieber geradlinig: entweder rundenbasiert oder vollständig aktiv. Dieses Mittelding… naja. Ich hatte das Spiel schon länger auf der Wishlist und nun wartet es darauf, dass ich mit anderen Spielen fertig werde und Zeit finde, es durchzuspielen.

Yakuza: Like A Dragon (Xbox Series X)

Warum ich gerade zu diesem Yakuza-Teil einen eigenen Beitrag erstelle?

Nun, es ist der erste Teil, der mit einem neuen Protagonisten aufwartet. Kiryu Kazumas Geschichte ist auserzählt und es wurde Zeit für einen neuen „Helden“. Weniger grimmig, etwas „lustiger“, alberner, lockerer, abgedrehter.

Zudem hat man den Neustart bei SEGA genutzt, um das Kampfsystem umzustellen. Man bestreitet seine Kämpfe nicht mehr in typischer Brawler-Manier, sondern, wie in JRPGs üblich, rundenbasiert.

Genug Änderungen also, um dem aktuellsten Teil dieser grandios erzählten Gangster-Reihe einen eigenen Beitrag zu widmen.


Eins vorweg: nehmt euch Zeit, spielt nicht mit Walkthroughs. Probiert alles aus und beschäftigt euch mit dem, was euch die Spielwelt abseits der Hauptgeschichte bietet.

Das gilt im Grunde für alle Yakuza-Teile, für Like A Dragon jedoch umso mehr. Es spielt sich wie ein JRPG und sollte entsprechend angegangen werden.


Ich spiele das Spiel mit japanischer Sprachausgabe und englischen Untertiteln. Deutsch als Textsprache ist auch vorhanden, jedoch so billig und teils falsch und lückenhaft übersetzt, dass sich niemand damit einen Gefallen tut. Kleines Beispiel:

I‘m not that girl anymore. I am a vagrant on a quest for vengeance. Do you know how many times I‘ve awoken in the night, having dreamt of drawing that dagger?“

„Ich irre auf der Suche nach Rache umher. In vielen Träumen habe ich diese Klinge gezogen.“

Wer auch immer das übersetzt hat: You had 1 job…🤦🏼‍♂️


Die ersten 5 Kapitel dienen als Tutorial und erzählen die Hintergrundgeschichte von Kasuga Ichiban, dem neuen Hauptdarsteller, der Kleidung in denselben Farbei trägt wie Kiryu Kazuma – nur vertauscht.

Ich werde hier nicht spoilern, doch so viel sei gesagt: man arbeitet sich hoch. Von ganz unten. Weiter unten gehts nicht.

Ein interessanter Ansatz und wirklich gut inszeniert.

Auf dem Weg nach oben entdeckt man durchaus Parallelen zur Geschichte von Kiryu Kazuma, sieht bekannte Orte aus einem anderen Blickwinkel und lernt neue Gefährten kennen. SEGA hat hier wirklich gute Arbeit geleistet.

Verrat, Treue, Ehre, die Sorgen der kleinen Leute, Politik und wie diese Aktivistinnen pusht und benutzt, der Wandel der Zeit allgemein, Clankriminalität und -Rivalität, Armut, Familie – all das und mehr wird thematisiert und ansprechend transportiert.

Der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz. Niemals spürt man den heute sonst so oft belehrend erhobenen Zeigefinger, der einen eigentlich nur noch abstößt. Man taucht in die Welt ein, baut eine Beziehung zu den Charakteren auf und das gesamte Setting verleitet dazu, sich näher mit selbigem zu beschäftigen. Mich zumindest. Natürlich ist auch hier wieder nicht alles so, wie es zunächst scheint.

Ich behaupte sogar, dass hier noch einen Gang höher geschaltet wurde, was die Plot-Twists angeht.


Yakuza: Like A Dragon ist ein echtes Rollenspiel geworden. Charakterlevel, Joblevel, Ausrüstung, Waffen, Crafting, Statuswerte, Party, Buffs, Debuffs, Heilung, Beziehungssystem und jede Menge Quests sind vorhanden und recht gut umgesetzt. Natürlich gibts auch wieder jede Menge „Kleinkram“, der abseits der Hauptquest für etliche Stunden Beschäftigung sorgt.

Man kann Kart fahren, sich als Immobilienmanager versuchen (unbedingt machen! Hier kann man sehr schnell sehr viel Geld verdienen!), im Casino Geld gewinnen oder verlieren, als Teilzeit-Held Leuten in Not helfen, Dosen sammeln, Baseball, Darts und Golf spielen, seinen Poke…Sujidex füllen, Essen gehen, Karaoke singen, B-Movies im Kino schauen und via Quiz seine Werte wie Intelligenz, Charisma oder Stil & Co. pushen.

Bei alledem nimmt sich das Spiel nicht zu ernst. Es gibt durchaus absurde Szenen und die Atmosphäre wirkt lockerer als in den bisherigen Spielen der Serie. Allein schon, dass sich Kasuga Ichiban als Held sieht, der die Welt wie ein Rollenspiel (explizit: Dragon Quest) wahrnimmt, eröffnet jede Menge tragikomische Momente und Möglichkeiten. Ich finds toll!

Die Steuerung ist angenehm. Man merkt den Unterschied (positiv) recht deutlich, gerade im Vergleich zu Yakuza 3-5. Bugs habe ich bisher keine bemerkt, die Auto-Save-Funktion funktioniert zuverlässig, es gibt keine FPS-Einbrüche auf maximaler Qualitätsstufe und auch keine Abstürze. Quick Resume funktioniert ebenfalls, die Karte ist hilfreich, das Schnellreisesystem wurde ins Handy integriert und entdeckte Komboeffekte in Restaurants werden nun angezeigt.


Für diejenigen, die die „alten“ Teile vermissen: Seid unbesorgt. Der Übergang von Yakuza 0-6 zu Like A Dragon ist angenehmer, als ihr vielleicht denkt. Sehr angenehm!

Nachdem mich diese wunderbare, grandios erzählte und inszenierte Spieleserie über fast 4 Monate jeden einzelnen Tag begleitet hat, wird es schwer, adäquaten Ersatz zu finden. Ich hoffe, dass noch viele Teile folgen werden … und dass es nicht allzu lange dauert bis zum nächsten „Yakuza“ 😊

Zockerleben im März 2021

Aufräumarbeiten bei Yakuza Kiwami 2, Yakuza 3, 4 und 5 – das war’s im März bei mir. Teil 5 wird im April beendet und ich frage mich, was wohl nach Yakuza auf mich wartet? Es gibt zwar Unmengen an Spielen, aber irgendwie… ich weiß nicht. Ich vermisse die Yakuza-Spiele jetzt schon, auch wenn ich noch ein paar Wochen damit zu tun haben werde. Immerhin gibts ein paar Filme bei Amazon Prime, die ich mir schon auf die Watchlist gepackt habe und ein ähnliches Setting haben sollen.

Ich bin gespannt. Die Verfilmung von Yakuza 1 war jedenfalls, nunja, nicht gut 😉



Yakuza 3 Remastered

Game Pass // Die Sucht lässt nicht nach. Wer von den Vorgängern und Remakes „Yakuza 0“, „Yakuza Kiwami“ und „Yakuza Kiwami 2“ kommt, rennt erstmal gegen die Alterswand. Yakuza 3 Remastered ist eben kein Remake. Im Grunde ist es dasselbe Spiel, dass vor über 10 Jahren für die PS3 erschienen ist. Inklusive schlimmem Kampfsystem, seltsamer Animationen und nur leicht angepassten Texturen. Die Story ist allerdings auch gleich geblieben und auf einem gewohnt hohen Niveau. Klar, man muss sich umstellen – egal ob Menüs, Kampf, Bewegung, Steuerung – eigentlich alles. Doch die Story macht das locker wett. Mit Teil 6 wird ja auch der Rest wieder besser 😉

Es wurden ein paar Substories geschnitten (irgendwelche Aktivisten haben sich wegen einem Okama bzw dessen Sidestory aufs Füßchen getreten gefühlt 🤷🏼‍♂️) und auf dem Cover hat Kiryu keine Zigarette mehr im Mundwinkel. Sonst halten sich die Änderungen – positiv wie negativ – aber in Grenzen. Wer wissen will, wie es mit Kiryu Kazuma-san weitergeht, kommt sowieso nicht an diesem Teil (und allen anderen) vorbei.


Yakuza 4 Remastered

Game Pass // Neue Gesichter. Und alte. Gut und böse sind relativ. In der Yakuza-Reihe gilt das umso mehr und wird stets in den superb erzählten Geschichten deutlich. Y4R macht da keine Ausnahme. Technisch ist es ähnlich wie der Vorgänger, die Grafik und die Atmosphäre wirken aber etwas frischer. Man darf auf den Dächern rumlaufen und es gibt eine „Unterwelt“. Zudem erlebt man die komplexe Story aus verschiedenen Blickwinkeln, ähnlich wie in Yakuza 0, nur dass es hier 4 Protagonisten sind.

Die Kämpfe sind endlich wieder befriedigend und weniger nervig. Abwechslung kommt über die verschiedenen Charaktere, die jeder einen anderen Kampfstil haben.

Wer alles verstehen will, muss alle Vorgänger gespielt haben. Aber wer fängt schon mit Teil 4 (bzw Teil 5) mit einer Spielereihe an?

Es gibt immer noch „nur“ englische Untertitel und japanische Sprachausgabe. Das sollte im 21. Jahrhundert aber kein echtes Problem mehr darstellen. Leider kann man auch hier die Zwischensequenzen nicht pausieren. Immerhin hilft es jetzt, wenn man die Akkus aus dem Controller entnimmt. Und natürlich ist das Quick Resume-Feature der Xbox Series X Gold wert!


Yakuza 5 Remastered

Game Pass // Kann ich dazu viel sagen, ohne dass ich was verrate? Wahrscheinlich nicht, also belasse ich es bei den Highlights und gehe nicht groß auf die Story ein.

Y5R spielt man erneut nacheinander aus der Sicht mehrerer – 5 um genau zu sein – Protagonisten. Die grafischen Unterschiede zu Y4R halten sich in Grenzen, sind aber spürbar und im direkten Vergleich mit den „Remastered“-Vorgängern deutlich.

Man kann von Autos angefahren werden, es gibt noch mehr abseits der Hauptgeschichte zu tun und man kann nicht nur Karaoke singen, sondern sich auch mit Trommeln im SEGA-Arcade vergnügen, tanzen, angeln, Rennen fahren, jagen, …

5 Städte warten auf Erkundung und die Dokumentation von touristischen Highlights mittels Fotoapparat. Und wer sich schon immer mal als japanisches „Idol“ fühlen wollte, hat hier ebenfalls Gelegenheit dazu.

Die PhotoBox ist endlich (wieder) da, man kann fischen, Hostess-Clubs besuchen, jede Menge essen in sich reinstecken (sofern man hungrig ist), Darts und Billard spielen und jede Menge mehr. Dazu gibts noch um die 80 Nebenaufgaben und etliche, lange und gut gemachte Zwischensequenzen – die man endlich pausieren kann! Und die Minimap hat wieder eine Markierung für „Norden“.

Die Kämpfe fühlen sich erneut recht gut an, auch wenn sehr viel geblockt wird. Aber es wurde eine Art „Boost“ eingebaut und eine Heat-Action-Bremse. Die Dance Battles sind eine Sache für sich, aber das muss jeder selbst erfahren haben.

Gerade die Karaoke-Songs haben es mir angetan, speziell „Machine Gun Kiss“. Ich musste mir einfach den Soundtrack kaufen 😁

Die Story hat Yakuza-typisch jede Menge Twists, Pathos, Lehrreiches, Lustiges und Übertreibungen. Es geht um Ehre, Liebe, Verantwortung, Neid, Schmerz und Trauer. Das übergeordnete Thema lautet hier „Träume“ und wie man sie wahr werden lässt… und für wen… und warum.

Wieder ergibt erst am Ende alles einen Sinn, auch wenn er mir fast etwas konstruiert vorkam. Es hat eben auch etwas von einer Seifenoper, aber im Positiven.

Ich bin fast schon ein bisschen traurig, wenn ich daran denke, dass es nur noch Teil 6 (mittlerweile auch im Game Pass enthalten) und den aktuellen Teil „Like A Dragon“ aus der Reihe gibt.

Dragon Quest XI S: Echoes of an Elusive Age – Definitive Edition (Xbox Series X)

Auf dieses Spiel habe ich seit der Ankündigung gewartet. DQ11 ist nicht neu, aber neu auf der Xbox (One und Series) und zudem im Game Pass enthalten. Allerdings ist es auch den Preis wert, wenn man es separat kauft.

Vorweg: Ich bin noch nicht komplett durch mit dem Spiel. Derzeit liegt der Ingame-Spielzeittimer bei knapp über 70 Stunden und ich denke, er wird dreistellig sein, wenn ich das Ende erreiche. Ob ich alle Achievements freischalten will, weiß ich noch nicht. Mal sehen.

DQ11 ist ein sehr gut inszeniertes JRPG im Stil von Final Fantasy oder Tales of Vesperia. Wenn man sich anschaut, welchen Weg Final Fantasy mit Teil XV eingeschlagen hat, ist DQ11 sogar eher Final Fantasy als FF XV.

DQ11 spielt in einer offenen Fantasy-Welt, die man mit fortschreitender Story immer weitläufiger erkunden kann. Es gibt etliche Sidequests, genug Sammelkram aber vor allem eine genial inszenierte Story. Man kann mehr als ausreichend an Speicherpunkten Halt machen, die Gegner leveln nicht mit – wie bei JRPGs üblich – was allerdings gegen Ende etwas Arbeit bedeutet. Kämpfe laufen rundenbasiert ab, eine Besonderheit in der heutigen Zeit, die krampfhaft auf Action gemünzt ist, warum auch immer… Es lassen sich jederzeit an Speicherpunkten die Skillpunkte neu anordnen, somit ist man nicht an einmal eingeschlagene Wege bei der Charakterentwicklung gebunden.

Man kann – und sollte – sich seine eigene Ausrüstung schmieden, kann sein Team frei zusammenstellen, auch innerhalb eines Kampfes, und ich hatte nie das Gefühl, irgendwas wäre unfair oder gezielt dazu da, um die Spielzeit künstlich in die Länge zu ziehen.

Das Grinden hält sich in Grenzen und findet im Grunde erst im letzten Viertel des Spiels statt. Ich bin bis dahin mit relativ wenigen Kämpfen ausgekommen und vielen sogar bewusst aus dem Weg gegangen – was dank sichtbarer Gegner kein großes Problem darstellt. Probleme mit Bossen hatte ich keine, nur einmal wäre ich fast gestorben – aber durch eigene Dummheit (und Hand).

Man kann alle Gruppenmitglieder selbst im Kampf steuern oder auch jeden bzw. nur bestimmte Charaktere automatisch agieren lassen. Auch das funktioniert ganz gut und am Anfang auch bei Bossgegnern. Wer will, kann DQ11 auch in 2D spielen. Es existiert sogar eine Storyline, die ausschließlich in 2D gespielt wird. Das muss man sich heute auch erstmal trauen.

Das Spiel an sich bietet also von den Mechaniken her kaum bis kein Frustpotenzial. Selbst Neulinge des Genres finden sich schnell ein und kommen in den Genuss der wahren Stärke von Dragon Quest XI: der Story!

Wie gesagt: ich bin noch nicht ganz durch. Ich werde hier nicht spoilern, aber das erste Ende ist nicht das Ende. Das zweite auch nicht. Oder doch? Ein bisschen? Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist klassisch: das Böse will alles Leben vernichten. Aber DQ11 schafft es, dieses simple Setting wunderbar aufzupeppen. Man freundet sich mit den Gruppenmitgliedern geradezu an, erfährt jede Menge Hintergrundinfos über sie und die gesamte Spielwelt und stellt seine Entscheidungen bzw. die des „Helden“ infrage. Man lacht und leidet mit, etwas, das Final Fantasy nach Teil X nicht mehr wirklich geschafft hat.

Von dieser Art Rollenspiel hätte ich gerne mehr. Kein banales Action-Gekloppe um des Kloppens willen und um über die dürftige Handlung hinwegzutäuschen, sondern eine genial erzählte Story ohne künstliche Längen mit einem angenehm entschleunigten Kampfsystem, das über erlern- und freischaltbare Zauber und Fähigkeiten genug Tiefgang bietet, ohne dabei zu kompliziert zu werden.

Was mir nicht so gefallen hat, war der Grafikstil. Der ist einfach nicht meins, aber ich hab mich dran gewöhnt. Der zweite negative Aspekt ist die deutsche Übersetzung. Das Spiel ist mit deutschen Texten und englischer Sprachausgabe spielbar, was das Spiel verständlicher macht (manche Stimmen haben schon einen sehr deutlichen Akzent), aber auch für einige Fragezeichen sorgt. Die Übersetzung ist eigentlich gut, aber warum kamen die Leute auf die Idee, Eigennamen umzuschreiben? Warum macht man aus einem Ort namens „Hotto“ (heiße Quellen, Vulkanland) das Dorf „Onzen“? Warum heißt „Gemma“ im Deutschen „Sandra“? Warum wurde aus „Jasper“ ein „Euklas“ oder aus „Temple of Dawn“ der „Tempel der Sonne“?

Abgesehen davon habe ich bisher wenig zu meckern. Das Inventorymanagement könnte etwas komfortabler sein und ich finde es schade, dass nur bestimmte Ausrüstungsgegenstände das Aussehen der Gruppenmitglieder ändern, aber das alles ist unwichtig und tut dem Spielspaß keinen Abbruch.

Auf der Xbox Series X|S kommt man zudem noch dank AutoHDR in den Genuss von HDR-Effekten, was den ohnehin schon wunderschönen Bildern in dieser Welt noch zusätzliche Brillanz verleiht. Quick Resume sorgt dann noch dafür, dass man auch mitten im Kampf oder in einem Dungeon die Konsole ausschalten und dann am nächsten Tag an derselben Stelle weitermachen kann, ohne erst wieder zu einem Speicherpunkt zurücklaufen zu müssen.

Ich hoffe sehr, dass demnächst noch mehr Spiele dieser Art erscheinen. Spiele sollen Spaß machen und einen unterhalten. Story ist – zumindest für mich – mit der wichtigste Aspekt bei einem Rollenspiel oder Adventure und DQ11 macht hier so ziemlich alles richtig. Danke, SquareEnix!