Was ne Woche…

Dass im Lockdown so viel passieren kann…. man glaubt es kaum.

Ich mag ja Ruhe und Beständigkeit. „Routine“, wie man so schön negativ sagt. Das gibt mir Sicherheit und hilft beim Planen des Tages, der Woche, des Monats usw.

Veränderungen sind nötig, manchmal auch zwingend. Das weiß ich nur zu gut. Sie helfen dabei, eingefahrene Gleise zu verlassen, sich weiterzuentwickeln, zu lernen. Es muss also sein und ich bin froh, dass es so ist. Aber warum kommt eigentlich immer alles auf einmal?

Dabei ist es egal, ob „positiv“ oder „negativ“ – Veränderungen sind Veränderungen. Kann man die bitte in kleine Häppchen verpacken?!


Mein leichter Depressionsschub läutete die Woche ein. Keine Ahnung warum genau oder was der Auslöser war, aber letztes Wochenende gings mit meiner Laune, Zuversicht, Hoffnung bergab. Nein, das stimmt so nicht ganz. Es ging nicht bergab, das alles war einfach weg.

Puff!

Weg!

Sowas kommt immer wieder mal. Meist ist das nach ein bis zwei Tagen überstanden, selten hält das noch eine Woche. Das war mal anders… und das möchte ich auf gar keinen Fall mehr erleben müssen, auch wenn ich weiß, dass man Depressionen nicht heilen kann. Man kann nur lernen, damit zu leben, damit umzugehen. Dabei bin ich noch relativ leicht betroffen, wenn ich mir andere Menschen ansehe.

Ablenkung hilft meist – wenn man sich denn aufraffen kann, etwas zu tun, irgendwas zu machen, zu erledigen. Was anderes als nachzudenken und sich selbst zu bedauern. Alleine ist das schwierig, doch da hilft mir meine Frau sehr!


Die Yakuza-Reihe hab ich nun auch durchgespielt. Etliche Monate emotionaler Bindung an die dortige Welt und die Charaktere kamen zu einem Ende. Wie das Ende einer Serie oder einer Romanreihe. Eine Form der Kontinuität, die absehbar enden würde, bei der dieses Ende aber stets weit weg war, ist weggefallen.

Sicher gibts etliche Menschen, die sich darüber lustig machen werden. Sind ja nur Spiele. Wie kindisch. Gut, die Spieleindustrie ist mittlerweile umsatzstärker als die Filmindustrie, setzt mehr Geld um als die Formel 1 und muss sich auch vor der ersten Fußball-Bundesliga nicht verstecken, aber hey: Spiele sind kindisch. Punkt.

Kann man nix gegen sagen. Das ist in den Köpfen drin und geht nur schwer wieder raus. Zählt wohl auch zum #Neuland…


Ein neues Buch habe ich auch gefunden. Auch wenn der Preis für ein E-Book verdammt hoch war, habe ich es mir gekauft und gelesen. Es war durchaus gut, wenn ich auch schon wesentlich interessantere Bücher gelesen habe zu einem Bruchteil des Preises. Es war mal was anderes, aber es war für die Thematik zu kurz, zu wenig Tiefgang. „Redshirts“ von John Scalzi.

Jetzt liegt der Kindle wieder auf dem Nachttisch. Ich weigere mich, ihn mit irgendwelchen Liebesschnulzen und Vampirgedöns oder B-Movie-Alienkriegsmurks zu füttern. Leider ist das genau das, was „trendet“. Oberflächlicher, schlecht bis gar nicht recherchierter Mist ohne Basis, 08/15-Geschreibsel, das man so schon 1000 Mal gelesen hat.

Klar, gute Bücher brauchen Zeit. Gute Geschichten brauchen leidenschaftliche Autoren. Die rotzt man nicht mal eben so im Monatsrhythmus raus. Und da man schneller liest als jemand schreiben und veröffentlichen kann, ist irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht.


Der Hund muss zum Frisör, Ausgangssperre ist auch aktiv – auch wenn sich die HABIBIyoaldaDIGGAvallah-Fraktion einen Scheiß drum schert und bis nach Mitternacht auf dem Kinderspielplatz vorm Haus raucht, säuft und Affenmusik hört.

Von politischer Seite gibts auch nix Neues. Kobold-Anne ist immer noch Kanzlerkandidatin der egomanen Grünlinge und sorgt für noch mehr Bauchschmerzen in Bezug auf die Wahlen im Herbst. Auswandern ist allerdings so nicht möglich, denn um dem ganzen Wahn zu entfliehen, müsste man schon sehr (!) weit weg. Irgendwohin, wo nicht dieser krankhafte Egowahn herrscht, wo man gezwungen oder genötigt wird, auf jeden querhängenden Furz irgendeines Grüppchens Rücksicht zu nehmen und es nur zählt, wer am lautesten jammert, während täglich zig Kinder missbraucht und Frauen vergewaltigt werden.

Man will ja auch seinen Lebensstandard halten. Also bleibt eigentlich nur sowas wie Japan oder Kanada. Und dafür braucht man jede Menge Kohle. Wenn jemand ne kleine Million zu verschenken hat: bitte, gerne!


Als Krönung mussten wir dann am Wochenende in die Notaufnahme. Also .. meine Frau, nicht ich. Ich muss erst am Mittwoch zum Arzt wegen dem Ding in meinem Hals, das mich seit Anfang Januar irre macht. Meine Frau hatte extreme Magenschmerzen, wahrscheinlich Nachwirkungen einer leichten Lebensmittelvergiftung. Ihr gehts immer noch dreckig, aber immerhin helfen die Medis, die sie verschrieben bekommen hat. Dafür ist Schonkost angesagt. Im Grunde darf sie alles essen, solange es nicht schmeckt. Natürlich gibts auch keinen Kaffee, keine Milchprodukte, nix mit Gewürzen. Also VoLL BiO und so richtig ÖkOlOgIsCh. Wenn das die Zukunft ist…. bäh.

Ganz toll. Aber wir sind guter Dinge, dass das bald überstanden ist.


Schika macht das alles mit. Klar, was hat er für eine Wahl? Aber diese ganze Unruhe, die wir ausstrahlen, färbt natürlich auch auf ihn ab. Wir dürfen ja (einzeln) trotz Lockdown raus, wenn er muss. Dass das aber mitten in der Nacht passiert, ist doch sehr ungewöhnlich. Er weckt uns auch nicht aggressiv. Er ist eher der dezente Typ. Wir (meine Frau) werden wach, weil er ewig im Flur hin und her läuft. Merkt er, dass jemand wach ist, stupst er einen leicht an und geht zur Tür. Folgt man ihm, stupst er Jacke und Schuhe an und geht wieder zur Tür. Er sagt uns ganz klar und deutlich, was los ist. Finde ich gut!

Nur dass er auch nicht zur Ruhe kommt und unter etwas leiden muss, wofür er gar nichts kann, macht mich traurig. Der kleine Kerl hatte es doch sowieso schon nicht leicht. Wenn ich mir vorstelle, wie er monatelang im Tierheimzwinger drauf gewartet hat, dass ihn endlich jemand mitnimmt, nachdem ihn seine ursprüngliche Familie weggegeben hatte…. es macht mich traurig und wütend!

Dafür hat er die jährliche Impfung gut weggesteckt und vertragen. Jetzt muss ich noch einen Frisörtermin machen, damit er nicht gänzlich zuwuchert.


Mit „Judgment“ habe ich nun ein neu auf der Xbox erschienenes Spin Off zu Yakuza angefangen. Das hilft etwas. Neuer Lesestoff ist nicht in Sicht, Trash TV ist auch tot bis auf montags (TLC, „90 Tage“), meiner Frau gehts nicht gut und die Zukunft sieht gammelig-grün aus.

Trotzdem gilt auch – gerade! – jetzt: In unserer Welt ist alles gut!

…und das meine ich nicht zynisch.

Es sind Probleme, ja. Es sind auch je nach Charakter, Prägung und Sicht große Probleme. Aber man kann sie lösen. Wir haben schwierigeres durchgestanden und im Endeffekt zählt nur, dass wir zusammen sind, dass wir ein Dach über dem Kopf haben und es uns an nichts fehlt.

Wegen der Schmerzen und körperlichen Probleme geht man zum Arzt und stellt sich etwas um. Wenn jemand mit der Situation überfordert ist, stützt man ihn, ist für ihn da. Man sorgt für sich und füreinander. Wenn man es mal runterbricht, sind viele Probleme gar keine Probleme. Sie erscheinen nur als solche, sind aber meist nur das Resultat einer „Ich will aber!“-Haltung.

Wenn man diese durch ein „Wir schaffen das!“ ersetzt, ist schon viel geholfen. Mit Betonung auf „Wir“!

Egal was kommt, gemeinsam steht man vieles durch – von „kleinen“ Dingen wie dem Ende einer geliebten Serie bis hin zu Depressionen und Krankheiten.

Die Familie zählt. Der Rest kommt automatisch.

Ich wünsche euch eine angenehme Woche.


PS: Hier ist gerade wieder Stromausfall. Das zweite Mal dieses Jahr. Was wir doch für ein stabiles Stromnetz haben… 🤷🏼‍♂️

PPS: Strom ist nach 40 Minuten wieder da. Dafür gibts kein Internet. Läuft. Home Office zieht ganz schön Bandbreite…

Kurztrip mit Hund: Erpeler Ley

Diesen Kurztrip haben wir bereits 2019 unternommen und diesen Text hatte ich bereits in einem meiner früheren Blogs veröffentlicht. Ich dachte mir aber, dass es doch ab und an mal ganz schön ist, sich daran zu erinnern, dass nicht alles grau, trist und eingeschränkt sein muss.


Warum muss man eigentlich immer so weit weg, um schöne Fleckchen Erde zu sehen, etwas Ruhe zu genießen und zu entspannen?

Muss man nicht! Reisen mit Hund kann auch schnell gehen und trotzdem schön sein. Hier im Westen gibt es so viele schöne Ecken, die auch noch nicht so sehr überlaufen sind, dass man gar nicht in die Ferne schweifen oder Urlaub nehmen muss. Ein Tagesausflug in der Region eben.

Und das sollte es diesmal auch für uns werden: Ruhe, ein schöner Ausblick und in unter einer Stunde zu erreichen. Ich habe mir einige Orte, die diesen Kriterien entsprechen herausgesucht und wir haben von dieser Liste nun die „Erpeler Ley“ abgehakt.

Ich war bis jetzt noch nie dort, habe mich also komplett überraschen lassen. Die Fahrt von Köln aus war schnell erledigt. Ab in Richtung Königswinter, dann auf die B42 und Richtung Erpel. Ab da ist „Erpeler Ley“ ausgeschildert. Es geht eine zeitlang bergauf – auf relativ schmalen Straßen, wo man mit größeren Autos schonmal rangieren muss. Gerade Radfahrer übersieht man bei den Haarnadelkurven schnell, also aufgepasst.

Oben angekommen findet man ausreichend Parkplätze, einen kleinen Rundweg mit wunderbarem Blick über den Rhein samt zahlreicher Sitzmöglichkeiten. Auch ein Cafè lädt zum Verweilen ein (Gaststätte Bergesruh), ebenso wie ein gut markierter Wanderweg, der in den angrenzenden Wald führt. Wer mag, kann auch Liebesschlösser am Geländer anbringen 🙂

Hier kommen oft Leute her, die eher die Ruhe suchen und die Aussicht genießen wollen. Hunde sind hier ebenfalls willkommen, sollten aber gerade im Wald an der Leine gehalten werden. Früher gab es einen Spielplatz, von dem nur noch ein Sandkasten übrig ist. Schade für Kinder, aber der Ruhe zuträglich. Es lassen sich auch Festivitäten abhalten, was in der Kulisse sicherlich doppelt Spaß macht.

Gerade die geschwungenen, fast schon ergonomisch geformten Liegebänke (für zwei) laden dazu ein, sich hinzulegen und die Ruhe zu genießen. Ich wollte gar nicht mehr aufstehen, allerdings war meine Frau der Meinung, dass wir doch auch wandern wollten. Nunja…

Lange Rede, kurzer Sinn: Schika hat der Kurztrip gefallen, Herrchen und Frauchen auch. Ein entspannter Tag am Rhein mit der geliebten Fellnase ohne jeglichen Stress in unmittelbarer Nähe zu unserem Zuhause – was will man mehr? Eine wunderbare Einstimmung auf den anstehenden Urlaub, über den ich selbstverständlich ebenfalls berichten werde.

Hier noch die Anschrift, wenn ihr Lust bekommen habt:

Erpeler Ley – Erpeler Ley Plateau – 53579 Erpel

Leben, Sterben, Tod und Jenseits – Teil 4

Der Schlüsselmoment bei mir war der, dass ich Details über meine Vergangenheit erfahren habe, die ich erfolgreich verdrängt hatte. Diese Details ließen mein komplettes Leben in einem anderen Licht erscheinen.

Entscheidungen, die ich getroffen hatte, hinterfragte ich nun auf Basis dieses neu gewonnenen Wissens und ich analysierte über Monate hinweg jede Station meines Lebens.

Habe ich mein Leben so gelebt, weil ich es so wollte oder war alles nur eine unausweichliche Konsequenz aus Gegebenheiten, die sich meiner Macht entzogen?

Worin lag der Sinn im Missbrauch durch meine Mutter?
Warum hat mein Vater nichts getan?
Oder hat er es versucht?
Warum war ich so ein Arsch als Jugendlicher?
Oder war es nur der Versuch auszubrechen aus dieser Hölle?
War ich mein Leben lang auf der Flucht?
Und warum überhaupt?!

Mein selbst gesammeltes Wissen half mir einerseits, viele verschiedene Aspekte diverser Fragen zu beleuchten, sorgte andererseits allerdings auch dafür, dass ich mich nicht einfach in eins dieser Teilgebiete flüchten konnte.

Ich kannte die Zusammenhänge und Alternativen, somit waren mir die Wege versperrt, die allesamt darauf bauten, alles andere zu ignorieren.

So fiel ich in ein Loch, aus dem ich fast nicht wieder herausgekommen wäre. Ich sah keinen Sinn mehr, kein Ziel, keinen Grund oder auch nur eine angedeutete Basis, auf der ich aufbauen könnte.

Und jetzt kommt der Aha-Effekt: Ich habe mich erneut auf die Suche begeben nach den Antworten hinter allem – und fand sie – für mich! – in etwas, was für die einen eine Religion darstellt, für andere esoterischer Quark ist und wieder andere sehen es als Philosophie an.

Ich bin kein Philosoph, kein religiöser Mensch und gegen Esoterik habe ich eine Abneigung entwickelt. Das sollte klar erkennbar sein, wenn man alle Teile dieser Serie gelesen hat.

Ich habe für mich die Michael Teachings entdeckt.

Witzigerweise gibt es auch deutsche Ableger davon, die aber primär darauf ausgelegt sind, dass Leute viel Geld für irgendwelche Channelings ausgeben.

Ich bin hier schon früher drauf gestoßen, konnte damit aber nichts anfangen, da ich allergisch auf eine „bezahl mich, dann gibt’s Erleuchtung“-Masche reagiere. Ich mag mich nicht gerne erpressen lassen. Punkt.

Nachdem ich mich auf einigen Websites (englischsprachig) in diese „Lehren“ eingelesen hatte, habe ich für mich erkannt, dass diese durchweg Sinn ergeben – mehr als das, womit ich mich bisher beschäftigt hatte.

Hier gab (und gibt) es keinen Zwang, irgendwelche Regeln zu befolgen. Es gibt kein „gut“ oder „schlecht“. Im Grunde gibt es nur Erfahrungen, die man macht und durch die man lernt und wächst.

Nahtoderfahrungen ergeben – z.B. in Verbindung mit dem ersten Lucy-Buch von Markolf Niemz – einen Sinn, ebenso wie die Frage „Warum passiert soviel Schlimmes auf der Welt?“ beantwortet wird. Reinkarnationen sind keine Hirngespinste, das Jenseits existiert und außerirdisches Leben ist real, wenn auch nicht so wie es uns Hollywood glauben macht.

Zwei Nachteile hat diese Denkweise jedoch, aber mit diesen kann ich gut leben.

Nachteil 1: auch die Michael-Teachings beantworten nicht ALLES, aber einen sehr großen Teil

Nachteil 2: Man kann die Verantwortung nicht mehr auf andere schieben sondern muss erkennen, dass man selbst Herr seines Schicksals ist, war und sein wird

Die positiven Aspekte jedoch überwiegen für mich und seit einer Hypnosesitzung habe ich auch keine Angst mehr vor dem Tod oder auch nur dem Prozess des Sterbens. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt (Vorhersagen dieser Art erachte ich als Scharlatanerei) und ob ich doch noch im Lotto gewinne (Zeits wird’s jedenfalls).

Die Aussage innerhalb der Michael Teachings, die mich überzeugt hat, dem Ganzen Glauben zu schenken, war: „Du musst das nicht glauben. Es ist so. Dir passiert weder etwas besonders Gutes, wenn du das hier glaubst, noch wirst du bestraft, wenn du es nicht tust. Du gehst deinen Weg, den du dir selbst ausgesucht hast und du kannst nichts falsch machen, weil alles Erfahrungen sind, die gemacht werden sollen und müssen, weil du es so wolltest. Du lernst aus und von allem.“

Ich will mein Leben leben und alles lernen, was es zu lernen gibt. Ich folge nun mir und meinen Wünschen, meinem Herzen und besinne mich seitdem darauf, was wirklich wichtig ist im Leben.

Das ist nicht immer leicht, wo man doch sein ganzes Leben lang darauf getrimmt wird, gesellschaftskonform zu denken und zu handeln und sich nur allzu gern in sein „Schicksal“ ergibt, sich selbst als Spielball sieht und nicht als Akteur.

Auch hier wird es Leute geben, die mich belächeln oder meine Ansichten anfeinden oder ins Lächerliche ziehen wollen. Aber das gehört dazu.

Ich werde mich weiter über Idioten aufregen und meine Ansichten haben. Ich bin kein anderer Mensch geworden, aber ich habe Antworten gefunden, die mir dabei helfen, den Sinn hinter allem zu verstehen.

Auch wenn’s mir nicht immer passt 😉

Davon wird die Welt nicht besser, aber erträglicher – und es hat sich in mir eine innere Ruhe eingestellt, von der ich gar nicht wusste, dass ich sie vermisst habe. Ich kann mein Gedankenchaos jetzt für mich sinnvoll fokussieren und Erlebnisse einordnen in ein Bild, das ohne Angst gemalt wurde, in eine Zukunft, die ohne Zwang und Unausweichlichkeit auskommt.

Die Entscheidung, Bücher zu schreiben und ein Blog zu erstellen, ist ein Teil davon. Ich habe jahrelang in einem Korsett gesteckt, in dem ich nicht glücklich werden konnte. Nun folge ich dem, was ich schon immer machen wollte und es fühlt sich gut an. Dank meiner Frau bin ich auch dazu in der Lage, ohne auf der Straße zu sitzen und wer weiß, vielleicht inspiriere ich auch den ein oder anderen durch diese Zeilen, meine Bücher oder Diskussionen, die hoffentlich aufkommen, sein Leben zu hinterfragen und einen Weg einzuschlagen, der dem eigenen Selbst gerecht wird…

Es ist nicht leicht, aber es lohnt sich, etwas zu tun statt nur zu warten, dass etwas passiert.

Urlaubsverhalten

Fahrt ihr auch gerne weg? Mal raus aus dem Alltagstrott? Weg aus dem Bekannten, hin ins Neue, Fremde, Aufregende? Oder geht’s eher in die Bettenburgen, zu den großen Anlagen oder in Ferienparks, wo man schön unter sich bleibt und das schöne Wetter genießt?

Urlaub in dem Sinne kannte ich bis vor ein paar Jahren gar nicht. Wofür auch? Um in irgendeinem Land am Pool oder Strand rumzuliegen, bis der Tag der Abreise kommt oder jeden Abend im Restaurant zu essen und ansonsten eine Woche mit teuren Ausflügen oder im Hotelzimmer zu warten, bis man wieder nach Hause kann? Nee. Das alles kann ich auch haben, ohne erst wegfahren oder -fliegen zu müssen. Zum Schlafen und Nichtstun muss ich kein Geld ausgeben.

Das änderte sich erst, als ich etwas älter wurde. Ich bin immer noch kein Freund von „2 Wochen All-inclusive in Side für 159€!!!!“ oder „Unvergessliche Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer für nur 1299€ in der Innenkabine!!!!“. Ich mag sowas einfach nicht. Wie ich immer sage: Wenn für etwas Werbung gemacht wird, ist es unsinnig. Und mein Urlaub soll nicht unsinnig sein.

Ich möchte nicht abgefertigt werden, durchgeschoben in endlosen Schlangen, vorgekarrt mit Bussen durch irgendwelche Ruinen, die man gefälligst in 20 Minuten allumfassend erkunden muss. Mit Bändchen am Arm zur Bar schlurfen und billigen Alkohol in sich hinein schüttend auf das Ende des Tages warten, um sich dann früh genug eine Liege zu reservieren und der Erste am Büffet zu sein, damit man noch was vom wässrigen Rührei abbekommt.

Horror!

Ich bin gerne Tourist, ja. Aber ich wehre mich dagegen, ein typischer Tourist zu sein!

Pauschalurlaube fallen also flach. Mit Hund ist das alles sowieso nochmal was anderes. Wie zuletzt „mal eben“ in den Flieger hüpfen und Schweden mit dem Mietwagen erkunden – das geht nicht mehr so leicht. Ich hab’s hier noch nicht erzählt, aber dieser Urlaub war – neben Island – einer der schönsten Trips, die ich erleben durfte. 6 Wochen später trat allerdings Schika in unser Leben. Und dann noch Corona… naja. Urlaub im Sinne von „wegfahren“ ist somit eh erstmal gegessen.

Aber schon vor Schika habe ich – haben wir – lieber individuell gebucht. Klar ist das mehr Aufwand, aber wir sind auch flexibel. Wir können genau das buchen, was wir brauchen und wollen, sind an keinen Anbieter gebunden, müssen nicht Teil einer Herde sein, die dem Mann oder der Frau mit dem Fähnchen durch historische Stätten folgt, müssen nicht an Tag X zu Uhrzeit Y an Ort Z sein, um den Bus zu erwischen. Wir können alles in unserem Tempo erkunden – und genau darum geht es uns.

Wir sind Touristen, die wissen wollen, wie das jeweilige Land, die Leute, das dortige Umfeld „tickt“. Wir wollen die anderen Kulturen und Lebensweisen entdecken, mitmachen, erleben und nicht eine Fassade vorgesetzt bekommen, die doch nur darauf abzielt, einem noch mehr Kohle aus der Tasche zu ziehen. Potemkinsche Dörfer, die beim kleinsten Blick abseits der Vorgabe umfallen, keiner Frage standhalten. Künstlich aufgehübschten Orten, die nur toll aussehen sollen – oder eben so, wie der Tourist es erwartet.

Deswegen fahren wir mit dem Auto, auch wenn’s mal ein paar Stunden dauert. Ob in die Alpen (oh, das muss ich auch noch schreiben, da waren wir mit Schika) oder an unser Lieblingsziel Zeeland. Ob nach Prag, Südfrankreich oder einfach nur mal in die Eifel. Hauptsache NICHT in ein typisches Touristenziel und wenn doch, dann nicht in der Hauptsaison und auf keinen Fall in ein Hotel oder ähnliches. Nach Möglichkeit suchen wir uns private Unterkünfte, schon alleine wegen Schika. Wir versorgen uns selbst, gehen im örtlichen Supermarkt einkaufen, reden (entgegen meiner sonstigen Prämisse des Schweigens) mit den Einheimischen und genießen „das Andere“.

Als ich das erste Mal vor über 15 Jahren in Schweden war, habe ich das auch so gemacht. Es war mein erster „echter“ Urlaub. 3 Tage. Aber ich war eben noch nie da oben und Ryanair bot billig Flüge an. Warum also nicht? Im Supermarkt in Nyköping traf ich am Kühlregal eine deutsche Auswanderin, die dort seit 12 Jahren als Deutschlehrerin arbeitete. Ich kam mit ihr ins Gespräch und beschloss spontan, ihr Angebot anzunehmen, mich durch das Städtchen zu führen. Sie erzählte mir viel über die Geschichte der Stadt, über Schweden, die Beziehungen zu Dänemark und Norwegen. Es war interessant und informativer, als jede Tour, die man für teures Geld buchen kann.

Was ich gar nicht leiden kann sind Leute, die sich im Urlaub wie die Axt im Walde, fast schon wie Tiere verhalten in meinen Augen. Ganz ehrlich: auch wenn ich für Unterkunft, Verpflegung, Urlaub zahle, bin ich dadurch nicht Gott, nichts besseres als die Gastgeber. Wenn ich Gast bin, verhalte ich mich auch wie ein Gast und nicht wie jemand, dem alles gefälligst zusteht und wo der Gastgeber zu kuschen hat, wenn er schon so doof ist und uns einlädt. Der Gastgeber kann ja nix außer mich zu bespaßen, sonst würde er das nicht machen. Also soll er gefälligst für meine Unterhaltung sorgen! TANZ, SKLAVE!

Widerlich.

Wie damals in Irland, County Kerry, Killarney – ebenfalls vor Schika, noch vor dem ersten eigenen Hund sogar. Ein nettes Guesthouse am Stadtrand bei einer sehr netten irischen Familie, die sehr um das Wohl der Gäste bemüht waren. Großzügige Zimmer, liebevoll eingerichtet, nette Menschen, hilfsbereit und kein bisschen aufdringlich. Dort war noch eine andere Familie untergebracht, die ich umgehend als Deutsche identifiziert habe. Es war kaum zu übersehen. Nein, das ist falsch. Es war nicht zu überhören. Als Tourist fällt man optisch immer irgendwie auf, aber die Sprache verrät uns dann endgültig und unmissverständlich.

Beim Frühstück wurde gemäkelt (mache ich auch, wenn’s wirklich schlecht ist, aber ich sage das den Gastgebern direkt und ruhig), man machte sich über die „komische Sprache“ (irisch) lustig und über das „Gehopse“ in einer der Riverdance-Shows, die dort an allen Ecken gezeigt werden. Natürlich war es eine Frechheit, dass man „keinen anständigen Kaffee“ bekam! 5 Tage Gemecker dergestalt, dass die Iren zu blöd zu allem sind und wie geil man doch selbst ist.

Ich habe mir ab da so viel Mühe gegeben, dass ich möglichst niemals als deutscher Tourist im Ausland enttarnt werde. Ich möchte nicht mit solchen Leuten in einen Topf geworfen werden!

Auch im Disneyland Paris habe ich deutsche Touristen 10 Meilen gegen den Wind „gerochen“ und das meiner Frau auch gesagt. Möglichst Abstand halten, bloß nichts ins Gespräch kommen mit denen. Aber „die“ waren sowieso damit beschäftigt, sich mit dem Kinderwagen überall vorzudrängeln und konsequent Anweisungen auf Deutsch zu plärren. Mitten in Frankreich. Aber als Tourist ist das scheinbar ok. Nur in Deutschland soll man gefälligst Deutsch reden, ne?

In den Niederlanden, wo wir sehr gerne Urlaub machen, abseits von Ferienparks oder Hotelanlagen und außerhalb von Saison und Partyzeit, geht’s etwas besser. Doch auch dort trifft man immer wieder Leute, die es als selbstverständlich ansehen, dass die Menschen, die dort leben, sie beherbergen und verpflegen und auf das deutsche Geld „angewiesen“ sind, auch ja alles zu deren Zufriedenheit zu erledigen haben. Natürlich wird erwartet – noch nichtmal verlangt, sondern erwartet! – dass alle Niederländer deutsch sprechen. Gefälligst! Eine Frechheit ist das, wenn das mal nicht so ist!

Da wird auf Deutsch bestellt, geschimpft, gefragt und der arme Einheimische versucht zu erklären, dass er nichts versteht. Egal, der lebt von mir, der hat dann eben zu lernen. Immerhin bin ich Gast und als Gast muss ich GAR NICHTS! Nur die anderen müssen! Jetzt! Sofort! SEI MIR ZU DIENSTEN, UNTERMENSCH!

Man kann doch wenigstens versuchen, Englisch zu lernen. Nicht viel, aber doch ein bisschen. Es ist nicht schwer, es kostet nichts. Es hilft aber ungemein. Es hilft dabei, sich verständlich zu machen und nicht als arroganter Ausländer aufzutreten. Man kann sich mal in die Gastgeber hineinversetzen, nett sein, Rücksicht nehmen – auch und gerade als Gast! Man kann nicht nur verlangen und erwarten, sondern auch mal was dafür tun, dass der Aufenthalt angenehm wird. Wald, Echo und so.

Ich versuche vor jedem Auslandsaufenthalt (dazu zähle ich übrigens auch Bayern ;-D) zumindest die Grundlagen der jeweiligen Sprache zu lernen, damit ich verstehe, was auf den Schildern oder auf Speisekarten oder im Supermarkt so steht, wie man etwas ausspricht, wenn ich ansonsten auf Englisch kommuniziere. Ich gehe niemals (!) davon aus, dass mein Gegenüber automatisch Deutsch spricht. Warum auch? Kann ein Japaner, Schwede, Franzose, Spanier, Russe erwarten, dass Deutsche in Touristengebieten die jeweilige Sprache sprechen? Warum sollte das umgekehrt so sein?

Ich sehe es als Zeichen von Respekt, wenn man zumindest „Hallo“, „Tschüss“, „Ja“, „Nein“, „Bitte“ und „Danke“ in der jeweiligen Landessprache beherrscht. Das ist doch nicht viel, was man da machen muss. 6 Worte sollte sich jeder merken können und sie können einen sehr großen Unterschied machen. Ich möchte das jeweilige Zielland erleben – und ich möchte, dass mich die Gastgeber als Gast in Erinnerung behalten und nicht als „den Deutschen Touri“, der stur sein Ding durchzieht und sich durch sein Auftreten und Verhalten über alle anderen erhebt.

6 Worte und etwas Englisch, ein Lächeln und das Bewusstsein, dass man für den Urlaub bezahlt, aber nicht die Menschen käuflich erwirbt, sind nicht zu viel verlangt.

Mal schauen, wann wir das nächste Mal unbesorgt wegfahren können. Ans Meer, gerne auch im Winter, wenn kein Tourist außer uns dort sein Unwesen treibt…

Einfach wohlfühlen

Der kleine Futz ist angekommen. Das merken wir immer wieder und jeden Tag aufs Neue, denn er genießt es, bei uns zu sein und das seit über 2 Jahren.

Klar hat er auch einen Kontrollfimmel. Er mag es nicht, wenn Türen geschlossen sind und er nicht zu Frauchen oder Herrchen kann wie er möchte. Dabei bleibt er aber stets ruhig, bellt nicht, wufft nicht, jault nicht.

Neulich sagte ein direkter Nachbar erstaunt im Hausflur: „Ich dachte, ihr habt den nicht mehr. Den hört man ja gar nicht.“

Da passt Schika zu uns. Natürlich zu mir als Autorenhund, der neben mir liegt, wenn ich meine Kapitel und Beiträge schreibe. Aber auch zu meiner Frau, die sich nach der Arbeit entspannt oder Stress im Home Office hat.

Er strahlt eine unglaubliche Ruhe aus und gibt uns allein durch seine Anwesenheit Frieden – egal wie kitschig sich das anhört. Er verlangt nichts (außer Futter und Aufmerksamkeit) und ist einfach da. Dagegen ist jede Therapie nur eine teure Ablenkung.

Wie man auf dem Bild schön sieht, kann er umgekehrt auch bei und mit uns entspannen. Natürlich schläft er im Bett. Wenn ihm das Rumdrehen zu viel wird, legt er sich in seine offene (!) Schlafbox, seine Sicherheitshöhle. Aber sonst sucht er unsere Nähe, am besten wir beide zusammen und er. Da fühlt er sich sicher, geborgen, kann entspannen … und wir genauso.

Keine einzige Sekunde haben wir es bereut, den kleinen Kerl aus dem Tierheim geholt zu haben – warum auch immer er abgegeben wurde, damals im Sommer.

Ein Leben ohne Hund – ohne Schika – ist gar nicht mehr vorstellbar. Gleich gibts noch einen Kauknochen. Und wir üben nochmal Apportieren. Immerhin soll seine Rasse ja auch für die Trüffelsuche eingesetzt werden können. Allerdings findet er manchmal sein verschüttetes Futter neben dem Napf nicht 🤷🏼‍♂️

Egal. Wir lieben ihn so wie er ist. Und er uns ebenso. ❤️

Man kann so viel von Hunden lernen, denn wenn Menschen eins gut können, ist das Dinge zu verkomplizieren. Dabei kann das Leben so einfach sein.

Keine Ruhe nach ruhigem Jahreswechsel

Frohes Neues!

So, hätten wir das auch erledigt.

Der Jahreswechsel lief dieses Mal wirklich entspannt. Während wir die Jahre vorher noch mittags und abends regelmäßig in den Wald geflüchtet sind, um dem schon am helllichten Tag durch die Gegend böllernden Volk beim Gassigehen zu entgehen, konnten wir den Jahreswechsel 2020/2021 ganz entspannt zuhause angehen.

Klar gab es auch einige lustige Gesellen, die mittels irgendwelcher archaischer Sprengvorrichtungen auf ihre Präsenz aufmerksam machen wollten, aber es waren wirklich Einzelfälle. Auch um Mitternacht hielt sich alles in Grenzen. Es war geradezu gespenstisch ruhig im Vergleich zu „damals“. Nach ein paar Minuten war alles vorbei und das Krakeelen, besoffene Grölen und Böllern bis in die Morgenstunden fiel auch weg. Da braucht es echt Verbote und Strafen, damit man sich an Regeln hält, die schon ewig gelten. Naja.

Unsere Nachbarn haben sich die Laune nicht verderben lassen und fröhlich gefeiert – natürlich im Kreise der Familie und regelkonform. Es geht eben auch ohne Saufkoma und Bumm Bumm. Man braucht das alles nicht um Spaß zu haben. Man braucht eigentlich nur nette Menschen um sich, oder?

Schika musste sich also beim Gassigehen nicht vor Kaspern in Acht nehmen, die ihre kRaSsEn BöLLeR wahllos durch die Gegend pfeffern. Wir mussten auch am Morgen danach keinen Bergen von Müll, keinen Feuerwerksresten und ähnlichem ausweichen. Es war schon ungewohnt, aber es zeigt, wie es anders gehen kann, wenn man sich etwas zurücknimmt und nicht irgendein Datum dazu benutzt, um sich wie ein Steinzeitmensch zu verhalten. Wie gesagt: Schade, dass man erst mit Verboten und Strafen arbeiten muss.

Das Gegenteil von Ruhe gabs dann heute. Schika und meine Wenigkeit wurden aus der Wohnung verbannt, damit meine Frau in Ruhe aufräumen und saugen konnte. Der Plan war, dass Schika und ich uns ein spätes Mittagessen gönnen und dann eine Stunde im Wald verbringen. Das Essen war kein Problem, doch der Spaziergang im Wald gestaltete sich komplizierter.

Der Waldparkplatz war voll. So richtig voll. Die Autos aus allen möglichen angrenzenden Landkreisen standen teils auf der Landstraße. Ich bekam den Eindruck, als wäre ganz NRW auf einmal auf die Idee gekommen, man könnte doch mal im Wald spazieren gehen. Ist ja ok. Geht mir ja nicht anders. Ich mag halt nur keine anderen Menschen um mich herum. Menschen strengen mich an und der Asperger in mir läuft auf Hochtouren. Selbstschutz und gleichzeitiges Aufsetzen einer Maske, die mir erlaubt, als „normaler“ Mensch zu erscheinen, laugen mich aus. Ich fühle mich beobachtet und sorge mich ebenfalls noch um Schika, weil es genug Leute gibt, denen alles andere egal ist – seien es Radfahrer, die ohne Rücksicht auf irgendwas durch den Wald rasen, freilaufende Hunde, deren Frauchen oder Herrchen sich nicht darum scheren, was ihr Vierbeiner so ohne Leine treibt oder Kleinkinder, die ebenfalls losgelöst von Mama und Papa am Hund rumtatschen wollen und anfangen zu schreien, wenn man das nicht zulässt.

Der Wald fiel also flach. Somit fuhr ich diverse andere Plätze an, die sonst kaum besucht sind, doch an allen Orten herrschte gnadenlose Überfüllung. Stapelweise Autos und Fahrradkolonnen, so als wären alle auf der Flucht. Am Wochenende ist normalerweise immer etwas mehr los, aber diese Massen an Menschen habe ich noch nicht erlebt. Sämtliche Parkmöglichkeiten im Naturschutzgebiet in einem Radius von 20 Kilometern waren voll.

Schließlich habe ich aber – nach knapp einer Stunde – doch noch ein freies Plätzchen gefunden. Liegt vielleicht auch daran, dass es jetzt langsam dunkel wird. Ich hoffe jedenfalls, das Menschenaufkommen normalisiert sich bald wieder.